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Thema: Ist das IBE in der jetzigen Art und Weise rechtens? (1471-mal gelesen) Vorheriges Thema - Nächstes Thema - Thema abgeleitet von Schwere Sicherheitsmä...

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  • Andreas
  • Moderator
Ist das IBE in der jetzigen Art und Weise rechtens?
Das war die letzte  Klage:

Gut, dann meine ich wird man künftig mehr Steuergeld brauchen, um die Strecken zu finanzieren wenn nicht die Zahlen wollen, die die Infrastruktur auch in Anspruch nehmen bzw. wenn die ÖBB-Infra die Kosten den EVU, die die Anlagen nutzen, nicht vollständig verrechnen darf.
Eigentlich ist ein erhöhter Gebrauch von Steuergeldern nun ja genau das Gegenteil davon, was private EVU häufig herunterpredigen.
mfG
Andreas

  • Andreas
  • Moderator
Re: Ist das IBE in der jetzigen Art und Weise rechtens?
Antwort #1
(...)Zuerst einmal wird die ÖBB-Infra das Berechungsmodell für die entstandenen Kosten anpassen, dann wird sich aufgrund der neuen Einnahmensituation eine neue Struktur geben müssen.
Und nachdem die EVU nachher wohl weniger zahlen werden müssten - es wurde ja geklagt dass jetzt zu viel gezahlt wurde - werden die Einnahmen der Infra duch die IBE sinken. Wenn die Einnahmen aus dem IBE sinken, woher sollte dann der Rest kommen um die Infrastrukturkosten zu decken, wenn nicht aus dem Steuertopf?
mfG
Andreas

  • Ch. Wagner
  • Member*
Re: Ist das IBE in der jetzigen Art und Weise rechtens?
Antwort #2
Die ÖBB versuchen mit allen Mitteln Monopolist zu bleiben. Das geht halt heutzutage nicht mehr, um so weniger, als Verurteilungen in Kauf genommen werden. Das ist deren Recht, genausogut haben allerdings die Privaten auch das Recht, Entscheidungen der ÖBB auch nicht hinzunehmen.
Weil ich angeblich unhöflich bin:
"Denkt daran, das Schwein von heute ist der Schinken von morgen"
(Mathias Beltz)

"pungitius pungitius"

  • Andreas
  • Moderator
Re: Ist das IBE in der jetzigen Art und Weise rechtens?
Antwort #3
Die ÖBB versuchen mit allen Mitteln Monopolist zu bleiben. (...)

Alles andere wäre auch absurd, würde es doch dem Geist eines Unternehmens wiedersprechen, seine Position am Markt nicht halten zu wollen bzw. der Konkurrenz zu überlassen.
Und wie man auch am Angebotsausbau sowie an den Fahrzeuginvestitionen sieht, mühen sich die ÖBB sehr, ihre starke Marktposition halten zu können.
mfG
Andreas

  • Ch. Wagner
  • Member*
Re: Ist das IBE in der jetzigen Art und Weise rechtens?
Antwort #4
Das bedeutet dann, daß wir alles vom Monopolisten akzeptieren müssen, also Ausstattung, Preis, usw. usf.
Weil ich angeblich unhöflich bin:
"Denkt daran, das Schwein von heute ist der Schinken von morgen"
(Mathias Beltz)

"pungitius pungitius"

  • Andreas
  • Moderator
Re: Ist das IBE in der jetzigen Art und Weise rechtens?
Antwort #5
Das bedeutet dann, daß wir alles vom Monopolisten akzeptieren müssen, also Ausstattung, Preis, usw. usf.
Nein, das bedeutet das nicht.


Es ist ganz einfach: es muss halt endlich gewirtschaftet werden wie eben ein ordentlicher Kaufmann zu wirtschaften hat. Das bedeutet, dass die IBE-Kosten so zu gestalten sind, dass das möglich ist. Preisanpassungen müssen wir dauernd überall erleben (es werden ja auch zB die Fahrkartenpreise seitens der EVU regelmäßig erhöht ohne jede Service-Verbesserung ...) das müssen dann halt auch die EVU bei den IBE-Gebühren hinnehmen.

