Zum Hauptinhalt springen
  • Hallo und herzlich Willkommen im neuen Styria-Mobile-Forum!
    Melde Dich an bzw. registriere Dich um alle Bilder sowie Themen sehen zu können! 

Thema: Salzburger Lokalbahn -Zell am See - Krimml  (25204-mal gelesen) Vorheriges Thema - Nächstes Thema

0 Benutzer und 1 Gast betrachten dieses Thema.
  • 4020er
  • Styria Mobile Team
Re: Salzburger Lokalbahn -Zell am See - Krimml
Antwort #15
Wenn man bedenkt, wann die Bahn von der ÖBB übernommen wurde ist das schon eine beachtliche Bauzeit. Was ich gehört habe, sollen man an einigen Tagen bis zu 400m Neubaustrecke gebaut haben... :o

Zitat
11.45 Uhr   Ankunft des Festzuges in Krimml
[...]
Freigabe der Strecke


Also irgendwas ist da falsch herum... ;D
A developed country is not a place where the poor have cars. It's where the rich use public transport.
-Gustavo Petro

Re: Salzburger Lokalbahn -Zell am See - Krimml
Antwort #16
Passt gut dazu:

Pinzgauer Lokalbahn als Erfolgsgeschichte

Engagement, Ideen und Kundennähe zahlen sich aus: Das beweist die Pinzgauer Lokalbahn. Als Teil der ÖBB bis 2008 chronisch vom Zusperren bedroht, blüht die Linie auf, seit die Salzburger Lokalbahn den Führerstand übernommen hat.



Heimfahrer vom Zeller Stadtfest 2010 spätnachts.

Viele fahrgastfreundliche Spezialangebote

Das Management investiert in neues Personal und Infrastruktur für die Schmalspurbahn, und es geht auf Wünsche der lokalen Politik, Wirtschaft und des Tourismus ein.

Ein ORF-Lokalaugenschein: So ein Andrang von Fahrgästen lässt das Herz jeden Eisenbahners höher schlagen. Mittwoch um 23.30 Uhr: Die Pinzgauer Lokalbahn ist bei der Abfahrt in Zell am See mehr als gut gefüllt.

Viele Besucher des Zeller Stadtfestes aus dem Oberpinzgau nützen das Angebot, sicher und günstig nach Hause gebracht zu werden - ohne bei der Polizei in den Alkomat blasen zu müssen.



Sehr viele Biker mit der Bahn unterwegs.

"Geh, betreut`s doch das Stadtfest!"

Diese Zugverbindung ist eine Folge der neu gepflegten Kundennähe, sagt Walter Stramitzer, Dienststellenleiter der Pinzgauer Lokalbahn:

"Wir haben den Stadtfest-Express seit 2008. Kurz nach der Übernahme der Bahn von den ÖBB bekamen wir den Tipp von der Politik, geh fahrt`s doch zum Stadtfest. Wir haben das in kurzer Zeit umgesetzt, und der Zug war von Anfang an ein großer Erfolg - ein Selbstläufer."



Manager des Oberpinzgauer Tourismus betreut hier zwei Besucherinnen aus einem arabischen Land, die sich die Tauernregion begeistert ansehen - immer etappenweise mit der Lokalbahn.

Regionale Vermarktung mit Bahn

Auch tagsüber steigen immer mehr Menschen in den Zug - auch Pendler. Vor allem Radtouristen schätzen die Bahnverbindung - und auch Jugendliche, die noch kein Moped fahren dürfen.

Die Ferienregion Nationalpark Hohe Tauern sieht in der Pinzgauer Lokalbahn einen wichtigen Kooperationspartner, betont deren Manager Christian Wörister: "Wie haben alle unsere Werbemittel mit den Angeboten der Lokalbahn ausgestattet. Es gibt auch ein Fahrkartensystem mit unserer Tauerncard.

Frühere Gegner des Ausbaues längst bekehrt

Der Service steht im Mittelpunkt. Während die ÖBB viele Bahnhöfe und Haltestellen auf ihren Strecken schließen, hat die Pinzgauer Lokalbahn in Mittersill das Kundencenter ausgebaut. Und dass der Fahrgast die Karte im Zug lösen kann, das versteht sich von selbst.

Die Ergebnisse der ersten zwei Jahre hätten selbst hartnäckige Skeptiker überzeugt, sagt ein früherer - der Wolfgang Viertler, Bürgermeister von Mittersill: "Wir haben mit der Salzburg AG und ihrer Lokalbahn einen einheimischen und regionalen Betreiber. Dieser ist sehr dienstleistungsorientiert. Wir haben sehr erfreuliche Zuwachsraten."

