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Thema: Die Erzbergbahn fährt nicht mehr (18017-mal gelesen) Vorheriges Thema - Nächstes Thema

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  • Vespa
Re: Die Erzbergbahn fährt nicht mehr
Antwort #15
Ich bin überrascht... - nicht überzeugt, aber überrascht. Positiv.

http://www.erzbergbahn.at/2014/02/16/provisorischer-fahrplan-2014/

  • Vespa
Re: Die Erzbergbahn fährt nicht mehr
Antwort #16
Heute per Mail erhalten:

Liebe Newsletter Abonnentinnen und Abonnenten!

Status der Situation der Erzbergbahn vom 04. 03. 2014

Wie bereits berichtet hat die ÖBB, mit Wirkung vom 31. Mai 2013 den
Mietvertrages für die lebenswichtige Verbindungsbahn vom Heizhaus,
welches Eigentum der Erzbergbahn ist, bis zum Bahnhof Vordernberg Markt,
wo die ebenfalls im Eigentum der Erzbergbahn befindliche Bergstrecke
über den Präbichl beginnt, gekündigt. Deswegen waren 2013 keine
Fahrten möglich.
Wie bereits berichtet hat die ÖBB, mit Wirkung vom 31. Mai 2013 den
Mietvertrages für die lebenswichtige Verbindungsbahn vom Heizhaus,
welches Eigentum der Erzbergbahn ist, bis zum Bahnhof Vordernberg Markt,
wo die ebenfalls im Eigentum der Erzbergbahn befindliche Bergstrecke
über den Präbichl beginnt, gekündigt. Deswegen waren 2013 keine
Fahrten möglich.

Das Ultimatum der ÖBB lautet: ,,Die Strecke mit ca. 1,9 km kaufen,
ansonsten wird dieser Teil der Strecke abgebaut, bzw. einer anderen
Verwendung zugeführt. Kaufpreis: €411.000.- mit Bahnhofsgebäude oder
€341.000,-- ohne Bahnhofsgebäude, zuzüglich MWST, sowie Kosten für
Vermessung und Verbücherung. Die beiden Liegenschaften,
Heizhausgelände samt Werkstätten und Remisen und Bergstrecke wurden im
Jahre 2003 um 1.000.000,- öS (€72.672.-)vom Verein gekauft.

Vorgeschichte:
Die ÖBB bieten 2012 die gesamte stillgelegte Eisenbahnstrecke zwischen
Trofaiach und Vordernberg Markt zum Verkauf an. Teilverkäufe sind nicht
möglich. Basierend auf diesem Kaufangebot wurde im Februar 2013 ein
fundiertes Projekt namens ,,FE Express"  mit Business Plan,
Betreiberkonzept und Finanzplan, welches von Fachleuten ausgearbeitet
wurde, an das Land, LH Voves eingereicht. Bis dato leider keine
Reaktion.Erst im November 2013 wurde von den ÖBB die Möglichkeit
eingeräumt, die für uns lebenswichtige Teilstrecke zu kaufen. Vor
einigen Tagen wurden wir von  der ÖBB davon informiert, dass eine
zinsfreie Ratenzahlung über 10 Jahre nicht möglich sei.

Der Verein kann weder die Summe von 411.000,-- noch die Summe von
341.000,-- EURO  aus eigener Anstrengung aufbringen. Wir von der
Erzbergbahn arbeiten an der Finanzierung der ÖBB Forderungen in denen
unsere Zwangssituation auf nicht gerade faire Art ausgenutzt wird.
Folgende Maßnahmen wurden gesetzt. Dabei sind wir bis jetzt immer davon
ausgegangen, dass die Zahlung über 10 Jahre in Raten zinsfrei erfolgen
kann.

