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Thema: [INT] (off-topic) RB Seidenstrasse 2016: Esfahan - Hongkong (Teil 4, Taschik. 1) (2054-mal gelesen) Vorheriges Thema - Nächstes Thema

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[INT] (off-topic) RB Seidenstrasse 2016: Esfahan - Hongkong (Teil 4, Taschik. 1)
Es gibt wieder mal eine RB-Fortsetzung zu
https://www.drehscheibe-online.de/foren/read.php?030,8154482, 
https://www.drehscheibe-online.de/foren/read.php?030,8156259 und
https://www.drehscheibe-online.de/foren/read.php?030,8192648

Es geht nun durch das relativ eisenbahnfreie Tadschikistan, dementsprechend gibts de facto keine eisenbahnaffinen Bilder. Ich wollte diese Teil der Reise aber in der Reiseberichterstattung nicht deswegen auslassen. Statt Eisenbahnen gibts daher ein paar tolle Landschaften zu sehen.

Der Grenzübergang von Usbekistan (Denau/Tursunzade) gestaltet sich unkompliziert. Die Usbeken sind zwar recht genau, die Tadschiken dafür umso lockerer. Sie passen jedenfalls gut zum Smiley auf dem pdf-Visum:


Im Niemandsland zwischen den beiden Grenzkontrollstellen treffen wir übrigens zwei eher desillusionierte Spanier, die per Motorrad unterwegs von Ulan-Bator nach Tarragona waren und ein Problem hatten: Sie sind nämlich bei der versuchten Einreise nach Usbekistan draufgekommen, dass ihr in Dushanbe ausgestelltes usbekisches Visum erst ab in einer Woche gültig war. Und aus Tadschikistan waren sie schon ausgereist und konnten nicht so ohne weiteres zurück, da das tadschikische Visum nur für eine Einreise gültig ist...

Gleich an der Grenze warteten dann schon ein paar PKW-Besitzer auf potentielle nach Dushanbe zu fahrende Kundschaft. Sie waren aber untereinander abgesprochen, sodass der Preis nicht wirklich verhandelbar war. Ich denke wir haben 15 oder 20 USD bezahlt.
Das eingenommene Geld wurde natürlich gleich bei der nächsten Tankstelle in Sprit umgetauscht...

Das war übrigens nicht unser Fahrzeug:


Unterwegs nach Dushanbe:



Stadteinfahrt Dushanbe:




In Dushanbe haben wir vorab ein Bed&Breakfast-Zimmer reserviert. Nachdem wir uns etwas erholt haben, gings zuerst zum Büro von "Tajik Air" um uns dort in die Warteliste für den Flug nach Khorog ein paar Tage später einzutragen... online verbindlich buchen kann man diesen Flug nicht, da immer kurzfristig entschieden wird, ob der Flug stattfindet oder nicht.


Bei einem Bier trafen wir dann zufällig die beiden Spanier von der Grenze wieder. Sie haben dann doch eine Genehmigung zur Wiedereinreise nach Tadschikistan bekommen. Sie wollten dann am nächsten Tag zur usbekischen Botschaft um das Datum auf dem Visum korrigieren zu lassen.


Nacht in Dushanbe:


O-Bus-Sichtung am nächsten Tag:




Für uns ging's am späten Vormittag in die Berge - auf der Haupstrasse Richtung Khujand bis Sarwoda und dann von dort in ein Seitental zum 2640m hoch gelegenen "Alplager" bei den Alaudin-Seen. Mit einem städtischen Taxi ging es zum "Busbahnhof Zementsavod"" im Norden der Stadt....


...von wo man aber nicht mit Bussen weiterfährt, sondern wo man Mitfahrgelegenheiten bzw Sammeltaxis findet. Alles natürlich unorganisiert, aber trotzdem relativ effizient.
Und da hier sehr viele Fahrer noch einen Mitfahrplatz verkaufen wollen und die sich alle untereinander nicht kennen, hat man als Konsument den Vorteil den Preis etwas drücken zu können.