Und auch die Fahrzeit von Mittersill nach Zell am See konnte um zehn Minuten verkürzt werden.

Neue Trasse von Mittersill bis Krimml

Schon bald wird die Pinzgauer Lokalbahn wieder ihre ursprüngliche Strecke in voller Länge befahren - von Zell am See nach Krimml. Vor ein paar Jahren wurde ja westlich von Mittersill ein Teil der Strecke beim Hochwasser fortgespült.

Zwischen Bramberg und Krimml werden derzeit letzte Arbeiten durchgeführt, etwa beim Bahnhof Krimml. Durch die Salzachaufweitung ist die Trasse zum Teil neu und vor dem Hochwasser sicher verlegt worden, wie bei Neukirchen.



Verkehrsreferent sehr zufrieden

LHstv. und Verkehrsreferent Wildfried Haslauer (ÖVP) fühlt sich bestätigt: "Es geht etwas weiter, und es macht mir große Freude zu sehen, wie dort gearbeitet wird. Wir bringen sicher einen Teil des Straßenverkehrs auf die Schiene dadurch. Ohne den Kraftakt der Übernahme der Pinzgaubahn durch das Land Salzburg wäre die Bahn zugesperrt worden. Wir lassen sie nun jetzt von Salzburg AG und Lokalbahn betreiben."

Derzeit endet die Strecke bei Krimml vor dem letzten Anstieg in Richtung Ortszentrum. Es werden bereits Pläne gewälzt, die Pinzgauer Lokalbahn bis zu den Krimmler Wasserfällen zu verlängern. Doch bis dahin müssen wohl noch einige Weichen gestellt werden.


Quelle: ORF Salzburg
Erstellt am: August 07, 2010, 18:44:14
Salzburg macht's vor:

Neue Wohngebiete nur mehr an Öffi-Strecken geplant



Um die Pkw-Staus auf Pendlerrouten nicht noch mehr anschwellen zu lassen, sucht das Land ganz gezielt nach neuen Wohngebieten entlang von Bahn- und Busstrecken. An der Lokalbahn könnte der Flachgauer Wohnbedarf bis 2030 gedeckt werden. Wohngebiete mit Öffi-Anschluss will man jetzt verstärkt fördern.

"Unser Ziel ist es, im Umkreis von einem Kilometer von Bahn- und Busstrecken neue Wohnflächen aufzuschließen", sagt Landesrat Walter Blachfellner. Den betroffenen Gemeinden will das Land dann eine leichtere Umwidmung sowie eine Wohnbauförderung in Aussicht stellen. "Und zusätzlich winkt den Jahreskarten-Inhabern von Bahn und Bus ja auch noch die 20-prozentige Rückvergütung durch das Land", erklärt der Landesrat. Viele Argumente also, um den privaten Pkw stehen zu lassen...

Und Wohnraum ist in Salzburg knapp: Nur 17,6 Prozent der Fläche können dauerhaft genutzt werden. Durch die Knappheit und die vielen Nutzungsinteressen werden Planung, Flächensicherung und der Aufbau einer Infrastruktur immer schwieriger.

Katalog soll im September vorliegen

"Das Land hat aus Fehlern gelernt, wie sie etwa bei Hochleistungstrasse der Bahn gemacht wurden", berichtet Blachfellner. Sein Credo: Wenn schon der Bau neuer Straßen und Bahnstrecken schwierig ist, gehen wir doch den umgekehrten Weg: Suchen wir freie Wohnflächen entlang öffentlicher Verkehrswege!

Im September bereits soll ein Katalog möglicher Wohnbaugebiete entlang der Bahnstrecke Salzburg - Straßwalchen vorliegen, als Nächstes will die Landes-Raumplanung den NAVIS-Südast bis Golling prüfen.

Infrastruktur-Programm für 30 Jahre

Darüber hinaus wollen Vize-Landeshauptmann Wilfried Haslauer und Landesrat Blachfellner gemeinsam ein Infrastruktur-Programm für die nächsten 30 Jahre festschreiben: 100 Straßen- und Schienenprojekte werden darin nach ihrer Bedeutung beurteilt. 23 Bahn- und 16 Straßenprojekte sind bereits in Planung. Von der Flughafenbahn Taxham-Stieglgleis bis hin zur Verlängerung der Pinzgaubahn zu den Krimmler Wasserfällen. "Letztlich muss es auch ein Zukunfts-Ziel der Planer sein, Trassen für Stromleitungen wie bei dem 380-kV-Projekt langfristig frei zu halten", so Blachfellner.


