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Thema: Bahnkraftwerke in Österreich  (2624-mal gelesen) Vorheriges Thema - Nächstes Thema

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Bahnkraftwerke in Österreich
Ein bisschen verspätet aber, doch..

Seit Herbst ist das zukünftig leistungsstärkste Bahnkraftwerk Österreichs in Bau. Das Pumpspeicherkraftwerk Tauernmoos wird als Kavernenkraftwerk im hinteren Stubachtal, den Höhenunterschied zweier bestehender Speicherseen nutzen und die dort bestehende Kette an Bahnkraftwerken der ÖBB ergänzen. Ab 2025 soll dann 170 MW elektrische Energie gewonnen werden. Im Gegensatz zu den meisten der bisherigen ÖBB-Kraftwerke wird aus technischen Gründen nicht 16,7 Hz. Einphasenwechselstrom sondern 50 Hz. Dreiphasenwechselstrom liefern. Der Ausbau der Bahnstromerzeugung wird u.a. notwendig, da in den nächsten Jahren und Jahrzehnten Bahnstrecken neu elektrifiziert werden. Mit dem Pumpspeicherkraftwerk kann man außerdem besser auf Bedarfsspitzen im Tagesverlauf reagieren:


Volle Wasserkraft marsch!

23. 11. 2020

Baustart des Mega-Projekts Pumpspeicherkraftwerk Tauernmoos im Salzburger Stubachtal

Mit dem symbolischen Tunnelanschlag für das Pumpspeicherkraftwerk Tauernmoos wurden die Hauptbauarbeiten zum Ausbau der Wasserkraft im Salzburger Stubachtal gestartet.

Voll wichtig

Das Pumpspeicherkraftwerk ist ein wichtiger Meilenstein, wen es um den schonenden Einsatz unserer Ressourcen geht. Insgesamt werden ca. 300 Millionen Euro in den Standort investiert und somit langfristig die Arbeitsplätze vor Ort gesichert. Mit einer Sprengung am Enzingerboden auf 1.500 Meter Seehöhe, haben die Arbeiten für den Erschließungstunnel Stubachtal begonnen. Bundesministerin Leonore Gewessler, Landeshauptmann Wilfried Haslauer, ÖBB Vorstandsvorsitzender Andreas Matthä sowie der Bürgermeister der Standortgemeinde Uttendorf, Hannes Lerchbaumer haben, wenn auch aus der Ferne, feierlich am Baustart mitgewirkt. Vor Ort ist die Baustelle jetzt in Vollbetrieb.

Volle Wasserkraft

Von insgesamt zehn Wasserkraftwerken in Österreich bilden die vier Bahnstromkraftwerke im Salzburger Stubachtal die größte und leistungsstärkste Kraftwerksgruppe der ÖBB. Der Grundstein dafür wurde bereits im Jahr 1914 gelegt und bis in die 1990er entsprechend erweitert. Mit dem Ausbau der Kraftwerksgruppe um das Pumpspeicherkraftwerk Tauernmoos ist auch künftig eine effiziente Erzeugung von umweltfreundlichem Bahnstrom für eine nachhaltige und umweltfreundliche Mobilität gewährleistet. Im Gegensatz zu herkömmlichen Speicherkraftwerken erlaubt das neue Pumpspeicherkraftwerk Tauernmoos, neben der Produktion von umweltfreundlichem Strom aus Wasserkraft, auch große Mengen an Energie kostengünstig zu speichern und somit Leistungsspitzen im Bahnstromnetz optimiert abzudecken. So kann bei geringer Nachfrage überschüssiger Strom genutzt werden, um Wasser in das höher gelegene Speicherbecken zu pumpen und anschließend, bei erhöhter Nachfrage, wieder Bahnstrom zu erzeugen.

