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Thema: Der Radweg-Thread (94383-mal gelesen) Vorheriges Thema - Nächstes Thema

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  • Ch. Wagner
Re: Der Radweg-Thread
Antwort #480
Ich habe die Situation, insbesondere das Bus-Signal, falsch interpretiert, tut ma lad.
Dennoch bin ich dagegen, aus immer noch den gleichen Gründen, daß wieder neue Ampeln montiert werden sollen.
Weil ich angeblich unhöflich bin:
"Denkt daran, das Schwein von heute ist der Schinken von morgen"
(Mathias Beltz)

  • kroko
Re: Der Radweg-Thread
Antwort #481
Zitat
Aber es sollte klar sein, dass der Radfahrer (und auch jeder andere Verkehrsteilnehmer) aufpassen muss, wenn er nicht von der richtigen Spur kommt. Weil er ja offensichtlich auf der ganz rechten Spur gerfahren ist, wobei die Geradeauspur zumindest ein, wenn nicht zwei Spüren weiter links ist. Wenn es getrennte Gerade- und Rechtsabbiege- Spuren gibt, reihst du dich zum Geradeausfahren auch auf der richtigen Spur ein und fährst nicht von irgendwo kommend in die Kreuzung ein.

Die Geradeausspur war nicht ein oder zwei Spuren weiter links, sondern am genannten Ort gibt es genau eine Autospur (geradeaus und rechts) und eine Busspur. Deine Argumentation geht also völlig am Fall vorbei.

  • Amon
Re: Der Radweg-Thread
Antwort #482
Ich habe die Situation, insbesondere das Bus-Signal, falsch interpretiert, tut ma lad.
Dennoch bin ich dagegen, aus immer noch den gleichen Gründen, daß wieder neue Ampeln montiert werden sollen.

Es ist aber absurd, dass eine Busspur eine eigene Signalisierung hat, die für einen Radfahrer auf dieser Busspur aber laut OGH-Urteil nicht gelten soll (weil ein solches Signal eben nicht für Radfahrer gedacht ist und möglicherweise auch nicht verstanden wird. Wenn schon Radfahren in der Busspur (eigener Radweg wäre immer die bessere Lösung), dann muss es eine synchron mit der ÖV-Anlage geschaltete Ampel (Mini-Fahrrad-Ampel) geben. Sonst werden derartige Unfälle öfter passieren. Ich bin auch gegen Überregulierung und ja, es wäre viel einfacher, wenn ein Abbieger sich versichern würde, dass sich rechts daneben kein Radfahrer befindet. Aber das ist halt Wunschdenken.

  • Martin
  • Global Moderator
  • Styria Mobile Team
Re: Der Radweg-Thread
Antwort #483
Im Zweifel ist immer der Autofahrer schuld, das bewahrheitet sich leider in diesem Fall wieder. - Wie würde das Urteil wohl aussehen, wenn ein Kraftfahrzeug "erlaubterweise" auf die falsche Ampel geschaut hätte?
GLG
Martin

  • kroko
Re: Der Radweg-Thread
Antwort #484
Zitat
Es ist aber absurd, dass eine Busspur eine eigene Signalisierung hat, die für einen Radfahrer auf dieser Busspur aber laut OGH-Urteil nicht gelten soll.

Find ich überhaupt nicht absurd, sondern völlig selbstverständlich - kein normaler Mensch achtet auf die Lichtzeichen des ÖV. Wirklich absurd ist die Argumentation des Autofahrers: er hat gesehen dass die ÖV-Ampel für die Busspur "nicht fahren" zeigt, und ist daher ohne zu schauen nach rechts abgebogen - im Ernst?

  • ptg
Re: Der Radweg-Thread
Antwort #485
Ich habe die Situation, insbesondere das Bus-Signal, falsch interpretiert, tut ma lad.
Dennoch bin ich dagegen, aus immer noch den gleichen Gründen, daß wieder neue Ampeln montiert werden sollen.