Quelle: Kronen Zeitung

  • Martin
  • Global Moderator
  • Styria Mobile Team
Re: Salzburger Lokalbahn -Zell am See - Krimml
Antwort #17
Am Samstag wird eröffnet...
GLG
Martin

Re: Salzburger Lokalbahn -Zell am See - Krimml
Antwort #18
Vom Dornröschenschlaf zu einem Verkehrsmittel mit Zukunft

Burgstaller und Haslauer bei der Eröffnung der Strecke Bramberg - Krimml der Pinzgauer Lokalbahn

Seit heute fährt die Pinzgauer Lokalbahn wieder bis zum Bahnhof Krimml. Nach dem verheerenden Hochwasser 2005 verkehrte die Bahn nur zwischen Zell am See und Mittersill. Im Sommer 2009 wurde nach der Übernahme durch die Salzburg AG im Juli 2008 mit dem Wiederaufbau der Strecke begonnen. Von einem "Happy end auf ganzer Strecke" sprach Landeshauptfrau Mag. Gabi Burgstaller heute, Samstag, 11. September, beim Festakt zur Eröffnung des letzten Teilstückes der nun wieder kompletten Pinzgauer Lokalbahn auf dem Bahnhof Krimml. "Uns ist damit gemeinsam etwas gelungen, das kaum jemand für möglich gehalten hätte", sagte Verkehrsreferent Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Wilfried Haslauer und richtete seinen Dank an "alle, die einen Beitrag geleistet haben".

Insgesamt werden 32,3 Millionen Euro in Infrastruktur und neue Fahrzeuge investiert. Zusätzlich stellt das Land zur Finanzierung des laufenden Betriebes der Pinzgauer Lokalbahn seit 2009 1,33 Millionen Euro und ab 2011 weitere 140.000 Euro zur Verfügung. Auch in Vermarktung und Werbung werde kräftig investiert. "Die Pinzgauer Lokalbahn lebt und ist lebendiger denn je", führte Landeshauptfrau Burgstaller weiter aus. "Mit einer Million Fahrplankilometern bei Bahn und Bus gehört der Oberpinzgau zwischen Zell am See und Krimml mit 45.000 Einwohnern zu den am besten mit Nahverkehrsangeboten versorgten Regionen Salzburgs."

Trotz vieler widriger Umstände wie beispielsweise zweier Weltkriege, dem Automobilzeitalter oder dem Jahrhunderthochwasser sei die Bahn "nicht zu stoppen", so Landeshauptfrau Burgstaller. "Es kommt nicht oft vor, dass ein Bundesland eine ganze Bahn übernimmt. Im Falle der Pinzgaubahn gab es bereits zweimal ein Ja des Landes: das erste Mal bereits 1905. Die politische Entscheidung bedeutet ein deutliches Signal zugunsten des öffentlichen Schienennahverkehrs, das zu Recht weit über Salzburg hinaus Beachtung gefunden hat."

Aktive Unterstützung durch die Bevölkerung

"Einen wichtigen Beitrag zur Pinzgauer Lokalbahn Neu leisten auch die Oberpinzgauer selber. Die Anrainergemeinden haben aktiv Verantwortung übernommen, etwa bei der Betreuung von Haltestellen oder bei der aktiven Bewerbung der Bahn als Tourismusattraktion", machte Landeshauptfrau Burgstaller deutlich.

"Der neue Betreiber hat sich bereits hervorragend bewährt. Neue, moderne Garnituren sind unterwegs, der Güterverkehr auf der Bahn läuft wieder, und die Strecke ist in alter Länge hergestellt. Aber das ständige Werben um die Nutzung und Inanspruchnahme dieser maßgeblich modernisierten und attraktiv gestalteten Bahn muss weitergehen", forderte Landeshauptfrau Burgstaller.

"Diese Bahn hat viel Vergangenheit, aber vor allem eine große Zukunft als Rückgrat des regionalen Nahverkehrs des 21. Jahrhunderts. Dies zeigt sich an der positiven Entwicklung der Fahrgastzahlen. Die geplanten weiteren Streckenbegradigungen in Piesendorf und Uttendorf und die neuen Haltestellen in Zell am See, Piesendorf, Uttendorf, Stuhlfelden und Mittersill werden die Bahn zusätzlich attraktiv machen", betonte Landeshauptfrau Burgstaller, die auch die Vision einer Verlängerung der Strecken bis zu den Krimmler Wasserfällen ansprach.

