Styria-Mobile Forum

Verkehr => ÖPNV - Stadtverkehr => Thema gestartet von: Martin am Januar 20, 2020, 22:10:27

Titel: Neues von (der Gondel und) der U-Bahn
Beitrag von: Martin am Januar 20, 2020, 22:10:27
Wieso wegen fehlenden Personals? Ist das denn evidence based? Auch der Ausfall bei der Linie 6?
Das ist eh nichts neues am 34E - oft fällt auch nur ein Kurs aus. - Scheinbar kann man das den Fahrgästen dort zumuten, sich alle 15 Minuten in einen Solobus zu quetschen. :boese:
Dafür träumt der CEO weiter von der Gondel. - Auch nein, ist ja kein Traum mehr. An der Überprüfung der Machbarkeit und vieles mehr am Projekt -Gondel / U-Bahn wird gerade am Gemeinderat vorbei gearbeitet.
Titel: Re: Neues von Gondel und U-BahnRe: Störungen, Behinderungen und Sonstiges
Beitrag von: Sanfte Mobilität am Januar 20, 2020, 22:53:45
Da ja durch die neue Struktur der ehemaligen Stadtwerke AG ja vom Rathaus da durchregiert werden kann und dort willfährige Gehilfen des Bürgermeister sitzen, ist es auch kein Wunder, dass dort Parallelstrukturen entstehen, die dann unter zu Hilfenahme von Steuergeld und Ressourcen, die den städtischen Ämtern fehlen, solche Großprojekte planen. Und natürlich sind die üblichen Verdächtigen, wie die WiKa auch schnell mit an Bord ...

Und da sich ja die Verkehrsbetriebe noch nie öffentlich zu Ausbau von irgendetwas (sei es Straßenbahn- oder Buslinien) bekannt haben, kann man in diesem Vakuum auch ganz gut ein Biotop von verkehrspolitischen Gruselkabinetten (Mini-U-Bahn, Murgondel, Plabutschgondel) ohne Kontrolle des Gemeinderates heranzüchten.

Nicht nur verkehrs-, sondern auch demokratiepolitisch äußerst hinterfragenswert ...

W.

Titel: Re: Neues von Gondel und U-BahnRe: Störungen, Behinderungen und Sonstiges
Beitrag von: flow am Januar 21, 2020, 00:34:08
Es sitzen ja auch 35 (!) Personen an den Studien zu technischer, finanzieller und umweltrelevanter Machbarkeit. Dass man dann im Verkehrsamt, Straßenamt etc... mit ein bis drei Planern auskommen muss ist dann nur logisch.
Titel: Re: Neues von Gondel und U-Bahn
Beitrag von: Ch. Wagner am Januar 21, 2020, 08:45:14
Wieso wegen fehlenden Personals? Ist das denn evidence based? Auch der Ausfall bei der Linie 6?
Das ist eh nichts neues am 34E - oft fällt auch nur ein Kurs aus. - Scheinbar kann man das den Fahrgästen dort zumuten, sich alle 15 Minuten in einen Solobus zu quetschen.



Das gelegentlich ein 34 E ausfällt weiß ich. Dies ist jedoch nicht dem Personalmangel geschuldet, sondern fast immer einem SEV. Und das erklärt die gestrige Situation nicht, Weiters würde ich gerne wissen, ob der Ausfall eines Kurses der Linie 6 tatsächlich stattgefunden hat. Schließlich geht es doch in einem Fachforum um Fakten.
Titel: Re: Neues von Gondel und U-Bahn
Beitrag von: Stipe am Januar 21, 2020, 08:47:35
ad 1.

Ganz einfach, weil das den Tatbestand des Amtsmissbrauchs nicht erfüllt.
Titel: Re: Neues von Gondel und U-Bahn
Beitrag von: Martin am Januar 21, 2020, 08:57:07
Kurze Zusammenfassung des Vortrages von DI Wolfgang Malik gestern bei der WKO zum Thema "Metro und Stadtseilbahn für Graz"

Quintessenz des Vortrages war, dass der Platz auf der derzeit genutzten Ebene zu gering ist und deswegen auf andere Mobilitätsebenen ausgewichen werden muss.

Malik spricht weiters laufend von "autonomer" Mobilität. - Kein Wunder im Hinblick auf die Tatsache , dass Buslinien und Straßenbahnkurse immer wieder eingestellt bzw. abgestellt werden müssen.
"Wir wissen jetzt schon, dass zu bestimmten Stunden der ÖV nicht attraktiv ist, weil er ausgelastet ist" so Malik
"Es gibt zwar noch Straßenbahnausbaupläne, aber wer Graz oder den Zentralraum kennt weiß, dass natürlich der Platz enden wollend ist.."
Daher soll es einen Mehrfachnutzen durch neue Mobilitätsebenen geben. Die Seilbahn soll Pendlerströme schnell und effizient transportieren. Während des Nutzens auch für die Bürger meint Malik, dass die Seilbahn auch einen großen touristischen Wert hätte.
Die technische Machbarkeitsstudie für die Nord-Süd Verbindung auf der Mur liegt bereits vor  - auch dem zuständigen Bundesministerium!
Während die Nord-Süd-Achse durch eine Gondel erschlossen werden soll, ist auf der Ost-West-Achse eine U-Bahn bzw. kleine AUTONOME Metro geplant.
"Weiterentwicklung geht eben nur mit unter- oder oberirdischen Verkehrsebenen mit effizienten, autonomen Lösungen," so der Holding Graz Vorstandsvorsitzende.

Zum Plan: Der Auftrag, den sich die Gesellschaft selbst gegeben hat sind auf dem Plan zu sehen.
"Sie sehen zwei Bananen, die grüne und die rosarote, bei denen derzeit unterirdische U-Bahn-Systeme geprüft werden."
Die Machbarkeitsstudie für die Murgondel ist bereits fertig. Auch die GKB-Trasse in Tieflage zu bringen wird geprüft.

Daraus ergeben sich die Ziele auf dem zweiten Bild:
- technische, rechtliche und finanzielle Machbarkeit
- Verschränkung mit bestehenden Verkehrssystemen
- Entlastung bestehender Verkehrssysteme
- Umweltvorteile für Graz und deren Einwohner
- neue Impulse im Standortmarketing
- Zeit- und Phasenpläne für Projektierung/Umsetzung



Fazit:
Dem MIV darf keinesfalls etwas weggenommen werden und die Verantwortlichen rund um Bürgermeister Nagl haben alles darangesetzt, die vorhandenen Pläne am Gemeinderat vorbei zur Umsetzung zu bringen.
Die Erschließung von Straßgang und Gösting scheint, meiner bescheidenen Meinung nach, daher einmal mehr in weite Ferne gerückt. - Schade!
Man kann nur hoffen, dass die werten Wähler endlich erkennen, was hier passiert und bei der nächsten Wahl entsprechend agieren.
Titel: Re: Neues von Gondel und U-Bahn
Beitrag von: FlipsP am Januar 21, 2020, 09:55:53
Ich kann mich Martin nur anschließen!

Ich habe vom gestrigen Abend eine Feststellung: Jeder betont, dass auch das 2. Paket des Straßenbahnausbaus kommen wird (DI Malik jedoch am wenigsten), aber irgendwie schwingte dabei meist auch die Stimmung ,,Jo kummt, aber wird nix bringen" (eigene Anmerkung: Natürlich wird es kein Heilsbringer werden, wenn die neu gebaute Straßenbahn weiterhin im Stau steht!) mit. Auch meinen viele, dass man an der Kapazitätsgrenze bei der Straßenbahn angelangt ist (beim Takt vielleicht, aber mit 27 m bei der Länge sicher noch nicht!). Visionen waren viele dabei, mir fehlten aber Ideen für den realen ÖV (Bus und Straßenbahn), man träumte dagegen gestern bei den meisten Referaten einfach über diese Visionen, ohne dabei über Fakten zu sprechen. Einzig und allein die Vorträge zu GrazLog und ISTmobil, etwas weniger auch der von Herrn DI Feigl beschäftigten sich real damit wie man im hier und jetzt etwas ändern kann.

Ein Versprechen (oder für viele auch eine Drohung): DI Malik gab zu verstehen, dass man 2020 mit der Murgondel starten möchte.

Als kleines Detail noch: DI Malik meinte, dass die Graz Linien ihre Busflotte bis 2030 vollkommen auf Wasserstoff umrüsten werden. Ich finde das gut! Lustig ist dabei nur: Die europäischen Hersteller gehen in Richtung rein akkubetriebenerFahrzeuge und werden dort auch weiterforschen (was bis 2030 auch schon brauchbare Ergebnisse, also Reichweiten, bringen kann). Wasserstoff hat dort keine bzw wenig Priorität.
Titel: Re: Neues von Gondel und U-Bahn
Beitrag von: Amon am Januar 21, 2020, 10:10:07
Ich hab das eher so verstanden, dass heuer in der zweiten Jahreshälfte erste Ergebnisse präsentiert werden sollen. Ich glaube ja weiterhin, dass die Murgondel spätestens am Altstadtschutz und an der UNESCO scheitert. Die KPÖ ist ja auch weiterhin sehr aktiv gegen dieses Gondelprojekt. Und schließlich stellt sich noch die Frage, ob die FPÖ kurz vor der nächsten Wahl ein derart umstrittenes Projekt mittragen wird.

