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Thema: [UA] Ein kleiner Reisebericht: Zum Skiurlaub in die Karpaten und zurück (1632-mal gelesen) Vorheriges Thema - Nächstes Thema

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[UA] Ein kleiner Reisebericht: Zum Skiurlaub in die Karpaten und zurück
Mit einem Freund hatte ich letztens die Idee, dass man - jetzt wo man von Wien leichter in die Gegend kommt - mal in Bukovel in der Ukraine Skiurlaub machen könnte.
Eine weitere Freundin von mir konnte sich für die Idee noch erwärmen und so ging es letztes Wochenende dann zu dritt los.

Abfahrt in Wien war freitags um 16h42 mit dem WL Wien - Kyiv am Zugschluss des EC 147:


Es kann losgehen:


Zwischenstopp in Budapest Keleti:






Danach stand ein WR-Besuch an. Leider hat man bei WagonSlovakia offenbar  den Koch eingespart, weshalb es nur Sandwiches und Getränke gab.

Am nächsten Morgen um 10h10 Ankunft in Lviv/Lemberg:


In Lemberg fand eine Zwischenübernachtung statt. Ich kenne die Stadt zwar schon gut und war erst im Dezember dort, aber meine beiden Mitreisenden kannten die Stadt noch nicht bzw waren erst einmal vor einigen Jahren hier.
Die Skiausrüstung haben wir während unseres Lemberg-Aufenthaltes am Bahnhof bei der Gepäckaufbewahrung deponiert, sodass es uns erspart blieb mit dem ganzen Zeug per Tram zum Hotel und zurück zu fahren. Übernachtet haben wir standesgemäss im "Hotel Wien" :-)

Ein paar Impressionen aus Lemberg:
















Neue Strassenbahn des hiesigen Herstellers:






Schöne Sowjet-Architektur bei der Universität für Veterinärmedizin und Biotechnologie:


Mit Zug 606 Lviv - Rachiv geht es dann bis Tatariv:




Zwischenhalt in Ivano-Frankivsk.
Hier erfolgt offenbar bei allen Zügen von/nach Worochta - Rachiv auch ein Lokwechsel von einer 2M62 auf eine andere. Warum hier nochmal die Lok gewechselt wird, erschliesst sich mir nicht ganz. Reicht vielleicht eine Tankfüllung nicht für die Gesamtstrecke Lviv - Rachiv aus? Naja, wie auch immer.
 M




Über das Hotel in Bukovel haben wir uns einen Abholdienst vom Bf Tatariv organisieren lassen.

Es folgten dann drei Skitage im "Kitzbühel der Ukraine", zwei davon mit sehr gutem Wetter, am letzten Tag hat's dann geschneit:



Blick auf Hoverla (links) und Petros (rechts):
























Skihütte auf ukrainisch:


Noch eine Skihütte - statt Germknödel gibts eine Wareniki-Bar, wo man sich selbst verschiedene Arten von Wareniki aus dem Buttersee herausfischen kann und dann nach Gewicht bezahlt:




Am Abreisetag liessen wir uns nach Worochta bringen, wo wir noch ein bissl in der Gegend herumspazierte. Das Gepäck haben wir währenddessen beim Wirtn ggenüber vom Bahnhof deponieren können, nachdem wir versprochen haben, dass wir dort dann auch zu Mittag essen würden. Eine Gepäckaufbewahrung gibts am Bahnhof nämlich nicht.

Die hier typische Holzarchitektur:




Neben der alten Eisenbahnbrücke hat man irgendwann eine neue gebaut. Über die alte Brücke kann man nun zu Fuss gehen....






Auf dem Weg zurück zum Bahnhof beobachten wir, wie der Zug, mit dem wir dann fahren würden, vom Gleis am Hausbahnhsteig auf das mittlere durchgehende Hauptgleis umgestellt wird... den Verschub erledigt die Zuglok und aufgrund der Zuglänge muss über das Einfahrsignal auf die freie Strecke gefahren werden.

https://youtu.be/L8LdkTM5TGs







Anschliessend umfährt die 2M62 den Zug, was wir am Bahnüberganbg nahe des Bahnhofs beobachten:



Von unserem Tisch im Restaurant sehen wir dann auch, was der Grund für das Umstellen der Garnitur von Zugpaar 143-144 war: Das Gleis am Hausbahnsteig muss nämlich für den Halt von Zug 15 (Harkiv - Rachiv) frei gemacht werden. Und auf den anderen Gleisen gibt es keinen fernverkehrstauglichen Bahnsteig.
Nach der Abfahrt von Zug 15 wird denn die Garnitur für Zug 144 erneut am Hausbahnsteig bereitgestellt - das Verschubmanöver erfolgt diesmal auf der anderen Bahnhofsseite. Die Lok hängt ja schon richtig...
Und Wasser gefüllt wird übrigens auch noch während die Garnitur am mittleren Gleis "geparkt" ist.
Man treibt also einen ziemlichen Aufwand mit dem Zugpaar 143-144 am relativ kleinen und ursprünglich wohl kaum für Wenden von Fernzügen konzipierten Bahnhof Worochta...