Haslauer: Bekenntnis des Landes zum öffentlichen Verkehr

"Die Rettung dieser Bahn - allen Rückschläge und Schwierigkeiten zum Trotz - ist für mich auch ein Bekenntnis des Landes zum Ausbau der Schiene und zum öffentlichen Verkehr. Es ist aber auch ein klares Zeichen, dass Salzburg bereit ist, in die Infrastruktur in den ländlichen Regionen und nicht nur im Zentralraum zu investieren. Man sieht, dass die Menschen bereit sind, einzusteigen, wenn Angebot und Qualität stimmen. Die Pinzgauer Lokalbahn wird sich von einem Verkehrsmittel, das jahrelang im Dornröschenschlaf lag, zu einer echten Verkehrsader im Pinzgau - für Einheimische und für Gäste - entwickeln", sagte Landeshauptmann-Stellvertreter Haslauer.

Bewegte Geschichte der Pinzgauer Lokalbahn

Bereits 1889 gab es Pläne zur Errichtung einer Eisenbahnstrecke von Zell am See in den Oberpinzgau. Die Vorarbeiten bis zur Konzessionserteilung dauerten jedoch noch bis 1896. Am 19. Mai 1896 unterzeichnete Kaiser Franz Josef die Urkunde zum Bau und Betrieb einer schmalspurigen Lokalbahn von Zell am See über Mittersill nach Krimml. Eröffnet wurde die Schmalspurbahn als "Pinzgauer Localbahn" am 2. Jänner 1898. Geplant war neben einer Verlängerung zu den Krimmler Wasserfällen auch eine Verbindung mit der Zillertalbahn in Tirol. Beide Vorhaben wurden jedoch nicht verwirklicht.

Anfänglich verkehrten zwei Personenzüge, wobei einer auch den Güterverkehr übernahm. Dieser diente in erster Linie dem Holztransport und dem Transport von landwirtschaftlichen Gütern. In Zell am See wurde die Fracht auf Normalspurwaggons umgeladen. 1926 wurde der Rollwagenbetrieb eingeführt.1987 wurde die Bahntrasse zwischen Mittersill und Krimml durch Hochwasser schwer beschädigt. Dies führte jedoch nicht, wie befürchtet wurde, zur Einstellung der Bahn in diesem Abschnitt, sondern zu einem aufwändigen Wiederaufbau der Gleisanlagen. In späteren Jahren erfolgte zusätzlich die Entschärfung einiger besonders enger Bögen, wodurch die Pinzgaubahn die einzige Schmalspurbahn der ÖBB wurde, auf der fahrplanmäßig Geschwindigkeiten von 70 Kilometer pro Stunde erreicht werden konnten.

"Die bewegte Geschichte der Pinzgauer Lokalbahn zeigt, dass diese Bahn mehrfach kurz vor dem Ende stand. Letztlich haben sich die Kräfte durchgesetzt, die an die Zukunft der Eisenbahn im Pinzgau geglaubt haben, mittlerweile konnten wir viele Zweifler überzeugen. Das ist vor allem dem Einsatz der engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Pinzgauer Lokalbahn zu verdanken, die neues Feuer in die alten Kessel gebracht haben. Ich bin sicher, dass wir mit dem heutigen Neustart auf der gesamten Strecke ein Verkehrsmittel geschaffen haben, das Zukunft hat", schloss Landeshauptmann-Stellvertreter Haslauer.

Wiederaufbau der Pinzgauer Lokalbahn

Mit 1. Juli 2008 übernahm das Land Salzburg die Pinzgauer Lokalbahn von den ÖBB. Den Betrieb führt seither die Salzburger Lokalbahn. Wesentlicher Teil des Betriebskonzeptes war dabei der Wiederaufbau der zwischen 10. und 12. Juli 2005 vom Hochwasser zerstörten Strecke. Am 22. Juli 2009 wurde mit dem Wiederaufbau des Gleiskörpers bis Bramberg begonnen, am 9. Dezember wurde der Abschnitt für den Verkehr freigegeben. Nach Fertigstellung der Neubaustrecke bis Bramberg wurden die Arbeiten in Richtung Krimml fortgesetzt. Insgesamt wurden zehn Kilometer der Strecke komplett neu errichtet und die restlichen 15 Kilometer Altbestand saniert. 50 Kilometer Schienen, etwa 40.000 Betonschwellen und der erforderliche Gleisschotter wurden mit der Bahn angeliefert.

