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Thema: Mur-Kraftwerk Puntigam (144340-mal gelesen) Vorheriges Thema - Nächstes Thema

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Re: Mur-Kraftwerk Puntigam
Antwort #300
KPÖ und Grünen erzwingen Sonder-Gemeinderat zum Thema Murkraftwerk
Das ist ihr gutes Recht, als "erzwingen" sehen das eh nur die Schwarz-Blauen.

Re: Mur-Kraftwerk Puntigam
Antwort #301
"Es gehört nicht zum Begriff der Demokratie, dass sie selbst die Voraussetzungen für ihre Beseitigung schafft. Man muss auch den Mut zur Intoleranz denen gegenüber aufbringen, die die Demokratie gebrauchen wollen, um sie umzubringen"
(Carlo Schmid, SPD, 1948)

Re: Mur-Kraftwerk Puntigam
Antwort #302
Jetzt ist die Wien Energie abgesprungen:

Zitat
Murkraftwerk: Wien Energie zieht sich zurück

Die Wien Energie wird doch nicht beim Grazer Murkraftwerk einsteigen. Weil sich die Beteiligung durch den Einstieg des Verbunds geändert hat, zieht man sich vollständig zurück. Kritiker fühlen sich bestätigt.

Beim umstrittenen Murkraftwerk gab es bei den möglichen Projektpartnern mehrfache Änderungen: Der ursprüngliche Partner Verbund stieg aus und dann wieder ein, die Wien Energie war mit einer 50-Prozent-Beteiligung im Gespräch - mehr dazu in Kraftwerk Puntigam: Verbund zieht sich zurück (8.3.2016) und Verbund steigt wieder bei Murkraftwerk ein (16.2.2017) sowie Murkraftwerk: Energie Wien zögert (3.11.2016).

Jetzt steht fest, dass sich die Wien Energie gar nicht beteiligen wird. Laut dem Sprecher der Energie Steiermark, Urs Harnik-Lauris, sind nach dem Einstieg des Verbunds mit 12,5 Prozent mit der Option auf bis zu 25 Prozent nur noch weniger als 25 Prozent für die Wien Energie übrig geblieben, da man die Mehrheit in der Steiermark halten wolle.

Nur noch 24 Prozent Anteile verfügbar

,,Da ein anderer Wiener Energiekonzern schneller mit seinen Entscheidungen war, können wir dem in den vergangenen Monaten artikulierten Wunsch der Wien Energie nach einer Beteiligung im Ausmaß von 50 Prozent leider nicht mehr entsprechen und mussten die in den vergangenen Monaten geführten, konstruktiven Verhandlungsgespräche beenden", so Harnik-Lauris am Freitag. ,,Die Türen für den Einstieg eines weiteren Partners mit einem Prozentanteil von bis zu 24 Prozent ist grundsätzlich offen, wir haben angesichts der attraktiven Rentabilität jedoch keine zwingende Erfordernis."

KPÖ sieht zu hohe Renditeerwartung bestätigt

Die steirischen Kommunisten sowie die Grazer Grünen wollten am Freitag an der Absage der Wien Energie eine überhöhte Berechnung der zu erwartenden Rendite erkennen: ,,Die Wien Energie glaubt ganz offensichtlich nicht an die kolportierte Rendite von 5,5 Prozent." Harnik-Lauris betonte, dass die Rendite für die Energie Steiermark sehr wohl ,,deutlich über fünf Prozent" liegen werde. Für die Grünen bleibe der steirische Stromversorger nun aber auf 75 Prozent der Kosten sitzen, ein potenzieller Investor sei ihnen mit der Wien Energie abhandengekommen.

Grüne fordern Finanzgipfel

Die Umweltsprecherin der Grazer Grünen, Andrea Pavlovec-Meixner, meinte: ,,Verbund und Energie Graz wären gut beraten, ebenfalls noch einmal nachzurechnen, um finanziellen Schaden von ihren Unternehmen abzuwenden. Was wir als Stadt dringend brauchen, ist ein Finanzgipfel, schließlich werden über den Umweg Zentraler Speicherkanal auch Steuergelder der Grazer in der Mur vergraben."

