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Thema: Tempolimits für die Straßenbahn (32361-mal gelesen) Vorheriges Thema - Nächstes Thema

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  • Pro Bim Graz
  • Die Initiative für den ÖV in Graz
Tempolimits für die Straßenbahn
Tempolimits für Straßenbahnen

Dass Straßenbahnen eine Haltestelle in St. Leonhard schleichend passieren, gefällt nicht allen. Dabei bremsen Bims nicht nur hier.

Tempolimits für Bimfahrer
Weil die Graz-Linien bremsen, steigen manche Kritiker derzeit aufs Gas. Der Anlass: Straßenbahnen überqueren die Kreuzung rund um die Haltestelle "Reiterkaserne" neuerdings bloß im Schritttempo. Wie man hört, sei es vonseiten einiger Anrainer wiederholt zu Beschwerden gekommen, dass die Schienenweiche einen enormen Lärm verursache - sobald eine Straßenbahn daherbrause.

Bei der Holding Graz bestätigt man nur, dass hier eine "Sicherheitshaltestelle" eingerichtet wurde: Aufgrund der örtlichen Gegebenheiten sei Bimfahrern eine Maximalgeschwindigkeit von 15 km/h verordnet worden. Dies sei eine bloß temporäre Maßnahme, da im Juni ohnehin der Schienentausch Richtung Hilmteich starte.

Dieser Schleichweg ärgert aber den Verein "Pro Bim Graz": Nicht nur, dass man den Fahrgästen der Linie 7 "einen nicht zu rechtfertigenden Zeitverlust zumute" und ausgerechnet den öffentlichen Verkehr bremse - diese vermeintliche Sicherheitshaltestelle gefährde in Wahrheit die Sicherheit anderer, so Stefan Kompacher. "Grundsätzlich wissen bereits die Kinder, dass Straßenbahnen auch am Schutzweg Vorrang haben" - nun bleibe man aber stehen und irritiere so ob des Vorrangverzichtes.

Seitens der Holding bittet man, den Ball flach zu halten: Wie in vielen Alltagssituationen vertraue man auch hier auf die Übersicht der Fahrer - und auf das Zusammenspiel mit anderen Verkehrsteilnehmern. Zumal dies nicht das erste Tempolimit für Bims sei: So werde in der Theodor-Körner-Straße gebremst - und in der Innenstadt betätige man das Gaspedal quasi überhaupt nur leicht.

THOMAS ROSSACHER, MICHAEL SARIA

Wo Bims bremsen, wer das kontrolliert

Die jüngste Tempobremse für Grazer Straßenbahnen in St. Leonhard ist in guter Gesellschaft.

Für bestimmte Straßenzüge wurde Bimfahrern schon öfters eine gemächliche Gangart verordnet. So ist seit 2011 in der Murgasse ein Tempolimit aktiv: Angesichts der schmalen Gehsteige dürfen Garnituren höchstens auf 15 km/h beschleunigen. Dies gelte auch für Einfahrt in Richtung Steyrergasse/Remise.

Darüber hinaus wird quasi in der gesamten Innenstadt, von der Sackstraße bis zum Dietrichsteinplatz, gebremst: Wegen der hohen Dichte an Fußgängern, Radfahrern und Autolenkern gehe die Sicherheit und damit "Tempo 20" vor, heißt es. Und nach wiederholten Klagen von Anrainern über den Bimlärm wurde in der Theodor-Körner-Straße eine 30-km/h-Beschränkung verhängt.

Dies werde streng kontrolliert, betont man seitens der Holding: Zweimal pro Woche ziehe man bei allen Garnituren die "Fahrtenschreiberkarte", auf der alle Fahrten und das gewählte Tempo gespeichert sind.

Quelle: http://www.kleinezeitung.at/steiermark/graz/graz/3613438/tempolimits-fuer-grazer-strassenbahnen.story




Zitat
Wie man hört, sei es vonseiten einiger Anrainer wiederholt zu Beschwerden gekommen, dass die Schienenweiche einen enormen Lärm verursache - sobald eine Straßenbahn daherbrause.


Zitat
Und nach wiederholten Klagen von Anrainern über den Bimlärm wurde in der Theodor-Körner-Straße eine 30-km/h-Beschränkung verhängt.


Das gibt's nur in Graz

Zitat
Dies sei eine bloß temporäre Maßnahme, da im Juni ohnehin der Schienentausch Richtung Hilmteich starte.

Was hat das mit der Sicherheitshaltestelle von St. Leonhard kommend zu tun?

