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Thema: Straßenbahnprojekt Innenstadt: Neutorgasse - Belgiergasse (43371-mal gelesen) Vorheriges Thema - Nächstes Thema

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Re: Straßenbahnprojekt Innenstadt: Neutorgasse - Belgiergasse
Antwort #30
Man kann erkennen, daß die Straßenführung von der Stadt vorgegeben war und die Varianten den Murzugang betreffen. Bei der Trassenführung ist auch zu erkennen, daß, wenn die Straßenbahn sich erst einmal in der Neutorgasse befindet, auch kein Auto mehr vorbeikommt.

Hat ja niemand behauptet, dass die Verkehrsführung von den Architekten vorgegeben wurde und dass Autos eher selten an Straßenbahnen vorbeikommen liegt auch auf der Hand. Die Frage ist nur, was VOR der Straßenbahn ist bzw. bei welchen Kreuzungen (v. a. am Kai) eine entsprechende Anzahl von Autos auf die Strecke einbiegen können. Kritisch könnte auch die Einmündung zur Annenstraße werden.

Meiner Erinnerung nach liegt die Doppelhaltestelle Jonanneumsviertel direkt vor dem alten Eingang zum Landesmuseum (also zwischen Landhaus- und Kalchberggasse). Eine ähnliche Situation gibt es dann ja auch in der Belgiergasse.

Man wird dann auch sehen, wenn im Umleitungsfall zum normalen Betrieb, dem üblichen Verkehr noch mindestens zwei Dutzend weitere Fahrten pro Stunde dazukommen. Es ist klar, dass das schon ohne Beeinträchtigung des MIV etc. (siehe Herrengasse heute) nicht ganz unproblematisch ist. Insofern ist nur bedauerlich, dass man hier nicht Nägel mit Köpfen gemacht hat und ihr einfach eine eigene ÖV-Achse (ohne störenden MIV) geschaffen hat.

Nur mit Softpolicies wird es halt auf Dauer nicht gehen ...

W.
"Es gehört nicht zum Begriff der Demokratie, dass sie selbst die Voraussetzungen für ihre Beseitigung schafft. Man muss auch den Mut zur Intoleranz denen gegenüber aufbringen, die die Demokratie gebrauchen wollen, um sie umzubringen"
(Carlo Schmid, SPD, 1948)

  • Ch. Wagner
Re: Straßenbahnprojekt Innenstadt: Neutorgasse - Belgiergasse
Antwort #31
Hat ja niemand behauptet, dass die Verkehrsführung von den Architekten vorgegeben wurde und dass Autos eher selten an Straßenbahnen vorbeikommen liegt auch auf der Hand. Die Frage ist nur, was VOR der Straßenbahn ist bzw. bei welchen Kreuzungen eine entsprechende Anzahl von Autos auf die Strecke einbiegen können



Habe gar ich etwas geschrieben, daß jemand das behauptet hätte? Also, was soll das denn.

Zum Verkehr in der Neutorgasse gäbe es eine ganz banale Lösung: eine Einbahnführung.

Und ganz allgemein: Es gibt kein Menschenrecht für eine Bevorzugung der Autos. Es gibt aber ein Menschenrecht auf würdige Wohnen und würdige Mobilität.
Fer aut feri ne feriaris feri!
Queen Elizabeth I.

  • 38ger
Re: Straßenbahnprojekt Innenstadt: Neutorgasse - Belgiergasse
Antwort #32
Einfach nur krank, dass man eine neue Brücke ohne eigenen Gleiskörper plant. Drei Meter breitere Brücke würden bei einem Neubau ja wirklich nicht ins Gewicht fallen, müsste man halt eventuell die Abbiegerelationen für den MIV einschränken bzw. umleiten. Die wichtigste Relation für Autofahrer könnte man mit nur drei zusätzlichen Metern ja problemlos unterbringen, verrückt, dass man sich so eine Chance für die Straßenbahn vorsätzlich verbauen will!

Re: Straßenbahnprojekt Innenstadt: Neutorgasse - Belgiergasse
Antwort #33
Habe gar ich etwas geschrieben, daß jemand das behauptet hätte? Also, was soll das denn.

Und wie soll man das dann lesen?

Man kann erkennen, daß die Straßenführung von der Stadt vorgegeben war [...]

Ich nehme doch an, daß die Ausschreibung schon entsprechend gelautet hat. Es entscheidet also der Auftraggeber. [...]
Ja, logisch! Die Architekten haben sich das nicht ausgedacht ...