Ergo: Bis die Murgondel gebaut wird, vergehen sicher nochmal 10 Jahre. Und dann ist sie hoffentlich kein Thema mehr. Wichtig ist nur, dass die Umsetzung des neuen Trampaketes nicht darunter leidet. Hier bedarf es aktiven Monitorings der Mobilitätsinitativen und Oppositionsparteien.
Titel: Re: Neues von Gondel und U-Bahn
Beitrag von: FlipsP am Januar 21, 2020, 10:11:11
Ich hoffe du behaltest Recht!
Titel: Re: Neues von Gondel und U-Bahn
Beitrag von: PeterWitt am Januar 21, 2020, 11:23:21
Was ich nicht ganz nachvollziehen kann: wie kann Malik so davon überzeugt sein, dass die Gondel die Lösung aller Probleme ist? Es gibt Kapazitätsengpässe, ja! Aber haben wir das Ende der Fahnenstange erreicht? Nein, man wehrt sich nur seit Jahren beständig gegen den nötigen und sinnvollen Ausbau der Kapazitäten (und da meine ich nicht nur das Netz, ich denke da an Verlängerung Cityrunner, Ablieferung eines Teils der Variobahnen als 35-40m-Wagen wie ursprünglich angedacht, Einsatz längerer Busse/Buszüge, Optimierungen an Ampeln und Trassen, etc).
Gleichzeitig hat die Gondel pro Stunde weniger Kapazität,  als eine derzeitige Straßenbahnlinie, und das bei einem ungleich größeren Aufwand va. Im Betrieb.

Wie kommt eine solche Verbohrtheit zustande?
Titel: Re: Neues von Gondel und U-Bahn
Beitrag von: Amon am Januar 21, 2020, 12:26:36
Ich denke, es muss einfach um jeden Preis etwas Neues sein. Die Tram haben wir seit über 140 Jahren. Urbane Seilbahnen sind noch eine eher junge Erfindung. Da geht es nicht um den praktischen Nutzen, sondern nur darum, in die Medien zu kommen und zu zeigen, wie toll und modern wir in Graz sind.

Und natürlich geht es darum, den Autos keinen Platz wegzunehmen. Weil so modern will Graz dann doch nicht sein...
Titel: Re: Neues von Gondel und U-Bahn
Beitrag von: Martin am Januar 21, 2020, 12:29:05
Ich hab das eher so verstanden, dass heuer in der zweiten Jahreshälfte erste Ergebnisse präsentiert werden sollen. Ich glaube ja weiterhin, dass die Murgondel spätestens am Altstadtschutz und an der UNESCO scheitert. Die KPÖ ist ja auch weiterhin sehr aktiv gegen dieses Gondelprojekt. Und schließlich stellt sich noch die Frage, ob die FPÖ kurz vor der nächsten Wahl ein derart umstrittenes Projekt mittragen wird.

Ergo: Bis die Murgondel gebaut wird, vergehen sicher nochmal 10 Jahre. Und dann ist sie hoffentlich kein Thema mehr. Wichtig ist nur, dass die Umsetzung des neuen Trampaketes nicht darunter leidet. Hier bedarf es aktiven Monitorings der Mobilitätsinitativen und Oppositionsparteien.
Und inzwischen fließt ein zweistelliger Millionenbetrag in das sinnlose Projekt?

Wieviel Straßenbahnkilometer hätte man damit bauen können?

Jeder Cent in so einem Projekt ist hinausgeworfen!

Warum weiß der Gemeinderat nichts davon?

Fragen über Fragen.
Titel: Re: Neues von Gondel und U-Bahn
Beitrag von: PeterWitt am Januar 21, 2020, 12:39:00
Eh, solche super duper bist du deppert moderne Systeme hat man in den 60er und 70er Jahren ja eh auch zuhauf hingestellt und mittlerweile meist wieder geschlossen, oder sie Fristen halt ein Schattendasein. Diverse Hochbahnen, Einschienenbahnen, Hängekabinenbahnen.
Allesamt daran gescheitert, dass sie meist unpraktisch waren (keine Weichen machbar, Stationen aufwändig da nicht auf Ebene Null, Verschandelung des Ortsbildes, etc.) - dabei hatten diese Systeme wenigstens den Vorteil, dass sie wenigstens ohne großen Aufwand um die Ecke fahren können,  was eine Seilbahn nicht kann.
Und wenn ich da zB an die Ost-West Verbindung denke, wo ist die Linie 7 denn noch wirklich behindert vom IV? Riesstraße ca. 300m (ok, dafür gibt es kaum eine praktikable Lösung), innere Leonhardstraße (eine Verkehrsberuhigung  würde helfen und wäre verkraftbar), sowie Eggenberger Allee (ebenso ca 200m, denn es betrifft meist nur den Abschnitt FH-Alte Poststraße).
Ob das deswegen eine U-Bahn rechtfertigt? Da könnte man ja eine parallele Schnellstraßenbahn bauen, die nur FH-HBF-Jako-Uni-LKH hält und hätte dennoch einen Haufen Geld gespart, wäre aber mindestens gleich schnell unterwegs (bitte diesen Vorschlag jetzt nicht ganz ernst nehmen).
Titel: Re: Neues von Gondel und U-Bahn
Beitrag von: Bus 15 O530 Citaro L am Januar 21, 2020, 12:50:32
Es gibt übrigens übermorgen (Donnerstag) einen öffentlichen Vortrag (keine Anmeldung erforderlich, man kann einfach hingehen) im Rahmen der Donnerstagsreihe an der TU Graz zum Thema ,,Stadt- und Verkehrsentwicklung der wachsenden Stadt Graz". Gehalten wird der Vortrag vom Stadtbaudirekter höchst persönlich.

Da wird man sicher die eine oder andere interessante Info bekommen und im Anschluss an den Vortrag gibt es normalerweise eine Fragerunde, bei der man vom Vortragende weitere Infos erfragen kann.

Link zur Hompage des Instituts für Straßen- und Verkehrswesen und gleichzeitig Bildquelle:
https://www.tugraz.at/institute/isv/events/ueberblick/donnerstag-17-uhr/
Titel: Re: Neues von Gondel und U-Bahn
Beitrag von: Ragnitztal am Januar 21, 2020, 13:12:09
... Ich glaube ja weiterhin, dass die Murgondel spätestens am Altstadtschutz und an der UNESCO scheitert. ...

Naja, wenn der Altstadtschutz weiterhin ein so zahnloses Instrument ist wie bisher in Graz, hat die Umsetzung der Murgondel auch realistische Chancen. Die UNESCO scheint auch zu schlafen.

Welche Konsequenzen gab es bisher bei den Causen Kommod-Haus und K&Ö Dach?
Titel: Re: Neues von Gondel und U-Bahn
Beitrag von: Stipe am Januar 21, 2020, 15:41:11
ad 1.
Ganz einfach, weil das den Tatbestand des Amtsmissbrauchs nicht erfüllt.
Da bin ich mir nicht so sicher. Immerhin gibt es für solche Sachen eine rechtskonforme Institution, nämlich den Gemeiderat, und wenn der mit Vorsatz außen vor gelassen wird, an diesem also vorbei gearbeitet wird, dann frage ich mich schon, ob das alles gesetzeskonform sein kann ...

Die Schwellen beim Amtsmißbrauch sind zu recht schon recht hoch:

"Ein Beamter, der mit dem Vorsatz, dadurch einen anderen an seinen Rechten zu schädigen, seine Befugnis, im Namen des Bundes, eines Landes, eines Gemeindeverbandes, einer Gemeinde oder einer anderen Person des öffentlichen Rechtes als deren Organ in Vollziehung der Gesetze Amtsgeschäfte vorzunehmen, wissentlich mißbraucht, ist mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren zu bestrafen."

Wir haben da ein paar Punkte:
- Vorsatz, jemanden zu schädigen
- wissentlicher Mißbrauch (geht über den normalen Vorsatz hinaus)
- muss ein Amtsgeschäft sein

Das alles schafft man schon, wenn man will, aber wohl mit der Parallelplanung einer Gondelbahn nicht.
Titel: Re: Neues von Gondel und U-Bahn
Beitrag von: Sanfte Mobilität am Januar 21, 2020, 17:05:03
Wie gesagt, es geht um die Verkehrsplanung aus einer Hand und nicht um sich konkurrierende Verkehrsprojekte - das ist nämlich de facto so: der städtische Ausbau des Straßenbahnnetzes und die quasi von der FPÖVP-Koalition betriebene Projektentwicklung für Seilbahnen und Untergrundlösungen über die Holding.

Das bringt letztlich niemand etwas - wenn dann müss(t)en schon die Synergien hergestellt werden ...

W.
Titel: Re: Neues von Gondel und U-Bahn
Beitrag von: Andreas am Januar 21, 2020, 18:04:10
Ein weiterer Medienartikel über die gestrige Veranstaltung:
https://www.meinbezirk.at/graz/c-lokales/nach-verkehrsgipfel-graz-denkt-weiter-an-metro-und-seilbahn_a3878931
Titel: Re: Neues von Gondel und U-Bahn
Beitrag von: PeterWitt am Januar 21, 2020, 19:05:15
Na, da sind ja wieder ein paar echt sinnvolle Ideen dabei:

*) Express-Mikro-U-Bahn, die Nonstop Ostbahnhof-Hauptplatz verkehrt (vermutlich soll sowas auch HBF-Hauptplatz kommen?) -> 1. )Mikro bedeutet wie viele Personen Kapazität? Wie viele Personen Bedarf in dieser Relation? 2.) Was wäre der Zeitvorteil? HBF-Hauptplatz bzw. OBF-Hauptplatz geht jeweils in unter 10 Minuten, mit der Mikro-U-Bahn vielleicht in 3-4, plus Zugang zur Station bzw. zur Oberfläche, womit wir wohl wieder bei gut 10 Minuten wären. JA, und wenn ich nicht zum Hauptplatz will, was dann? Abermals umsteigen?

