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Thema: Gleinalmtunnel: das letzte Nadelöhr der Steiermark (10010-mal gelesen) Vorheriges Thema - Nächstes Thema

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  • Martin
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Gleinalmtunnel: das letzte Nadelöhr der Steiermark
Gleinalmtunnel: das letzte Nadelöhr der Steiermark

Am Donnerstag erfolgte der Durchstich für die zweite Bosruckröhre auf der Pyhrnautobahn: Bald ist der exakt 33 Jahre alte Gleinalmtunnel das letzte Nadelöhr in der Steiermark. Nach Katastophe im Tauerntunnel 1999 wurde in vielen Tunneln die Sicherheit verbessert.
8,3 Kilometer ist der Gleinalmtunnel lang. Nach 33 Jahren besteht noch immer Gegenverkehr

Als vor genau 33 Jahren der 8,3 Kilometer lange Gleinalmtunnel eröffnet wurde, feierte die Steiermark das "Fest des steirischen Straßenbaus". Mit dem Tunnel und der neuen Autobahn zwischen Graz und St. Michael war die berüchtigte "Gastarbeiterroute" entschärft.

Doch mittlerweile gilt das Bauwerk längst als überholt. Bei den Tunnelprüfern des ÖAMTC zum Beispiel steht es wegen seiner Einröhrigkeit auf der schwarzen Liste. Und nun, da auch beim zweiten Bosrucktunnel an der Grenze zu Oberösterreich der Durchstich erfolgt ist, wird der Gleinalmtunnel bald das letzte Nadelöhr auf einer steirischen Autobahn sein. Der zehn Kilometer lange Plabutschtunnel, 1987 eröffnet, ist seit Ende 2004 voll ausgebaut. Für den Herzogbergtunnel auf der Pack gilt dies seit fünf Jahren.

Für das Nadelöhr durch die Gleinalm musste vom ersten Tag an Sondermaut bezahlt werden. Ein Motorrad wurde 1978 mit 50 Schilling bemautet, ein Pkw mit 90, ein Lkw (bis zu drei Achsen) mit 180, ein Autobus mit 240 und ein Sattelschlepper mit 300 Schilling. Heute kostet eine einfache Fahrt mit dem Pkw 7,50 Euro - in alter Währung: rund 103 S.

41 Millionen im Jahr
Längst hat die Autobahnengesellschaft Asfinag durch die Sondermaut genug verdient, um eine zweite Röhre zu bauen. "Die Einnahmen fließen zurück in den Betrieb, die Erhaltung und die Sicherheit des Tunnels und der Autobahn", erklärt Maut-Sprecherin Ingrid Partl.

Wie viel genau seit 1978 der Gleinalmtunnel eingebracht hat, lasse sich, erklärt die Asfinag, wegen des mehrmaligen Wechsels der Gesellschaften nicht mehr eruieren. Doch allein im Jahr 2010 lieferten Pkw und Lkw zusammen 41 Millionen Euro ab.

Nach der Katastrophe im Tauerntunnel im Mai 1999 mit zwölf Toten beschloss die Regierung das Ausbauprogramm für alle Autobahntunnel. Die Gleinalm, immerhin drittlängste Röhre in Österreich, erhielt da keine Priorität. Ende 2013 soll mit dem Bau begonnen werden - und nach der Fertigstellung und der Sanierung des ersten Tunnels steht die Freigabe beider Röhren 2019 an.

Die Kosten dürften sich auf rund 315 Millionen Euro belaufen. Unter Druck gerät man bei der Gleinalm auch durch die EU. Sie schreibt vor, dass alle Tunnel, durch die am Tag mehr als 20.000 Fahrzeuge rollen, bis 2019 zwei Röhren haben müssen.
Dieses Kriterium erfüllt die Gleinalm auf der A 9 bereits lange, obwohl seit 2010 mit der ausgebauten Brucker Schnellstraße eine komfortable Entlastungsstrecke besteht. Bereits einmal, im Frühjahr 2002, wurden viele Millionen Euro in die technische Sanierung des Gleinalmtunnels investiert.

Dies war eine Folge des Infernos im Tauerntunnel und auch des Unfalles im Gleinalmtunnel vor zehn Jahren - am 6. August 2001: Bei der Frontalkollision zweier Pkw verbrannte eine fünfköpfige holländische Familie in ihrem Auto. Nur das elfjährige Mädchen Ymke überlebte.

Rückblick: Eröffnung vor genau 33 Jahren
"Autobahn: Nur eine halbe Stunde St. Michael-Graz", titelte die Kleine Zeitung am 12. August 1978. Die Eröffnung des dringend notwendigen 32,6 Kilometer langen Gleinalmabschnittes der Pyhrnautobahn samt dem 8,3 Kilometer langen Tunnel geriet zum Staatsakt. Bundespräsident Rudolf Kirchschläger landete mit dem Hubschrauber vor dem Nordportal, um mit Vizekanzler Hannes Androsch, Ministern und Landeshauptleuten das "Fest des steirischen Straßenbaus" zu feiern. Schließlich sollte die Autobahn die lang ersehnte Erleichterung für die berüchtigte "Gastarbeiterroute" bringen.