Um ein derartig komplexes Bauvorhaben abzuwickeln, waren hinter den Kulissen umfangreiche Planungs- und Vorarbeiten nötig, die von der Landesbaudirektion und den Spezialisten der Salzburger Lokalbahn durchgeführt wurden. Dabei wird der Neubau auch dem Hochwasser mehr Widerstand bieten. Es wird auch zukünftig Streckenabschnitte geben, die bei auftretendem Hochwasser überspült werden. Mit einer neuen Oberbauform wird versucht, bei Hochwasser die Schäden an den Gleisanlagen gering zu halten. Der Schotteroberbau wird dabei in einem Betontrog errichtet, um eine Unterspülung wirksam zu verhindern. Die Schwellen liegen in einem 45 Zentimeter dicken Schotterbett, und das "Unterbauplanum" hat ein Gefälle von fünf Prozent zur Entwässerung. In Summe betragen die Investitionen für den Wiederaufbau, die Sanierung, Linienverbesserung und sonstige Investitionen (Fahrbetriebsmittel) rund 32,3 Millionen Euro.

Reihe 5090 bildet Rückgrat des Betriebes

Seit Mitte der 1960er Jahre setzten die ÖBB auf dieser Strecke Diesellokomotiven der Reihe 2095 ein, die letztendlich zur Vollverdieselung des Betriebes führten. Von der Reihe 2095 sind bis heute noch drei Loks auf der Strecke in Betrieb, sie werden unter der neuen Bezeichnung Vs 71-73 für Güterzüge und Fahrradtouristikzüge eingesetzt. Ab Mitte der 1980er Jahre wurden laufend neue Dieseltriebwagen der Reihe 5090 in Zell am See stationiert. Diese bilden auch unter dem neuen Betreiber das Rückgrat des Betriebes.

Im April 2005 beschlossen die ÖBB gemeinsam mit der Zillertalbahn, neue Fahrzeuge anzuschaffen. Die erste Diesellokomotive des Typs D 75 BB-SE für die Pinzgauer Lokalbahn wurde von der Gmeinder Lokomotivfabrik im Februar 2007 ausgeliefert, wurde aber von den ÖBB nicht eingesetzt. Die Lok wurde von der Salzburger Lokalbahn (SLB) als Vs 81 in Betrieb genommen und gelangt seit der Übernahme durch das Land Salzburg mit einem ebenfalls neu angeschafften modernen Wendezug zum Einsatz. Von der SLB wurde nach Übernahme der Pinzgauer Lokalbahn am 2. September 2008 eine zweite Lokomotive bestellt, die Ende 2009 in Dienst gestellt und als Vs 82 bezeichnet wurde. 2004 wurden eine Lokomotive, zwei Mittelwagen und drei Steuerwagen als Neubaufahrzeuge für die ÖBB-Pinzgaubahn angeschafft. 2009 wurden diese Fahrzeuge von der Salzburg AG übernommen. 2008 wurde eine zusätzliche Lokomotive bestellt und Ende 2009 in Betrieb genommen.

Güterverkehr nach zehnjähriger Pause wieder aufgenommen

Der Güterverkehr wurde im November 2008 nach zehnjähriger Pause wieder aufgenommen. Die Salzburger Lokalbahn, Betreiberin der Pinzgauer Lokalbahn, ist ein erfahrenes Unternehmen im regionalen, nationalen und internationalen Güterverkehr. Pro Jahr werden mehr als zwei Millionen Tonnen Güter auf eigenen und fremden Schienen transportiert. Die Pinzgauer Lokalbahn profitiert von dieser langjährigen Erfahrung im Güterverkehr.

Zu vielen Gewerbebetrieben führen Anschlussgleise der Pinzgauer Lokalbahn. Diese Betriebe haben dadurch für ihre Güterbeförderung eine direkte Anbindung an das Schienennetz der ÖBB und an das europäische Eisenbahnnetz. Namhafte Unternehmen nutzen die Pinzgauer Lokalbahn, um den Transport von Rohstoffen und Gütern umweltfreundlich von der Straße auf die Schiene zu verlegen. Die Unternehmen schätzen die Verlässlichkeit und die Flexibilität der Lokalbahn.

Zur Finanzierung der Infrastruktur- und Fahrzeuginvestitionen waren in Summe rund 32,3 Millionen Euro erforderlich. Dazu tragen die ÖBB in Höhe von 12,948 Millionen Euro und der Bund in Höhe von zehn Millionen Euro bei. Das Land stellte für diese Investitionsmaßnahmen 9,352 Millionen Euro zur Verfügung, weiters zur Finanzierung des laufenden Betriebes der Pinzgau-Bahn ab 2009 indexgesichert 1,33 Millionen Euro und ab 2011 weitere indexgesicherte 140.000 Euro. Bei der Eröffnung der Pinzgauer Lokalbahn wurden zum Thema passende kreativ-künstlerische Arbeiten von Menschen mit Beeinträchtigung aus den Einrichtungen der Salzburger Lebenshilfe präsentiert. Die Werke entstanden während der "Internationalen Malerwochen Hollersbach".