*) Unterirdische Tunnel als Fastlanes für Menschen: Yea, willkommen im Bunker! Auch ohne Atomkrieg möglich, nur bei uns, kommen sie und staunen sie! Frage: warum müssen die Menschen unter die Erde, damit die PKW oben bleiben dürfen?

*) Autonome Verkehrslösungen für den letzten Kilometer in Richtung Zentrum? Äh, das gibt es quasi schon? Nennt sich ÖV, muss man nur einsteigen und wird im Zentrum bei definierten Punkten wieder ausgelassen, muss man gar nicht selber fahren. Nein, im Ernst, was soll das bringen? Und die Kapazitäten wären zu gering, dafür die Straßen mit den vielen An- und Abfahrten erst recht heillos verstopft.

Also, dieser Hr. Aschenbrenner scheint auch ein echter Experte zu sein, fast so wie der eine Hr. Ingeneur aus Deutschland, der die Trasse der Zillertalbahn als zusätzliche PKW-Fahrspur optimieren möchte.

Wenn man über eine zusätzliche Ebene im Verkehr nachdenken will, dann sollte es mMn klar darum gehen, die PKW unter die Erde zu bringen, um dem Menschen den urbanen Lebensraum und Lebensqualität wieder zurück zu geben!
Daher: ja zu Quartiergaragen für Anrainer bei zeitgleicher Auflassung eines Großteils der oberirdischen PKW-Stellplätze. Meinetwegen auch ja zu Tunnellösungen auf Hauptverkehrsrouten, um den Verkehrslärm von den Menschen weg zu bringen (z.B. Eggenberger Gürtel, Elisabethstraße, Merangasse, Opernring/Radetzkystraße/Griesplatz -> freie Fahrt für den Durchzugsverkehr, bei Zufahrt zu den Seitengassen gibt es in Ebene 0 eine 30km/h-Zone mit Einbahn, damit wirklich nur die dort fahren, die müssen.
Titel: Re: Neues von Gondel und U-Bahn
Beitrag von: Sanfte Mobilität am Januar 21, 2020, 19:31:24
Es geht v. a. darum, den Verkehr zu reduzieren, der Luftverschmutzung und Unfälle produziert. Ein wesentlicher Anteil der MIV-Fahrten wären i. d. R. problemlos durch Rad, Fuß und ÖV zu bewältigen.  Da wäre schon viel geholfen! Und jedes Mal das Rad neu zu erfinden, ist echt nicht notwendig.

Auch bei den so genannten "alternativen" Antrieben steckt man in Wirklichkeit noch in den Kinderschuhen, ob das längerfristig der E-Motor wird oder doch der Wasserstoffantrieb wird, who knows? Wenn man krampfhaft versucht in einen Zweitonner einen Elektromotor einbaut und sich dann wundert, dass man vielleicht 150 oder 200 km weit kommt, dann wird man damit nicht sonderlich erfolgreich sein gegen die Verbrennungsmotor-Konkurrenz. Dazu wäre einmal ein bisserl mehr Innovation bei den Autoherstellern notwendig ...

W.
Titel: Re: Neues von Gondel und U-Bahn
Beitrag von: PeterWitt am Januar 21, 2020, 19:40:27
Auch bei den so genannten "alternativen" Antrieben steckt man in Wirklichkeit noch in den Kinderschuhen, ob das längerfristig der E-Motor wird oder doch der Wasserstoffantrieb wird, who knows? Wenn man krampfhaft versucht in einen Zweitonner einen Elektromotor einbaut und sich dann wundert, dass man vielleicht 150 oder 200 km weit kommt, dann wird man damit nicht sonderlich erfolgreich sein gegen die Verbrennungsmotor-Konkurrenz. Dazu wäre einmal ein bisserl mehr Innovation bei den Autoherstellern notwendig ...
Wobei das Thema Umweltschutz in der Stadt ja nicht wirklich das Argument ist, da geht es um den Platz der verfügbar ist, den Platz für's Stehen, für's Fahren. Und da sind die Stromer, Hybride, H-Verbrenner etc. halt nunmal um nichts besser als ihre fossilen Kollegen.
Daher ist und bleibt die einzige Lösung ein generelles Umdenken im Mobilitätsverhalten und ein rigoroses Zurückdrängen des MIV in den Städten.
Titel: Re: Neues von Gondel und U-Bahn
Beitrag von: Sanfte Mobilität am Januar 21, 2020, 21:23:45
Naja, das Thema "Umweltverschmutzung" (und nicht "Umweltschutz") ist auch in der Stadt ein Thema, v. a. in Graz (Stichwort: Inversionswetterlage, Feinstaub etc. pp), wo die Atemwegs- und Folgeerkrankungen schon damit zusammenhängen. Aber klar, letztlich ist es auch ein Verkehrsproblem, wobei der zusätzliche Flächenbedarf inkl. der einhergehenden Versiegelung dann natürlich wieder auf erstes rückkoppelt. Zu wenig Frischluft, weil alles zubetoniert ist, kein Wind, heißere Sommer, damit heizt sich die Stadt weiter auf.

Auch wenn es die Politik noch nicht so direkt sagen will, wir werden halt unsere Lebensgewohnheiten ein bisserl ändern müssen, sonst geht es, glaub ich, relativ schnell und die Sache mit dem Klimawandel wird unkontrollierbar und sehr, sehr teuer, was die Folgen betrifft (und die Folgen sind sehr, sehr breitgefächert). Aber noch sitzen wir alle in der Komfortzone ...

W.
Titel: Re: Neues von Gondel und U-Bahn
Beitrag von: PeterWitt am Januar 21, 2020, 23:04:32
Mir ist schon klar, dass natürlich die Emissionen der Motoren wegfallen, aber das ist in der Stadt isoliert gesehen mMn eher ein geringes Problem, da v.a. im von dir angesprochenen Winterwetter mit Inversionswetterlage die Verwirbelungen von Staub eine wesentlich größere Rolle spielen dürfte, die wiederum gleich bleibt.

Und noch was zum Thema langsame Strassenbahn, schnelle U-Bahn: ich habe durch mein Pendeln Graz-Wien den täglichen Vergleich, und den braucht Graz nicht zu scheuen!
St. Leonhard-HBF, 4,6km, mit 12 Stationen, Fahrzeit 20 Minuten (inkl. Durchfahren Fußgängerzone!)
Meidling - Burggasse (U6) sowie ULP-Neubaugasse (49), 4,1km, 1x Umstieg, mit 8 Stationen, ebenso 20 Minuten (wenn die U6 nicht gestört ist).
Und das ganze ist gerechnet von Eintreffen U-Bahn in Meidling, rechnet man den Zugang zur Station dazu, sieht die Bilanz nicht wirklich besser aus (für Wien)...
Titel: Re: Neues von Gondel und U-Bahn
Beitrag von: Amon am Januar 22, 2020, 13:17:28
Dass eine Straßenbahn in puncto Reisegeschwindigkeit nicht wesentlich langsamer als eine U-Bahn ist, gilt ja als erwiesen. Vorausgesetzt natürlich, die Tram kann sich störungsfrei fortbewegen. Wenn der 7er in der Leonhardstraße im Stau steht, sind's schnell ein paar Minuten mehr. Ich hab auch schon fast 20 Minuten gebraucht, um mit dem 3er von der Krenngasse zum Jakominiplatz zu fahren (das war noch zu der Zeit, als die Ampel in der Mandellstraße überhaupt nicht funktioniert hat).

Ein Trambeschleunigungsprogramm ist nicht nur billiger, sondern auch sinnvoller als eine U-Bahn in Graz, aber halt nicht so autofreundlich und natürlich auch nicht so "innovativ". Als Vorbild für Graz wurden übrigens die französischen VAL-Metros genannt. Die scheinen aber inzwischen eher ein notwendiges Übel zu sein, gerade in eher kleinen Städten wie Rennes. Mit einer Tram wäre da um's gleiche Geld ein wesentlich besseres Netz möglich gewesen.
Titel: Re: Neues von Gondel und U-Bahn
Beitrag von: Ch. Wagner am Januar 22, 2020, 16:08:51
Aber der amtierende Bürgermeister möchte als der innovativste in die Annalen eingehen. (Und der Herr Marko wäre nicht seine Grundstücke losgeworden).
Titel: Re: Neues von Gondel und U-Bahn
Beitrag von: riggnix am September 29, 2020, 12:44:17
26. September, Kleine Zeitung
Interview mit Bgm. Nagl

Zitat
Absage an Murgondel
Nagl: ,,Es wird in Graz nicht ohne eine U-Bahn gehen"

Die Vision der Murgondel ist für Siegfried Nagl zehn Jahre nach ihrer Geburtsstunde vom Tisch, die U-Bahn sein Zukunftsprojekt. Der ÖVP-Chef will auch nach bald 20 Jahren Grazer Bürgermeister bleiben und den Proporz in der Stadtregierung endlich abschaffen.

https://www.kleinezeitung.at/steiermark/graz/5872358/Absage-an-Murgondel_Nagl_Es-wird-in-Graz-nicht-ohne-eine-UBahn-gehen?from=rss (https://www.kleinezeitung.at/steiermark/graz/5872358/Absage-an-Murgondel_Nagl_Es-wird-in-Graz-nicht-ohne-eine-UBahn-gehen?from=rss)

https://meinepaper.kleinezeitung.at/?issue=KLZ/20201007/GRAZ/article/066B34F4-C2EB-4F32-AE89-A2DF1FF86C8B

Leider hinter Paywall. Vielleicht kann uns das ja jemand zusammenfassen  ;)


Anscheinend ist wenigstens die Gondel endlich Geschichte...
Titel: Re: Neues von Gondel und U-Bahn
Beitrag von: Amon am September 29, 2020, 17:16:47
Die Vision der Murgondel ist für Siegfried Nagl zehn Jahre nach ihrer Geburtsstunde vom Tisch, die U-Bahn sein Zukunftsprojekt. Der ÖVP-Chef will auch nach bald 20 Jahren Grazer Bürgermeister bleiben und den Proporz in der Stadtregierung endlich abschaffen.

