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Thema: Hausbesetzung Girardihaus - Leonhardstraße 28 (1919-mal gelesen) Vorheriges Thema - Nächstes Thema

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  • PeterWitt
Re: Hausbesetzung Girardihaus - Leonhardstraße 28
Antwort #15
Generell sollte man mMn nicht nur auf einzelne Gebäude, sondern auch auf ganze Ensemble achten. Das Girardihaus ist ein letzter Rest der alten Vorstadtbebauung in diesem Bereich und somit ein letzter Zeuge vergangener Tage- mal ganz abgesehen von Girardi. So wäre zB auch die Häuserzeile in der Leonhardstraße ggü der Seebachergasse erhaltenswert, weil eben noch vollständig erhalten, hier einen 5-Geschoßigen gesichtslosen Wohnblock hineinklotzen wäre wohl recht unpassend.

Auch wenn dafür keine erhaltenswerten Altbauten abgerissen wurden, so sehe ich die Kreuzung Plüddemanngasse/Waltendorfer Hauptstraße als absolutes Negstivbeispiel für Stadtentwicklung an. Da wurde ein gesichtsloser Block neben den anderen gesetzt, also ohne jedweder Gestaltung und Farbe, und ohne jeder Nachhaltigkeit. Ein Ausbau der Kreuzung (zB für ÖV-Ausbau) ist dort fortan nicht mehr möglich, weil man alle Neubauten bis zur Gehsteigkante errichtet hat, und Platz war dort schon zuvor Mangelware....

Und für das Wachsen der Stadt gibt es noch genug freie brachliegende Flächen, wo mit einer neuen Verbauung das ganze Viertel aufgewertet werden würde, siehe zB SmartCity oder auch Brauquartier oder OST. Gerade entlang der Einfallsstraßen finden sich ausreichend solcher Beispiele, ob Wienerstraße, Tristerstraße, Grabenstraße, Kärntnerstraße, aber auch am Bahnhofsgürtel etc.

Das Abreißen von historischen Villen und das Auffüllen mit einem deplazierten Wohnblock inmitten von homogenen Einfamilienhaus-Bereichen,
wo vielleicht auch die Infrastruktur nicht ausreicht (nur einspurig Fahrbahn zB) gehört hier aber eher nicht dazu.

Und abgesehen vom Recht: Dem Denkmalschutz wird sicher immer noch besser gedient, wenn das Haus leer steht, als wenn es von Leuten illegal bewohnt wird, denen unsere gesellschaftliche Ordnung vorsichtig ausgedrückt nicht ganz so wichtig ist.
Nun, genau das denke ich könnte auch der Grund sein, warum der Besitzer nicht räumen lässt - es dürft ihm ganz recht sein, vielleicht "passiert" ja was - ups, und dann war's das mit dem Denkmalschutz. Wäre ja nicht das erste Mal...

  • FlipsP
Re: Hausbesetzung Girardihaus - Leonhardstraße 28
Antwort #16
Eines sollte man nicht vergessen: Die Häuser, die man (Ihr) heute als erhaltenswert seht, waren früher genauso nur gesichtlose 0815 Gebäude. Auch die gesichtslosen, heutigen Objekte werden in vielen Jahren ,,Zeitzeugen ihrer Zeit" sein.

Natürlich wird bei den Neubauten heutzutage auch vieles (absichtlich?) verhaut. Trotzdem ist für mich gerade die Kreuzung Plüddemanngasse/Waltendorfer Hauptstraße eher ein positives Beispiel. Die Plüddemangasse ist heute von Süden her breiter als früher (weil die Hauskanten zurückgesetzt wurden), auch die Gehstiege sind vor den Neubauten recht breit. Genauso gäbe es Platz für eigene ÖV Spuren, wenn man das denn wirklich möchte (Das war ja eh schon mal Thema hier im Forum). Problem ist hier eher die Bestandsbebauung zwischen Waltendorfer Hauptstraße und Koßgasse, welche ich persönlich sofort schleifen würde.

Wer das Wachsen der Stadt einzig und allein auf Neubaugebiete reduziert, der wird in 20 Jahren eine ausgehungerte Stadt und einen sehr gut ausgebauten Speckgürtel haben.
Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!  ;)

  • Ch. Wagner
  • Member*
Re: Hausbesetzung Girardihaus - Leonhardstraße 28
Antwort #17
Eines sollte man nicht vergessen: Die Häuser, die man (Ihr) heute als erhaltenswert seht, waren früher genauso nur gesichtlose 0815 Gebäude. Auch die gesichtslosen, heutigen Objekte werden in vielen Jahren ,,Zeitzeugen ihrer Zeit" sein.



Da sieht man doch, wie dumm wir sind, wir erfreuen uns an alter Architektur. Es gibt sogar welche unter uns, die sich alte römische (ägyptische, arabische, ...) Bauten anschauen. Und stell dir vor, ich habe sogar bemalte Höhlen aus der Steinzeit angeschaut. Die können natürlich nicht mit der Verbauung der Waltendorfer Hauptstraße bis hin zum Sternwirt mithalten, aber wer weiß, in 50 Jahren?
Und allemal würde ich eine renovierte Altbauwohnung einem heutigen Bau vorziehen. Hätte ich das Geld, ich kaufte mir ein altes Haus etwa in der Griesgasse und richtete es her. Das wäre für mich Wohn- und Lebensqualität.
In der Waltendorfer Hauptstraße stand eine bemerkenswerte Trainkaserne (die zuletzt von einer Autowerkstatt benutzt wurde), da wurde nicht lange gefackelt, ritsch, ratsch abgerissen.
Wenigstens das Ensemble um das alte Gemeindeamt und dem Bauernhof vom Pölzl steht noch. Eine Erinnerung, als Waltendorf noch eine eigene Gemeinde war - wie übrigens auch der Ruckerlberg.
Weil ich angeblich unhöflich bin:
"Denkt daran, das Schwein von heute ist der Schinken von morgen"
(Mathias Beltz)

"pungitius pungitius"