Stadt Graz ,,blühe finanzielles Abenteuer"

,,Es sind vor allem die Grazer, die hier zur Kasse gebeten werden", sagte KPÖ-Gemeinderat Manfred Eber. ,,Die Belastungen des städtischen Budgets durch diesen finanziellen Hochseilakt werden spürbar sein. Trotzdem ist zu befürchten, dass das Projekt durchgezogen wird, koste es, was es wolle." Der Stadt blühe mit der Errichtung des Zentralen Speicherkanals, dem Beiwerk zum Murkraftwerk, ein finanzielles Abenteuer zulasten anderer städtischer Projekte. Auch die Folgekosten für die Stadt seien beachtlich: ,,Eine halbe Million Euro an Fixkosten jährlich werden für Betrieb und Wartung des Speicherkanals erwartet", hielt die KPÖ fest.
Quelle: http://steiermark.orf.at/news/stories/2834326/

  • Torx
Re: Mur-Kraftwerk Puntigam
Antwort #303
Wie darf man eigentlich das verstehen?

VERBUND-Geschäftsbericht 2016, S. 66, Wertminderungen: Die Wertminderungen in Höhe von 90,8 Mio. € (2015: 118,0 Mio. €) resultierten im Wesentlichen aus der Wertminderung der Windparks in Rumänien in Höhe von 57,2 Mio. € (2015: 5,3 Mio. €), der Laufwasserkraftwerke Gössendorf und Kalsdorf in Höhe von 16,5 Mio. € und des Gas-Kombikraftwerks Mellach in Höhe von 15,5 Mio. € (2015: 112,6 Mio. €). Weitere Details zu den Werthaltigkeitsprüfungen sind im Anhang dargestellt.

  • PeterWitt
Re: Mur-Kraftwerk Puntigam
Antwort #304
Wie darf man eigentlich das verstehen?
Also, ich würde das primär so sehen, dass die Investments jetzt über Jahre von der Steuer abgesetzt werden, eben als Wertminderung durch Betrieb/Alterung.
Heißt im Grunde ja auch nicht viel mehr, als dass der Steuerzahler diese Kosten übernimmt...

  • Stipe
Re: Mur-Kraftwerk Puntigam
Antwort #305
Nein, das ist keine Abschreibung für Abnutzung (AfA), sondern eine Wertberichtigung, d.h. der Verbund meint, dass diese Kraftwerke zusätzlich zur Abschreibung durch äußere Faktoren an Wert verloren haben, hier dürfte wohl der dauehraft tiefe Strompreis schuld sein. Bei den alten Anlagen ist der ja egal, da die Anlage eh schon bilanziell nichts mehr Wert ist. Zusätzlich führt der Verbund auf Seite 172 die niedrigen Zinsen an.

Warum der Steuerzahler für diese niedrigeren Bewertungen Kosten übernehmen soll verstehe ich nicht. Klingt aber in Zeitne wie diesen immer locker... ;-)

  • PeterWitt
Re: Mur-Kraftwerk Puntigam
Antwort #306
Warum der Steuerzahler für diese niedrigeren Bewertungen Kosten übernehmen soll verstehe ich nicht. Klingt aber in Zeitne wie diesen immer locker... ;-)
Wenn ich Verluste geltend mache, so reduziert sich meine Steuer  - somit muss dieser Betrag andernwertig im Steuertopf eingebracht werden.
Ist zwar jedermanns / jederfirmas Recht, schafft aber bei strittigen Investments, die ev. zum Teil noch von der öffentlichen Hand subventioniert wurden, schon für einen schalen Nebengeschmack.

  • Stipe
Re: Mur-Kraftwerk Puntigam
Antwort #307
Gut, das stimmt schon. Aber sowohl unserem Wirtschafts- als auch unserem Steuerrecht liegt mal eine Marktwirtschaft zu Grunde, und dass ein Unternehmen nicht immer zu 100% erfolgreich agiert liegt auch auf der Hand. Da hat wohl jede Firma einen Posten in der Bilanz, den nach dieser Argumentation "der Steuerzahler" tragen muss.