  • loger
Re: Tempolimits für die Straßenbahn
Antwort #1
Da werden bestimmt die lärmerregenden Kreuzungspunkte mit Watte unterlegt und dann ist RUHE  !!!   :lol:    L.G.   loger

Re: Tempolimits für die Straßenbahn
Antwort #2
Dass den flotten Straßenbahnen an so vielen Stellen Tempolimits verordnet werden, suggeriert ja schon beinahe, dass der ÖV so zackig sei, dass er unbedingt ein bisschen gebremst gehöre...
Indirekt ja ein Schnelligkeitszertifikat für sie Straßenbahn!

Re: Tempolimits für die Straßenbahn
Antwort #3
In der Unterführung in Maut Andritz bremsen die Straßenbahnen auch auf gefühlte 10-15 km/h ab.

Woran liegt diese Langsamfahrstelle? Wegen dem Lärm kann ich  mir nicht vorstellen, da es in der Unterführung ist und auch im nahen Umkreis nur wenig Häuser sind. ???

Re: Tempolimits für die Straßenbahn
Antwort #4

In der Unterführung in Maut Andritz bremsen die Straßenbahnen auch auf gefühlte 10-15 km/h ab.
Woran liegt diese Langsamfahrstelle?


Fahren auf Sicht in Kombination mit Sichteinschränkung durch die gleisnahen Stützwände im Bogen.

lg, IC
"... und zu den Fenstern schauten lebendige Menschenköpfe heraus, und schrecklich schnell ging's, und ein solches Brausen war, dass einem der Verstand stillstand."
 - Peter Rosegger (erste Begegnung mit der Semmeringbahn)

  • Bim
Re: Tempolimits für die Straßenbahn
Antwort #5
Meiner Erinnerung nach gabs bei der Unterführung Maut Andritz aber früher nicht eine derart extreme Langsamfahrstelle wie derzeit!

Bis voriges Jahr lag es auch an den alten kaputten Gleisen! Aber die Gleise sind seit bald einem Jahr getauscht - Langsamfahrstelle gibts aber nach wie vor!


Und bei der Unterführung wird eine viel längere Strecke extrem langsam gefahren, als überhaupt wegen der Sichtbehinderung notwendig wäre.


Mir wurde seitens der HGL erklärt, dass dort die Langsamfahrstelle wegen dem Lichtsignal auch gemacht wurde, das anzeigt, ob die Unterführung frei ist, oder nicht. In Unterführungen sind überall in Graz Langsamfahrstellen verordnet (siehe auch Hauptbahnhof und Puntigam).

Re: Tempolimits für die Straßenbahn
Antwort #6

Meiner Erinnerung nach gabs bei der Unterführung Maut Andritz aber früher nicht eine derart extreme Langsamfahrstelle wie derzeit!



Diese Langsamfahrstelle gibt es wirklich noch nicht so lange. Ich kann mich noch erinnern(ca 4-5 Jahre her) fuhr  ich mit einem 260er mit und ich stand bei der vordersten Türe. Da konnte man gut
die Geschwindigkeit vom Tacho beobachten. Es waren knapp über 50 km/h!

Dann habe ich noch eine zweite Frage:
In einer der oberen Antworten steht dass die Langsamfahrstelle wegen  Sichteinschränkung durch die gleisnahen Stützwände im Bogen verursacht wird. Welche Gefahren bzw. möglichen Vorfälle möchte man so verhindern?

  • Bim
Re: Tempolimits für die Straßenbahn
Antwort #7

Dann habe ich noch eine zweite Frage:
In einer der oberen Antworten steht dass die Langsamfahrstelle wegen  Sichteinschränkung durch die gleisnahen Stützwände im Bogen verursacht wird. Welche Gefahren bzw. möglichen Vorfälle möchte man so verhindern?


Das weiß ich leider auch nicht genau - das kann ich dir nicht beantworten. Das höre auch ich zum Erstenmal.

Re: Tempolimits für die Straßenbahn
Antwort #8
Es geht dort um die schlechte Sicht hinsichtlich möglicher vorausfahrender bzw. stehender Fahrzeuge (es gab dort zumindest einmal einen entsprechenden Unfall) - man hat sich dort seit Einrichtung der Unterführung 1978 mit einer provisorischen Lichtsignalanlage beholfen, aber durch den Umbau scheint es dort entsprechende rechtliche Probleme zu geben, weil mein letzter Informationsstand vom Ende des letzten Jahres war, dass da nur mehr ein Gutachten fehlt und die Sache wieder wegfallen würde.

Also: nichts Genaues weiß man nicht ...