So schaut übrigens das Bahnhofsgebäude aus - seine Entstehung während der österreichischen Herrschaft kann es nicht leugnen...




In Ivano-Frankivsk ist ein 43minütiger Aufenthalt vorgesehen. Neben dem obligatorischen Lokwechsel werden hier auch 3 Wagen an der Zugspitze beigegeben.

Der Buffetwagen, den wir später noch zu besuchen gedenken, sowie ein Wendezug mit jeweils einer halben 2M62 an beiden Enden:




Besagter Wendezug - weiss wer ob da dann die hintere 2M62-Hälfte ferngesteuert wird oder ob jeweils die hintere Lokhälfte immer kalt mitgeschleppt wird (was ein bissi ineffizient wäre)?


Bahnhofsgebäude von innen:












Hier noch ein Bild vom Buffetwagen - wir haben uns einfach nur ein Bier gegönnt. Hungrig waren wir nicht, es hätte aber auch was zu essen gegeben. Die Mitarbeiterin hat die ganze Zeit irgendwelche Schnitzel herausgebrutzelt :-)
In diesem Exemplar gab es leider nur Stehtische, ich habe aber im Breitspurland auch schon solche Wagen mit Sitzgelegenheiten gesehen.


Ankunft in Lviv war um 19h45. Kurz danach um 19h50 kommt der Trägerzug (IC 749 Kyiv - Ivano-Frankivsk) des Wiener WL an, sodass wir gleich vor der Umstellung auf Zug 145 (Lviv - Chop) einsteigen konnten.




Am nächsten Morgen in Budapest:


Rechts ein 3-Wagen-IC nach Miskolc:


Ein Evroremont-Wagen der MAV:








Der serbische Luxusliegewagen aus Belgrad gammelte am Nebengleis vor sich hin...


Auch diesmal ging es nach Budapest in den Speisewagen der ZSSK. Und auch auf der Rückfahrt wurde nur auf Sparflamme gekocht bzw besser gesagt gar nicht. Daher gab es nur Kaffee sowie Sandwich und/oder Marlenka-Torte...
Ankunft in Wien Hbf war leicht verfrüht um 11h18. Bei der Einmündung der Verbindungsstrecke vom Flughafen hat man uns abweichend vom Plan vor dem RJ 564 fahren lassen...


Provodnik

  • Andreas
  • Moderator
Re: [UA] Ein kleiner Reisebericht: Zum Skiurlaub in die Karpaten und zurück
Antwort #1
Sehr schöner Reisebericht, vielen Dank fürs zeigen. Weißt Du inetwa noch, wie der WL nach Kyiv ab Wien ausgelastet war?
mfG
Andreas

Re: [UA] Ein kleiner Reisebericht: Zum Skiurlaub in die Karpaten und zurück
Antwort #2
Ab Wien knapp halbvoll, über Nacht waren dann fast alle Abteile belegt (Zustiege u.a. in Budapest).

Re: [UA] Ein kleiner Reisebericht: Zum Skiurlaub in die Karpaten und zurück
Antwort #3
Vielen Dank für den (aussergewöhnlichen) Reisebericht.

Was kostet so eine Zugfahrt ungefähr pro Strecke?
Steirerbluat is koa Himbeersaft!

Re: [UA] Ein kleiner Reisebericht: Zum Skiurlaub in die Karpaten und zurück
Antwort #4
Danke Dir für den sehr informativen Bericht, Name bürgt für Qualität!
leonhard

  • Dietmar
  • Wieder holen ist gestohlen!
Re: [UA] Ein kleiner Reisebericht: Zum Skiurlaub in die Karpaten und zurück
Antwort #5
Wo/wie kann man das UZ-Dienstfahrplan-Buch erwerben?

Re: [UA] Ein kleiner Reisebericht: Zum Skiurlaub in die Karpaten und zurück
Antwort #6
Danke fürs Feedback.

Zum Fahrpreis Wien - Lviv:
Ich hab gestückelt und bin ab Hegyeshalom mit einer MAV-Fahrkarte Hegyeshalom - Lviv gefahren, da es bei der MAV im internationalen Verkehr Ungarn-Ukraine ziemliche Ermässigungen gibt. Die Fahrkarte Hegyeshalom - Lviv kostet 38 EUR (da ist der MAV-Abschnitt ggü dem Standardpreis 50% dermässigt, der UZ-Abschnitt 40%), dazu kommt die Strecke von Wien bis Heygeshalom und der Schlafwagenaufpreis (24 EUR pP im 2er-Abteil).
Dem Vernehmen nach soll es aber bald auch bei Fahrkartenkauf in Österreich ermässigte Tarifangebote Richtung Ukraine geben...
Die Fahrpreise im innerukrainischen Verkehr bewegen sich für unsereins im vernachlässigbaren Bereich. Auch Strecken wie Lviv - Kiev (600 km) sind ab 5 EUR zu haben...
Buchung auf https://booking.uz.gov.ua/en/ ist sehr einfach!


Ad UZ-Dienstfahrplanbuch:
Ein käuflicher Erwerb ist mWn nicht möglich, ich hab es auch nicht käuflich erworben...