1. Ein Bittschreiben an die ca.  350 Mitglieder der Erzbergbahn um eine
einmalige Sonderzahlung. Diese Briefe sind bereits verschickt.
2. Ein Bittschreiben an Freunde und Bekannte des Kernteams der
Erzbergbahn um Finanzhilfe.
3. Bittschreiben an Firmen in der Region um die Erzbergbahn.
4. Ein Ansuchen um Förderung Datum 18.02.2014 an das Verkehrsreferat,
Dr. Kurzmann. Hier gibt es bereits eine allerdings nur verbale Zusage,
sich an den jährlichen Ratenzahlungen mit einem 5 stelligen Betrag zu
beteiligen.
5. Ein Ansuchen mit Datum 18.02.2014 um Förderung an das
Tourismusreferat, LH. Stv. Schützenhöfer. Bis dato keine Reaktion.
6. Ein Ansuchen an Landesbaudirektor DI. Andreas Tropper durch seine
Gutachter zu prüfen ob die verlangten Preise der Region, bzw. dem
Zustand der Grundstücke entsprechen. Hier gibt es bereits eine verbale
Zusage.
7. Der Hauptschuldirektor von Schladming, Herr Karl Müller hat  5743
Unterschriften für den Erhalt der Erzbergbahn gesammelt. Seine Briefe
an alle Fraktionen des Landes um Unterstützung der Erzbergbahn blieben
unbeantwortet. Möglicherweise finden sich unter diesen Freunden der
Erzbergbahn einige, die uns auch finanziell unterstützen wollen.

Wir versuchen mit allen uns möglichen Maßnahmen die Erzbergbahn zu
erhalten. So haben wir auch beim Bezirksgericht Leoben den Antrag auf
Einräumung des Notwegerechtes eingebracht und liegt nun sogar beim OGH.
Das Argument der ÖBB ist, das Eisenbahnrecht kennt kein Notwegerecht.
Nur die Grundstücke um die es geht sind keine Eisenbahngrundstücke
(Konzession vor Jahren erloschen), sondern nur ganz normale Grundstücke
die zufällig einer Eisenbahngesellschaft gehören.

Weitere Aktionen sind:  Ansuchen um Hilfe an Großfirmen, wie VOEST,
Mateschitz, Siemens und andere. Für Adressen von Personen und Firmen
die der Erzbergbahn helfen wollen wären wir dankbar.

Mit den leitenden Herren der ÖBB sind wir permanent in Kontakt. Ein
persönliches Gespräch mit ÖBB Vertretern fand am 5. März 2014 im
Gemeindeamt Vordernberg statt.

In den nächsten Wochen muss eine tragfähige Lösung für den Ankauf
der Teilstrecke gefunden werden.

Weitere ausführliche Informationen über die Erzbergbahn wird es in
einem Mitteilungsblatt geben, welches in Vorbereitung ist. Mit der
Aussendung wollen wir jedoch so  lange warten bis wir Erfreuliches über
den Weiterbestand der Erzbergbahn berichten können.

Re: Die Erzbergbahn fährt nicht mehr
Antwort #17

Heute per Mail erhalten:

Liebe Newsletter Abonnentinnen und Abonnenten!

(...)


Das klingt leider gar nicht gut. Diesen Betrag wird man ganz ohne Unterstützung durch das Land und ohne entgegenkommen der ÖBB in Form einer Ratenzahlung wohl nur sehr schwer aufbringen können.

Die ÖBB Infra ist scheinbar wirklich darauf aus, die Strecke nicht nur loszuwerden sondern einen Weiterbetrieb durch die "Konkurrenz" unmöglich zu machen. Anders kann ich mir das nicht erklären, denn eigentlich sollte man ja froh sein, wenn es wenigstens für eine Teilstrecke einen Interessenten gibt. Immerhin spart man sich dadurch die Kosten des Abbruchs (Sondermüll!) und der Wiederherstellung des Urzustandes, wie es im EisBG vorgeschrieben ist.
Seltsam, dass es in Niederösterreich möglich war, die Strecken zu einem symbolischen Preis abzugeben (was der GröLHaZ dann damit gemacht hat steht natürlich auf einem anderen Blatt), hier aber Länge mal Breite kassiert werden soll.

  • Martin
  • Global Moderator
  • Styria Mobile Team
Re: Die Erzbergbahn fährt nicht mehr
Antwort #18
Pressemitteilung: Die Erzbergbahn von der endgültigen Einstellung bedroht. Die letzte Frist verstreicht am 30. April 2014!