Re: Mur-Kraftwerk Puntigam
Antwort #308
Momentan wird gerade an der Umleitung für die Mur gebaut, sodass das Kraftwerk gebaut werden kann. Die Umleitung soll zwei Jahre lang ab Juli andauern.

Bisher gesetzte ökologische Maßnahmen:
->Pflanzung von 4000 Jung-Bäume
->Schaffung von 26 Versteckplätze für Reptilien
->Insektenfreundliche LED-Baustellenbeleuchtung

Pressemitteilung: http://mobil.krone.at/phone/kmm__1/story_id__569327/sendung_id__32/story.phtml
  • Zuletzt geändert: Mai 18, 2017, 17:20:15 von Andreas

  • w
Re: Mur-Kraftwerk Puntigam
Antwort #309
gratulation, die kraftwerksplanung hat den oesterreichischen baukulturpreis 2017 gewonnen!
http://www.ig-architektur.at/news-detail/planlos2017graz.html
 ;D

  • Torx
Re: Mur-Kraftwerk Puntigam
Antwort #310
Jetzt ist auch Peter Pilz darauf aufgesprungen:
https://steiermark.orf.at/news/stories/2923531/

"Peter Pilz hat am Montag bekannt gegeben, dass er und weitere Gegner des umstrittenen Grazer Kraftwerks eine Sachverhaltsdarstellung mit dem Vorwurf auf Untreue und Betrug einreichen werden."

Re: Mur-Kraftwerk Puntigam
Antwort #311
Peter Pilz....
CCP Wrangler : EVE is a dark and harsh world, you're supposed to feel a bit worried and slightly angry when you log in, you're not supposed to feel like you're logging in to a happy, happy, fluffy, fluffy lala land filled with fun and adventures, that's what Hello Kitty Online is for.

  • PeterWitt
Re: Mur-Kraftwerk Puntigam
Antwort #312
Peter Pilz....
...hat sowas schon öfter gemacht und mitunter durchaus einen Riecher dafür wenn etwas stinkt. Mag man zu den Anschuldigungen gegen ihn stehen wie man mag, zumal diese ja allesamt im Sand verlaufen sind.

Re: Mur-Kraftwerk Puntigam
Antwort #313
Peter Pilz....

...  braucht man in diesem Fall gar nicht um zu sehen, dass die Sache zum Himmel stinkt.

Rekapitulation: Die Estag wollte das Kraftwerk nicht, weil es sich schlicht und einfach nicht rentiert hätte. Erst durch die großzügige finanzielle Beteiligung der Stadt (in Form des Sammelkanals, der nur durch das Kraftwerk überhaupt nötig wird) war das ganze wirtschaftlich irgendwie darstellbar (wirklich sinnvoll ist's immer noch nicht).
Zum Vergleich: der Windpark Steinriegel hat ca. die gleiche Jahresproduktion, hat aber um 1/3 weniger gekostet als das Murkraftwerk (noch ohne Sammelkanal!); Strom aus Puntigam wird etwa gleich teuer wie Strom aus einem Solarkraftwerk!
Auch zur Versorgungssicherheit wird Puntigam nichts beitragen, weil es gerade dann wenn der Verbrauch am höchsten ist (im Winter) kaum etwas produziert (Ausbauwassermenge ist 200m³/s, die Mur führt in den Wintermonaten aber nur ca. 50m³/s). Da zahlt es sich weit mehr aus das (bereits vorhandene) GuD-Kraftwerk in Mellach anzuwerfen; nicht nur dass dieses 47x so viel (sic!) Leistung liefern kann wie Puntigam im Sommer (in den Wintermonaten also vermutlich etwa 200x so viel), spuckt es nebenbei auch noch Fernwärme für Graz aus.
Wie man es dreht und wendet: Puntigam macht Wirtschaftlich genau 0 Sinn.

