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Thema: Zillertalbahn (6130-mal gelesen) Vorheriges Thema - Nächstes Thema

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Re: Zillertalbahn
Antwort #15
Naja, es gibt genug Maste im Zillertal: Stromleitungen aller Art, Straßenbeleuchtung, Maste für Verkehrschilder und Verkehrsampeln, Maste für Reklametafeln, Funkmaste für Handys, Maste für Seilbahnen, Fahnenmaste etc.etc.
Schweizer Gebirgstäler leiden auch nicht unter der Massenflucht von Touristen, weil eine elektrifizierte Bahn durchfährt.
(Allerdings gibt es dort keine hässlichen unförmigen MABA-Maste wie z.B. auf der Mariazellerbahn  ;D )

Der Hintergrund ist wohl ein Anderer: Mit Sicherheit gibt es Fördergelder für die "Innovation Wasserstoffantrieb", bevorzugte Firmen werden mit Aufträgen beteilt, die Baulobby wird an der Wasserstofffabrik und dem Lager in Jenbach gut verdienen, LKW-Frächter freuen sich, den Wasserstoff herumkutschieren zu können (sicher auch nach Jenbach zur ZB-eigenen Tankstation ...).
Das Aufstellen der Fahrleitung bringt da viel weniger Geld für die Beteiligten.

Draufzahler ist wegen dem katastrophalen Wirkungsgrad ist wieder einmal die Umwelt: Die verlorene Energie belastet sie in Form von Wärme und entwichenem Wasserstoff und was der für Langezeitfolgen in der Atmosphäre hat, kann noch niemand wirklich sagen.

Es ist auch zu beachten, dass Wasserstoff duch Tankwände diffundiert, gemäß https://de.wikipedia.org/wiki/Wasserstoffspeicherung#Problemstellung ist ein halbvoller Tank in einem Wasserstoff-KFZ in neun Tagen von selbst leer. 

Auch stelle ich mir Arbeiten in der Werkstätte sehr "aufregend" vor, wenn irgendetwas repariert werden muss und man ständig Gefahr läuft, dass durch Undichtigkeiten ein zündfähiges Gemisch brennen oder explodieren kann. Alleine das Entlüftungspocedere muss daher ziemlich aufwendig sein, und das Gas geht dabei sicher in die Atmosphäre mit zweifelhaften Auswirkungen.

Und wie ist das bei (EK-)Unfällen mit dem Wasserstofftriebwagen? Eine zerborstene Leitung und das Feuerwerk geht los. ::)
Natürlich wird man alles aufwenig kapseln, aber das verbleibende Risiko ist ungleich höher als bei Fahrleitungsbetrieb.

  • FlipsP
Re: Zillertalbahn
Antwort #16
Da hat jemand viel Angst vor Wasserstoff. Dieses Element wird in der Wirtschaft schon in großen Mengen verbraucht. Der Umgang damit ist also schon vorhanden, die Routine auch. Einzig die Speicherung und die Herstellung müssen verbessert werden. Wie bei den Akkus auch!
Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!  ;)

  • Andreas
  • Moderator
Re: Zillertalbahn
Antwort #17
Zitat
Dieses Element wird in der Wirtschaft schon in großen Mengen verbraucht.    

Das stimmt, Wasserstoff ist mittlerweile sehr bedeutsam in der Wirtschaft und Industrie. Allerdings gibt es quasi kaum Verwendung von Wasserstoff im öffentlichen Raum und das ist dann doch ein größerer Unterschied als wenn der Wasserstoff rein in geschlossenen Industrieanlagen Verwendung findet.
mfG
Andreas

  • 4020er
  • Styria Mobile Team
Re: Zillertalbahn
Antwort #18
Soweit ich weiß, war eine Oberleitung im Zillertal nicht erwünscht, weswegen man sich für die Erprobung von Wasserstofftriebzügen entschieden hat.
(...)
Weil man meint, die Masten würden nicht ins Landschaftsbild passen oder gibt es andere Gründe?
Genau.