W.
"Es gehört nicht zum Begriff der Demokratie, dass sie selbst die Voraussetzungen für ihre Beseitigung schafft. Man muss auch den Mut zur Intoleranz denen gegenüber aufbringen, die die Demokratie gebrauchen wollen, um sie umzubringen"
(Carlo Schmid, SPD, 1948)

  • PeterWitt
Re: Straßenbahnprojekt Innenstadt: Neutorgasse - Belgiergasse
Antwort #34
Man kann es mit etwas Ironie ja auch anders sehen: die Straßenbahn wird, da im Mischverkehr, den PKW vor allem bei Herrengassen-Sperre gehörig im Weg stehen, so dass diese sich freiwillig andere Wege suchen werden. Somit wird niemand ach so böse gezwungen, nein, es reguliert sich sanft und selbst, das ist der ehrenwerte Gedanke dahinter  :ätsch:

  • 5484
Re: Straßenbahnprojekt Innenstadt: Neutorgasse - Belgiergasse
Antwort #35
Die Wirtschaftskammer setzt mal wieder eins drauf:

Als derzeit existenziell größte Bedrohung sieht die WK Graz derzeit aber die Pläne für die Innenstadtentflechtung der Straßenbahnlinien. Das Nadelöhr Herrengasse soll ja durch eine Gleisführung via Neutorgasse und Tegetthoffbrücke entlastet werden. Spitzer: "Das macht aber den Neubau der Brücke notwendig, was diese Lösung immens teuer macht." Das Projekt habe während der zwei- bis zweieinhalbjährigen Bauzeit massive Auswirkungen auf den Verkehr in der Innenstadt. Die Brücke als Zufahrt würden fehlen, aber auch die Kais beiderseits der Mur wären beeinträchtigt: "Das kann - jetzt nach der Corona-Krise - viele Unternehmen existenziell gefährden."

"Wir müssen jetzt die Reißleine ziehen und die Tram-Routen über die Radetzkybrücke und Griesplatz oder die kleine Neutorgasse und die Erzherzog Johann-Brücke prüfen."


https://www.kleinezeitung.at/steiermark/graz/5855342/WK-befragt-CityUnternehmer_63-Prozent-fuer-groessere

  • Ch. Wagner
Re: Straßenbahnprojekt Innenstadt: Neutorgasse - Belgiergasse
Antwort #36
Jo eh, der Leerstand so vieler Geschäfte ist durch die Verbannung der Autos in der Herrengasse verschuldet. Wie etwa Spitz. Oder Stiefelkönig, oder ... Wie schaut denn die Auslastung der Parkgaragen aus, wo sind denn die Zahlen. Bei meinem täglichen Gang durch die Schönaugasse habe ich noch nie das Besetztschild leuchten gesehen. Da sollte doch die WKO für ihre Zwangsmitglieder geschützte Parkplätze, extrabreit für SUV, kaufen und nicht uns mit ihrer Forderung belästigen.
Fer aut feri ne feriaris feri!
Queen Elizabeth I.

  • PeterWitt
Re: Straßenbahnprojekt Innenstadt: Neutorgasse - Belgiergasse
Antwort #37
Vor gut 20 Jahren wurde von der WK die damals fertig geplante Strecke durch die kleine Neutorgasse zu Fall gebracht, weil da so viele Geschäfte in ihrer Existenz gefährdet wären. Jetzt, 20 Jahre später, soll die damals so böse und verworfene Strecke die Geschäfte retten... Wer kennt sich da wohl noch aus? UND: muss die Brücke nicht ohnehin saniert werden? Um welche Geschäfte geht es denn, die dann wegen dem Brückenbau nicht erreichbar wären? Ja, man müsste Umwegen fahren, aber das ist ja bei jeder Baustelle so - so what?

  • Martin
  • Global Moderator
  • Styria Mobile Team
Re: Straßenbahnprojekt Innenstadt: Neutorgasse - Belgiergasse
Antwort #38
Eine eindeutige PA der Verkehrsstadträtin dazu:


Kahr: Kein Rütteln an Innenstadtentflechtung, neues Verkehrskonzept in Vorbereitung

,,Die Innenstadtentflechtung ist beschlossen, und daran wird auch nicht gerüttelt", betont Stadträtin Elke Kahr im Zusammenhang mit dem Vorstoß der WK. ,,Die Alternativen sind zigfach über Jahrzehnte geprüft und eine weitere Verzögerung würde enormen Schaden verursachen." Gleichzeitig mit der zügigen Umsetzung dieses Schüssel-Vorhabens für den ÖV müssten aber auch Überlegungen für eine Neuorganisation des Verkehrs im Westen des Zentrums in ein konkretes Konzept gegossen werden: ,,Ein Verkehrskonzept Innenstadt West als Grundlage ist in Vorbereitung. Die Beauftragung hängt am derzeitigen Finanz-Lockdown", so Kahr.