Von Bernd Hecke | 16.16 Uhr, 26. September 2020


Herr Bürgermeister, Sie haben für unser Treffen hier ein Bankplatzerl in der neu gestalteten Fußgängerzone Schmiedgasse gewählt, warum?
SIEGFRIED NAGL: Weil ich mich freue, wie begeistert Graz den mit Qualität gestalteten öffentlichen Raum annimmt.

Nach dem Lockdown ist Graz ins Freie gestürmt, Parks sind voll, nachts feiern dort die Jungen ...
Es gibt diese Sehnsucht, sich im öffentlichen Raum zu treffen, das ist ein Gegentrend zum Leben im Netz. Wir haben auch das Murufer entwickelt. In der Augartenbucht sieht man, wie die Menschen das annehmen. Hinzu kommt, dass 50 Prozent der Haushalte in Graz Singlehaushalte sind, Einsamkeit ist Thema, auch immer kleineren Wohnungen und Einwohnerzuwachs bedingen es, dass wir uns um Frei- und Grünräume in der Stadt noch stärker bemühen.

Diese Bäume und Bankerln hier sind ein Erfolg. Sie haben gesagt, der Ausbau der Fußgängerzone gehe Ihnen zu langsam. Welche konkreten Schritte folgen noch vor der Wahl in gut einem Jahr?
Wir werden die Kaiserfeldgasse angehen und umgestalten, aber erst brauche ich da das Verkehrskonzept. Vielleicht gelingt noch vor der Wahl was. Ich will den Tummelplatz neu gestalten samt dem Areal Richtung Bischofsplatz, Bürgergasse, bis zum Hadid-Haus. All das wird eine qualitätsvolle Gestaltung, wie hier: Aufenthaltsplätze für Menschen. Und wir werden das in allen Bezirken angehen. Stadtentwicklung und Planung, Grünraumsicherung, das ist die Königsdisziplin in einer Stadt, da habe ich große Leidenschaft.

Ihre schwarz-blaue Koalition kritisiert oft KPÖ-Verkehrsstadträtin Elke Kahr. Da gehe nichts weiter, es brauche mehr Mut. War es ein Fehler, dass Sie alle Planungsagenden in der Hand haben, aber das Verkehrsressort außerhalb der Koalition besetzten?
Das lag an den Koalitionsverhandlungen. Mario Eustacchio forderte das Wohnressort, das Kahr zuvor hatte, für sich und die FPÖ. Ich habe immer geschaut, dass alle Stadtregierungsmitglieder - auch außerhalb von Koalitionen - Ressorts bekommen, für die sie brennen. Wohnen war für die KPÖ nicht mehr zu haben, so ist es der Verkehr geworden ... Und ja, es ist schwer, wenn man kein Schönwetter-Ressorts hat, wo was zu verteilen ist, wie beim Wohnen, sondern man Menschen mit Rückgrat Unangenehmes erklären muss, etwa dass Parkplätze für die Verkehrswende fallen. Ich lasse aber keinen im Regen stehen, es gibt 100 Millionen für die Rad-Offensive, wir erweitern das Tram-Netz. Die Zusammenarbeit mit Kahr passt.

Soll der Verkehr also wieder mit der Stadtplanung in eine Hand? Und Sie wollen diese Königsdisziplin auch nach der Wahl führen?
Ja, das wäre sinnvoll.

KLIPP & KLAR - DAS VIDEO-NTERVIEW


00:23
03:19






In den Interviews mit Ihren Regierungskollegen haben wir den Proporz hinterfragt. Sollen Parteien, die keinen Regierungspakt eingehen, Ressorts führen? Oder braucht es klare Fronten: Eine Mehrheitskoalition regiert, alle anderen sind echte Opposition?
Mich überrascht, dass mehrere den Proporz abschaffen wollen. Ich habe so eine Reform vor Jahren im Verfassungskonvent des Bundes vorgeschlagen. Dafür gab es kein Interesse. Wir könnten wie in Wien amtsführende und nicht amtsführende Stadträte einführen. Da bräuchte nur der Landtag das Statut der Stadt ändern. Das gehe ich gerne an, wenn die anderen Parteien in Graz das wollen. Es würde das Regieren effizienter und leichter machen. Bringt eine Koalition nichts zusammen, kann der Bürger sie ja dann abwählen.

Zurück zur Gemeinderatswahl. Wir entnehmen all dem Sie treten an und wollen weitere fünf Jahre Bürgermeister sein?
Ich habe immer gesagt, wenn ich kandidiere, will ich auch voller Leidenschaft für Graz und die Grazer arbeiten. Und ich will auch dafür kämpfen, die Gesellschaft zusammenzuführen. Wir müssen wieder mehr reden und weniger streiten. Es braucht Diskurs statt Diktat. Wir brauchen eine breite Mitte, nicht die Konfrontation und Polarisierung der Ränder. Deshalb ist es für Graz ein Problem, dass die SPÖ so schlecht dasteht. Damit ist die Breite der politischen Mitte verloren gegangen.

Dann müssen wir - wie in fast jedem Interviews seit 2012 - eine Frage wieder stellen. Damals forderten Sie, dass Politiker längstens zehn Jahre in einer Funktion sein sollen. Sie sind 20 Jahre Grazer ÖVP-Chef, nächstes Jahr lösen sie wohl Alfred Stingl als längst dienenden Bürgermeister dieser Stadt ab. Wie lange macht das Nagl dann nach 18 Jahren als Bürgermeister noch?
Was soll ich sagen: Aus Leidenschaft wurde Liebe. Ich habe vier Mal bei Wahlen das Vertrauen ausgesprochen bekommen, so etwas bindet. So lange ich von den Grazern, meinem Umfeld, in der Partei getragen werde und noch die Kraft, Leidenschaft und Ideen habe ... und ich habe noch jede Menge ...

Sie haben uns 2015 erzählt, Sie gehen nicht als Politiker in Pension. Also ist das Ihre letzte Wahl ...?
Ich bin jetzt 57, aber wer sagt, dass ich mit 65 in Pension gehe (lächelt verschmitzt)?

Sie bringen also auch jetzt noch keinen Nachfolger in Stellung?
Ich bin ja umgeben von sehr guten Leuten - etwas, was mir der Joschi Krainer schon ganz früh geraten hat. Denn man kann nur gut sein, wenn man ein gutes Team hat ...



Heißt das Kurt Hohensinner wird als Thronfolger ein Prince-Charles-Schicksal erleiden?
Der Kurt gehört zu den guten Leuten, die mich umgeben, ja. Wer die vielen Agenden, die er übernommen hat, die Schulen, den Sport, das Soziale und die Integration so meistert, empfiehlt sich natürlich. Aber ich habe ja mit Günter Riegler auch einen ausgezeichneten Finanzstadtrat mit einem ganz großen Herz für die Kultur in dieser Stadt ...

Er ist jetzt 54, das wäre altersmäßig kein Signal für die Zukunft, oder?
Nein, wir müssen natürlich auch auf die Jungen schauen - und das tun wir in unserem Gemeinderatsklub auch schon.

Schon jetzt fahren täglich 120.000 Autos über die Stadtgrenze, der Ballungsraum wächst weiter. Hier braucht es eine gemeinsame Kraftanstrengung mit Bund und Land, sonst schaffen wir das nicht.
SIEGFRIED NAGL (ÖVP)
Wenn Sie noch auf Jahre Bürgermeister sein könnten. Welches Großprojekt ist denn das entscheidende für die Zukunft?
Die größte Herausforderung, die wir zu meistern haben, ist es, den Verkehr im Großraum zu organisieren. Schon jetzt fahren täglich 120.000 Autos über die Stadtgrenze, der Ballungsraum wächst weiter. Hier braucht es eine gemeinsame Kraftanstrengung mit Bund und Land, sonst schaffen wir das nicht. Es braucht auch in Linz, Salzburg, Innsbruck die Hilfe vom Bund. Mit dem vorigen Verkehrsminister waren wir schon nahe dran an einer Nahverkehrsmilliarde für die Landeshauptstädte. Wir intensivieren nun die Gespräche mit der neuen Ministerin Leonore Gewessler von den Grünen, der das ja ein Anliegen ist. Wir brauchen Mega-Park+Ride-Anlagen vor der Stadt mit guter Anbindung ...

