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Thema: Warnungen vor vollen Zügen per App (760-mal gelesen) Vorheriges Thema - Nächstes Thema

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Warnungen vor vollen Zügen per App
Die Deutsche Bahn plant, mittels App die Fahrgäste über die Auslastung der Züge zu informieren. Das soll das Infektionsrisiko für Sars2-CoV verringern, da, wenn vor Zügen mit mehr als 50% Auslastung gewarnt wird, Kunden angehalten werden auf weniger frequentierte Verbindungen umzusteigen. In Frankreich ist ein ähliches System bereits in Benutzung:

App der Deutschen Bahn soll vor vollen Zügen warnen

Einem Bericht zufolge plant die Bahn diese Maßnahme, damit Menschen in der Coronakrise stattdessen andere Transportmittel nutzen können. Im Notfall verhindert sie weitere Buchungen.
Die Deutsche Bahn will mithilfe ihrer bestehenden App in der Coronakrise vor zu vollen Zügen warnen. Das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" berichtete am Montag unter Berufung auf Konzernkreise, der Bahn-Navigator und der Internetauftritt der Bahn seien so umprogrammiert worden, dass Nutzer Züge mit einer Auslastung von 50 Prozent und mehr angezeigt bekämen.


Sie sollten damit die Möglichkeit erhalten, auf weniger frequentierte Verbindungen zuzugreifen. Auf diese Weise solle der Passagierfluss besser gesteuert werden, damit in den kommenden Wochen keine gefährlich engen Situationen in den Zügen entstünden.

Wenn die Reservierungen trotz dieses Warnhinweises auf einer bestimmten Verbindung weiter zunehmen sollten, verhinderten es die App und die Buchungsseite künftig, dass dieser Zug noch gebucht und reserviert werden könne. Diese Funktion soll den Angaben zufolge in den kommenden Tagen freigeschaltet werden.

Bahnvorstand gibt Erklärung ab
Der für den Personenverkehr verantwortliche Bahnvorstand Berthold Huber will am Montag erklären, wie sein Unternehmen die Kapazitäten sowohl im Fern- als auch im Regionalverkehr allmählich wieder hochfahren und sich dem Normalfahrplan weiter annähern will. Die Bahn hatte ihr Angebot wegen massiver Einbrüche bei den Fahrgastzahlen in der Corona-Krise heruntergefahren.
Laut "Spiegel"-Bericht kann trotz App jeder, der zum Bahnhof geht, auch weiterhin in einen vollen Zug einsteigen, für den die App keine Fahrkarte mehr verkauft oder keine Reservierung vornimmt. Verkehrsminister Andreas Scheuer hatte Ende April eine Reservierungspflicht ins Gespräch gebracht, allerdings deutlich gemacht, in dieser Frage nicht festgelegt zu sein. Es sei eine Frage, wie Passagierströme vor allen Dingen auf großen Bahnhöfen organisiert würden. Ein geschlossenes System würde bedeuten, dass Kunden einen Platz in einem bestimmten Zug buchen müssen - so wie im Flugzeug.

Beispiel Frankreich
In Frankreich hatte die Staatsbahn SNCF bereits Anfang Mai angekündigt, dass Bahnreisende sich bereits vor der Fahrt über die Auslastung der Züge informieren können. Für jeden Zug sollte es etwa in der App einen Tag vor der Abfahrt ein entsprechendes Symbol geben. Das gelte besonders für Regionalzüge. Bei Fernverkehrszügen wie dem TGV gilt in Frankreich sowieso Reservierungspflicht. Dort sollte die Buchung blockiert werden, wenn eine Auslastung von 50 Prozent erreicht ist.


Quelle: Presse/APA, https://www.diepresse.com/5818060/app-der-deutschen-bahn-soll-vor-vollen-zugen-warnen

Die ÖBB plant indes keine derartige App-Funktion:


Keine CoV-Warnung bei Zügen via ÖBB-App

Anders als die Deutsche Bahn, die in ihrer App ab einer 50-Prozent-Auslastung eine Art Coronavirus-Warnung ausgeben will, planen das die ÖBB derzeit nicht. Das bestätigte ÖBB-Sprecher Bernhard Rieder auf Nachfrage von ORF.at.

Die Deutsche Bahn, die rechtzeitig vor Pfingsten ihren Fernverkehr wieder anlaufen lässt, hatte heute eine entsprechende Warnung über ihre App ,,DB-Navigator" angekündigt.

Auslastung derzeit nicht kritisch
Rieder bestätigte aber, dass die Situation laufend beobachtet wird. Er betonte, dass es im Fernverkehr bei den ÖBB derzeit ohnehin nur eine Auslastung von rund 30 Prozent gebe. Und er verwies darauf, dass es in der ÖBB-Fahrplan-App Scotty bereits seit Jahren einen Warnhinweis bei stark gebuchten Zügen gebe. Das schlägt allerdings nicht bei 50-Prozent-Auslastung an, sondern erst später. Diese Maßzahl werde aktuell auch nicht heruntergesetzt.

Dazu kommt, dass - im Gegensatz zu Deutschland - der Regional- und Fernverkehr nicht getrennt ist. Viele Pendlerinnen und Pendler benutzen etwa im Umfeld von Wien und auch auf der Strecke Wels - Linz sowie in Tirol Railjets.

Tickets werden wieder länger im Voraus gekauft
So wie in vielen anderen Bereichen finden die pandemiebedingten Auflagen und Lockerungen auch im Bahnverkehr mit mehrwöchiger Verzögerung nach jenen in Österreich statt. Für Pfingsten rechnet die Deutsche Bahn eigenen Angaben zufolge mit einer Auslastung der Züge von 30 bis 40 Prozent. Vor der Coronavirus-Krise lag sie bei etwa 55 Prozent, zu Feiertagen wie Pfingsten noch höher.

Auf den wichtigsten Verbindungen werde man nun wieder längere Züge einsetzen. Zudem würden touristische Ziele wie die Alpenregion sowie Nord- und Ostsee verstärkt angefahren. Die abnehmende Unsicherheit der Kunden spiegelt sich laut DB auch bei den Buchungen wider: Die Menschen planten jetzt Stück für Stück langfristiger. Im Schnitt würden jetzt Tickets wieder um mehr als eine Woche im Voraus gebucht.


Quelle: ORF, https://orf.at/#/stories/3167048/