(...)
Genau das meine ich, nur wurde gegen das IBE in der jetzigen Art und Weise eben geklagt mit dem Ausgang dass es evt. sinken wird da, sofern ich es richtig verstanden habe nicht alle Kosten ins IBE einfließen dürfen.
mfG
Andreas

  • phil5
Re: Ist das IBE in der jetzigen Art und Weise rechtens?
Antwort #6
Ich möchte nur festhalten, dass offensichtlich wieder einige Menschen der Unterschied zwischen EVU und EIU kennen dürften!

Alleine die Aussauge "Es ist ganz einfach: es muss halt endlich gewirtschaftet werden wie eben ein ordentlicher Kaufmann zu wirtschaften hat. Das bedeutet, dass die IBE-Kosten so zu gestalten sind, dass das möglich ist. " deutet auf eine dermaßen große Unkenntnis hin. Die IBE Einnahmen decken soviel ich weiß 50% der Infrastruktur(-erhaltungs)-kosten ab, den Rest wie Andreas richtig geschrieben hat, deckt im Moment der Bund.
Nun denn - wenn eine Kostenwahrheit eingeführt würde, dann wäre in Österreich sehr schnell einiges an Güterverkehr auf der Schiene ärmer und der "eigenwirtschaftliche" Personenverkehr würde sich auch anders darstellen.

Wie auch schon geschrieben wurde (aber in manchen Köpfen offensichtlich nicht hineingeht) müssen ALLE EVUs am Netz der ÖBB Infrastruktur AG nach denselben Bedingungen (nachzulesen in den SNNB) Trassen bestellen und Entgelte für alle dem EVU erbrachten Leistungen der ÖBB Infrastruktur AG entrichten.

Weiteres ja die ÖBB Infrastruktur ist ein "Monopolist". Ebenso wie die Asfinag und andere Infrastrukturbetreiber (wie der Verbund) in Österreich. Welche Überraschung? Was wären die Alternativen? Das Netz auftrennen wie in England? Ach ja das wurde ja auch wieder in eine staatliche Gesellschaft zusammengeführt? Sorry aber solche Aussagen sind einfach deplatziert.

Und seit Markteinstieg der Westbahn ist die ÖBB PV Ag im FV kein Monopolist mehr ;-) , über den Güterverkehr brauchen wir glaub ich nicht zu sprechen. Ich frage mich ob die "Frachtbahn" dann auch so viele Klagen verteilt?

Nungut...die Klage der Westbahn bezog sich ja auch auf Kosten die im IBE abgebildet werden, die aber mit der Streckenerhaltung an sich nichts zu tun haben, und da hat die Westbahn auch recht.
Nur können diese Kosten sehr wohl aber wieder in ein Stationsentgelt fließen oder bestimmte Elemente die nicht mehr ausreichend finanziert werden, könnten dann einfach weggespart werden.

Die Westbahn hat zwar erfolgreich geklagt, aber die ÖBB PV AG bekommt genauso IBE Entgelte zurück, wird diese aber auch nicht 100% behalten dürfen, denn es wird sehr wahrscheinlich so sein, dass einige Besteller hier eine Rückzahlung für die geleisteten Bestellentgelte bei der ÖBB PV AG geltend machen werden. Was ja auch legitim ist.

Lg Phil

  • phil5
Re: Ist das IBE in der jetzigen Art und Weise rechtens?
Antwort #7
Werter "Oberlehrer", Deine Einstufung meiner Aussage als Unkenntnis weist höchstens auf mangelnde wirtschaftliche Kenntnisse Deinerseits hin. Es ist egal, wieviel der Bund dazu zahlt, wenn der Rest dann vom Unternehmen zu erwirtschaften ist, hat dieses Unternehmen dann für diesen Rest die Richtlinien eines ordentlichen Kaufmanns anzuwenden.
Und: Natürlich soll Kostenwahrheit eingeführt werden, aber auf Kosten des Straßentransports!

Welches Unternehmen ist nun mit Rest des Unternehmens gemeint?
ÖBB Infrastruktur AG oder ÖBB Personenverkehr AG?

  • Andreas
  • Moderator
Re: Ist das IBE in der jetzigen Art und Weise rechtens?
Antwort #8
Natürlich meine ich die ÖBB Infrastruktur AG:
- Ein Teil des IBE wird vom Staat an die ÖBB Infrastruktur AG gezahlt.
(...)