Zu seiner Eröffnung galt der Gleinalmtunnel zwar als modern, Sicherheitsbedenken wegen der fehlenden zweiten Röhre kamen aber schon damals auf. Die Kleine Zeitung schrieb: "Es gibt keinen Fluchtweg. Die Frage der Lkw mit gefährlichen Gütern durch den Tunnel - das gehört noch zu den ungelösten Problemen."

2001: Als Ymke ihre Familie verlor
Vor zehn Jahren, am 6. August 2001, wird das traurigste Kapitel in der Geschichte des Gleinalmtunnels geschrieben: Bei einem Frontalzusammenstoß zweier Pkw kommt es zu einem Brand, eine holländische Familie wird nahezu ausgelöscht. Der Vater, die Mutter und drei Töchter im Alter von acht bis 18 kommen in den Flammen um, nur die elfjährige Ymke Jager überlebt mit schwersten Verbrennungen. Ein Feuerwehrmann, der zufällig zum Unfallort kam, löschte das Feuer auf ihrer Kleidung mit bloßen Händen.
Ausgelöst hatte den Unfall ein 40-jähriger zweifacher Vater aus Graz. Er war mit seinem Auto über die Fahrbahnmitte geraten. Der Mann und seine Töchter, damals drei und fünf Jahre alt, konnten sich befreien und überlebten schwer verletzt.
Ymke Jager wuchs von da an bei ihrer Tante in Utrecht auf, die sie adoptierte.
HANNES GAISCH

Die Lehren aus der Katastrophe im Tauerntunnel
Erst durch das Inferno im Tauerntunnel am 29. Mai 1999 kam Bewegung in die Tunnelsicherheit. Zwölf Menschen waren nach einem Auffahrunfall durch einen Lkw mit darauffolgendem Brand ums Leben gekommen. Das Verkehrsministerium berief eine Kommission ein, die neue Standards setzte, die danach in allen österreichischen Straßentunneln umgesetzt wurden bzw. noch werden.

Dazu zählen etwa größere, steuerbare Abluftjalousien, helle Tunnelwände, Leuchtdioden an den Fahrbahnrändern, Rumpelstreifen in der Mitte,um Lenker, die von der Spur abkommen, zu warnen. Weiters gibt es Stoßabsorber an der Tunneleinfahrt, Notrufnischen, die Section Control und Begleitautos für gefährliche Transporte. Nicht zuletzt wurde beschlossen, alle Autobahntunnel mit zweiten Röhren auszustatten. In der Steiermark wurde dies zum Beispiel beim Plabutsch- und beim Herzogbergtunnel realisiert.

Quelle: http://www.kleinezeitung.at/allgemein/automotor/2807606/gleinalmtunnel-letzte-nadeloehr-steiermark.story
GLG
Martin

  • 4020er
  • Styria Mobile Team
Re: Gleinalmtunnel: das letzte Nadelöhr der Steiermark
Antwort #1
Zitat
Dazu zählen etwa größere, steuerbare Abluftjalousien, helle Tunnelwände, Leuchtdioden an den Fahrbahnrändern, Rumpelstreifen in der Mitte,um Lenker, die von der Spur abkommen, zu warnen. Weiters gibt es Stoßabsorber an der Tunneleinfahrt, Notrufnischen, die Section Control und Begleitautos für gefährliche Transporte. Nicht zuletzt wurde beschlossen, alle Autobahntunnel mit zweiten Röhren auszustatten.

Soviel zur Meinung ÖV = teuer, IV = billig. :P
A developed country is not a place where the poor have cars. It's where the rich use public transport.
-Gustavo Petro

  • Michael
  • Styria Mobile Team
Re: Gleinalmtunnel: das letzte Nadelöhr der Steiermark
Antwort #2

Der Bau der 2. Gleinalmröhre scheint früher zu starten.

Vergabebestimmungen:    Oberschwellenbereich
Versanddatum:         29.03.2012
Vorhaben / Projekt:   A9 Pyhrn Autobahn, Gleinalmtunnel, Neubau 2.Röhre
Vergabegegenstand: Örtliche Bauaufsicht
Kurzbeschreibung:    Gleinalmtunnel, Örtliche Bauaufsicht für den Neubau der 2. Röhre und die Sanierung der 1.Röhre
Ausführungzeitraum: von 20.08.2012 bis 31.12.2019


Quelle: www.ava-online.at
LG Michael, vormals PM  |  Styria-Mobile

  • Martin
  • Global Moderator
  • Styria Mobile Team
Re: Gleinalmtunnel: das letzte Nadelöhr der Steiermark
Antwort #3
Asfinag nimmt zweite Röhre in Angriff

Einer der gefährlichsten Straßentunnels im Gegenverkehr, die Gleinalmröhre, wird endlich entschärft. Denn jetzt wird an der zweiten gebaut. Rückblick auf die bewegte Geschichte.
Die neue Tunnelröhre soll 2017 eröffnet werden.