Quelle: SALZBURG.AT

  • Martin
  • Global Moderator
  • Styria Mobile Team
Re: Salzburger Lokalbahn -Zell am See - Krimml
Antwort #19
Danke für den Bericht und die Bilder... :one:
GLG
Martin

Re: Salzburger Lokalbahn -Zell am See - Krimml
Antwort #20
Super Bilder, Danke. :one:

Re: Salzburger Lokalbahn -Zell am See - Krimml
Antwort #21
Drei Jahre SLB Pinzgauer Lokalbahn

Fahrgastzahlen übertreffen Erwartungen / Erfolgreiche Kooperationen, Rad- und Dampfsaison ab Mai / Heizhaus Tischlerhäusl um 1,4 Mio € saniert / Bürgermeister Hans Warter, Beiratsvorsitzender der SLB Pinzgauer Lokalbahn: ,,Immer mehr Pinzgauer steigen in die Pinzgauer Lokalbahn ein"

,,Die Fahrgastzahlen übertreffen eindeutig unsere Erwartungen", berichtet Bürgermeister Hans Warter im Rahmen eines Pressegesprächs am 12. Mai in Zell am See. Der Piesendorfer Bürgermeister ist Vorsitzender des Beirates der SLB Pinzgauer Lokalbahn. Der jüngste Quartalsvergleich bestätigt, dass immer mehr Pinzgauer und Urlaubsgäste die Schmalspurbahn für Beruf, Schule und Freizeit nutzen: Die Zahl der Fahrgäste im ersten Quartal 2011 hat sich im Vergleich zum gleichen Zeitraum 2009 verdoppelt. Der direkte Vergleich ist nicht ganz korrekt, da 2009 noch nicht die gesamte Strecke befahren wurde. ,,Der Fahrgastzuwachs freut mich sehr, da wir vor drei Jahren nicht mit einer so schnellen positiven Entwicklung gerechnet haben", fügt Hans Warter hinzu. Die Salzburger Lokalbahn wurde am 8. Juli 2008 als Betreiberin der Strecke durch das Land Salzburg eingesetzt.

Im Februar 2011 wurden erstmals mehr als 3.000 Fahrgäste pro Tag gezählt. Für 2011 werden über 800.000 Fahrgäste erwartet. Hans Warter sieht in der steigenden Nachfrage den Bedarf bestätigt: ,,Die Pinzgauer Lokalbahn zeigt, dass mehr Menschen die Bahn nutzen, wenn das Angebot stimmt."

Erfolgreiche Kooperationen im Tourismus

Mit Kundenorientierung und den Verantwortlichen direkt vor Ort ist die Schmalspurbahn auch in touristischer Hinsicht erfolgreich unterwegs. ,,Die Pinzgauer Lokalbahn hat sich in den letzten Jahren als verlässlicher Partner für touristische Angebote etabliert", lobt Bürgermeister Hans Warter. Der Piesendorfer Bürgermeister ist Vorsitzender des Beirates der SLB Pinzgauer Lokalbahn. ,,Die Errichtung von neuen Haltestellen in der Nähe von Seilbahnen hat sich mittlerweile als zukunftsweisende Entscheidung bestätigt", so der Vorsitzende. Die Haltestellen ,,Hollersbach Panoramabahn" und ,,Areitbahn" in Zell am See wurden in Gehweite zu den Talstationen der Seilbahnen errichtet.

Die Aktion ,,Skipass = Fahrkarte" ist das erfolgreichste Winter-Angebot. In der Skisaison 2009/10 gab es erstmals eine Kooperation mit der Hollersbacher Panoramabahn. Im heurigen Winter 2010/11 wurde die SVV-Aktion auf das Familien-Skigebiet Wildkogel und den sogenannten 'Wennser Gletscher', einem Anfängerlift in Bramberg Wenns, erweitert. Mit einem gültigen Skipass brachte dabei die SLB Pinzgauer Lokalbahn zwischen Dezember und Mai insgesamt mehr als 15.000 Fahrgäste zur Piste. Die Zahlen bestätigen auch heuer wieder: Wenn ein Angebot passt, wird es auch angenommen und das Auto bleibt in der Garage. Noch dazu nützen Jugendliche und Schulklassen die Bahn zu jenen Fahrzeiten, die sonst weniger ausgelastet sind. Weitere gut gebuchte Angebote waren Wintermärchen- und Rodelzug.