Voll im Zeitplan

Bereits seit dem Frühjahr 2020 laufen wichtige Vorarbeiten. Dabei wurden Voreinschnitte für die Stollen gemacht, Zufahrtstraßen ertüchtigt und Lagerflächen für den Tunnelausbruch vorbereitet. Auch Teile der Energieableitung, dem Stromkabel, das letztendlich von Uttendorf bis zur Kaverne Tauernmoos reichen wird, wurden gebaut. Aktuell werden nun beim Zufahrtstunnel täglich ca. 20 Meter Vortrieb erreicht. Bis Weihnachten wird derzeit an zwei Vortrieben gearbeitet, ab April 2021 wird auf vier Vortriebe aufgestockt und der Kavernenausbau gestartet. Gebaut wird dann bis zum Jahr 2025. Danach folgt der Probebetrieb, welcher im Jahr 2026 in den Regelbetrieb übergeht. Alle Arbeiten finden natürlich unter Beachtung der Vorgaben im Rahmen der COVID19-Pandemie statt.

Voll viele Zahlen

Den eigentlichen Kern des Großprojektes stellt das im Felsmassiv des Schafbichls in einer Kaverne (Hohlraum im Berg) gelegene Pumpspeicherkraftwerk mit seinen zugehörigen Ein-bzw. Auslaufbauwerken am Weißsee und am Tauernmoossee sowie dem Kraftabstieg dar. Die unterirdische Kaverne des geplanten Kraftwerks Tauernmoos wird in eine Maschinen- und eine Trafokaverne unterteilt. Auch ein Leitstand, Werkstätten und ein Aufenthaltsraum sind in der Kaverne untergebracht. Die Kaverne ist dann über den Erschließungstunnel Stubachtal zu erreichen. Der unterirdische Kraftabstieg wird zukünftig im Turbinenbetrieb ca. 80 m³ und im Pumpbetrieb ca. 70 m³ Wasser in der Sekunde transportieren. Insgesamt wird die Kraftwerksanlage zukünftig bei einer Gesamtleistung von 170 MW (Megawatt) - rund 460 GWh Jahresenergieerzeugung aufweisen und damit den Anteil der Bahnstromeigenerzeugung erhöhen. Das Pumpspeicherkraftwerk Tauernmoos wird es ermöglichen, in verkehrsschwachen Zeiten durch Pumpen von Wasser in den höherliegenden Weißsee eine Speicherung von Energie für verkehrsstarke und damit energieintensive Phasen zu ermöglichen. Dabei wird der Höhenunterschied von ca. 220 Metern zwischen den Stauseen Tauernmoossee und Weißsee genutzt.

Voll einfach erklärt: Das Prinzip der Bahnstromaufbringung

Eine unserer Kernaufgaben ist es, Voraussetzungen zu schaffen, die für eine umweltfreundliche, nachhaltige und leistbare Mobilität erforderlich sind. Deshalb setzen wir auf 100% Strom aus erneuerbarer Energie. Der Jahresverbrauch an Bahnstrom (16,7 Hertz) beträgt in Österreich ca. 2.000 Gigawattstunden. Ca. 33 Prozent dieses Jahresbedarfs werden in den ÖBB eigenen Wasserkraftwerken, ca. 25 Prozent in Partner-Wasserkraftwerken erzeugt. Der Rest wird aus dem öffentlichen 50-Hertz-Stromnetz bezogen und in den ÖBB-Frequenzumformern in Bahnstrom mit der Frequenz 16,7 Hertz umgewandelt. Um die Bahnstromversorgung langfristig zu sichern, bauen wir unsere nachhaltige Bahnstromerzeugung aber auch die Stromerzeugung für unsere Anlagen weiter aus. Damit unterstützen sie die globalen Ziele des Klimaschutzes.