Es ist aber absurd, dass eine Busspur eine eigene Signalisierung hat, die für einen Radfahrer auf dieser Busspur aber laut OGH-Urteil nicht gelten soll (weil ein solches Signal eben nicht für Radfahrer gedacht ist und möglicherweise auch nicht verstanden wird. Wenn schon Radfahren in der Busspur (eigener Radweg wäre immer die bessere Lösung), dann muss es eine synchron mit der ÖV-Anlage geschaltete Ampel (Mini-Fahrrad-Ampel) geben. Sonst werden derartige Unfälle öfter passieren. Ich bin auch gegen Überregulierung und ja, es wäre viel einfacher, wenn ein Abbieger sich versichern würde, dass sich rechts daneben kein Radfahrer befindet. Aber das ist halt Wunschdenken.
Insofern ist es dann ja wichtig, dass Autofahrer das lernen.
Es wird aber wohl immer problematischer werden, weil die Ablenkungen im Auto immer vielfältiger werden. Inzwischen haben neue Autos WLAN damit jeder inkl. Fahrer während dem Autofahren Chatten, Surfen, Mailen, spielen usw kann. Daneben kommen noch Alltagshandlungen wie Telefonieren, Schminken, in Unterlagen kramen dazu. Zusätzlich verlässt man sich immer mehr auf die diversen technischen Helferlein und vor lauter möglichst guter Schalldämmung und im Gegenzug lauter Musik bekommt man rund um nichts mehr mit.
Da bin ich bei Ch. Wagner: Da helfen zusätzliche Ampeln nichts bzw. schaffen die eher noch mehr Verwirrung und Unübersichtlichkeit.

@Martin: Was heisst "wenn ein Kraftfahrzeug erlaubterweise auf die falsche Ampel geschaut hätte?"
Wenn´s schon soweit ist, dass das Kraftfahrzeug statt dem Autofahrer....  :-X
Auf welche falsche Ampel? Es gibt dort genau eine "normale" Ampel und das ist jedenfalls die, die für den "Normal"verkehr zählt und damit muss man als Autofahrer eben damit rechnen, dass ein Radfahrer auf der Busspur genauso wie bei einem rechtsseitigen Radfahrstreifen geradeaus drüberfahren darf und somit der Autofahrer als Rechtsabbieger zu schauen hat.
Du brauchst keine Angst haben, es wird oft genug gegen Radfahrer entschieden bzw. sind halt in vielen Fällen Autofahrer auch nicht die Unschuldslämmer für die sie sich halten. Die Realität ist halt nicht schwarz(Rad)/weiss(Auto).
Jedem Autofahrer sollte bewusst sein, dass er in einem 2to schweren Gerät, das mit durchschnittlich wesentlich höheren Geschwindigkeiten gegenüber allen anderen Verkehrsteilnehmern durch die Stadt bewegt wird, ein höheres Risiko und Gefährdungspotenzial darstellt und dementsprechend auch höhere Maßstäbe angesetzt werden. Genauso wie z.B. an LKW-Fahrer, Buslenker oder Gefahrguttransporter noch höhere Anforderungen gestellt und Massstäbe angesetzt werden.

Re: Der Radweg-Thread
Antwort #486
Nocheinmal: Solche komplizierten Kreuzungsverhältnisse dürften bereits bei der Planung / Genehmigung gar nicht erst vorkommen!

Wenn ich hier nun lese, dass gemäß OGH Urteil ausschließlich der ÖV die Balkensignale zu beachten hat, ein auf der Busspur erlaubt fahrender Taxifahrer bzw. Radfahrer jedoch die rot-gelb-grün Ampel, dann ist bereits die Planung falsch und genau da gehört angesetzt!

"Autofahrer" sind ein völlig inhomogener Haufen von Personen mit unterscheidlichsten Vorausstzungen, und "die Autofahrer" werden nie als Gesamtheit "etwas lernen". Wie soll sich z.B. ein ausländischer KfZ-Lenker hier zurechtfinden, der das erste Mal in seinem Leben mit so einer Situation (Bus = Balkensignal, Radfahrer + Taxi = normale Ampel) konfrontiert wird? Klar, etliche werden sowieso mit äußerster Vorsicht abbiegen, andere aber sind überfordert und das kann man ihnen nicht einmal zum Vorwurf machen, solange die Führerscheinausbildung auf diese komplexen Situationen nicht Rücksicht nimmt und diese Ausbildung nicht einmal in der EU genormt ist.

Verkehrskreuzungen und Verkehrseinrichtungen haben ganz einfach so gestaltet zu werden, dass sie von sich aus höchstmögliche Unfallsicherheit aufweisen.

Das muss nicht unbedingt mit einem Schilderwald und durch Überregulierung geschehen - man fahre einmal mit dem KfZ etwa durch Zürich. Durchdachte Planung ist das Zauberwort, und genau dafür gibt es Spezialisten in den Bauämtern und Planungsbüros. Die Politik ist freilich gut beraten, den Planern zu folgen und nicht Einsparwünsche (etwa Busspuren für Radfahrer anstelle eigenen Radweg) hineinzureklamieren.
 