Unterwegs Richtung Fan-Gebirge nördlich von Dushanbe:


Mautstation:




Unser Fahrer und seine junge Assistentin:


Die Dame war auch für's finannzielle zuständig:


Höhepunkt der Fahrt war der berühmt-berüchtigte Ansob-Tunnel, auch "Tunnel of Death" genannt. Es handelt sich dabei um ein stark befahrenes, unbeleuchtetes, unventiliertes 5 km langes Loch in ca 2700m Höhe.
Auch wenn es vor einer Sanierung 2015 noch schlimmer gewesen sein soll, hätten diverse Tunnelsicherheitstester von ADAC und Co ihre Freude daran...

Die Fahrt durch den Tunnel deckte jedenfalls meinen Jahresbedarf an Kohlenmonoxid und waghalsigen Überholmanövern.

Wir haben's aber überlebt - auf der anderen Seite siehts dann so aus:


Im Nest Sarwoda müssen wir uns dann ein anderes, geländegängigeres Fahrzeug samt Fahrer für die Fahrt Richtung Alaudin-See organisieren...



Nachdem das Fahrzeug gefunden wurde, gehen wir erst noch zum Wirtn auf ein Mittagessen:






Im ersten Dorf ist dann vorläufig Endstation - die Brücke über den Fluss ist weg bzw. wird grad neu gebaut. Unser Fahrer organisiert für uns auf der anderen Seite des Flusses ein anderes Auto samt Fahrer, wir können den Fluss ein paar 100m weiter über eine kleine Fussgängerbrücke überqueren und setzen dann die Fahrt fort...



Die Kinder des Dorfes:






Wir passieren das Nachbardorf Marguzor:


Die "Strasse" wird interessanter...



Irgendwann kommen wir dann an und schlagen unser Zelt auf:




Am nächsten Morgen geht dann der anstrengende Teil los - wir marschieren rauf zum "Mutnoye ozero" auf 3500m.

Zunächst gehts vorbei am schönen Alaudin-See:






Immer weiter rauf, die Luft wird schön langsam dünner:


Teepause zwischendurch:




Zeltplatz beim "Mutnoye ozero" auf gut 3500m:





Der "Mutnoye ozero":


Dann kam eine unfreiwillige Planänderung:
Mein Mitreisender vertrug die Höhe ganz und gar nicht. Eigentlich wollten wir am nächsten Tag über den 4040m hohen Kaznok-Pass rüber uns andere Tal und dann weiter zum Iskenderkul.
Es war recht schnell klar, dass das unter diesen Umständen nicht besonders schlau wäre.

 Da es ihm auch am Abend nicht wirklich gut ging, entschieden wir uns noch spontan am selben Tag wieder zum Alaudin-See abzusteigen - in der Finsternis! Dank Stirnlampen und GPS und weil der Weg auch recht unproblematisch war, waren wir dann also gegen 23h wieder beim Alaudin-See und bauten dort unser Zelt auf.

Im Nachhinein betrachtet war wohl die Planung zu ambitioniert, ein zusätzlicher Akklimationsationstag beim Alaudin-See vor dem Aufstieg auf 3500m wäre sicher angebracht gewesen. Für's nächste Mal dann...


Schön war's beim Alaudin-See aber auch:




So nebenbei beobachteten wir eine Lawine:


Der sogenannte "kleine Alaudinsee":


Die Rückfahrt nach Dushanbe erfolgte also wieder wie die Hinfahrt:


Die Brücke im Dorf war mittlerweile wieder befahrbar:


Sorgen sind keine guten Beifahrer - ja, das trifft recht gut auf den tadschikischen Strassenverkehr zu:


Zurück in Dushanbe:






Motto dieser Reise: "Islam statt Daham" :-)







In Dushanbe trafen wir dann auch noch den dritten unserer Gruppe wieder, der ja statt ins Fan-Gebirge zu fahren sich noch Buchara angecshaut hat.
Und wir mussten erfahren, dass wir nicht nach Khorog fliegen können, da der Flug wegen eines technischen Problems am Flugzeug bis auf weiteres ausfällt. Schade, das wäre sicher ein Spass gewesen.... zirka so kann man sich den Flug vorstellen: https://www.youtube.com/watch?v=34uhCv6XKac

So erwarteten uns also zusätzliche 600 km auf dem Strassenweg - das war dann aber auch nicht uninteressant.... mehr dazu im nächsten Teil.



Provodnik