Seit Jahren propagieren Sie die Murgondel. Nun hört man, aus der Gesellschaft in der Holding Graz, die die Zukunft der Mobilität prüft, diese sei eher unrealistisch und prüft eine U-Bahn. Wird durch Graz je eine Seilbahn gondeln?
Nein, das wird in der Welterbe-Stadt mit den dafür notwendigen Stützen im urbanen Raum wohl doch eher nicht das Modell für die Zukunft sein.

Mit Blick auf 2035, würden Sie dann im Großraum Graz wirklich auf ein U-Bahn-System setzen?
Ja, wir brauchen in Zukunft sicher eine rasche und leistungsstarke Ost-West und Nord-Süd-Verbindnung auf Schiene, die die Autos vor der Stadt hält und Pendler ans Ziel bringt. Aus den Zeiten der Mini-Metro, mit der die ÖVP unter Helmut Strobl schon einmal in den Wahlkampf gezogen ist, weiß ich, dass eine U-Bahn ab 700.000 Menschen sinnvoll ist. Im Großraum Graz lebt jetzt schon fast eine halbe Million Menschen und die Bevölkerung wächst weiter. Mit Blick auf 2035 sage ich, wer nicht wagt der nicht gewinnt: Es wird nicht ohne U-Bahn gehen.
Titel: Re: Neues von Gondel und U-Bahn
Beitrag von: Martin am Oktober 09, 2020, 08:33:44
Willi Hüsler erteilt der U-Bahn eine klare Absage:

https://meinepaper.kleinezeitung.at/?issue=KLZ/20201009/GRAZ/article/60BBC63A-ABCD-457A-9499-FF1BB4BBF6B2


Die ÖVP Granden sind jedoch von sich überzeugt, die besseren Verkehrsexperten zu sein:  :boese:  :boese:

https://meinepaper.kleinezeitung.at/?issue=KLZ/20201009/GRAZ/article/84FFBD10-32C9-40FF-9C3C-F0EFEA69707A

Titel: Re: Neues von (der Gondel und) der U-Bahn
Beitrag von: kroko am Oktober 09, 2020, 08:56:52
Meine Güte, man kann echt nur die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Nach so vielen Jahren ist jetzt endlich dieser Gondel-Schmarrn mehr oder weniger vom Tisch. Und dafür ist jetzt ersatzweise die U-Bahn das Luftschloss der Stunde, und blockiert alle sinnvollen Projekte. Die großen Straßenbahn-Projekte wären Parallelplanungen zur U-Bahn - da liegt die Befürchtung nahe dass solang die U-Bahn nicht endgültig begraben ist, der Straßenbahnausbau (wieder mal) auf Eis liegt.
Titel: Re: Neues von (der Gondel und) der U-Bahn
Beitrag von: PeterWitt am Oktober 09, 2020, 09:08:25
Meine Güte, man kann echt nur die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Nach so vielen Jahren ist jetzt endlich dieser Gondel-Schmarrn mehr oder weniger vom Tisch. Und dafür ist jetzt ersatzweise die U-Bahn das Luftschloss der Stunde, und blockiert alle sinnvollen Projekte. Die großen Straßenbahn-Projekte wären Parallelplanungen zur U-Bahn - da liegt die Befürchtung nahe dass solang die U-Bahn nicht endgültig begraben ist, der Straßenbahnausbau (wieder mal) auf Eis liegt.
Ich denke, um nichts anderes geht es: verhindern, blockieren, verzögern was geht - und gleichzeitig nicht als Verhinderer dastehen. Wie realistisch und sinnvoll ist es in einer Stadt, in der das Geld in Wahrheit schon lange ausgegangen ist, bestehende Infrastruktur durch immens teurere neue zu ersetzen, ohne Mehrwert, bloß weil man sich weigert die bestehende Infrastruktur vernünftig auszulasten (zB durch längere Fahrzeuge)?

Und ehrlich, diese Frechheit, die sich ein Hr. MALIK anmaßt, die Kompetenz des Hrn. Hüsler anzuzweifeln, weil seit 20 Jahren in Graz nichts weitergegangen ist - naja, was von dem, was er empfohlen hat, wurde denn umgesetzt? Der Versager ist nicht Hr. Hüsler, die Versager sind diejenigen, die diese PK gegeben haben! Sie sind federführend verantwortlich, dass genau nichts in den letzten 20 Jahren passiert ist! >:(

Dazu ein Gedanke: ich gehe zum Arzt, der verschreibt mir ein Medikament und meint, nach einer Packung davon sollte alles erledigt sein.
Was aber mache ich? Ich lege das Rezept in die Schublade und esse stattdessen Kekse, weil die sind besser im Geschmack. Nach 1 Woche geht es mir immer noch nicht besser, darum rufe ich den Arzt an und halte ihm vor, ein ganz mieser Mediziner zu sein, weil seine Therapie genau gar nix bringt.

UNPACKBARUNFASSBAR (für SG220 ;D ) , diese Arroganz gepaart mit einer ordentlichen Ladung Inkompetenz!
Titel: Re: Neues von (der Gondel und) der U-Bahn
Beitrag von: SG220 am Oktober 09, 2020, 11:16:13
Hier kann der Wähler bei der nächsten Wahl zum Gemeinderat eine entsprechende Antwort geben!
Bis dahin wird die Marketing - Maschine aber voll laufen und unzählige "Jubelartikel" werden sich in allen Medien finden...

@ Peter Witt: Bin mit dem Inhalt des Vorposts zu 100% einverstanden, aber das Wort "UNPACKBAR" würde ich lieber durch das Wort "UNFASSBAR" ersetzen

MfG SG220
Titel: Re: Neues von (der Gondel und) der U-Bahn
Beitrag von: FlipsP am Oktober 09, 2020, 12:28:31
Der Wähler wird es nicht ändern. Der schöne Sigi ist weiterhin beliebt und wird die nächste Wahl genauso gewinnen.
Titel: Re: Neues von (der Gondel und) der U-Bahn
Beitrag von: Ragnitztal am Oktober 09, 2020, 13:14:41
Der Wähler wird es nicht ändern. Der schöne Sigi ist weiterhin beliebt und wird die nächste Wahl genauso gewinnen.

Davon kann man ausgehen. In der dzt. "Corona-Krise" werden amtierende Politiker auf lokaler und regionaler Ebene bei Wahlen durchwegs gestärkt. Das hat sich bei den letzten Wahlen in Österreich und auch bei den Nachbarländern so gezeigt.
Titel: Re: Neues von (der Gondel und) der U-Bahn
Beitrag von: PeterWitt am Oktober 15, 2020, 06:40:30
Der private Nachrichtendienst des Hr. Nagl hat soeben wieder zugeschlagen....
Wo die U-Bahn  fahren soll (https://www.kleinezeitung.at/steiermark/graz/5882461/Geheimer-Zwischenbericht_Auf-diesen-Routen-soll-die-geplante-UBahn) :gluck:
Titel: Re: Neues von (der Gondel und) der U-Bahn
Beitrag von: FlipsP am Oktober 15, 2020, 10:58:19
Der private Nachrichtendienst des Hr. Nagl hat soeben wieder zugeschlagen....
Wo die U-Bahn  fahren soll (https://www.kleinezeitung.at/steiermark/graz/5882461/Geheimer-Zwischenbericht_Auf-diesen-Routen-soll-die-geplante-UBahn) :gluck:


Geheimer Zwischenbericht
Auf diesen Routen soll die geplante U-Bahn in Graz fahren
Von Gerald Winter-Pölsler | 08.02 Uhr, 15. Oktober 2020

Bisher arbeitet sie unter Ausschluss der Öffentlichkeit, die Holding-Tochter ,,Mum". Die mit einer Millionen Euro dotierte Gesellschaft prüft ja seit einem Jahr Möglichkeiten für U-Bahn und Murgondel. Die Gondel hat Bürgermeister Siegfried Nagl (ÖVP) schon abgesagt, jetzt liegt der Kleinen Zeitung erstmals ein Zwischenbericht vor, der die Korridore für das angedachte U-Bahn-Kreuz zeigt - ,,zwei Hochleistungskorridore in Ergänzung zum bestehenden ÖV-Netz", wie es in dem Bericht heißt.

Die Ost-West-Achse reicht von der Ragnitz, dem LKH über den Hauptbahnhof bis zum LKH-West, die Nord-Süd-Achse von Gösting über die Innenstadt und Don Bosco zum alten Weblinger Stumpf.

(https://www.kleinezeitung.at/images/uploads/2/5/d/5882461/U-Bahn_1602691787790874_v0_h.jpg)

© Grafik/Kleine Zeitung (https://www.kleinezeitung.at/steiermark/graz/5882461/Geheimer-Zwischenbericht_Auf-diesen-Routen-soll-die-geplante-UBahn)

Damit konfrontiert, will Holding-Boss Wolfgang Malik keine Details bestätigen. Aber: ,,Bis Dezember wird der fertige Endbericht vorliegen." Der soll dann als Diskussionsgrundlage für die Politik dienen. ,,Die technischen Fragen sind fertig, jetzt wird noch an der Kostenrechnung gearbeitet." Und Malik betont: ,,Wir reden hier nicht von einem Entweder/Oder. Die U-Bahn oder Metro ergänzt die Straßenbahn und den Bus."

