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Thema: Streetscooter - das Elektroauto der Deutschen Post AG (3200-mal gelesen) Vorheriges Thema - Nächstes Thema

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  • FlipsP
Streetscooter - das Elektroauto der Deutschen Post AG
Möchte nicht weiter den E Busthread dafür nutzen. Darum antworte ich hier:
Da sie ständig Fenster oder Autotür offen haben, werden sie vermutlich die Heizung auch auf volle Leistung gedreht haben. Dann geht die Kilometerleistung natürlich flöten.

Nachdem am Markt kein adäquates Fahrzeug angeboten wird, baut die Deutsche Post ganz einfach selber Zustellautos: "Streetscooter". Und das Problem mit der Heizung ist ganz simpel gelöst: es gibt nur eine Sitzheizung, und die ist ausreichend.
( www.streetscooter.eu )

Die Süddeutsche Zeitung hat vor ein paar Tagen einen Artikel über die Streetscooter veröffentlicht:

Postboten fahren jetzt Elektroauto
Von Steve Przybilla

Neue Elektrofahrzeuge der Post in Bayern  Die Deutsche Post lässt ihren Elektro-Lieferwagen von einem Tochterunternehmen, der Streetscooter GmbH, in Aachen produzieren.

Mit dem Streetscooter produziert die Post ihren eigenen Lieferwagen mit E-Antrieb. Doch wie gut funktioniert der Eigenbau-Stromer? Wir haben einen Zusteller begleitet.

Wenn die Temperatur unter den Gefrierpunkt fällt, wird Sabah Buturs Younan besonders aktiv. "Das ist wie Sport", sagt der Paketbote. "Immer schön bewegen. Dann wird dir nicht kalt." Doch an diesem Tag muss sich sogar der geübte Austräger anstrengen. Das Thermometer im Auto zeigt minus zehn Grad Außentemperatur; in den Gassen der Stuttgarter Innenstadt weht ein eisiger Wind. Immerhin: Weit durch die Kälte laufen muss Younan nie. "Ich passe in fast jede Parklücke", freut sich der 39-Jährige. "Das ist wirklich ein Vorteil."

Die guten Park-Eigenschaften hat der Paketbote seinem neuen, wendigen Dienstauto zu verdanken. Seit Dezember 2016 ist er mit dem "Streetscooter" unterwegs, einem elektrisch betriebenen Zustellfahrzeug, das die Deutsche Post in Eigenregie für ihre Pakettochter DHL baut. Hübsch ist sie nicht, diese kleine, eckige, gelbe Kiste, die nahezu lautlos durch die City rollt. Aber das Auto will ja auch keinen Schönheitswettbewerb gewinnen. Vielmehr soll der Streetscooter das Unternehmen in ein umweltfreundliches Zeitalter führen. Allein in Stuttgart sollen durch die Einführung des elektrischen Zustellautos jährlich etwa 60 Tonnen CO₂ eingespart werden.

Keine Abgase, kein Motorenlärm: In Stuttgart, wo der Feinstaubalarm schon fast zum Normalzustand gehört und Umweltschützer gerne erste Fahrverbote für Dieselautos einführen würden, freut das viele. Von 60 Zustellfahrzeugen, die dort momentan im Einsatz sind, fahren bereits 20 elektrisch. "Einfach cool", findet Paketbote Younan sein neues Gefährt.

Besonders die elektronischen Zusatzspielereien haben es ihm angetan: Wenn er aussteigt und vergisst, die Handbremse anzuziehen, dann fängt der Streetscooter an zu piepsen. Während der Fahrt überträgt eine Kamera den Seitenbereich auf ein großes Display im Fahrerhaus. Beim Einparken schaltet sich die Rückfahrkamera automatisch zu. Ein Regal für Pakete sucht man im Laderaum jedoch vergeblich. Weil der Streetscooter kleiner ist als die dieselgetriebenen Mercedes-Transporter vom Typ Sprinter, die DHL bislang vorwiegend einsetzt, muss Zusteller Younan vorausschauend packen. "Ich überlege mir genau, welche Pakete ich zuerst einräume."

Eine Batterieladung reicht für 80 Kilometer

Und wie schlägt sich der Stromer im harten Zustelleralltag? Schließlich berichten selbst E-Auto-Fans, dass sie im Winter auch mal auf die Heizung verzichten, damit die Reichweite langt. Der Streetscooter ist nicht nur mit einer Heizung, sondern auch einer Sitzheizung ausgestattet. Wie lange die Batterie das bei minus zehn Grad mitmacht? "Erstaunlich lange", sagt Younan, der an diesem Tag bereits 45 Minuten unterwegs ist. Nach dieser Zeit steht die Batterie-Anzeige auf 97 Prozent - insgesamt schafft der Zusteller mit einem Fahrzyklus maximal 80 Kilometer. "Manchmal lade ich den Wagen auch erst nach zwei Tagen auf", sagt Younan. Man muss aber fairerweise erwähnen, dass er die Heizung an diesem Tag erst gar nicht angestellt hat. Von der Wärme in die Kälte und dann wieder zurück ins Warme - das sei nichts für ihn, sagt Younan. "Sonst werde ich krank."

Der Fuhrpark der Post umfasst bundesweit derzeit etwa 44 600 Fahrzeuge - ein Großteil davon fährt mit Diesel. Doch der Anteil der E-Autos nimmt schnell zu: Etwa 2000 Streetscooter sind nach Angaben des Unternehmens bereits auf der Straße, die meisten davon in Deutschland.