Saisonauftakt mit Fest: 21. Mai 2011

Die Rad- und Nostalgiesaison im Oberpinzgau wird heuer erstmals mit einem Fest am 21. Mai eröffnet. Erster Teil des Festakts wird die Loktaufe am Bahnhof Neukirchen sein. Ein Sonderzug bringt die Festgäste anschließend nach Mittersill. Der jetzt auch außen komplett renovierte Bahnhof Mittersill bietet für den zweiten Teil des Festakts einen perfekten Rahmen. Den Abschluss bildet die feierliche Eröffnung der neuen Ausstellung im Felberturm-Museum ,,Pinzgauer Lokalbahn - Geschichte und Gegenwart" mit gleichzeitiger Präsentation eines neuen Modells der modernen Wendezüge.


Quelle: Schmalspur-Europa

  • kroko
Re: Salzburger Lokalbahn -Zell am See - Krimml
Antwort #22
Ausgezeichnete Nachrichten - die hoffentlich auch in anderen Fällen Mut machen.

Noch ein Artikel von orf.at dazu:
http://salzburg.orf.at/stories/515441/

Re: Salzburger Lokalbahn -Zell am See - Krimml
Antwort #23
Pinzgaubahn als Zugpferd

Verkehr. Immerhin 46 Prozent aller Wege werden im ,,Autoland" Salzburg zu Fuß, per Rad oder mit Bus und Bahn zurückgelegt. Es sollen mehr werden.

Salzburg, Zell am See. Wenn das öffentliche Angebot und wichtige Kleinigkeiten passen, steigen auch Autofahrer um. Davon sind Verkehrsexperten überzeugt. Als Vorbild für Österreich streicht der Verkehrsclub VCÖ die Pinzgauer Lokalbahn hervor.

Nach dem Radwegenetz im Vorjahr erhielt am Freitag das Land als Investor und Planer zum zweiten Mal nacheinander den VCÖ-Mobilitätspreis verliehen - mit dem Betreiber Pinzgauer Lokalbahn. Die Zahl der Fahrgäste habe sich seit 2008 auf rund 800.000 Fahrgäste pro Jahr fast verdreifacht (von 280.000 vor der Übernahme von den ÖBB). Der Erfolg hat aber seinen Preis. ,,Wir haben 20 Millionen Euro allein in die Schieneninfrastruktur gesteckt und fünf Millionen in das Wagenmaterial", sagte Landesbaudirektor Christian Nagl, ,,in Zukunft sind es 3,5 Millionen jährlich für Betrieb und Infrastruktur". Für den laufenden Betrieb seien es 1,5 Mill., betonte LH-Stv. Wilfried Haslauer (ÖVP). Eine Million werde aus Fahrscheinverkauf und Schülertransporten eingenommen. Es gebe zwei Visionen: eine Verlängerung nach Krimml und eine Stichstrecke Richtung Kaprun. ,,Ich kann ausschließen, dass das vor 2014 in Angriff genommen wird. Jetzt konzentrieren wir uns auf den Fertigbau mit diversen Ausweichen usw." Peter Haibach (Probahn) lobt das Zukunftsmodell im Pinzgau. Bund und ÖBB müssten für eine ,,faire Verländerung" von Regionalbahnen sorgen, der Privatbahnen-Topf müsse aufgestockt werden.

Martin Blum vom VCÖ ist zuversichtlich, dass Salzburg bis 2020 das Ziel 60 Prozent ,,klimafreundliche Mobilität" erreichen kann. ,,Gehen und Radfahren können gemeinsam 35 Prozent erreichen, für den öffentlichen Verkehr sind 25 Prozent realistisch." Jede zehnte Autofahrt sei kürzer als einen Kilometer.

Um alte Gewohnheiten ändern zu können, müssten in der Wegekette auch die ,,Kleinigkeiten" passen, sagte Gernot Hubner vom MobilitätspreisHauptunterstützer ÖBB-Postbus. Das reiche von der Beleuchtung an einer Haltestelle bis zur Breite eines Radwegs.


Quelle: SN

Re: Salzburger Lokalbahn -Zell am See - Krimml
Antwort #24
Ein paar "aktuelle" Fotos vom vergangenen Februar 2012.