U-Bahn und Straßenbahn werden parallel geplant

Während also die Mum die U-Bahn-Idee von Bürgermeister Nagl vorantreibt, beginnt man in der Verkehrsplanung von Stadträtin Elke Kahr (KPÖ), an einer Fortsetzung der Mobilitätsstrategie 2020 zu arbeiten. ,,Der Prozess ist gerade im Anlaufen, wir werden uns am EU-weiten ,,Sump"-Prozess orientieren, dem ,,Nachhaltigen urbanen Mobilitätsplan"", heißt es aus dem Büro Kahr. Bis dieser Plan fertig ist, wird es mindestens zwei Jahre brauchen. Bis dahin will Kahr die bestehende Verkehrsstrategie 2020 fortschreiben.

Es muss endlich aufhören, dass man im Haus Graz neben- und gegeneinander arbeitet.

KARL DREISIEBNER, GRÜNER KLUBCHEF

Diese zehn Jahre alte Strategie umfasst ein dickes Maßnahmenpaket, aus dem ohnehin noch nicht alles abgearbeitet ist. Allen voran die Südwestlinie über den Griesplatz bis zur Hummelkaserne/Reininghaus und in weiterer Folge bis zur Grottenhofstraße.

Das - genauso wie der Straßenbahnnetzplan 2023+ mit den Linien 2 zur Uni und dem 9er nach Gösting - schlägt sich allerdings mit den U-Bahn-Plänen. Beides, das wissen alle, wird nicht umgesetzt werden können.

Kritik an Doppelgleisigkeit, Debatte im Gemeinderat

Das alles wird heute im Gemeinderat diskutiert. SPÖ-Mann Ewald Muhr fragt, wie effizient solche ,,Doppelgleisigkeiten" sind: Die Verkehrsplanung plant das eine, die Holding etwas komplett anderes.


VERKEHRSPLANER HÜSLER

"Die Metro-Vision sehe ich für Graz einfach nicht"
Dieselbe Stoßrichtung hat der Dringliche Antrag von Grünen-Klubchef Karl Dreisiebner. Er sieht die Gründe in der ,,politischen Zersplitterung der Verkehrsagenden", für die nicht nur Verkehrsstadträtin Kahr zuständig ist, sondern auch Bürgermeister Nagl und Finanzstadtrat Günter Riegler (ÖVP). ,,Es muss endlich aufhören, dass man im Haus Graz neben- und gegeneinander arbeitet", so Dreisiebner.

Das führe zu dem aktuellen Stillstand, und den ,,können wir uns nicht leisten", sagt Umweltstadträtin Judith Schwentner (Grüne). ,,Wir brauchen die Verkehrswende jetzt für eine bessere Luft, ein besseres Klima und mehr Platz für alle." Die U-Bahn überzeugt die Grünen nicht: ,,Da hört das Denken ja wieder bei der Stadtgrenze auf."

Die Grazer Verkehrspolitik braucht ein einheitliches Ziel
Dreisiebners Forderung: Es brauche eine Diskussion aller unter der Leitung von Bürgermeister Nagl, bei der alle Fakten auf den Tisch kommen, um ,,auf dieser Grundlage eine langfristige Systementscheidung für den ÖV-Ausbau im Großraum Graz" treffen zu können.

Denn in einem Punkt stimmen alle dem Schweizer Verkehrsexperten Willi Hüsler zu: Für große Entscheidungen im Verkehr braucht es einen breiten politischen Konsens. Ohne diesen Konsens, das ist allen im Rathaus bewusst, braucht man sich bei Verkehrsministerin Leonore Gewessler (Grüne) gar nicht um eine Co-Finanzierung des Bundes bemühen.

Quelle: Kleine Zeitung (https://www.kleinezeitung.at/steiermark/graz/5882461/Geheimer-Zwischenbericht_Auf-diesen-Routen-soll-die-geplante-UBahn)
Titel: Re: Neues von (der Gondel und) der U-Bahn
Beitrag von: VarioRunner am Oktober 15, 2020, 11:30:08
Keineswegs ist dieses U-Bahn-Schema geheim, wenn, dann vielleicht für den ahnungslosen Redakteur ...
Diese Darstellung wird gern auf diversen Vorträgen zum Thema Stadtverkehr gezeigt, einmal gab es gar diesen Kommentar  dazu: "In diesem Bereich könnte einmal eine U-Bahn fahren, wenn die Murgondel doch nicht kommen sollte". Ist noch gar nicht solange her ....

MUM = "Moderne urbane Mobilität 2030+" siehe auch hier (http://www4.graz.at/vorhabenliste/vorhaben.php?id=552)
Titel: Re: Neues von (der Gondel und) der U-Bahn
Beitrag von: PeterWitt am Oktober 15, 2020, 18:59:09
Ich freue mich ja über jeden ÖV-Ausbau, und ganz besonders wenn er vor der eigenen Haustüre passiert - aber: eine U-Bahn in die Ragnitz? Echt jetzt? Ich meine, sowas kann man ja wohl nur nicht ernst nehmen...
Fehlt noch die S-Bahn nach Seibuttendorf :P
Titel: Re: Neues von (der Gondel und) der U-Bahn
Beitrag von: Ch. Wagner am Oktober 15, 2020, 19:52:04
VBZ:
Titel: Re: Neues von (der Gondel und) der U-Bahn
Beitrag von: Thomas am Oktober 15, 2020, 19:52:53
Ich freue mich ja über jeden ÖV-Ausbau, und ganz besonders wenn er vor der eigenen Haustüre passiert - aber: eine U-Bahn in die Ragnitz? Echt jetzt? Ich meine, sowas kann man ja wohl nur nicht ernst nehmen...
Fehlt noch die S-Bahn nach Seibuttendorf :P
Man muss das in größeren Dimensionen sehen: ist man mit dem Tunnel erstmal in der Ragnitz, braucht man nur bisschen weiter Ohren und landet in Lassnitztal/Gleisdorf :-)


Titel: Re: Neues von (der Gondel und) der U-Bahn
Beitrag von: Walther am Oktober 15, 2020, 20:37:32
Irgentwie fehlt mir in dem ganzen der Spatenstich.
Letztendlich wird viel geplant und nix umgesetzt.
Eine Nebelgranate nach der anderen, sobald die Zeit abzulaufen droht. (Stichwort 2023) Wird die nächste Idee aus dem Hut gezaubert.
Gebaut wird letztendlich gar nix. (Ich Korrigiere mich, Autotunnel ausgenommen.)
Ich frag mich ja was nach der U-Bahn Idee kommt. Flugtaxidrohnen?

Ach ja nur so nebenbei. Die U-Bahn würde ca die 5 Fache Stadtverschuldung kosten.
1,2 Milliarden Euro betragen die Schulden der Stadt - Ende 2019
Titel: Re: Neues von (der Gondel und) der U-Bahn
Beitrag von: PeterWitt am Oktober 15, 2020, 20:45:26
Ach ja nur so nebenbei. Die U-Bahn würde ca die 5 Fache Stadtverschuldung kosten.
1,2 Milliarden Euro betragen die Schulden der Stadt - Ende 2019
Ja, aber wenn wir bei der Innenstadtentlastung einsparen, dann haben wir schon einen wichtigen Grundstein zur Finanzierung gelegt...  :hehe:  :hammer:

@ VBZ: ja, so ginge Marketing in eigener Sache! Aber das war wohl bisher, insbesondere mit einer Frau vom Fach an der Spitze, in Graz nicht möglich...  (es gilt die Unmutsverschuldung)

Titel: Re: Neues von (der Gondel und) der U-Bahn
Beitrag von: Sanfte Mobilität am Oktober 16, 2020, 07:19:56
Man fragt sich bei diesen U-Bahn-Planungen, warum der Bereich Süd bzw. Südost komplett ausgeblendet wird ...

W.
Titel: Re: Neues von (der Gondel und) der U-Bahn
Beitrag von: PeterWitt am Oktober 16, 2020, 08:07:15
Man fragt sich bei diesen U-Bahn-Planungen, warum der Bereich Süd bzw. Südost komplett ausgeblendet wird ...
Ganz einfach, weil das keine ernst gemeinte Planung ist, sondern bloß ein strategisches Marketinginstrument. Niemand hat die Absicht, eine U-Bahn zu bauen (und im Gegensatz zur Mauer ist das wohl wirklich so...).
Titel: Re: Neues von (der Gondel und) der U-Bahn
Beitrag von: Ch. Wagner am Oktober 16, 2020, 10:07:28
Man fragt sich bei diesen U-Bahn-Planungen, warum der Bereich Süd bzw. Südost komplett ausgeblendet wird ...
Ganz einfach, weil das keine ernst gemeinte Planung ist, sondern bloß ein strategisches Marketinginstrument. Niemand hat die Absicht, eine U-Bahn zu bauen (und im Gegensatz zur Mauer ist das wohl wirklich so...).



Ich halte das eher für eine Beschäftigungstherapie für Herrn Malik.
Titel: Re: Neues von (der Gondel und) der U-Bahn
Beitrag von: 5484 am Oktober 16, 2020, 10:17:38
Man fragt sich bei diesen U-Bahn-Planungen, warum der Bereich Süd bzw. Südost komplett ausgeblendet wird ...