Re: Der Radweg-Thread
Antwort #487
Die Geradeausspur war nicht ein oder zwei Spuren weiter links, sondern am genannten Ort gibt es genau eine Autospur (geradeaus und rechts) und eine Busspur. Deine Argumentation geht also völlig am Fall vorbei.
Wie gesagt, ich weiß nicht bei welcher Kreuzung genau das passiert ist. Das war nur ein (verallgemeinerte) Beispiel, bei dem ich auf deine Aussage Bezug genommen habe. Weil deiner Meinung nach darf ja jeder Verkehrteilnehmer Radfahrer von überall kommend überall hinfahren, ohne auf die anderen zu achten.

  • Martin
  • Global Moderator
  • Styria Mobile Team
Re: Der Radweg-Thread
Antwort #488
@Martin: Was heisst "wenn ein Kraftfahrzeug erlaubterweise auf die falsche Ampel geschaut hätte?"
Wenn´s schon soweit ist, dass das Kraftfahrzeug statt dem Autofahrer....  :-X
Auf welche falsche Ampel? Es gibt dort genau eine "normale" Ampel und das ist jedenfalls die, die für den "Normal"verkehr zählt und damit muss man als Autofahrer eben damit rechnen, dass ein Radfahrer auf der Busspur genauso wie bei einem rechtsseitigen Radfahrstreifen geradeaus drüberfahren darf und somit der Autofahrer als Rechtsabbieger zu schauen hat.
Ich meinte Kraftfahrzeuge, die erlaubterweise die Busspur befahren aber auf die falsche Ampel (jene für den MIV) und nicht auf das Bussignal schauen. (Rettungsfahrzeuge, Taxit, etc.)

An der Kreuzung CvH / Grazbachgasse benutzen auch schon sehr viele Radfahrer die Bimtrasse als Fahrweg - vor allem Richtung Jakoministraße, allerdings während der Grünphase für die weiter links liegende Fahrspur. - Das gehört auch abgestellt oder eine großzügige Lösung für die Radfahrer gemacht.
GLG
Martin

  • kroko
Re: Der Radweg-Thread
Antwort #489
Zitat
Weil deiner Meinung nach darf ja jeder Verkehrteilnehmer Radfahrer von überall kommend überall hinfahren, ohne auf die anderen zu achten.

Nein, ganz im Gegenteil, ich verlange auch von Radfahrern dass sie sich an alle Regeln halten - aber meiner Meinung nach darf jemand auf einer Geradeausspur bei grüner Ampel geradeaus fahren, und so ein Fal liegt hier vor. Ich finde einfach nicht dass man jemand eine Vorwurf machen kann der ein ÖV-Lichtsignal nicht kennt.

Re: Der Radweg-Thread
Antwort #490
Auf welche falsche Ampel? Es gibt dort genau eine "normale" Ampel und das ist jedenfalls die, die für den "Normal"verkehr zählt und damit muss man als Autofahrer eben damit rechnen, dass ein Radfahrer auf der Busspur genauso wie bei einem rechtsseitigen Radfahrstreifen geradeaus drüberfahren darf und somit der Autofahrer als Rechtsabbieger zu schauen hat.
Nocheinmal: Solche komplizierten Kreuzungsverhältnisse dürften bereits bei der Planung / Genehmigung gar nicht erst vorkommen!
Genau diese Kreuzungsverhältnisse - Geradeausfahrspur rechts von der Rechtsabbiegespur - sind aber das Prinzip "Radweg", das ja angeblich sooooo sicher ist. Selbst Radfahrer meinen, auf dem Radweg sicherer zu sein, übersehen dabei aber, dass sie von einem Abbieger, der nach hinten sehen muss, wesentlich leichter übersehen werden als von einem (Wurscht welchen) Fahrzeug, das hinter einem auf derselben Spur fährt.

Das Auto hinter einem wird als Bedrohung wahrgenommen, der über die Radfahrerüberfahrt abbiegende LKW aber nicht.

  • Amon
Re: Der Radweg-Thread
Antwort #491
Ein guter Ansatz um derartige Situationen zu entschärfen sind auch die "Bike Boxen". Diese gibt es in Graz leider nur sehr vereinzelt und da oft nicht gut erkennbar.