,,Der Verein Erzbergbahn hat über 350 ehrenamtliche Mitglieder, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, das technische Denkmal Erzbergbahn zu erhalten. Der Verein, dessen Tätigkeit nicht auf Gewinn gerichtet ist, stellt sich der Denkmal- und Heimatpflege im Bereich und hinsichtlich der Substanz der steiermärkischen Erzbergbahn, die schon zur Zeit der Monarchie als interessanteste Lokalbahn Österreichs galt." (Auszug aus den Vereinsstatuten).
Wie bereits mehrfach berichtet, hat die ÖBB mit Wirkung vom 31. Mai 2013 den Mietvertrages für die lebenswichtige Verbindungsbahn vom Heizhaus Vordernberg ,,Süd", Eigentum des Vereines Erzbergbahn, bis zum Bahnhof Vordernberg Markt, wo die ebenfalls im Vereinseigentum befindliche Bergstrecke über den Präbichl zum Erzberg und nach Eisenerz beginnt, gekündigt. Aus diesem Grund sind seit 2013 bis dato keine Fahrten möglich. Darüber hinaus ist der Verein auch verpflichtet, durch regelmäßige Instandhaltungsmaßnahmen für die Sicherheit zu sorgen. Da dies nur mit schienengebundenen Instandhaltungsfahrzeugen möglich ist, können die Vereinsmitglieder diese nicht durchführen. Wegen des Wegfalls der Publikumsfahrten (bis zu 5000 Fahrgäste pro Jahr) und der Einnahmen davon, fehlen dem Verein auch die finanziellen Mittel hierfür. Die Strecke ist somit dem Verfall preisgegeben. Ein Abstellen von Fahrzeugen auf der dem Verein gehörenden Bergstrecke ist mangels Witterungsschutz und aus Gründen der Fahrzeuginstandhaltung nicht möglich.

Das Ultimatum der ÖBB lautet nun: ,,Die Strecke mit ca. 1,9 km kaufen, ansonsten wird dieser Teil der Strecke abgebaut bzw. einer anderen Verwendung zugeführt. Kaufpreis: €411.000.- zuzüglich UST, sowie Kosten für Vermessung und Verbücherung.

Zur Vorgeschichte:
Die ÖBB bieten 2012 die gesamte stillgelegte Eisenbahnstrecke zwischen Trofaiach und Vordernberg Markt zum Verkauf an. Teilverkäufe sind nicht möglich. Basierend auf diesem Kaufangebot wurde im Frühjahr 2013 ein fundiertes Projekt namens ,,FE-Express"  mit Business Plan, Betreiberkonzept und Finanzplan, welches von Fachleuten ausgearbeitet wurde, an das Land Steiermark, LH Mag. Voves eingereicht. Mitte April 2014, nach einem Jahr, ging die Antwort ein. NEGATIV! Keine Unterstützung des Projektes durch Landesmittel. Erst im November 2013 wurde von den ÖBB die Möglichkeit eingeräumt, nur die für den Museumsbahnbetrieb essentielle Teilstrecke von Vordernberg Süd bis Vordernberg Markt, zu kaufen. Der Verein kann jedoch die Summe von €411.000,-- aus eigener Anstrengung nicht aufbringen.

Folgende Maßnahmen wurden bereits vom Verein Erzbergbahn gesetzt, um den Erhalt der Erzbergbahn zu sichern:

    Ein Bittschreiben an die Mitglieder, Firmen und Freunde der Erzbergbahn um eine einmalige Sonderzahlung. Diese Briefe sind bereits verschickt und die ersten Spenden in der Höhe von annähernd €10.000.- von unterstützenden Mitgliedern  eingegangen.

    Ein Ansuchen um Förderung an das Verkehrsreferat, Dr. Kurzmann. Hierzu gibt es allerdings nur eine vage verbale Zusage.

    Ein Ansuchen mit Datum 18.02.2014 um Förderung an das Tourismusreferat, LH. Stv. Schützenhöfer. Dieses Ansuchen wurde mit dem Verweise, es handle sich dabei um kein touristisches Projekt, abgewiesen.

    Ein Ansuchen an Landesbaudirektor DI Andreas Tropper,  die Gutachter der Landesbaudirektion mögen prüfen, ob die verlangten Preise der Region bzw. dem Zustand der Grundstücke entsprechen. Hier gibt es bereits eine verbale Zusage.

Zum Vergleich: Im Jahre 2003 wurde die Bergstrecke von Vordernberg Markt nach Eisenerz (16,7 km) um rund € 72.600.- erworben, nun, rund 10 Jahre später kosten etwa 2 Kilometer Strecke € 411.000.--!