Das wäre mir neu, dass der Staat IBE an die ÖBB Infra zahlen würde. Wozu auch, er selbst befährt ja die Infrastruktur nicht. Der Staat bestellt Leistungen bei diversen EVU, zu einem Großen Teil natürlich bei der ÖBB  PV AG und diese EVU, natürlich auch ÖBB PV AG und alle weiteren EVU die tw. auch ohne Beauftragung durch den Staat (bekanntlich v.A. im GV und tw. auf gewissen Fernverkehrsachsen) zahlen IBE.  Was der Staat macht, ist in die Infrastruktur zu investieren bzw. diese aufrecht zu erhalten, aber nicht in Form des IBE.
Wenn jetzt die IBE gesenkt werden müssen, aufgrund was auch immer, steigen für den Staat natürlich die laufenden Instandhaltungsinvestitionen da sie von der Infra durch das niedrigere IBE  weniger gedeckt werden können. Die Option ist, die Infrastruktur zu vernachlässigen bzw. die Investitionen zu senken oder gar ausfallen zu lassen, wenn weniger Geld da ist wenn die, die die Infrastruktur nutzen, weniger dafür zahlen müssen da ja das IBE evt. gesenkt würde. So zumindest würde ich es sehen.
mfG
Andreas

  • Andreas
  • Moderator
Re: Ist das IBE in der jetzigen Art und Weise rechtens?
Antwort #9

Zitat
Das wäre mir neu, dass der Staat IBE an die ÖBB Infra zahlen würde.

Nun, vielleicht klärst Du zuerst mit Dir selbst, welche Meinung Du hier kundtun willst ....  ::)  ::)  ::)


Was solll das jetzt bitte bedeuten, Tatsachen haben nichts mit einer Meinung zu tun, also zahlt der Staat jetzt IBE oder nicht?




Kurz gesagt: die IBE-Entgelte sind offensichtlich zu niedrig angesetzt, sonst müsste der Staat nicht Geld zuschießen. Daher ist das IBE natürlich zu erhöhen, nicht zu senken!
(...)

Das ist eben das Problem, die WESTbahn hat die IBE als zu hoch angesehen, geklagt und Recht bekommen, da kannst die Preise nicht erhöhen, wenn sie gerichtlich als zu hoch eingestuft wurden da muss man sie senken bzw. zu viel kassierte Beträge ggf. sogar zurückzahlen.
mfG
Andreas

  • Andreas
  • Moderator
Re: Ist das IBE in der jetzigen Art und Weise rechtens?
Antwort #10
Zur widersprüchlichen Aussage: einmal erwähnst Du, dass der Staat zahlen muss, ein anderes Mal ist Dir diese Tatsache unbekannt. Also was jetzt?
(...)

Natürlich zahlt der Staat, aber wohl kein IBE.
mfG
Andreas

  • phil5
Re: Ist das IBE in der jetzigen Art und Weise rechtens?
Antwort #11

Hallo!

Genau so ist es! Es wird immer die öffentliche Hand etwas zu einer Eisenbahninfrastruktur dazuzahlen müssen!
Kaufmännisch arbeiten muss die Infrastuktur denn jedenfall schon jetzt, sonst würde es wohl jährlich Defizite geben im ÖBB Teil-Konzern, ->Achtung bitte nicht wieder verwechseln der Investkosten in die Tunnel udgl. mit den laufenden Betrieb!

Soviel mir bekannt ist, wurden Teile aus der Stationserhaltung,  in das Strecken IBE gegeben, das so natrülich unzulässig ist. Alles was mit einer Station zu tun hat, gehört in den Stationshalt.

Die Frage ist eher, wie reagieren die EVUs darauf wenn tatsächlich das IBE so hoch eingehoben würde, damit sich die Streckenerhaltung und Reinvestitionen rechnen würden....

Aber ich teile Diemtars Meinung jedenfalls- und ich gehe sogar noch weiter:
Die Kostenwahrheit für alle Verkehrsträger und das Transportwesen würde sehr vielen Bereichen des täglichen Lebens etwas nützen, nicht nur der Bahn!
Denn wie kann es sein das viele Lebensmittel billiger sind als vom Selbsvermarkter nebenan, obwohl die Verpackung, die Zutaten und das fertige Produkt hunderte Kilomter herumtransooiert wurden und dann der Supermarkt auch nocht etwas mitschneidet. Also die Lohnkosten allein werden es nicht sein!

lg Phil