Ein 'Plan' dazu würde wohl ca. so aussehen  :P



Titel: Re: Neues von (der Gondel und) der U-Bahn
Beitrag von: Stipe am Oktober 16, 2020, 10:45:53
Der Stadt kannst für diese Planung wohl einen fünfstelligen Betrag verrechnen. Die Baukosten sollen halt im Bereich +/-100% liegen.
Titel: Re: Neues von (der Gondel und) der U-Bahn
Beitrag von: Walther am Oktober 16, 2020, 11:11:26
Aber wie man merkt hat die Blendgranate super Funktioniert. Statt über denn Bim Ausbau wird jetzt von der Märchenbahn gesprochen.
Titel: Re: Neues von (der Gondel und) der U-Bahn
Beitrag von: PeterWitt am Oktober 16, 2020, 11:44:55
Aber wie man merkt hat die Blendgranate super Funktioniert. Statt über denn Bim Ausbau wird jetzt von der Märchenbahn gesprochen.
...und Magl/Nalik können sich wieder als die großen Visionäre präsentieren, denen alle immer nur Steine in den Weg legen, anstatt sich eigentlich für ihre Versäumnisse und Versagen rechtfertigen zu müssen. :pfeifend:
Titel: Re: Neues von (der Gondel und) der U-Bahn
Beitrag von: Martin am Oktober 16, 2020, 12:21:15
Irgentwie fehlt mir in dem ganzen der Spatenstich.
Letztendlich wird viel geplant und nix umgesetzt.
Eine Nebelgranate nach der anderen, sobald die Zeit abzulaufen droht. (Stichwort 2023) Wird die nächste Idee aus dem Hut gezaubert.
Gebaut wird letztendlich gar nix. (Ich Korrigiere mich, Autotunnel ausgenommen.)
Ich frag mich ja was nach der U-Bahn Idee kommt. Flugtaxidrohnen?

Hallo und Willkommen im Forum!   ;)
Titel: Re: Neues von (der Gondel und) der U-Bahn
Beitrag von: Immanuel Cunt am Oktober 16, 2020, 12:32:06
Man fragt sich bei diesen U-Bahn-Planungen, warum der Bereich Süd bzw. Südost komplett ausgeblendet wird ...
Ein 'Plan' dazu würde wohl ca. so aussehen  :P
Wenn man noch die beiden südlichen Äste auskreuzt, hätte man das klassische Ostblock-U-Bahn-Dreieck   :banana: :lol:
Titel: Re: Neues von (der Gondel und) der U-Bahn
Beitrag von: Amon am Oktober 16, 2020, 12:42:58
Man fragt sich bei diesen U-Bahn-Planungen, warum der Bereich Süd bzw. Südost komplett ausgeblendet wird ...
Ganz einfach, weil das keine ernst gemeinte Planung ist, sondern bloß ein strategisches Marketinginstrument. Niemand hat die Absicht, eine U-Bahn zu bauen (und im Gegensatz zur Mauer ist das wohl wirklich so...).



Ich halte das eher für eine Beschäftigungstherapie für Herrn Malik.

Sehe ich ähnlich. Wobei das einerseits eine ziemlich teure Therapie ist - Malik gehöt ja eigentlich in die Pension und MUM in den Rundordner - und andererseits leider wirklich negative Auswirkungen auf den Ausbau der Straßenbahn haben könnte, wenn da nicht aktiv politisch dagegen gesteuert wird.
Titel: Re: Neues von (der Gondel und) der U-Bahn
Beitrag von: Ragnitztal am Oktober 16, 2020, 13:01:30
Man fragt sich bei diesen U-Bahn-Planungen, warum der Bereich Süd bzw. Südost komplett ausgeblendet wird ...
Ganz einfach, weil das keine ernst gemeinte Planung ist, sondern bloß ein strategisches Marketinginstrument. Niemand hat die Absicht, eine U-Bahn zu bauen (und im Gegensatz zur Mauer ist das wohl wirklich so...).



Ich halte das eher für eine Beschäftigungstherapie für Herrn Malik.

Sehe ich ähnlich. Wobei das einerseits eine ziemlich teure Therapie ist - Malik gehöt ja eigentlich in die Pension und MUM in den Rundordner - und andererseits leider wirklich negative Auswirkungen auf den Ausbau der Straßenbahn haben könnte, wenn da nicht aktiv politisch dagegen gesteuert wird.

Es gab gestern bei der Gemeinderatssitzung einen dringlichen Antrag, in dem es darum ging, die ganzen Entscheidungsprozesse transparenter zu machen, offen und faktenbasiert zu diskutieren, mit dem Ziel einen politischen Konsens beim Ausbau des ÖPNV herzustellen um auch an Gelder vom Bund zu kommen... :
 https://www.graz.at/cms/dokumente/10357623_8106610/013778a0/6_DA%201%20-%20KO%20Dreisiebner%20zur%20Zukunft%20des%20%C3%96PNV.pdf

Dieser wurde mehrheitlich abgelehnt.  :(
Titel: Re: Neues von (der Gondel und) der U-Bahn
Beitrag von: PeterWitt am Oktober 16, 2020, 13:42:33
Dieser wurde mehrheitlich abgelehnt.  :(
Das sagt doch eigentlich eh schon alles über die wahren Hintergründe aus. Man will nix machen, Punkt! Und der unkritische Wähler soll davon bestmöglich nichts mitkriegen.
Titel: Re: Neues von (der Gondel und) der U-Bahn
Beitrag von: Martin am Oktober 17, 2020, 00:39:04
Di Politik von Schwarz Blau ist eine reine Verhinderungspolitik. - Auch die erste Frage der Fragestunde vom SPÖ-Verkehrssprecher Ewald Muhr wurde gekonnt abgewimmelt. -
Nagl wünscht sich für Graz halt auch eine U-Bahn-Steuer. - Sigi träum weiter!
Titel: Re: Neues von (der Gondel und) der U-Bahn
Beitrag von: Walther am Oktober 17, 2020, 04:59:01
Ich befürchte nur das auf Grund der Idee der Märchenbahn, alle anderen Projekte aufs Eis gelegt werden. (Endlastungstrecke, 2 GL Ausbau Puntigam, 3 Neue Linien, Neue Strassenbahnen unsw.) da man die dann ja nicht brauchen würde.
Ich befürchte diese Argumentation halt...
Letztendlich würde dann gar nix gemacht.
Titel: Re: Neues von (der Gondel und) der U-Bahn
Beitrag von: TW 22 am Oktober 17, 2020, 08:56:37
Ja es gibt die Befürchtung das die Welt der Grazer Straßenbahn mit einer Diskussion über eine U-Bahn nun zusammenbricht und alles was bereits fixiert wurde nun abgeblassen wird...

Oder auch nicht...

Ich streite nicht ab, dass es möglicherweise die eine oder andere Person gibt die daran denkt. Aber es gibt auch die wirkliche Welt das draußen und nicht nur die "schöne neue Welt" mit einer Grazer U-Bahn. Man sollte nie verwechseln, dass eine ist eine verkehrpolitische Debatte vor einer Wahl, und in dieser Zeit befinden wir uns nunmehr, andererseits muss die Grazer Welt sich auch in der Zeit nach der Wahl weiterdrehen... Es schon" fixierte" Seilbahnprojekte, Bienenstockgaragen und andere Ideen. Jedoch Infrastrukturvorhaben benötigen eine breite Zustimmung der Bevölkerung und somit in der Politik. Und sie brauchen Zeit! Jahrzehnte in dem diese Zustimmung gegeben sein muss! Da reicht nicht nur  ein Gemeinderatsbeschluss auf die Schnelle...

Und ehrlich, derzeit befinden sich so viele Projekte für die Grazer Straßenbahn in Arbeit und in Umsetzung wie noch nie seit Jahrzehnten.

3 Neubaustrecken
3 Ausbauvorhaben bestehender Strecken
Anschaffung von Straßenbahneagen
Ausbau von 2 Wendeschleifen
Laufende Verdichtung des Fahrplanangebotes
Und und und

Eigentlich müssten alle Grazer Straßenbahnfreunde jeden Tag einen Luftsprung machen! Das dies in Graz nicht der Fall ist, ist eine andere Sache. Es wird nur immer das Negative bzw. das möglich Negative gesehen...

Bei allen Problemen, vielleicht sollte man die Optik ändern und zuerst das positive sehen. Ich selbst versuche das positive in der Debatte zu sehen! Zuerst einmal - der öffentliche Verkehr bekommt einen hohen Stellenwert in der politischen Diskussion um Geld. Wo dieses letztendlich investiert wird ist eine andere Sache. Mit anderen Worten - es soll in den nächsten Jahrzehnten auch was weitergehen!
Titel: Re: Neues von (der Gondel und) der U-Bahn
Beitrag von: FlipsP am Oktober 17, 2020, 09:12:11

@TW 22: Das ist schön zu lesen!

Eigentlich müssten alle Grazer Straßenbahnfreunde jeden Tag einen Luftsprung machen! Das dies in Graz nicht der Fall ist, ist eine andere Sache. Es wird nur immer das Negative bzw. das möglich Negative gesehen...


Da gebe ich dir Recht! Leider aber wäre jedes Projekt wichtig, dass du aufgezählt hast, gebaut werden aktuell aber nur 2. Wenn man die Grazer Politik (Insbesondere Herrn Nagl) kennt, dann weiß man auch, dass man sich erst freuen kann, wenn die Bagger aufgefahren sind und das wirkt zB bei der Entlastungsstrecke wieder einen Schritt weiter weg gerückt.

Um bei der Metapher zu bleiben: Ich würde gerne springen, werde nur irgendwie durch ,,Herrn Nagl" auf den Boden gedrückt.
Titel: Re: Neues von (der Gondel und) der U-Bahn
Beitrag von: Sanfte Mobilität am Oktober 17, 2020, 10:01:24
Eigentlich müssten alle Grazer Straßenbahnfreunde jeden Tag einen Luftsprung machen! Das dies in Graz nicht der Fall ist, ist eine andere Sache. Es wird nur immer das Negative bzw. das möglich Negative gesehen...