    Der ehemalige Hauptschuldirektor von Schladming, Herr Karl Müller hat 5.743 Unterschriften für den Erhalt der Erzbergbahn gesammelt. Seine Briefe sind an alle Fraktionen des Landes übermittelt worden, mit der Bitte um Unterstützung der Erzbergbahn, blieben jedoch unbeantwortet.

    Der Verein versucht auch mit rechtlichen Schritten die Erzbergbahn zu erhalten. So haben die Vereinsverantwortlichen beim Bezirksgericht Leoben den Antrag auf Einräumung eines Notwegerechtes eingebracht. Zwei Instanzen haben diesen Antrag aber bereits abgelehnt. Der ordentliche Revisionsrekurs an den obersten Gerichtshof ist eingebracht.

    Das Regionalmanagement Obersteiermark Ost hat in enger Zusammenarbeit mit dem Verein Erzbergbahn mehrere Treffen mit Mandataren aus Nationalrat, Bundesrat und Stmk. Landtag, allen Bürgermeistern der Region, Vertretern des Museumsverbundes, des Vereins Eisenstraße und der Tourismusverbände sowie Vertretern des Verkehrsministeriums und den ÖBB sowie organisiert.

    Mit den leitenden Verantwortlichen der ÖBB standen die Vereinsfunktionäre permanent in Kontakt. Bei den vielen Gesprächen mit den ÖBB gab es allerdings kein Entgegenkommen


Fazit:
Das Ultimatum der ÖBB lautet: €411.000,-- bezahlen oder die Strecke wird abgetragen bzw. einer anderen Verwendung zugeführt.
Die Bürgermeister der Region können, mangels finanzieller Mittel, nur zahnlose Bekundungen zum Erhalt der Erzbergbahn abgeben.
Der Verein Erzbergbahn hat alles in seine Macht befindliche getan, um den Erhalt zu sichern. Hierzu sei noch angemerkt, dass der Verein Erzbergbahn seit seinem Bestehen keine nennenswerten Förderungen, abgesehen von Unterstützungen im Rahmen des Ankaufes der Bergstrecke im Jahr 2003 sowie kleineren Zuwendungen durch Sponsoren, erhalten hat. Der Verein hat keine Schulden und hat sich immer rein durch die ehrenamtlichen Tätigkeiten, Einnahmen aus den Plan- und Sonderfahrten und den Beiträgen von über 350 Mitgliedern selbst finanziert.

Wenn es also bis zum 30. April 2014 zu keiner Lösung kommt, ist das technische Denkmal "Erzbergbahn" endgültig und unwiederbringlich Geschichte. Die Gemeinden der Eisenstraße, die regionalen Tourismusverbände und vor allem das Land Steiermark sind nun gefordert, um einen unwiederbringlichen Verlust eines Kulturgutes in einer ohnehin von der Abwanderung bedrohten Region noch zu verhindern. Ein bedauerndes Achselzucken mancher Verantwortlichen ist hier zu wenig. Müsste der Verein seine Tätigkeit nun tatsächlich einstellen und würde die Strecke mit ihren Bauwerken und Anlagen verfallen und verwildern, wäre dies ein Armutszeichen ersten Ranges für die Steiermark.
Glück Auf!

Quelle: http://www.erzbergbahn.at/2014/04/23/pressemitteilung-die-erzbergbahn-von-der-endg%C3%BCltigen-einstellung-bedroht-die-letzte-frist-verstreicht-am-30-april-2014/




Ohne Worte.  :-X
GLG
Martin

  • Martin
  • Global Moderator
  • Styria Mobile Team
Re: Die Erzbergbahn fährt nicht mehr
Antwort #19
Erzbergbahn steht vor der endgültigen Einstellung

411.000 Euro braucht die Erzbergbahn bis kommenden Mittwoch für ihren Weiterbestand. Das ist der von den ÖBB geforderte Kaufpreis für die Strecke Heizhaus bis Vordernberg-Markt.

Es ist zum Verzweifeln. Wir arbeiten alle ehrenamtlich mit viel Engagement, und dann scheitern wir daran, dass wir das Geld nicht aufbringen, um mit der Erzbergbahn den Betrieb aufnehmen zu können", sagt Joachim Lanner, Vorstandsmitglied des Vereines Erzbergbahn bestürzt und verzweifelt. Seit mehr als einem Jahrzehnt arbeitet der Trofaiacher beim Verein Erzbergbahn, der 350 Mitglieder zählt, wovon an die 25 aktiv den Betrieb aufrechterhalten.