Ja, auch die Kleine Zeitung war einmal begeistert vom Autobahntunnel durch die Gleinalm und schrieb im August 1978 nach dessen Eröffnung: "Ein strahlender Schlauch schluckt die Autofahrer."

Meilensteine

934 Meter: Ende der 1960er-Jahre musste die Landespolitik die Regierung in Wien erst mühsam von der Notwendigkeit einer Autobahn von Spielfeld nach Oberösterreich überzeugen. Die Anfänge waren bescheiden. Ab Dezember 1971 war die Strecke von Graz-Nord nach Gratkorn das allererste Pyhrnteilstück. Und exakt 934 Meter lang.

Der Staatsakt: Am 12. August 1978 wurden 32,6 Kilometer Pyhrnautobahn von Peggau-Deutschfeistritz bis St. Michael inklusive des Gleinalmtunnels eröffnet. Bundespräsident Rudolf Kirchschläger wurde mit dem Hubschrauber zum Festakt eingeflogen, der damalige Vizekanzler Hannes Androsch, Minister und Landeschefs feierten mit.

Section Control:
Ringen musste die Grazer Stadtpolitik auch um den Bau des zehn Kilometer langen Plabutschtunnels. 1987 wurde die erste und 2004 die zweite Röhre dem Verkehr übergeben. Er gilt nun als einer der sichersten Straßentunnels in Europa. Anfang Oktober 2011 wurde eine Section Control in Betrieb genommen.

Letztes Nadelöhr: Im Juli 2013 finalisierte die Asfinag den Bau des zweiten Bosrucktunnels (5,4 Kilometer) an der steirisch-oberösterreichischen Grenze. Wenn Mitte 2015 die Sanierung der alten Röhre um 80 Millionen Euro abgeschlossen ist, ist der Gleinalmtunnel das letzte große Nadelöhr auf der steirischen Pyhrnautobahn.

So euphorisch ist bei der Fahrt auf den 8,3 Kilometern im Gegenverkehr zwar niemand mehr. Damals aber verkürzte sich die Entfernung von Graz nach St. Michael auf eine halbe Autostunde, und das war eine Sensation und ein "Fest für den steirischen Straßenbau", zu dem der damalige Bundespräsident Rudolf Kirchschläger und die halbe Bundesregierung anrückten.

Rund 41 Jahre werden vergangen sein (wir schreiben dann das Jahr 2019), bis die Pyhrnautobahn durch die Gleinalm zweiröhrig ausgebaut ist. Den fachmännischen "Anschlag" zum zweiten Tunnel nahmen gestern unter anderem Landeshauptmann Franz Voves (seine Frau Ingrid fungiert als Tunnelpatin), Landesrat Gerhard Kurzmann und Asfinag-Vorstand Alois Schedl vor. Die Östu-Stettin Hoch- und Tiefbau GmbH bekam den Zuschlag für den Bau, es werden inklusive der Sanierung der alten Röhre 260 Millionen Euro investiert.

Überfällig ist der Ausbau allein wegen der Sicherheit. Durch den Gleinalmtunnel rollen täglich bis zu 27.700 Fahrzeuge, mit steigender Tendenz. Weniger als erwartet wird die Brucker Schnellstraße auf der Nord-Süd-Route als Ausweichstrecke benützt, erklärt Walter Mocnik von der Asfinag: "Das ist ein Umweg von 35 Kilometern. Man fährt lieber direkt und zahlt Sondermaut."

90 Schilling
Die Maut. Für den Tunnel durch die Gleinalm musste vom ersten Tag an Sondermaut bezahlt werden, wie ein Gesetz regelte, um den teureren Bau und Betrieb zu finanzieren. Ein Motorrad wurde 1978 mit 50 Schilling bemautet, ein Pkw mit 90, ein Lkw (bis zu drei Achsen) mit 180, ein Autobus mit 240 und ein Sattelschlepper mit 300 Schilling. Heute kostet eine einfache Fahrt mit dem Pkw acht Euro. Zwar hat die Asfinag längst genug eingenommen, um die zweite Röhre zu bauen, wie viel genau, lässt sich aber wegen des mehrmaligen Wechsels der Gesellschaften nicht mehr ausrechnen. Pro Jahr liefern Pkw und Lkw derzeit aber mehr als 40 Millionen Euro ab. An eine Abschaffung der Sondermaut ist übrigens nicht gedacht.

