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Thema: Führerscheinprüfung: Fast jeder würde heute durchfallen (1609-mal gelesen) Vorheriges Thema - Nächstes Thema

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Führerscheinprüfung: Fast jeder würde heute durchfallen

Führerscheinprüfung: Fast jeder würde heute durchfallen

Kleiner Test, große Aufregung. Die Kleine Zeitung bat 20 routinierte Autofahrer zur theoretischen Fahrschulprüfung. 19 fielen durch. Brauchen wir verpflichtende Auffrischungs-Tests für ältere Verkehrsteilnehmer? Das Theoriewissen ist bei vielen Autofahrern nicht mehr präsent

"Ein Debakel!" - "Ich setz' mich besser nicht mehr hinters Steuer!" - "Peinlich, peinlich!" - "Ich bin ja kein Verkehrsjurist!" - "Da werden Sachen geprüft, die mir in 25 Jahren als Autofahrer nie untergekommen wären."

Ein kleiner Test sorgt für große Aufregung. Mit einer Durchfallsquote von 94 Prozent endete die nachgespielte, theoretische B-Führerscheinprüfung der Kleinen Zeitung - lediglich einer der 20 Teilnehmer mit oft jahrzehntelanger Erfahrung meisterte Hürde von 80 Prozent richtigen Antworten. Ansonsten schwankt die Bandbreite der Ergebnisse zwischen desaströsen 17 und 63 Prozent, wobei auffiel: Jene Teilnehmer, die seinerzeit noch mündlich die Prüfung ablegten, schnitten durch die Bank besser ab als die "Generation Computerprüfung."

Dass der Großteil der Testkandidaten durch die Prüfung rasselte, ist für den steirischen Verkehrspolizeichef Wolfgang Staudacher nicht unbedingt alarmierend. "Theoretisches Wissen und praktisches Wissen sind zwei verschiedene Paar Schuhe. Ausschlaggebend ist, dass die Theorie richtig in die Praxis umgesetzt wird." Die reinen Theorieprüfungen würden zudem eine spezifische Vorbereitung erfordern.

Theorie und Alltag
Ebenso wenig überrascht ist ÖAMTC-Chefinstruktor Georg Scheiblauer, Leiter von Österreichs größtem Fahrtechnikzentrum in Teesdorf. "Es wird natürlich sehr viel Detailwissen abgeprüft, das viele im Alltag nicht brauchen, etwa Anhänger oder Kindersicherung." Das sei auch in Ordnung, wenn dies vergessen werde, nur: "Der Autofahrer hat vielmehr die Pflicht, das Wissen dann wieder aufzufrischen, sobald er zum Beispiel einen Kindersitz oder einen Anhänger kauft."

Immer wieder überrascht zeigt sich Scheiblauer jedoch im Zuge der Fahrsicherheitskurse, "wie viel praktisches Wissen verloren geht". Die Fehler fangen demnach bei einer völlig falschen Sitzposition an und reichen bis zu falschem Verhalten bei einer Notbremsung.

Wären verpflichtende Auffrischungskurse für Österreichs Lenker sinnvoll? "Wir können jedem nur dringend empfehlen, sich auf dem neuesten Stand zu halten - schon aus eigenem Sicherheitsinteresse", sagt Dieter Krainz vom Kuratorium für Verkehrssicherheit. Eine Verpflichtung dazu hält der Psychologe aber nicht für zielführend. Das Kuratorium setzt stattdessen auf freiwillige Selbsttests für Autofahrer ab 65.

Ähnlich sieht das Bettina Urbanek vom Verkehrsclub Österreich (VCÖ). Auffrischungskurse seien wichtig, ein Zwang könne aber nur das letzte Mittel sein. "Viele Leute würden solche Kurse freiwillig nutzen, wenn es ein Angebot dazu gäbe. Ähnlich ist es ja auch bei Fahrsicherheitskursen", sagt Urbanek. Beim VCÖ schlägt man vor, dass Versicherungen Boni anbieten, wenn Kunden eine Theorie-Auffrischung absolvieren.


Quelle: http://www.kleinezeitung.at/steiermark/3572382/fuehrerscheinpruefung-fast-jeder-wuerde-heute-durchfallen.story

"... und zu den Fenstern schauten lebendige Menschenköpfe heraus, und schrecklich schnell ging's, und ein solches Brausen war, dass einem der Verstand stillstand."
 - Peter Rosegger (erste Begegnung mit der Semmeringbahn)