Bereits vor einem Jahr waren die Mitglieder mit einer Situation konfrontiert, die sie an den Rand des Tragbaren gebracht hatte: Die ÖBB sperrten die Strecke zwischen Vordernberg-Süd, in dessen unmittelbarer Nähe sich die Werkstätten befinden, bis zum Bahnhof Vordernberg-Markt. "Dieser Teilbereich gehört noch den ÖBB. Das Areal der Werkstätten und die Strecke ab Vordernberg-Markt gehören dem Verein. Damit ist der Betrieb seit diesem Datum eingestellt, weil wir von unserer Werkstatt nicht zum Ausgangspunkt unserer Fahrten fahren können", erklärten Obmann Rene Thaller und seine Vorstandskollegen Roland Knall, Hartmut Glettler und Wolfgang Müller vor einem Jahr.

2002 hatte der Verein das 1,9 Kilometer lange Teilstück von den ÖBB gepachtet. Dafür wurde jährlich Bestandszins gezahlt und die Instandhaltung gewährleistet. Im Vorjahr nahm dann die Sache eine Wendung. Die ÖBB wollten den gesamten Streckenabschnitt von Trofaiach nach Vordernberg verkaufen, um 820.000 Euro. Ein Teilverkauf sei nicht möglich, auch Ausnahmegenehmigungen für einige Fahrten der Erzbergbahn wurden kategorisch abgelehnt.

Enttäuscht seien die Vereinsverantwortlichen von den offiziellen Stellen wie Gemeinden und auch dem Land. "Viele sagen zwar, wie wichtig die Bahn ist, aber eigentlich werden wir alleine gelassen. Es wurde dem Land ja ein Projekt für eine Bahnanbindung von Trofaiach nach Vordernberg vorgelegt. Diesen Dienstag kam die Ablehnung von der Abteilung 7, weil die Erstkosten und die Instandhaltung zu hoch seien", so Lanner.

Teilstreckenverkauf

Die ÖBB habe im November insoweit umgedacht, einen Teilstreckenverkauf doch möglich zu machen, um 411.000 Euro, "zuzüglich Steuer sowie Kosten für Vermessung und Verbücherung. "Das ist auch nicht nachvollziehbar, weil die acht Kilometer lange Strecke mit 140.000 Quadratmetern Grund 820.000 Euro gekostet hätte und unsere Teilstrecke mit knapp zwei Kilometern Länge und 60.000 Quadratmetern Grund die Hälfte", wunderte sich Lanner gestern. Das Geld habe der Verein aber nicht, auch, wenn durch Spenden von Mitgliedern und Sponsoren 10.000 Euro zusammengekommen seien. "Wir können nur einen Bruchteil der Verkaufssumme aufbringen. Die geforderten 411.000 Euro aber nicht", so Lanner. "Die ÖBB haben uns auch mitgeteilt, dass wir, wenn wir bis 30. April 275.000 Euro bar zahlen und den Rest mittels einer Bankgarantie bis Ende des Jahres aufbringen, am 1. Mai mit dem Betrieb starten können", so Lanner. Das sei utopisch. Auch eine Reduktion um 70.000 Euro des Verkaufspreises für das nicht benötigte Bahnhofsgebäude in Vordernberg-Markt sei nicht ausreichend.

Auf jeden Fall steht das Aus des Bahnbetriebes unmittelbar bevor, wenn nicht noch ein Wunder geschehe oder eingelenkt werde. "Wir müssen uns dann was überlegen, es steht ja heuer auch eine Generalversammlung an. Anscheinend ist das technische Denkmal Erzbergbahn der Region nichts wert. Das ist traurig."
JOHANNA BIRNBAUM

FAKTEN

1872: Eröffnung der Bahnlinie Leoben - Vordernberg

1873: Eröffnung der Bahnlinie Hieflau - Eisenerz

1888: Konzession für den Bau und Betrieb einer 20 Kilometer langen Adhäsions- und Zahnradbahn von Eisenerz nach Vordernberg

1891: Offizielle Eröffnung der Erzbergbahn für den Güterverkehr

1892: Start des Personenverkehrs

1978: Letzter Erzzug mit Dampflokomotive

1980: Zahnstangen entlang der Bahn wurden trotz Protesten entfernt

1986: Einstellung des Erzverkehrs und der Erzbergbahn

1990: Wiedereröffnung der Erzbergbahn als Museumsbahn

2001: Einstellung der ÖBB-Strecke Vordernberg - Trofaiach, Einstellung des Personenverkehrs Leoben - Vordernberg Markt