Allerdings: das große Problem bei diesen "Tempobremsen" liegt ja nicht so sehr im Zeitverlust sondern im SUBJEKTIVEN GEFÜHL, dass nix weitergeht. Das ist auch das Argument, dass man gegenüber der Öffentlichkeit aufbauen muss (hier eine Langsamfahrstelle, dort eine Verzögerung bei einem Linksabbieger, dort Wartezeit bei einer roten Ampel). Ist ja sowas Ähnliches wie die "Grüne Welle" für die Autofahrer ...

Natürlich: in Summe brächten durch-beschleunigte und entstörte Linien schon entsprechende Fahrzeitverkürzungen und damit Fahrzeugeinsparungen - aber davon sind wir in Graz meilenweit entfernt!

W.
  • Zuletzt geändert: April 25, 2014, 18:59:39 von Sanfte Mobilität
"Es gehört nicht zum Begriff der Demokratie, dass sie selbst die Voraussetzungen für ihre Beseitigung schafft. Man muss auch den Mut zur Intoleranz denen gegenüber aufbringen, die die Demokratie gebrauchen wollen, um sie umzubringen"
(Carlo Schmid, SPD, 1948)

  • Bim
Re: Tempolimits für die Straßenbahn
Antwort #9

Es geht dort um die schlechte Sicht hinsichtlich möglicher vorausfahrender bzw. stehender Fahrzeuge (es gab dort zumindest einmal einen entsprechenden Unfall) - man hat sich dort seit Einrichtung der Unterführung 1978 mit einer provisorischen Lichtsignalanlage beholfen, aber durch den Umbau scheint es dort entsprechende rechtliche Probleme zu geben, weil mein letzter Informationsstand vom Ende des letzten Jahres war, dass da nur mehr ein Gutachten fehlt und die Sache wieder wegfallen würde.

Also: nichts Genaues weiß man nicht ...

Allerdings: das große Problem bei diesen "Tempobremsen" liegt ja nicht so sehr im Zeitverlust sondern im SUBJEKTIVEN GEFÜHL, dass nix weitergeht. Das ist auch das Argument, dass man gegenüber der Öffentlichkeit aufbauen muss (hier eine Langsamfahrstelle, dort eine Verzögerung bei einem Linksabbieger, dort Wartezeit bei einer roten Ampel). Ist ja sowas Ähnliches wie die "Grüne Welle" für die Autofahrer ...

Natürlich: in Summe brächten durch-beschleunigte und entstörte Linien schon entsprechende Fahrzeitverkürzungen und damit Fahrzeugeinsparungen - aber davon sind wir in Graz meilenweit entfernt!

W.


Genau so ist es! Du sprichst den wunden Punkt an - und das SUBJEKTIVE GEFÜHLE der Personen darf man nicht unterschätzen!

Vor allem bei Leuten, die dem ÖV gegenüber kritisch eingestellt sind, muss auf der subjektiven Seite Überzeugunsarbeit geleistet werden.

Re: Tempolimits für die Straßenbahn
Antwort #10
Das subjektive Gefühl der Fahrgäste spielt wirklich eine große Rolle.
Ich habe einmal gelesen (wo weiß ich leider nicht mehr) dass die Langsamfahrstelle zwischen Maut Andritz und Robert-Stolz-Gasse nur einen Zeitmehraufwand von 19 Sekunden bringt. Das wäre eigentlich gar nichts aber es fühlt sich wirklich so an als würde nichts weiter gehen.

Auch die HGL berichtet über die Langsamfahrstelle auf ihrer Website.
Link: http://www.holding-graz.at/linien/wissenswertes/variobahn-theodor-koerner-strasse.html

Anhand der Fahrpläne kann man vergleichen wer zwischen St.Leonhard und Merangasse schneller ist:  Bus oder Bim? (Vergleich nur möglich wenn das Fahrzeug von St.Leonhard kommt, da in die Gegenrichtung die Linienführung unterschiedlich ist.)

Fahrplanlink Linie 7: http://www.verbundlinie.at/busbahnbim-auskunft/pdf/n14/stv_38007m_n14.pdf
Fahrplanlink Linie 64: http://www.verbundlinie.at/busbahnbim-auskunft/pdf/n14/stv_38064m_n14.pdf


So kommt man auf das Ergebnis dass der Bus für die selbe Strecke nur 3 Minuten benötigt und die Straßenbahn 4 Minuten. Liegt dies an der Sicherheitshaltestelle Reiterkaserne oder hat die Straßenbahn schon immer 4 Minuten dafür benötigt?



Re: Tempolimits für die Straßenbahn
Antwort #11
Ich finde 19 Sekunden Zeitverlust von einer Haltestelle zur nächsten Haltestelle enorm! Das ist wie ein zusätzliches Warten vor einer roten Ampel. Diese Absurdität stelle man sich nun mehrfach im Netz vor. Gibt's ja auch schon: Langsamfahrstelle in der Andritzer Unterführung, die sicher auch in diesem Ausmaß Zeit kostet, dann erst recht die Schleichfahrten von der Schlossbergbahn bis zum Finanzamt. Gegen Letzteres kann man natürlich am wenigsten tun.