Mit dem Bau der Innenstadtentflechtung über die Neutorgasse - Andreas-Hofer-Platz - Tegetthoffbrücke - Belgiergasse - Vorbeckgasse - Annenstraße, die aktuell für den Zeitraum 2022-24 vorgesehen ist, ergibt sich die Notwendigkeit und auch die Chance, den Verkehr in der Innenstadt neu zu organisieren. Dabei sollen verschiedene Lösungsansätze für alle Mobilitätsformen faktenbasiert untersucht werden, ausgehend von der Neutorgasse, um die neue Tram-Linie möglichst behinderungsfrei führen und zugleich Spielraum für eine neue Radachse und mehr Raum für FußgängerInnen und Grün schaffen zu können. Rechts und links sollen Fuzo-Erweiterungen oder Begegnungszonen und eine Adaptierung des Parkraumkonzepts (z.B. Erweiterung Tiefgarage Andreas-Hofer-Platz) aufgezeigt, in Modellen mit allen Auswirkungen geprüft und anschließend mit den Beteiligten diskutiert werden.
So haben etwa Begegnungszonen positive Effekte auf die Volks- und Regionalwirtschaft. "Die WK Wien kommt zum Schluss, dass sich die Parkplatzfrage für die Jungen mittlerweile relativiert und Fußgängerzonen die Innenstädte beleben", verweist Wolfgang Feigl, Leiter der Abteilung für Verkehrsplanung, auf Entwicklungen und Erkenntnisse, die man auch in zahlreichen anderen lebenswerten und prosperierenden Städten in Europa beobachten kann.

,,Die Erreichbarkeit des Zentrums mit dem Auto wird auch weiterhin gegeben sein. Wir dürfen aber die Chance, die Innenstadt mit - moderaten - steuernden Eingriffen im Verkehr in Richtung mehr Grün, Wohn- und Aufenthaltsqualität aufzuwerten, nicht verpassen", so Kahr.

,,Mit dem Bau der Innenstadtentflechtung ergibt sich eine auf Jahrzehnte einzigartige Gelegenheit für Weichenstellungen, die gut vorbereitet und diskutiert gehören und dann binnen der vorgebebenen Zeitfensters umzusetzen sind", so Kahr, die auf ein Okay des Finanzressorts drängt, um das  Verkehrskonzept als solide Grundlage beauftragen zu können. 

PA Büro Kahr.
Liebe Grüße
Martin

Re: Straßenbahnprojekt Innenstadt: Neutorgasse - Belgiergasse
Antwort #39
Die Wirtschaftskammer setzt mal wieder eins drauf:

Als derzeit existenziell größte Bedrohung sieht die WK Graz derzeit aber die Pläne für die Innenstadtentflechtung der Straßenbahnlinien. Das Nadelöhr Herrengasse soll ja durch eine Gleisführung via Neutorgasse und Tegetthoffbrücke entlastet werden. Spitzer: "Das macht aber den Neubau der Brücke notwendig, was diese Lösung immens teuer macht." Das Projekt habe während der zwei- bis zweieinhalbjährigen Bauzeit massive Auswirkungen auf den Verkehr in der Innenstadt. Die Brücke als Zufahrt würden fehlen, aber auch die Kais beiderseits der Mur wären beeinträchtigt: "Das kann - jetzt nach der Corona-Krise - viele Unternehmen existenziell gefährden."

"Wir müssen jetzt die Reißleine ziehen und die Tram-Routen über die Radetzkybrücke und Griesplatz oder die kleine Neutorgasse und die Erzherzog Johann-Brücke prüfen."


https://www.kleinezeitung.at/steiermark/graz/5855342/WK-befragt-CityUnternehmer_63-Prozent-fuer-groessere

Jetzt wird wieder über die Beeinträchtigung des MIVs und u.a. dem Bau einer Straßenbahnlinie über dem Griesplatz als ultimative Lösung gefaselt. Als es einst darum ging eine Straßenbahnlinie über den Griesplatz zu bauen, wurde diese genau mit der Begründung, es geht mindestens eine Fahrspur für den MIV in der Brückenkopfgasse und Rösselmühlgasse verloren, aus der "gleichen politischen Ecke" abgesagt. Ganz toll!   :banana:

  • Amon
Re: Straßenbahnprojekt Innenstadt: Neutorgasse - Belgiergasse
Antwort #40
Es ist natürlich völlig klar, dass die WKO kein Interesse an irgendeinem Straßenbahnprojekt hat und hier nur auf Zeit spielt.