2010: Eine Mure verschüttet einen Teil der Strecke. Betrieb nur noch von Vordernberg zum Bahnhof Erzberg möglich

2013: Einstellung des Fahrbetriebs wegen der ÖBB-Vertragskündigung der Strecke Vordernberg-Süd bis Vordernberg-Markt


Quelle: http://www.kleinezeitung.at/steiermark/leoben/vordernberg/3613320/erzbergbahn-steht-vor-endgueltigen-einstellung.story
GLG
Martin

  • Andreas
  • Moderator
Re: Die Erzbergbahn fährt nicht mehr
Antwort #20
Wenn es gewünscht wird kann ich ein paar Fahrplanbilder der Erzbergbahn aus Kursbüchern hier reinstellen. ;)

Zur Auswahl hätte ich:


  • 1961

  • 1982

  • 1998



Natürlich kann ich auch aus allen drei Fahrplanperioden die Fahrplanbilder hochladen. ;)
mfG
Andreas

  • Andreas
  • Moderator
Re: Die Erzbergbahn fährt nicht mehr
Antwort #21
Nun kommen die Fahrplanbilder:

A: Fahrplanbild  21 aus dem  Kursbuch 1961/62
B: Fahrplanbild  61 aus dem Kursbuch Sommer 1982 (Hieflau-Leoben)
C: Fahrplanbild  61 aus dem Kursbuch Sommer 1982 (Leoben-Hieflau)
D: Fahrplanbild 61  aus dem  Kursbuch 1998/1999
E: Fahrplanbild 13b aus dem  Kursbuch 1998/1999  

Da 1998 die Strecke Eisenerz - Vordernberg Markt nicht mehr betrieben wurde, war ein zweites Fahrplanabild nötig. (13 war die Gesäusebahn, 13a die Ybbstalbahn)

Interessant finde ich den Zug Graz - Präbichl aus dem  Kursbuch 1961/62 ;)
mfG
Andreas

  • Vespa
Re: Die Erzbergbahn fährt nicht mehr
Antwort #22
Erzberrgbahnrettung gefordert
Nach unserem Bericht über das drohende Aus der Erzbergbahn schießt sich die Politik darauf ein.

Noch vor zwei Jahren wurden eifrig Unterschriften gesammelt, um aus der Erzbergbahn ein Unesco-Weltkulturerbe werden zu lassen. Jetzt kämpft die Bahn um das nackte Überleben (wir berichteten).

Lambert Schönleitner, Landtagsabgeordneter der Grünen, forderte gestern, dass die "Landesregierung endlich aufwachen müsse, weil es um eine große Chance für den Tourismus in der Obersteiermark" gehe. Und Schönleitner geht noch weiter: "Wenn der Ausbau der S-Bahn bis Vordernberg sogar für den neuen Leobener Bürgermeister ein Thema ist, dann muss doch die Absicherung der Erzbergbahn herstellbar sein", meinte er gestern. Österreich verschlafe hier eine große Chance, weil die Bahn bis ins Gesäuse "eine der bedeutendsten europäischen Tourismusbahnen" werden könnte. Schönleitner fordert Verkehrslandesrat Gerhard Kurzmann und den für Tourismus zuständigen Landeshauptmannstellvertreter Hermann Schützenhöfer auf, "umgehend Mittel für die Absicherung bereitzustellen".
Anders sieht es FPÖ-Bundesrat Gerhard Krusche, der sich über "das Schweigen von SPÖ und ÖVP" wundert. Dass Schützenhöfer wissen ließ, das die Angelegenheit Erzbergbahn nicht in den Zuständigkeitsbereich des Tourismusressorts falle, empfindet Krusche als "ungeheure Ignoranz gegenüber den Interessen eines ohnehin wirtschaftlich benachteiligten Gebietes". Krusche versteht diese Argumentation nicht: "Schließlich erfreute sich die Bahn großer Beliebtheit, ist ein touristisches Zupferd und bringt viele Gäste in die Region."
Gäste, die schon im Vorjahr vergeblich versucht haben, mit der Bahn zu fahren. "4000 Gäste hätten wir 2013 gehabt. Auch heuer gibt es schon 300 Anfragen, aber wir können nicht fahren", erklärte Erzbergbahn-Vorstandsmitglied Joachim Lanner.
Krusche geht mit den regionalen SP- und VP-Abgeordneten hart ins Gericht: "Die Zahl von sechs Abgeordneten der beiden Regierungsparteien aus Bund und Land, die allesamt nichts zur Erhaltung dieses Kleinodes beitragen konnten, erscheint mir deutlich überhöht."