Quelle: https://www.unsereoebb.at/de/artikel/2020/kraftwerk-tauernmoos

  • Andreas
  • Moderator
Re: Bahnkraftwerke in Österreich
Antwort #1
Neben den Wasserkraftwerken zur Bahnstromproduktion setzen die ÖBB auch auf Photovoltaikanlagen - allein 2020 wurden 16 neue in Betrieb genommen - auch dieses Jahr sind neue geplant, beisoielsweise in Rankweil.
Nebenbei sei noch erwähnt dass die ÖBB bereits 1/3 ihres Strombedarf durch Eigenproduktion decken:

https://presse.oebb.at/de/presseinformationen/20210430-oebb-setzen-auf-gruenen-strom-aus-sonnenenergie
mfG
Andreas

  • Andreas
  • Moderator
Re: Bahnkraftwerke in Österreich
Antwort #2
Die ÖBB errichten nun im Bezirk Bruck an der Leitha das weltweit erste Bahnstromkraftwerk welches auf Windkraft basiert:

https://noe.orf.at/stories/3118261/
mfG
Andreas

  • Andreas
  • Moderator
Re: Bahnkraftwerke in Österreich
Antwort #3
In Kottingneusiedl eröffneten die ÖBB nun ein Solarkraftwerk:

https://presse-oebb.at/News_Detail.aspx?id=145262&menueid=27025
  • Zuletzt geändert: November 20, 2021, 16:16:43 von Andreas
mfG
Andreas

Re: Bahnkraftwerke in Österreich
Antwort #4
Danke, verstehe das semantisch nicht: "Sein" Kraftwerk? Gehört es nicht der ÖBB? "Ihr"?

Was im Artikel (natürlich) nicht vorkommt ist wie das Betriebskonzept geplant ist. Wird der Strom einfach in den Verbund eingespeist? Oder wird der Fahrplan abhängig von Wind und Wetter?

80 k Fahrgäste von Wien nach Salzburg sind 40 k retour; man darf getrost von angenommener 100 %iger Zugauslastung ausgehen. In Realität also ca. jeden 10. Tag ein Zug wenn die Sonne scheint. Ich finde schon, dass es ein guter erster Schritt ist nur warum kann man das nicht neutraler ind informativer berichten als im Kronenzeitungs-Stil?

Zur Information aus 2012: "Bereits jetzt sind die ÖBB Österreichs größter Einzel-Stromverbraucher. Die jährlich benötigten 2250 Gigawattstunden Strom entsprechen etwa dem Verbrauch von Vorarlberg. Der Strombedarf wird aber weitersteigen, bis 2025 um rund 30 Prozent". Quelle:Kurier Wir spechen also von 0,005 % oder anders herum man bräuchte 10-15 qm2 reine Photovoltaikfläche für die ÖBB falls ich richtig gerechnet habe.

  • FlipsP
Re: Bahnkraftwerke in Österreich
Antwort #5
Was im Artikel (natürlich) nicht vorkommt ist wie das Betriebskonzept geplant ist. Wird der Strom einfach in den Verbund eingespeist? Oder wird der Fahrplan abhängig von Wind und Wetter?

Klar, der produzierte Strom geht direkt ins Netz der Bahn. Somit braucht man also weniger Strom aus einem Pumpspeicher und kann den zu anderer Zeit nutzen.

Zitat
Zur Information aus 2012: "Bereits jetzt sind die ÖBB Österreichs größter Einzel-Stromverbraucher. Die jährlich benötigten 2250 Gigawattstunden Strom entsprechen etwa dem Verbrauch von Vorarlberg. Der Strombedarf wird aber weitersteigen, bis 2025 um rund 30 Prozent". Quelle:Kurier Wir spechen also von 0,005 % oder anders herum man bräuchte 10-15 qm2 reine Photovoltaikfläche für die ÖBB falls ich richtig gerechnet habe.

Den Artikel hab ich mir auch rausgesucht und muss sagen: Ich find das super!
Wer Tippfehler findet, darf sie behalten!  ;)

Re: Bahnkraftwerke in Österreich
Antwort #6
10-15 QuadratKILOmeter natürlich, sorry

  • Andreas
  • Moderator
Re: Bahnkraftwerke in Österreich
Antwort #7
Danke, verstehe das semantisch nicht: "Sein" Kraftwerk? Gehört es nicht der ÖBB? "Ihr"?



Es sollte "ein Solarkraftwerk" heißen, war ein Tippfehler von mir ;).
mfG
Andreas