  • PeterWitt
Re: Straßenbahnprojekt Innenstadt: Neutorgasse - Belgiergasse
Antwort #41
Es ist natürlich völlig klar, dass die WKO kein Interesse an irgendeinem Straßenbahnprojekt hat und hier nur auf Zeit spielt.
Nein, ist für mich nicht klar, denn woher kommenden die Kunden in der Innenstadt? Mit dem PKW wohl eher nur zum kleinen Anteil, ÖV und Fahrrad/zu Fuß wohl ca. 50/50.
Und, da früher die Straßenbahn in der Neutorgasse ja so böse war, was wäre jetzt plötzlich so viel besser?

  • FlipsP
Re: Straßenbahnprojekt Innenstadt: Neutorgasse - Belgiergasse
Antwort #42
Es ist natürlich völlig klar, dass die WKO kein Interesse an irgendeinem Straßenbahnprojekt hat und hier nur auf Zeit spielt.
Nein, ist für mich nicht klar, denn woher kommenden die Kunden in der Innenstadt? Mit dem PKW wohl eher nur zum kleinen Anteil, ÖV und Fahrrad/zu Fuß wohl ca. 50/50.
Und, da früher die Straßenbahn in der Neutorgasse ja so böse war, was wäre jetzt plötzlich so viel besser?

Laut der lächerlichen Umfrage und der Interpretation dieser durch die WKO Graz  ja doch hauptsächlich mit dem PKW.
Der Kluge lernt aus allem und von jedem, der Normale aus seinen Erfahrungen und der Dumme weiß alles besser.

- Sokrates

Re: Straßenbahnprojekt Innenstadt: Neutorgasse - Belgiergasse
Antwort #43
Für die tonangebenden Firmen in der WKO sind Fußgänger und ÖV-nützende Kunden uninteressant, da sie Kunden wollen, die ihren SUV oder zumindest ihren Kofferraum mit Einkaufsmaterialien bis zum "Geht nicht mehr" vollstopfen. Und wenn schon ÖV, dann flexible Busse, die keine Gleisbaustellen und Gleisspuren benötigen. Daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern. Dass ihnen Online-Einkäufe den Umsatz verringern und letztlich Fußgänger und ÖV-ler ein wichtiges Geschäft bringen, erkennen diese Köpfe leider (noch) nicht. Das versuchte Spiel der abermaligen Studie zu den beiden Brückentrassen ist nur ein Versuch, die aktuell hoffentlich fixierte Entlastungstrasse zu verhindern und auch künftig keine der beiden Varianten  kommen zu lassen. Dass die oftmalige Trennsituation im Störfall für das Grazer Tramnetz und dessen Kunden unerträglich ist, ist diesen Menschen gleichgültig bzw. erkennen sie nicht als geschäftsstörend. Beispielsweise war ein Laden am Joanneumring vor Jahren strikt gegen den Bau der Wendeschleife Radetzkystraße, die in der Realität keine Störung darstellt, aber vielleicht bis zu fünf Parkplätze vernichtet hat.
Trotz Klimakrise und absehbares Ende des Verbrennungsmotors setzen viele große Firmen einzig auf den Straßenverkehr und errichten sogar Logistikzentren ohne  Bahnanschluss.

  • Martin
  • Global Moderator
  • Styria Mobile Team
Re: Straßenbahnprojekt Innenstadt: Neutorgasse - Belgiergasse
Antwort #44
Neue Brücke wird es wahrscheinlich keine geben.  :'(
https://meinepaper.kleinezeitung.at/?issue=KLZ/20201013/GRAZ/article/19276F09-C4DA-4DBF-89B7-09D511910EFE

Oder eine weitere Posse von der ÖVP, um den Straßenbahnausbau zu verzögern?


Und ein Kommentar von Bernd Hecke zum "verfluchten" Platz.
https://meinepaper.kleinezeitung.at/?issue=KLZ/20201013/GRAZ/article/CBD982FA-6242-44EF-BE06-6630CD2B2FA2
Liebe Grüße
Martin