http://www.kleinezeitung.at/steiermark/leoben/3613938/erzbergbahnrettung-gefordert.story

  • Martin
  • Global Moderator
  • Styria Mobile Team
Re: Die Erzbergbahn fährt nicht mehr
Antwort #23
GLG
Martin

  • Martin
  • Global Moderator
  • Styria Mobile Team
Re: Die Erzbergbahn fährt nicht mehr
Antwort #24
Erzbergbahn legt Angebot

Die ÖBB hält grundsätzlich an ihrem morgigen Ultimatum zum Verkauf einer Teilstrecke der Erzbergbahn fest. Verein macht nun Kaufangebot.

Es ist keineswegs Nostalgie, wenn der Bürgermeister von Vordernberg und Eisenbahnfreunde für den Weiterbestand der Erzbergbahn eintreten", bemerkt Franz Stephan Parteder, ehemaliger steirischer KP-Vorsitzender aus St. Peter Freienstein. Er werte es als schlechtes Signal, "wenn die Gemeinde Vordernberg ein Schubhaftzentrum bekommt, und dafür die Touristenattraktion Erzbergbahn verliert". Gespräche zwischen dem Land, den ÖBB, der Gemeinde, dem Verein Erzbergbahn und Touristenvereinigungen sollten zu einer Lösung führen, meinte er abschließend.

Für den Vordernberger Bürgermeister Walter Hubner, seit 1987 auch Kassier beim Verein Erzbergbahn, ist die Situation einfach nur "frustrierend". "Von Anfang an haben wir immer gekämpft, damit es weitergeht. Erst wussten wir im Herbst nie, ob wir uns die Pacht für die Strecke im nächsten Jahr noch leisten können. Auch der Kauf der Strecke von Vordernberg-Markt bis Eisenerz, die damals eine Million Schilling, heute also 73.000 Euro, gekostet hat, war nicht einfach", erzählte er im Gespräch mit der Kleinen Zeitung.

Kritik, dass nicht überall verstanden werde, warum das Land einige Hundert Tausend Euro in eine Museumsbahn stecken solle, verstehe er nicht. "Das Problem ist zum einen, dass vielen nicht bewusst ist, was die Erzbergbahn für ein einzigartiges Kulturgut ist. Außerdem hat die Bahn wesentlich zur guten wirtschaftlichen Entwicklung beigetragen", meinte er bestimmt.

Es sei schade, dass aus dem "FE Express", einer Bahnerlebnisstrecke, nichts geworden sei, weil sie nicht finanziert werde.

JOHANNA BIRNBAUM

Quelle: http://www.kleinezeitung.at/steiermark/leoben/vordernberg/3616584/erzbergbahn-legt-angebot.story
GLG
Martin

  • Ch. Wagner
Re: Die Erzbergbahn fährt nicht mehr
Antwort #25
! Minute vor 12 Uhr wird Aktivität geheuchelt. Seit einem Jahr ist der Verkauf bekannt, keiner hat auch nur mit dem Ohrwaschel gewackelt. In dieser Zeit hätte man auch sinnvollerweise die Trasse pflegen können. Stattdessen wir hier ein Angebot gelegt, daß nicht einmal den Schrottpreis übersteigt. Und wo sind die langfristigen Konzepte? Wie zB den Dampfbetrieb zu reaktivieren. Aber nein, man hat harmlose Bahnwanderer verklagt. Es ist eine Tragikkomödie österreichischer Vereinsmeierei.
LG! Christian
Weil ich angeblich unhöflich bin:
"Denkt daran, das Schwein von heute ist der Schinken von morgen"
(Mathias Beltz)

"pungitius pungitius"

Re: Die Erzbergbahn fährt nicht mehr
Antwort #26

In dieser Zeit hätte man auch sinnvollerweise die Trasse pflegen können.