Dazu kommt dann noch die "Doppelhaltestelle" Stadthalle - Fröhlichgasse, wo ein Dresdner oder Leipziger Tatra-Dreifachzug schon fast an zwei Haltestellen gleichzeitig stehen würde.

Re: Tempolimits für die Straßenbahn
Antwort #12

Dazu kommt dann noch die "Doppelhaltestelle" Stadthalle - Fröhlichgasse, wo ein Dresdner oder Leipziger Tatra-Dreifachzug schon fast an zwei Haltestellen gleichzeitig stehen würde.


Die sollte man ohnehin zusammenlegen und bei der Gelegenheit gleich die Asphaltwüste vor der Messehalle ein wenig ansprechender gestalten. 75m Fußweg zur Stadthalle sind wohl zumutbar...

Re: Tempolimits für die Straßenbahn
Antwort #13
Früher, als es zwischen den beiden Haltestellen noch den Gleiswechsel gab, hatte es dort auch noch Bäume, Sträucher und ein Stück Wiese gegeben. Vorallem die Sträucher entlang der Schienentrasse würden das trostlose Bild zwischen Fröhlichgasse und vor der Stadthalle etwas entschärfen!
Was mögen sich die Verantwortlichen damals wohl dabei gedacht haben, als sie den Auftrag zur Errichtung der gigantischen, grauslichen Aspahltwüste gegeben haben? Nicht einmal in der Fröhlichgasse hat man es geschafft, entlang der Messehalle einen Grünstreifen durchgängig zu belassen! Stattdessen müssen die kränklichen, vereinzelt aufgestellten Bäumchen inmitten einer Asphaltwüste dahinvegetieren! Gepflegt wurden sie bis heute nicht! Übrigens wurden diese natürlich auch schon von (vermutlich betrunkenen oder anderwärtig gestörten) Stadthallen- oder Messe-Gästen, sowie von dagegengelehnten Fahrrädern "beschädigt"! Es ist somit nurmehr eine Frage der Zeit, wann auch diese Bäume absterben!

  • Bim
Re: Tempolimits für die Straßenbahn
Antwort #14
Leider ist das Netz übersäht mit Langsamfahrstellen/Sicherheitshaltestellen:

Maut Andritz
Theodor-Körner-Straße
Murgasse
Annenstraße (stadteinwärts bis Esperantoplatz)
Hauptbahnhof-Unterführung (Eigentlich müsste es diese Beschränkung nicht geben, denn jeder Fahrer bremst, wenn er nicht um die Kurve sieht automatisch ab, wird ja im restlichen Netz auch so gemacht - auch beim Busbetrieb, oder gibt es vor jeder uneinsichtigen Kurve im Netz eine Langsamfahrstelle?! Und außerdem sind die Beschränkungen in den Rampenbereichen und und der langgezogenen einsehbaren Kurve auch sinnlos!)
Unterführung Brauhaus Puntigam + dortige Rampe
Reiterkaserne
Mariatrosterstrecke
Waldhof
Asperngasse (leider allgemein gültiger 30iger, anstatt 50iger bzw. Vorrangstraße zu machen)
gesamte Peterstalstraße (ist eine Vorrangstraße, wo 50 km/h gelten, lediglich für die Straßenbahn gilt wieder einmal 30 km/h)
etc. etc. etc.

Ein paar Sekunden Zeitverlust kann darüber ausschlaggebend sein, ob bei den nächsten Ampeln gerade noch die Grünphase erwischt wird, oder nicht. Dadurch bewegt sich dann der Zeitverlust nicht mehr ein paar Sekunden, sondern schon 1, 2, oder mehr Minuten. Diese Verzögerung kann auch darüber entscheiden, ob ich ein Anschlussfahrzeug an einem Umsteigepunkt noch, oder nicht mehr erwische, was wiederum bedeutet, auf das nächste Fahrzeug warten zu müssen. Und so setzt sich das fort, wo am Ende einer Wegstrecke nicht mehr ein paar Sekunden Zeitverlust liegen, sondern sich das schon im ein- und zweistelligen Minutenbereich bewegen kann!

Und wie bereits erwähnt, das subjektiven Empfinden der Fahrgäste ist nicht zu unterschätzen, denn dieses Empfinden entscheidet darüber, welchen Eindruck man eines Verkehrsmittels hat, also ob man zügig voran kommt, oder in einer "Schneckenbahn" sitzt.  :-X