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Thema: Fünf Fragen und Antworten zum Öffi-Streit (2037-mal gelesen) Vorheriges Thema - Nächstes Thema

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Fünf Fragen und Antworten zum Öffi-Streit
Fünf Fragen und Antworten zum Öffi-Streit

Warum fährt (nur) Graz so günstig? Der Landtag diskutiert heute ein gefördertes Jahresticket für die gesamte Steiermark. Von Thomas Rossacher
Hauptbahnhof: Schon jetzt sind die Kapazitätsgrenzen zu Stoßzeiten erreicht. Auch das ein Grund, warum man Billig-Tickets nicht bevorzugt Foto © Jürgen Fuchs
Sind die Steirer Bürger zweiter Klasse beim öffentlichen Verkehr? Das behauptet Lambert Schönleitner (Grüne) und konfrontiert Verkehrslandesrat Gerhard Kurzmann und Regierung heute in der Landtagssitzung (Livestream, ab 10 Uhr) mit einer langen Wunschliste. Die wichtigsten Punkte zusammengefasst:

1. Warum hat Vorarlberg eine 365-Euro-Jahreskarte, die Steiermark aber nicht?

ANTWORT: Abgesehen vom Größenunterschied der Bundesländer ist es vor allem eine Kostenfrage. Laut Verkehrsverbund würde das 365-Euro-Ticket etliche Abnehmer finden, andere Kartenkategorien würden aber zu Ladenhütern. Unterm Strich sei ein Einnahmenverlust zwischen neun und 13 Millionen Euro zu erwarten. Letztere Summe hat das Land heuer für Öffi-Infrastrukturmaßnahmen im Budget.

2. Warum zahlen bloß die Grazer seit heuer 228 Euro für die Öffi-Jahreskarte?

ANTWORT: Der Tarif für die Jahreskarte in der Zone 1 beträgt weiterhin 399 Euro, nur stützt die Stadt Graz das Ticket massiv. 11.200 dieser Karten wurden bisher verkauft: Die Differenz zum regulären Tickettarif wird mit Grazer Steuergeld beglichen. Das könnte jede Kommune tun: Weiz beispielsweise müsste jede Jahreskarte (bei vier Zonen inklusive Graz) mit 714 Euro subventionieren.

3. Wieso kostet das Topticket in Ostösterreich nur 60 Euro, bei uns jedoch 99 Euro?

ANTWORT: In Kärnten oder Tirol gibt es ebenso wenig die ungeschränkte Jahresnetzkarte für Schüler oder Lehrlinge um 60 Euro. Die Steiermark müsste für diesen Tarif 1,3 Millionen in die Hand nehmen. Finanziert wird diese Karte primär durch den Bund über den Familienlastenausgleichsfonds. Studenten betrifft dieser nicht, weshalb es das Topticket für sie nicht gibt. Sehr wohl aber die Studienkarte (rund 38 Prozent Ermäßigung).

4. Wenn es stets am Geld liegt: Hebt die Steiermark bald eine Nahverkehrsabgabe ein?

ANTWORT: Nein, weder SPÖ, ÖVP und FPÖ im Landtag sind dafür. Ein Modell, das weder Dienstnehmer, noch Dienstgeber belastet, ist utopisch.

5. Die Öffi-Tarife steigen jährlich im Juli. Wird das heuer wieder der Fall sein?

ANTWORT: Ja, in der letzten Sitzung der Verkehrsunternehmer wurde eine Erhöhung im Grunde abgesegnet. Erlaubt ist das 1,75-Fache des Verbraucherpreisindex, heuer ist demnach eine ,,Anpassung" von knapp drei Prozent geplant. Die Stundenkarte könnte künftig 2,20 Euro kosten.

Quelle: http://www.kleinezeitung.at/s/steiermark/graz/null/4658991/365EuroJahresticket_Funf-Fragen-und-Antworten-zum-OffiStreit




Jetzt haben wir schon einen Öffi-Streit  :P
GLG
Martin

  • Martin
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Re: Fünf Fragen und Antworten zum Öffi-Streit
Antwort #1
Offensive für 365-Euro-Jahreskarte gestoppt

Der Streit um günstigere Tarife für Öffis in der Steiermark erreichte am Dienstag den Landtag. Grüne pochten auf 365-Euro-Ticket für das Bundesland, die KP drängte auf eine Nahverkehrsabgabe: SP, VP und FP lehnten dies ab.
Schönleitner plädierte für überschaubares Tarifsystem. Schönleitner plädierte für überschaubares Tarifsystem. Foto © EDER
Zum Start nahm der Grüne Schönleitner den blauen Verkehrslandesrat Gerhard Kurzmann ins Visier. Der hätte in vier Jahren ,,Verkehrspolitik fünf Rückwärtsgänge, aber keinen Vorwärtsgang" eingelegt. Der Landesrat wäre bei "der Gestaltung der Tarife säumig". Es würde "kein neues Konzept geben. Wir hören nur: Geht nicht, können wir nicht".
Schönleitner forderte ein überschaubares Tarifsystem. "Selbst wenn das 365-Euro-Ticket neun bis 13 Millionen kosten würde: Warum machen wir das nicht? Da bricht das Land ja nicht zusammen". Immerhin ist das Landesbudget 5-Milliarden-Euro schwer. Damit sei auch die S-Bahn für die Obersteiermark ("Von Kapfenberg bis Trofaiach") zu machen.