Naja, die Frage ist halt, was durch die Politik/die Verantwortlichen nach Außen kommuniziert wird. Und das sind - leider - andere Dinge, auch im Wissen,, dass bestimmte Projekt beschlossen und teilweise schon finanziert sein. Aber gerade die Thematik der neuen Tegetthoffbrücke versus der Wünsche nach einer Untergrundlösung lässt da einen schon Zweifeln - da wäre halt die eine oder andere Klarstellung ganz gut bzw. einfach eine bessere Öffentlichkeitsarbeit (siehe oben genannte Projekte)

W.
Titel: Re: Neues von (der Gondel und) der U-Bahn
Beitrag von: FlipsP am Oktober 17, 2020, 10:44:10
einfach eine bessere Öffentlichkeitsarbeit


Was heißt bessere? Überhaupt wäre eine Öffentlichkeitsarbeit zu den Linienverlängerungen wichtig! Das soll jetzt keine Kritik an den Mitarbeitern sein, sondern einfach ein Denkanstoß, den andere Betriebe trumpfen da viel mehr auf.
Titel: Re: Neues von (der Gondel und) der U-Bahn
Beitrag von: Sanfte Mobilität am Oktober 17, 2020, 10:46:44
Was heißt bessere? Überhaupt wäre eine Öffentlichkeitsarbeit zu den Linienverlängerungen wichtig! Das soll jetzt keine Kritik an den Mitarbeitern sein, sondern einfach ein Denkanstoß, den andere Betriebe trumpfen da viel mehr auf.

Naja, bestimmte Dinge gibt es ja, aber da ist noch sehr, sehr viel zu tun.

Ärgerlich bleibt auch die Zweigleisigkeit zwischen städtischer Verkehrsplanung und der Holding-eigenen Aktivitäten. Finde, da ist einiges nicht paletti ...

W.
Titel: Re: Neues von (der Gondel und) der U-Bahn
Beitrag von: FlipsP am Oktober 17, 2020, 10:49:45
Naja, bestimmte Dinge gibt es ja, aber da ist noch sehr, sehr viel zu tun.

Aber eher nichts Linienspezifisches, sondern eher Information der Baustelle allgemein oder zu Reininghaus/SmartCity allgemein (wo dann eben auch ein wenig über die Verlängerungen berichtet wird)
Titel: Re: Neues von (der Gondel und) der U-Bahn
Beitrag von: PeterWitt am Oktober 17, 2020, 12:30:55
Naja, bestimmte Dinge gibt es ja, aber da ist noch sehr, sehr viel zu tun.

Aber eher nichts Linienspezifisches, sondern eher Information der Baustelle allgemein oder zu Reininghaus/SmartCity allgemein (wo dann eben auch ein wenig über die Verlängerungen berichtet wird)
Naja, es gibt ja eh die Banner auf den Absperrgittern in der Waagner Biro Straße  :P

Und ehrlich, derzeit befinden sich so viele Projekte für die Grazer Straßenbahn in Arbeit und in Umsetzung wie noch nie seit Jahrzehnten.

3 Neubaustrecken
3 Ausbauvorhaben bestehender Strecken
Anschaffung von Straßenbahnwagen
Ausbau von 2 Wendeschleifen
Laufende Verdichtung des Fahrplanangebotes
Und und und

Eigentlich müssten alle Grazer Straßenbahnfreunde jeden Tag einen Luftsprung machen! Das dies in Graz nicht der Fall ist, ist eine andere Sache. Es wird nur immer das Negative bzw. das möglich Negative gesehen...
Das stimmt schon, der grundsätzliche Kurs passt also - dennoch: muss z.B. die dringende Sanierung der Linie 1 samt selektiven Ausbau wirklich 8 oder 9 (statt geplanter 2) Jahre dauern? Da werden anderswo schon ganze Neubau-Netze mit mehreren Linien errichtet. Dazu kommt, dass die Bevölkerung der Stadt in den letzten 20 Jahren um fast 30% zugelegt hat - als etwas hinkender Vergleich: hätte man also das Straßenbahnnetz in dieser Zeit auch um 30% ausgebaut, wäre es quasi nur ein Mitwachsen mit dem Bedarf gewesen, aber noch immer kein deutlich spürbarer Ausbau. Von den benötigten zusätzlichen Kapazitäten wie längeren Wagen etc. mal ganz zu schweigen.
Bei den Bussen kann man diesen Effekt ja ganz gut sehen: Ende der 90er (bevor die 15m Busse kamen) waren die Geleknbusse mit etwa 30 Stk. im Bestand ein überschaubarer Anteil - heute ist nahezu die gesamte Flotte Gelenkbusse, 12m fahren eher nur dort, wo es nicht anders geht (wie z.B. 34er) oder sich wirklich nicht auszahlt (48, 82).

Mir kommt das hat mit der Freude über den Ausbau etwa so vor:
* Sie bekommen eine Gehaltserhöhung! (wir beginnen in 5 Jahren damit, sie auszubezahlen)
* Sie verdienen 6750€ Netto (aber leider im Jahr, nicht im Monat)

Ja, es wird etwas getan im ÖV, sogar im Straßenbahnausbau, aber leider dennoch weit weniger, als es nötig wäre, und fernab davon, was vollmundig verkündet wurde (ich sage dazu nur "SW-Line ab 2018 in Betrieb").
[und das ist bitte keinesfalls als persönliche Kritik zu sehen, das ist einfach der Sprunghaftigkeit und Konzept/Mutlosigkeit einzelner hier schon mehrfach genannten geschuldet]
Titel: Re: Neues von (der Gondel und) der U-Bahn
Beitrag von: Sanfte Mobilität am Oktober 17, 2020, 13:10:02
Grundsätzlich fehlt mir eine - groß angelegte - Infokampagne bezüglich der geplanten Ausbauten inkl.. der "kleineren" Maßnahmen. Auf der Vorhabensseite gibt es meist nur sehr allgemeine Infos, da bleibt viel im Dunkeln. Leider hat man von den Problemen rund um die 6er-Verlängerung nur wenig bis nichts gelernt.

W.
Titel: Re: Neues von (der Gondel und) der U-Bahn
Beitrag von: Ch. Wagner am Oktober 17, 2020, 17:21:51
Grundsätzlich fehlt mir eine - groß angelegte - Infokampagne bezüglich der geplanten Ausbauten inkl.. der "kleineren" Maßnahmen. Auf der Vorhabensseite gibt es meist nur sehr allgemeine Infos, da bleibt viel im Dunkeln. Leider hat man von den Problemen rund um die 6er-Verlängerung nur wenig bis nichts gelernt.




Wer hätte was lernen sollen?
Titel: Re: Neues von (der Gondel und) der U-Bahn
Beitrag von: Sanfte Mobilität am Oktober 17, 2020, 21:56:44
Wer hätte was lernen sollen?

Wenn du es erlebt hast, weißt du warum.

Nur durch offensive, klar formulierte Information kann man Ängste, Zweifel ausräumen und Fragen in der Bevölkerung beantworten.

W.
Titel: Re: Neues von (der Gondel und) der U-Bahn
Beitrag von: Ch. Wagner am Oktober 18, 2020, 11:36:21
Wer hätte was lernen sollen?
Wenn du es erlebt hast, weißt du warum.
Nur durch offensive, klar formulierte Information kann man Ängste, Zweifel ausräumen und Fragen in der Bevölkerung beantworten.



Ich habe es erlebt. Und mir fällt niemand ein, der daraus etwas gelernt hätte. Und die Untertanen vergessen schnell. Und für Untertanen gibt es auch gelegentlich Leckerlis wie die Abschaffung der Hundesteuer.
Titel: Re: Neues von (der Gondel und) der U-Bahn
Beitrag von: Sanfte Mobilität am Oktober 18, 2020, 13:14:20
Und mir fällt niemand ein, der daraus etwas gelernt hätte.

Und da sind noch einige in Verantwortung, insofern wundert mich nix (siehe auch Ausbau Schleife Wetzelsdorf).

W.
Titel: Re: Neues von (der Gondel und) der U-Bahn
Beitrag von: Martin am Oktober 23, 2020, 12:46:28
Das Wort des LH-Stv/Verkehrsreferenten Anton Lang dazu. ;)

https://meinepaper.kleinezeitung.at/?issue=KLZ/20201023/GRAZ/article/35DC754D-D7AD-4729-AE78-71609304FE06
Titel: Re: Neues von (der Gondel und) der U-Bahn
Beitrag von: Vitus am Oktober 23, 2020, 14:07:13
Das Wort des LH-Stv/Verkehrsreferenten Anton Lang dazu. ;)

https://meinepaper.kleinezeitung.at/?issue=KLZ/20201023/GRAZ/article/35DC754D-D7AD-4729-AE78-71609304FE06

Der Herr Chef möge dort mal schauen;
http://www.styria-mobile.at/home/forum/index.php/topic,12853.msg185396/topicseen.html?PHPSESSID=jgvgms4hpob4g002pnjit1nnj0#msg185396


Bereits 2 Stunden vorher!
Titel: Re: Neues von (der Gondel und) der U-Bahn
Beitrag von: FlipsP am November 23, 2020, 21:18:01
Es wird immer weiter Werbung für die Metro gemacht.