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Thema: Hochleistungsstrecke Salzburg-Köstendorf (758-mal gelesen) Vorheriges Thema - Nächstes Thema

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Hochleistungsstrecke Salzburg-Köstendorf
Ein schon seit mehreren Jahrzehnten diskutiertes Projekt soll nun umgesetzt werden.

Größtes Bahnprojekt nimmt Gestalt an

Das wohl größte Bahntunnelprojekt in der Geschichte Salzburgs wirft seine Schatten voraus. Am Montag wird in Köstendorf (Flachgau) der 16 Kilometer lange Tunnel für die geplante Hochleistungsstrecke von Köstendorf über Seekirchen, Elixhausen, Hallwang bis Salzburg Kasern vorgestellt.

Baubeginn für das 2,3-Milliarden-Projekt ist frühestens im Jahr 2026. Problematisch ist ein fünf Kilometer langes Förderband, das den Tunnelaushub bei Köstendorf entlang einer Wohnsiedlung bis ins oberösterreichische Lochen transportieren soll.

Ein Bahntunnel, länger als Tauern- und Katschbergtunnel zusammen, zwischen Köstendorf und Salzburg-Kasern: Das Megaprojekt ist zwar noch Zukunftsmusik, soll aber zu Jahresende zur Umweltprüfung eingereicht werden. Ziel ist es, den gedrängten Bahnverkehr im Zentralraum durch zwei zusätzliche Gleise unter der Erde zu entflechten und die Basis für eine künftige europaweite Hochleistungsstrecke zu legen.

Gestein als größte Herausforderung

Größte Herausforderung ist das Gestein (Flysch, kaum wiederverwertbar), das durch den Aushub zweier Tunnelröhren auf 16 Kilometern anfällt. Vier Millionen Kubikmeter entsprechen einem 370 Meter hohen Haufen auf einem Fußballfeld, der fünf Kilometer zur Deponie ins benachbarte Lochen (Steinbachgraben) transportiert werden muss.


Bild: Verlauf der HL-Strecke, Quelle: ÖBB

Das erfolgt mit einem zwei Meter breiten überdachten Förderband, teils 15 Meter über der Erde. Die Bewohner der Spanswag-Siedlung befürchten dadurch gut ein Jahrzehnt lang eine massive Belastung. Für deren Sorgen zeigt ÖBB-Projektleiter Christian Höss Verständnis.


,,Für die Anrainer werden wir Lösungen finden"


,,Wenn man in einer Gegend wohnt, von der man gewohnt ist, dass die Umgebung sehr natürlich und ruhig ist, dann hat mit solchen Arbeiten natürlich niemand eine Freude. Die Aufregung war insofern gegeben, als man Details dazu nicht gekannt hat - zum Beispiel wie Schulkinder das Förderband ohne Gefahr queren können. Außerdem gibt es vor allem am Anfang und am Ende beim Rückbau einen relativ starken Lkw-Verkehr. Über diese Themen haben wir aber gesprochen und werden dafür Lösungen finden", versichert Höss.

Der Bahntunnel ist Basis für die europäische Hochleistungsstrecke und war schon vor 20 Jahren Streitthema im Flachgau. Damals hatte sich Landeshauptmann Franz Schausberger (ÖVP) auf die Seite der protestierenden Anrainer in Seekirchen gestellt. Das hat die Planung verzögert und verteuert, bestätigt auch ÖBB-Projektleiter Höss.

Widerstände schon in den 1990er Jahren

,,Das hat eine lange Geschichte. Damals in den 1990er Jahren gab es große Widerstände im Raum Seekirchen. Man hat dann Trassenfindungsverfahren mit Bürgerbeteiligung durchgeführt. Und daraus ist jene Trasse hervorgegangen, die wir auch jetzt als die zielführendste Variante noch verfolgen. Und die sieht eben die doch relativ lange Tunnelstrecke von zwei jeweils 16,5 Kilometer langen Tunnelröhren vor."

Bis zum Jahr 2040 sollen die beiden Gleise für Fernzüge in weitem Bogen unter Tage an Seekirchen vorbeiführen. Am Montag werden die Köstendorfer über das Megaprojekt informiert. Zum Schutz der Anrainer sollte bei dem Projekt die Bürgerbeteiligung ausgebaut werden, wünscht sich der Köstendorfer Bürgermeister Wolfgang Wagner (ÖVP).


Quelle: https://salzburg.orf.at/news/stories/2934838/

Re: Hochleistungsstrecke Salzburg-Köstendorf
Antwort #1
Erste Verzögerungen bei diesem Projekt:

Steinkrebse behindern Hochleistungsbahn

Unter Naturschutz stehende Krebse im Steinbachgraben (OÖ), einem Deponiestandort für Aushubmaterial des geplanten Eisenbahntunnels zwischen Köstendorf und Hallwang (beide Flachgau), bereiten den Bundesbahnen Probleme. Die Suche nach einer alternativen Lösung dürfte das Projekt um mindestens ein halbes Jahr verzögern.

Der eingereichte Deponiestandort im Steinbachgraben ist aus ökologischen Gründen nicht genehmigungsfähig, ergab das Verfahren zur Prüfung der Umweltverträglichkeit. Laut einem Sachverständigen könne für die hier lebenden, streng geschützten Steinkrebse kein ausreichender Schutz garantiert werden.

Das Verkehrsministerium beauftragte die ÖBB daher mit der Suche nach einer alternativen Lösung zur Ablagerung des Aushubmaterials beim geplanten Tunnelbau. Die ÖBB betonten, dass das eingereichte Projekt der Bahnstrecke zwischen Köstendorf und Salzburg außer Zweifel stehe und auch der eingereichte Deponiestandort im Westen des Bauvorhabens nicht betroffen sei. Die Deponierung des Tunnelausbruchsmaterials im Osten aus Köstendorf müsse aber neu geplant und beurteilt werden. Das Unternehmen geht dabei von einer Verzögerung des UVP-Verfahrens von mindestens einem halben Jahr aus, sagt ÖBB-Sprecher Robert Mosser.

Krebsvorkommen dürfte weitere Verzögerung verursachen

Die 21,3 Kilometer lange Hochleistungsbahnstrecke zwischen Köstendorf und Salzburg soll die Kapazitäten der Westbahnstrecke erweitern und ein besseres Angebot im nationalen und internationalen Personen- und Güterverkehr ermöglichen. 16,5 Kilometer sollen in einem zweiröhrigen, jeweils eingleisigen Tunnel verlaufen. Anrainer der Tunnelbaustelle in Köstendorf befürchten unzumutbare Belastungen während der rund 14 bis 15 Jahre dauernden Bauphase.


Quelle: https://salzburg.orf.at/stories/3016662/