Zitat
Der Hintergrund ist wohl ein Anderer: Mit Sicherheit gibt es Fördergelder für die "Innovation Wasserstoffantrieb", bevorzugte Firmen werden mit Aufträgen beteilt, die Baulobby wird an der Wasserstofffabrik und dem Lager in Jenbach gut verdienen, LKW-Frächter freuen sich, den Wasserstoff herumkutschieren zu können (sicher auch nach Jenbach zur ZB-eigenen Tankstation ...).
Das Aufstellen der Fahrleitung bringt da viel weniger Geld für die Beteiligten.
Das halte ich für eine ungerechtfertigte Unterstellung ohne Be- oder Hinweise.

In Norddeutschland gibt es bereits erste Versuche mit Wasserstofftriebwägen.

Und es ist ja nicht so, als ob täglich zigtausende Gefährte mit Gefahrenstoffen in ihren Tanks über Österreichs Straßen und Schienen fahren.
A developed country is not a place where the poor have cars. It's where the rich use public transport.
-Gustavo Petro

Re: Zillertalbahn
Antwort #19
Zitat
Das halte ich für eine ungerechtfertigte Unterstellung ohne Be- oder Hinweise.
Sondern?  Welche andere Gründe gibt es?

Einen sehr seriöser Beitrag zum Thema Kostenvergleich findet man im Nachbarforum:
http://www.bahnforum.info/smf/index.php?topic=181858.msg1905488#msg1905488
Grundlage ist dieses offizielle PDF https://www.green-energy-center.com/projekt-zillertalbahn-2020/

Dementsprechend wären die 22 Mio für die Fahrleitung bereits durch die um 20% billigeren reinen Elektrotriebwagen herinnen. Man darf nicht vergessen, dass neben den Brennstoffzellen auch noch Batterien mit ~1/3 der Leistung der Brennstoffzellen benötigt werden, sonst sind die notwendigen Beschleunigungswerte nicht zu erreichen.  

Was sind also die Gründe für die Entscheidung zum Wasserstoffantrieb:
- Sind es nur die Masten in der Landschaft?
- Oder doch Fördergelder, Schlagzeilen in der Presse, Innovationskult für die beteiligten Politiker und Manager?
- Oder eben doch auch wirtschaftliche Interessen bestimmter Firmen?
  Einen Beweis kann ich liefern: Molinari Rail Austria wurde mit der ZB-Studie beauftragt und betreibt auch selbst Entwicklung in Wasserstoffantriebstechnik und hat einen Standort in Tirol ....
https://diepresse.com/home/science/5181753/Oberleitung-Akku-oder-Brennstoffzelle

  • 4020er
  • Styria Mobile Team
Re: Zillertalbahn
Antwort #20
Wie bereits erwähnt, geht es um das oberleitungsfreie Zillertal. Das wird auch im von dir verlinkten Dokument des Green Energy Centers hervorgehoben. Einige französische Straßenbahnbetriebe führen die Straßenbahnen auch oberleitungsfrei durch die Altstadt, aus demselben Argument. Ganz aus der Luft gegriffen ist das also nicht.

Wenn  man sich ansieht, welche "Verkehrsvisionen" einigen Politikern vorschweben, ist der Wasserstoffantrieb sicher nicht einer der Schlimmsten.

Zitat
- Oder doch Fördergelder, Schlagzeilen in der Presse, Innovationskult für die beteiligten Politiker und Manager?
Natürlich ist das auch ein Grund, das bestreite ich nirgends. Wobei ich weder Fördergeldern für Innovationen, noch Innovationen selbst etwas Negatives abgewinnen kann.

Zitat
- Oder eben doch auch wirtschaftliche Interessen bestimmter Firmen?
Das wiederum glaube ich eben nicht. Beweis ist der von dir verlinkte Beitrag keiner. Molinari Rail ist laut deren Website außerdem ein Unternehmen aus der Schweiz. Abgesehen davon ergibt es durchaus Sinn ein Unternehmen mit Expertise in diesem Bereich mit ins Boot zu holen.
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-Gustavo Petro

  • HGLF
Re: Zillertalbahn
Antwort #21
https://tirol.orf.at/news/stories/2924398/

Der Wasserstoff soll in Kooperation mit Verbund mittels einer Elektrolyseanlage in Mayrhofen erzeugt werden.