Und die ökologischen Auswirkungen kommen noch dazu; in der Frischluftschneise der Feinstaub-Hochburg tausende Altbestands-Bäume zu fällen, und (großteils irgendwo anders) durch junge Bäumchen zu ersetzen, die erst mal 20+ Jahre wachsen müssen (sofern sie das überhaupt dürfen - auf den Begleitdämmen wird das aus Stabilitätsgründen nicht mehr gehen) ist an Idiotie wohl schwer zu überbieten.

Wozu also das ganze? Einzige positive Auswirkung ist die Aufwertung der Grundstücke entlang der Mur. Und wer ist wohl an diesen beteiligt...

  • PeterWitt
Re: Mur-Kraftwerk Puntigam
Antwort #314
Wozu also das ganze? Einzige positive Auswirkung ist die Aufwertung der Grundstücke entlang der Mur. Und wer ist wohl an diesen beteiligt...
Kann wohl nicht sein ;) . Obwohl... ::)
Sinneswandel
   Nagl wünscht sich energieautarkes Graz
Der Grazer Bürgermeister Siegfried Nagl (ÖVP) hat am Mittwoch zum Jahresausklang Pläne für die Zukunft präsentiert: Graz soll demnach energieautark werden - ein Drittel der Dächer soll Sonnenkollektoren bekommen.
Umweltfreundliche Energie für Graz
Graz soll, so Nagl, Güssing oder Gleisdorf werden: In der steirischen Landeshauptstadt soll künftig umweltfreundliche Energie den Ton angeben, damit die europaweiten Energiesparziele bis 2020 erreicht werden.
30 Prozent der Grazer Dächer sollen Sonnenkollektoren bekommen.
Mehr Sonnenenergie
So soll Sonnenergie ausgebaut werden, sagt Nagl: "In Graz gibt es mindestens zehn Millionen Quadratmeter Dachflächen. Wenn wir nur 30 Prozent der Dachflächen mit Sonnenkollektoren und Fotovoltaik nutzen würden, dann würde das bedeuten, dass wir ein Kraftwerk wie Voitsberg damit ersetzen könnten. In die Richtung muss es gehen".
Energie Steiermark soll finanzieren
Finanzieren soll das der Landesenergieversorger Energie Steiermark AG, der mehr als 80 Millionen Euro Gewinn mache - statt mit dem Geld in Graz vier Kraftwerke zu planen, deren Energie man gar nicht mehr brauche, so Nagl: "Es ist wirklich schlimm, dass wir auch bei Landes- und Bundesenergieversorgern nur den Gedanken haben, wo können wir das nächste Kraftwerk hinstellen und wieder verdienen".
"Es gibt keine Energiepolitik mehr, sondern nur ein Energie-Management", so Nagl.
Kritik an neuen Murkraftwerken
Nagl ging mit der derzeitigen Energiepolitik in Land und Bund hart ins Gericht: "In Österreich und der Steiermark gibt es keine Energiepolitik mehr, sondern nur ein Energie-Management". Statt in nachhaltige Energie zu investieren, "wird nur überlegt, wo man neue Kraftwerke hinbauen könnte, um Geld zu verdienen" - vier plant derzeit die Stromtochter der Energie Steiermark SSG gemeinsam mit dem Verbund in und um Graz.
Nagl fordert Umdenken der Politiker
Nagl fordert auch ein Umdenken bei seinen Politikerkollegen: Mit dem für die EStAG zuständigen Landeshauptmann Franz Voves (SPÖ) will er über seine Vorschläge sprechen.
Die Menschen müssten wieder einen Rythmus und Zeit finden, so Nagl.
Uhrturm als Symbol für die Zeit
Außerdem will Nagl in Graz auf das Thema Zeit setzen - das Wahrzeichen, der Uhrturm, soll dafür Sinnbild werden: "Wir werden die Frage stellen müssen, warum werden Menschen krank, warum halten sie die Belastungen der Zeit nicht mehr aus, wie finden sie wieder einen Rhythmus, wie finden sie Zeit", so Nagl.

Die klügsten Köpfe der Universitäten sollen dafür unter anderem ein Institut für Zeit gründen.