Re: Der Radweg-Thread
Antwort #492
Heute auf der Seite der Stadt Graz. Im Artikel unten sind 6 Bilder von den beschriebenen Verbesserungen angefügt.:


Verbesserungen im Grazer Radnetz

05.01.2018

Im Grazer Radverkehrsnetz sind in jüngster Zeit einige kleine, aber feine Verbesserungen realisiert worden. So lässt sich nun der Leonhardplatz in alle Richtungen sicher über- und das Weblinger Kreuz unterqueren, man kommt komfortabel ins Stiftingtal und radelt auf zum Teil breiteren Radwegen durch die Eggenberger Allee und entlang des Marburger Kais.

,,Trotz knapper Budgetmittel konnten einige Maßnahmen umgesetzt werden, sind schon befahrbar oder gerade im Fertigwerden. Dank gebührt nicht nur der Abteilung für Verkehrsplanung und dem Straßenamt, sondern auch der Holding und dem Land als Projektpartner", erklärt Stadträtin Elke Kahr. In mehreren Fällen war es gelungen, für den Radverkehr relevante Maßnahmen bei Gesamtbauvorhaben quasi huckepack mitabzuwickeln.

Im Detail sind im zweiten Halbjahr 2017 folgende Kreuzungen radfreundlich umgestaltet und Radwegabschnitte verbessert worden:

- Weblinger Kreuz: Durch die Abtragung des Autobahnstumpfes und die Neugestaltung der Kreuzung an der Kärntner Straße wurden mittels Unterführungen neue, sichere Unterquerungen geschaffen.

- Eggenberger Allee: Im Zuge aufwändiger Schienenerneuerungen wurden der ganze Straßenraum zwischen Alten Poststraße und Karl-Morre-Straße neu geordnet, der Radweg (Hauptradroute HR 12) getrennt trassiert und Engstellen beseitigt.

-Schönaugasse: Im Bereich der Querung Grazbachgasse wurde die Radverkehrsführung übersichtlicher und damit sicherer gestaltet.

- Leonhardplatz: Mit dem Umbau der Kreuzung und der veränderten Einbahnführung Schanzlgasse wurden die Radrouten Richtung LKH-Universitätsklinikum und Med-Campus in beide Richtungen durchgängig; eine aus der Hilmteichstraße kommende Busspur kann mitbenutzt werden.

- Stiftingtal/Zahnklinik/Endstation Linie 7: Mit der Verlängerung der Straßenbahnlinie 7 wurden auch ein Geh-/Radweg über den Riesplatz unter einer Galerie entlang des Hanges ins Stiftingtal gebaut und großzügige Radabstellanlagen errichtet.

- Marburger Kai: Dabei handelt es sich primär um eine Maßnahme der Fußgängersicherheit. Der Marburger Kai wurde zwischen Kalchberggasse und Andreas-Hofer-Platz von zwei Richtungsfahrbahnen auf eine Fahrspur reduziert, der so gewonnene Platz wurde den RadlerInnen zugeschlagen, breitere Aufstellflächen sorgen für eine bessere Entflechtung von Fuß- und hier besonders starkem Radverkehr (HR 8.).


Quelle: https://www.graz.at/cms/beitrag/10307358/8106610/Verbresserungen_im_Grazer_Radnetz.html

  • kroko
Re: Der Radweg-Thread
Antwort #493
In Bezug auf "trotz knapper Budgetmittel", ich glaub um die Budgetmittel geht es oft eher nur sekundär. Viel wichtiger sind politischer Wille und Konsensfähigkeit. Dass damals unter Edegger so viel weitergegangen ist lag ja wohl nicht zuallererst daran dass er soviel Geld dafür gehabt hätte, sondern dass ihm die Sache einfach von hoher Priorität war.

Re: Der Radweg-Thread
Antwort #494
Naja, da ist schon ein kleiner Vergleich notwendig: lt. letzter GR-Sitzung werden von 2018 - 2020 ca. 2 Mio. Euro in Radverkehrsmaßnahmen ausgegeben: https://www.graz.at/cms/beitrag/10306711/8106610/Aus_dem_Gemeinderat_II.html

Nur zum Vergleich: alleine für den Ausbau der Erna-Diez-Straße werden knapp mehr als 900.000 Euro ausgegeben (war auch in der letzten GR-Sitzung).

Ich denke, ein entsprechendes Radverkehrsbudget würde da schon etwas helfen, nur mit dem politischen Willen alleine ist es nicht immer getan ...

W.
Sanfte Mobilität = Mehr Platz für Menschen statt für Autos