

Eine U-Bahn für Graz
Seinerzeit hat man viel Geld für Studien ausgegeben, ob eine U-Bahn für Graz sinnvoll ist oder nicht. Die Grazer VP blätterte 350.000 Schilling für die renommierte Prognos AG aus Basel hin. Die angebotenen Varianten: eine Stadt- und Regionalbahn nach Karlsruher Modell plus Unterflurtrassen oder eine S-Bahn plus Ausbau des konventionellen Straßenbahnnetzes und/oder unkonventionelle Systeme wie U-Bahn light.
Nach der Wahl kam es zu einem Variantenvergleich.
Schon seit vielen Jahren geisterte die U-Bahn als Schreckgespenst durch Graz. Vor allem die ÖVP unter Helmut Strobl war sehr aktiv und machte in Graz sehr viel Propaganda, um in Graz endlich eine U-Bahn als 3. Verkehrssystem neben Bus und Straßenbahn einzuführen. Eine Expeditionsgruppe begab sich nach Kopenhagen, wo gerade eine führerlose U-Bahn im Aufbau war. Schnell hatte man das Vorbild für Graz gefunden. Die sogenannte Mini-U-Bahn. Stationen werden durch Schächte mittels Tageslicht versorgt um so wenig Energie wie möglich zu verwenden. Im Jahr 1999 gab es eine Variantenuntersuchung, welches Verkehrsmittel eine Zukunft hatte.
Variante 0: Das Straßenbahnnetz in der heutigen Form mit Neuordnung Endstation LKH, Liebenau und Puntigam.
Variante 1: (U-Bahn 2010) Eine U-Bahnlinie LKH - Uni - Jakominiplatz - Hauptplatz - Hauptbahnhof - Eggenberg Zentrum. Auflassung der Tramäste nach Eggenberg, Wetzelsdorf und St. Leonhard (LKH).
Variante 2: (Tram 2010) Langer 6er, Südwestlinie, Uni-Linie, NVD-Hauptbahnhof, Entlastungsstrecke Neutorgasse sowie Verlängerungsstrecken in Liebenau (4), LKH (7), Center West (5) und Schörgelgasse (3).
Variante 3: (U-Bahn 2020) 2 weitere U-Bahn Linien - Liebenau - Jakominiplatz - Hauptplatz - Fröbelpark sowie Andritz - Hauptplatz - Jakominiplatz - Don Bosco - Straßganger Straße. Auflassung der Tramäste nach Andritz und Liebenau.
Variante 4: (Tram 2020) Weiterer Ausbau der Straßenbahn in den Norden von Andritz zur Radegunger Straße, Gösting, Harter Straße, Andersengasse und Messendorf.
Beide Systeme haben ihre Vor- und Nachteile. Doch wirtschaftlich gesehen, macht eine U-Bahn Verlust, während mit einem Ausbau der Straßenbahn sich die Defizite verringern. Die Entscheidung war klar: Weiterer Ausbau der Straßenbahn. Selbst wenn in den letzten Jahrzehnten viel diskutiert und nichts umgesetzt wurde, gab es 2003 einen Lichtblick. Die Straßenbahnlinie 4 wurde zum Einkaufszentrum "Murpark" verlängert, der 5er wurde um eine Station zu einem neuen Nahverkehrsknoten in Puntigam verlängert und der lange 6er wurde nach mehr als 3 Jahrzehnten Planungszeit endlich umgesetzt. Städte wachsen und mit ihr der Verkehr.
Noch brauchen wir keine U-Bahn aber irgendwann wird es doch mal soweit sein, wo nichts mehr weitergeht. Bleibt zu hoffen, dass das Thema U-Bahn noch lange verschlossen bleibt.
Quelle (Großteil): Vereinszeitung "Verein Fahrgast"