Für 365-Euro-Karte fehlen die Mittel
Kurzmann konterte, "wir stecken 83 Millionen Euro im Jahr in den öffentlichen Verkehr". Man müsse sich aber im engen Budgetrahmen bewegen. Dennoch seien Fortschritte erzielt worden: wie etwa die Expressbusverbindungen von Hartberg und Fürstenfeld sowie der Bus-Stunden- beziehungsweise Halbstunden-Takt nach Gratwein-Straßengel/Gratkorn.
Aber für eine 365-Euro-Jahreskarte würden die Mittel fehlen. "Die Einnahmenverluste würden 9,6 bis 13,2 Millionen Euro ausmachen. Die Verluste von ÖBB, GKB etc. nicht eingerechnet." Aber diese Verluste müsste man ebenso abfedern.
Eine Nahverkehrsabgabe lehnte der Landesrat erneut ab. Das würde "den Wirtschaftsstandort Steiermark zu sehr belasten und ist nicht vertretbar".
Die S-Bahn in der Obersteiermark sei in der Planungsphase. "Ein Konzept wurde bereits erarbeitet. Derzeit findet eine Potentialprüfung statt. Diese wird dann das zu erwartende Fahrgastpotential, die Kosten sowie den Bedarf an Fahrzeugen und Infrastruktur zeigen".

"Müssen Anreize schaffen"
Schönleitner gab sich damit nicht zufrieden: ,,Man muss Anreize schaffen, damit sich etwas bewegt". Das Kostenargument ließ er nicht gelten: ,,Ein Topticket für Studenten kostet 1,3 Millionen Euro im Jahr. Mit ihren Kostenüberschreitungen beim Südgürtel könnten wir das über Jahre finanzieren", ätzte der Grüne.
"Abgabe nach Wiener Vorbild"
KP-Werner Murgg erinnerte: "Für den öffentlichen Verkehr braucht es mehr Mittel". Seine Partei beantragte daher, in der Steiermark eine "Nahverkehrsabgabe nach Vorbild Wiens einzuführen, die von den Unternehmen einzuheben und für den ÖV zweckgewidmet ist".
Letztlich wurde abgestimmt: SP, VP und FP sprachen sich sowohl gegen die 365-Euro-Jahreskarte, als auch das Top-Ticket um nur 60 Euro aus.
Keine Mehrheit fand sich auch für eine Nahverkehrsabgabe oder "ein Finanzierungssystem". Statt dessen wurde die Regierung aufgefordert, eine "Ist-Analyse betreffend Siedlungsstruktur, Binnenverkehr, Ziel- und
Quellverkehr sowie der Struktur des Pendlerverkehrs" erstellen zu lassen.

Quelle: http://www.kleinezeitung.at/s/steiermark/graz/4659575/OffiTarifstreit_Keine-Mehrheit-fur-365EuroJahreskarte?xtor=CS1-15
GLG
Martin

  • Stipe
Re: Fünf Fragen und Antworten zum Öffi-Streit
Antwort #2
Die Landesregierung agiert wieder mal nach dem alten Motto "Wenn du nicht mehr weiter weißt, gründe einen Arbeitskreis." Nur dass heute damit auch immer viel Geld für irgendwelche Studien ausgegeben wird...

  • Martin
  • Global Moderator
  • Styria Mobile Team
Re: Fünf Fragen und Antworten zum Öffi-Streit
Antwort #3
Gibt sicher ein paar "Freunderl", die auf Aufträge warten.  ::)
GLG
Martin

  • Bim
Re: Fünf Fragen und Antworten zum Öffi-Streit
Antwort #4


Jetzt haben wir schon einen Öffi-Streit  :P


Vielleicht kommt dadurch endlich ein Wenig Bewegung in der Sache (in Stadt und Land)! ;-)

Re: Fünf Fragen und Antworten zum Öffi-Streit
Antwort #5

Kurzmann konterte, "wir stecken 83 Millionen Euro im Jahr in den öffentlichen Verkehr". Man müsse sich aber im engen Budgetrahmen bewegen. Dennoch seien Fortschritte erzielt worden: wie etwa die Expressbusverbindungen von Hartberg und Fürstenfeld sowie der Bus-Stunden- beziehungsweise Halbstunden-Takt nach Gratwein-Straßengel/Gratkorn.

Was man aber in den letzten Jahren gekürzt oder Eingestellt hat, und einige Orte komplett vom öffentlichen Verkehrsnetz ausgeschlossen hat, das erwähnt er nicht.