SEITE2:

Bei Daimler, Ford oder VW stieß die Post auf taube Ohren

Produziert werden die Fahrzeuge in Nordrhein-Westfalen bei der Streetscooter GmbH, einem ehemaligen Start-up der RWTH Aachen, das die Post im Jahr 2014 übernommen hat. Zuvor hatten die DHL-Manager das Gespräch mit der Autoindustrie gesucht, hatten angefragt, wer bereit und fähig sei, relativ rasch eine große Menge an alltagstauglichen Transportern mit E-Antrieb zu liefern. Denn der Druck auf die Zustellbranche steigt: Weil immer mehr Kunden im Internet Waren ordern, wächst die Zahl der Zustellautos auf den Straßen. Strategen bei DHL, aber auch bei den Konkurrenten UPS, Hermes oder GLS befürchten, dass irgendwann erste Kommunen den Firmen strenge Auflagen machen - und aus Gründen der Luftreinhaltung beispielsweise Lieferfahrzeugen mit zu hohem Schadstoffausstoß die Einfahrt in die Innenstädte verweigern.

Doch bei Herstellern wie Daimler, Ford oder VW drangen die Post-Leute kaum durch. So entschieden sie sich, die Fahrzeuge selbst zu produzieren. Und vermutlich gab noch ein weiterer Grund den Ausschlag: So hat das Bundesumweltministerium die ersten 1000 Scooter mit 9,5 Millionen Euro Fördergeld unterstützt.

Fährt die Post mit "grünem" Strom oder nicht?

Mittlerweile läuft die Serienproduktion - in verschiedenen Varianten. Das Modell "Work", das in etwa so groß ist wie ein VW Caddy, nutzt die Post vor allem in ländlichen Regionen, in denen ein Zusteller jeweils Briefe und Pakete zusammen austrägt. Zusätzlich zur geräumigeren Variante, dem Typ "Work L", wird derzeit ein noch größeres Modell entwickelt. "Hauptthema ist die weitere Reduktion der Kosten", sagt Hugo Gimber von DHL. Man wolle die "Ergonomie und Nutzbarkeit gemeinsam mit unseren Zustellern weiter verbessern".

Doch bei aller Euphorie gibt es auch Kritik am "grünen Flitzer" des gelben Logistikriesen. So stört sich das kritische Internetforum Klimalügendetektor an der Werbeaussage, der Scooter fahre zu 100 Prozent elektrisch und vollständig C0₂-frei. Bei eigenen Recherchen will man herausgefunden haben, dass die Post sogenannten RECS-Strom (Renewable Energy Certificate System) tankt - ein Zertifizierungssystem, das von den Kohlekonzernen Eon, RWE und Vattenfall mitbegründet worden sei. DHL-Sprecher Gimber widerspricht: "Die Behauptung, dass wir in Deutschland RECS-Strom nutzen, ist falsch. Seit mehreren Jahren verwenden wir in Deutschland Strom aus 100 Prozent erneuerbaren Energien." Von welchem Anbieter der Strom aber letztendlich kommt, will er trotzdem nicht verraten. Aus "vertraglichen Gründen" lege man die Lieferanten nicht offen.

Der Hersteller wirbt um weitere Kunden

Doch warum produziert die Post ihren Strom nicht einfach selbst, indem sie ihre Paketzentren mit Photovoltaik-Anlagen ausstattet? "Teilweise tun wir das bereits", sagt Gimber. "Das geht aber nicht überall, da manche Gebäude nur angemietet sind und andere nicht genügend Dachlast haben." Ebenfalls unklar ist, ob die Post ihre E-Fahrzeuge in Zukunft auch an externe Interessenten verkaufen wird. Laut offiziellen Angaben ist darüber noch keine Entscheidung gefallen. Bei der Streetscooter GmbH scheint man sich aber schon etwas sicherer zu sein: "Wir bauen Ihre Elektroflotte", heißt es auf der Website der DHL-Tochter, was im nächsten Satz jedoch wieder relativiert wird: "Wir prüfen derzeit, unsere [...] Modelle sowohl gewerblichen als auch öffentlichen Kunden zum Erwerb zur Verfügung zu stellen." Zugleich fordert das Unternehmen mögliche Interessenten dazu auf, ihre Anfrage bereits heute nach Aachen zu schicken.

Klar ist, dass die Post langfristig ihre gesamte Flotte elektrisch betreiben möchte. Zu einem genauen Zeitpunkt äußert sich das Unternehmen noch nicht. Wenn die aktuelle Produktion von 10 000 Fahrzeugen pro Jahr beibehalten wird, dürfte es hochgerechnet etwa bis zum Jahr 2020 soweit sein. Es sei denn, ein Teil der Autos wird doch vorher an andere Kunden verkauft. Dann könnte es noch ein wenig länger dauern mit der C0₂-freien Zustellflotte.


Quelle: http://www.sueddeutsche.de/auto/elektromobilitaet-postboten-fahren-jetzt-elektroauto-1.3371168
Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!  ;)

Re: Streetscooter - das Elektroauto der Deutschen Post AG
Antwort #1
Finde ich eine sehr gute Idee!

  • Andreas
  • Moderator
Re: Streetscooter - das Elektroauto der Deutschen Post AG
Antwort #2
Weil es zum Thema passt, GLS liefert seit rund einem halben Jahr in der Grazer Innenstadt mit Lastenfahrräder aus.

https://gls-group.eu/AT/de/news-uebersicht/gls-radelt-pakete-aus (inkl. Video)
mfG
Andreas

Re: Streetscooter - das Elektroauto der Deutschen Post AG
Antwort #3
Das GLS Rad sehe ich immer wieder mal in der City.  ;D