Bei ausgelaufenem Pachtvertrag? Den ÖBB würd ich zutrauen, dem Verein diesfalls auch gleich noch eine Besitzstörungsklage anzuhängen...

Zitat

Stattdessen wir hier ein Angebot gelegt, daß nicht einmal den Schrottpreis übersteigt.


Und? Mehr kriegen die ÖBB dafür auch nicht. Und auf dem Grundstück bleiben sie dann genauso sitzen (oder glaubst im ernst, dass die paar anliegenden Bauern >20€/m² zahlen um ihre Wiesen um ein paar Meter zu verbreitern?). Außer natürlich, das Land will unbedingt einen neuen Radweg bauen...

Zitat

Und wo sind die langfristigen Konzepte? Wie zB den Dampfbetrieb zu reaktivieren


Solange er fahren konnte hat sich der Verein doch selbst getragen. Sogar die Beseitigung der Vermurung vor zwei Jahren wurde selbst und WIMRE ohne finanzielle Hilfe auf die Beine gestellt. Wozu also das Konzept ändern. Dampfbetrieb würde doch die laufenden Kosten erst mal extrem in die Höhe treiben.



  • Ch. Wagner
Re: Die Erzbergbahn fährt nicht mehr
Antwort #27


In dieser Zeit hätte man auch sinnvollerweise die Trasse pflegen können.

Bei ausgelaufenem Pachtvertrag?


Am 25. Juni 2005 hat der Verein, rückwirkend mit 1. Jänner 2005, gekauft.

Die Erzbergbahn untersteht auch dem Denkmalschutz als Einheit. Der Verein wollt einzelne Bauteile noch gesondert schützen lassen, diese Klage wurde aber 2012 abgewiesen, weil eben schon die ganze Strecke mit allen Bauwerken usw. unter Schutz gestellt ist. Die Eigentümer hätten also ausreichend Zeit gehabt, in den 9 Jahren mehr zu tun, als Wanderer wegen Betreten eines Privatgrundes zu verklagen.

LG! Christian
Weil ich angeblich unhöflich bin:
"Denkt daran, das Schwein von heute ist der Schinken von morgen"
(Mathias Beltz)

"pungitius pungitius"

Re: Die Erzbergbahn fährt nicht mehr
Antwort #28



In dieser Zeit hätte man auch sinnvollerweise die Trasse pflegen können.

Bei ausgelaufenem Pachtvertrag?


Am 25. Juni 2005 hat der Verein, rückwirkend mit 1. Jänner 2005, gekauft.


Die Strecke zwischen Vordernberg Markt und Eisenerz.

Nicht aber das Stück zwischen Vordernberg Markt und Vordernberg Süd, um das es jetzt geht. Dieses gehört noch den ÖBB (sonst hätten wir das Problem ja gar nicht) und war nur gepachtet.


  • Ch. Wagner
Re: Die Erzbergbahn fährt nicht mehr
Antwort #29

Nicht aber das Stück zwischen Vordernberg Markt und Vordernberg Süd, um das es jetzt geht. Dieses gehört noch den ÖBB (sonst hätten wir das Problem ja gar nicht) und war nur gepachtet.


Das ist schon klar. Hätte sich aber der Rechtsanwalt, statt Spaziergänger zu verklagen, mit einem Vorverkaufsrecht zu damals noch billigeren Konditionen beschäftigt, hätten "wir" das Problem erst recht nicht. Die Furka Dampfbahn zeigt uns, wie ein solcher Verein ein solches Vorhaben stemmen kann: mit einem professionellem Führungsteam.
Wobei ich natürlich mir bewußt bin, daß die beiden Strecken nicht zu vergleichen sind. Aber: der Hauptteil der Touristen kommt mit Bussen, zahlt ein Schweinegeld für eine Fahrt und wird dann wieder abgeholt, es bleibt also in der Region nicht viel Geld. Außer bei der DFB, aber das soll ja auch so sein.
Es wäre also eine langfristige Planung notwendig gewesen, die meinetwegen auch einen Wiederaufbau der Zahnradstrecke beinhaltet hätte. Und der Verein hätte nicht Ende April Zeter und Mordio schreien müssen, weil genau das eingetreten ist, was seit Jahren bekannt war.
LG! Christian
Weil ich angeblich unhöflich bin:
"Denkt daran, das Schwein von heute ist der Schinken von morgen"
(Mathias Beltz)

"pungitius pungitius"