Viel Spaß  ;)

Re: Salzburger Lokalbahn -Zell am See - Krimml
Antwort #25
Mit einem Freund war ich die letzten drei Tage auf der Krimmlerbahn und auf der Zillertalstrecke  Unterwegs. Die Eindrücke dieser drei Tage waren gigantisch.
Es würde mich interessieren was die ex.ÖBB Herren zum Betrieb der abgegebenen bzw. geschlossenen Bahn im Pinzgau für Antworten die Einstellung betreffend geben.
Züge auf der Schmalspurbahn oft übervoll von Fahrgästen und Fahrrädern, eine teilweise völlig neu gebaute Strecke. Die komplette Infrastruktur so ausgebaut wie man diese eigentlich nur von schweizer Bahnen erwartet. Das Personal liebenswürdig vom Kleinkind bis zur Oma. Hilfreich  bemüht die oft sperrige Fracht (Fahrräder) zu verstauen. Wegen des starken Passagieraufkommen  wir nieman vom Personal auf die Idee kommen, diese als Störenfriede zu betrachten. Immer, sauber in Uniform, für die eventuellen Proplemchen der Reisenden, ein offenes Ohr.
Diesen Betrieb der SLB (Salzburger Landesbahn) sollten sich die ÖBB als Beispiel nehmen um in ihrem Unternehmen ähnliches aufzuziehen - dafür ist aber Arbeit, Ideenreichtum und noch einiges
notwendig - aber man soll die Hoffnung ja nicht aufgeben.

Mit freundlichen Grüßen      -----      Gleisnagel.

Die Aufnahmen dieser Reihe sind alle heute, 5.7.2012 aufgenommen
FRIEDE-FREIHEIT-GERECHTIGKEIT   ---    Sorge dich nicht, L E B E

Re: Salzburger Lokalbahn -Zell am See - Krimml
Antwort #26
Fortsetzung der von mir gestern eingebrachten Aufnahmen der Krimmlerbahn.

MfG.     ----     Gleisnagel
FRIEDE-FREIHEIT-GERECHTIGKEIT   ---    Sorge dich nicht, L E B E

Re: Salzburger Lokalbahn -Zell am See - Krimml
Antwort #27
Zitat
Diesen Betrieb der SLB (Salzburger Landesbahn) sollten sich die ÖBB als Beispiel nehmen um in ihrem Unternehmen ähnliches aufzuziehen


Also deutlich billigeres Personal einstellen, irrwitzige Fahrpläne erstellen und dafür die Vorschriften etwas großzügiger auslegen und zum Großteil eine von ÖBB und Land gesponserte Neubaustrecke befahren. Da kann wirklich kaum was schiefgehen, wenn man auch noch die wirklich lobenswerte Kundenbetreuung dazunimmt.

Dass diese Strecke nur so erfolgreich sein kann, war auch einigen ÖBBlern klar, weshalb man sich auch intensiv um die Lösung SLB bemüht hat. Die Einstellung war wohl nie ernsthaft ein Thema!

Re: Salzburger Lokalbahn -Zell am See - Krimml
Antwort #28
Zitat von: J. 1042 link=topic=2482.msg95610#msg95610 date=13416048[quote
Diesen Betrieb der SLB (Salzburger Landesbahn) sollten sich die ÖBB als Beispiel nehmen um in ihrem Unternehmen ähnliches aufzuziehen


Also deutlich billigeres Personal einstellen, irrwitzige Fahrpläne erstellen und dafür die Vorschriften etwas großzügiger auslegen und zum Großteil eine von ÖBB und Land gesponserte Neubaustrecke befahren. Da kann wirklich kaum was schiefgehen, wenn man auch noch die wirklich lobenswerte Kundenbetreuung dazunimmt.

Dass diese Strecke nur so erfolgreich sein kann, war auch einigen ÖBBlern klar, weshalb man sich auch intensiv um die Lösung SLB bemüht hat. Die Einstellung war wohl nie ernsthaft ein Thema!
[/quote]

Die ÖBB hatte lange genug die Chance den Weg den man bei den SLB gegangen ist selbst zu gehen, so aber ging es sogar mit dem mageren Güterverkehr ins "Endlose". Das Einkommen bei den ÖBB ist offensichtlich höher als ständig von verschiedenen Medien kritisiert - demnach müssen die Betriebszugehörigen der SLB auf den Weg in die, trotz Beschäftigung, Pleite gehen.
Natürlich bin ich kein Fachmann aber mein logisches Denken und das was ich sehe läßt mich erfreut über dieses Unternehmen denken und hoffen, trotz der "irrwitzigen" Fahrpläne.

MfG   ---------      Gleisnagel
FRIEDE-FREIHEIT-GERECHTIGKEIT   ---    Sorge dich nicht, L E B E

Re: Salzburger Lokalbahn -Zell am See - Krimml
Antwort #29
Noch ein paar Aufnahmen von der Krimmlerbahn.

MfG.       -----      Gleisnagel
FRIEDE-FREIHEIT-GERECHTIGKEIT   ---    Sorge dich nicht, L E B E