Der Skandal.
Die Pyhrnautobahn beschäftigte auch die Justiz. 1991 kam nach einer Rechnungshofsprüfung der Pyhrnskandal auf, in dem es mutmaßlich um Malversationen im Bau des Stückes von Kalwang nach Mautern ging, um Bestechung, Betrug und 47 Millionen Schilling Schaden. Strafrechtlich blieb von den Vorwürfen allerdings nichts übrig. Die Staatsanwaltschaft wollte das Verfahren einstellen, trotzdem fand sich der gefeuerte Chef der Pyhrnautobahn AG 1998 wegen einer ministeriellen Weisung auf der Anklagebank wieder. Er bekam einen glatten Freispruch.

Die Katastrophen.

Auch wenn das niemand gerne hört: Es gibt kaum Gefährlicheres als Tunnels mit Gegenverkehr. In Österreich zeigten dies zumindest zwei besonders folgenschwere Unfälle auf - jener im Mai 1999 im Tauerntunnel mit zwölf Toten und jener im August 2001 im Gleinalmtunnel mit fünf Toten. Für Straßentunnels ab 20.000 Fahrzeugen pro Tag verlangt die EU bis 2019 den Ausbau auf zwei Röhren. Für die Gleinalm geht sich das aus.
HANNES GAISCH

Quelle: http://www.kleinezeitung.at/steiermark/leoben/sankt_michael_in_obersteiermark/3415258/asfinag-nimmt-zweite-roehre-angriff.story
GLG
Martin

  • Martin
  • Global Moderator
  • Styria Mobile Team
Re: Gleinalmtunnel: das letzte Nadelöhr der Steiermark
Antwort #4
Das große Bohren im Berg
Aktuell ist es - neben Koralm- und Semmeringtunnel - noch eine der größten Baustellen in der Steiermark: der Bau der zweiten, 8,3 Kilometer langen Tunnelröhre durch die Gleinalm. Bis 2017 soll sie fertig sein.


Foto © Gery Wolf
Der Berg wächst. Meter um Meter verdichtet die Schubraupe die fußballgroßen Gesteinstrümmer zu einer festen Unterlage. Fuhr um Fuhr leeren die Lkw neues Material ab. Am Rand der Schutthalde wartet schon die andernorts abgegrabene Grasnarbe, um später über den aufgeschütteten Hügel verlegt zu werden. Auch Bäume werden hier gepflanzt und ein möglichst naturnaher Bachlauf über die Böschung verlegt. Am Ende soll alles ganz natürlich wirken.

Aktuell ist es - neben Koralm- und Semmeringtunnel - noch eine der größten Baustellen in der Steiermark: der Bau der zweiten, 8,3 Kilometer langen Tunnelröhre durch die Gleinalm. Zweitausend Kubikmeter Gestein werden dafür mit 200 Lkw-Fahrten pro Tag aus dem Inneren des Bergs gebracht und auf die Deponie neben dem Südportal des Tunnels verfrachtet. Eine tonnenschwere Umverteilung von drinnen nach draußen, die sich auf der Nordseite im selben Ausmaß wiederholt. Noch mindestens einhundert Tage. Dann werden sich die im Norden wie im Süden täglich rund 14 Meter in den Berg wachsenden Tunnelschläuche mitten im Berg treffen. "Auf den Zentimeter genau", verspricht Herwig Moser, Projektleiter der Asfinag.
Bis Sommer 2017 sollen die Arbeiten an der zweiten Röhre fertig sein. Dann folgt die eineinhalbjährige Generalsanierung der 1978 eröffneten ersten Röhre. "Wir investieren hier insgesamt 260 Millionen Euro", rechnet Asfinag-Vorstand Alois Schedl vor. Damit liegt man zwar schon 40 Millionen über den ersten Kostenvoranschlägen, aber immer noch im Schnitt von knapp 20.000 Euro pro neu gebautem Tunnelmeter.
25.000 Lkw-Fahrten Beton
Die Planungen für den Ausbau des drittlängsten Straßentunnels Österreichs laufen seit drei Jahren. Aktuell sind 70 Mann im Dreischichtbetrieb sieben Tage in der Woche auf der Großbaustelle beschäftigt. Rund 150 werden es sein, wenn Anfang kommenden Jahres mit den Betonierungsarbeiten begonnen wird. 150.000 Kubikmeter Beton werden verbaut - umgerechnet fast 25.000 Lkw-Ladungen. Dazu kommen 30 Kilometer Entwässerungsleitungen und fast 120 Kilometer Stromkabel, rechnet Moser vor.
Er ist fast nicht zu verstehen. Das Hämmern der Schlagbohrer im harten Schiefer- und Gneisgestein, das Rumpeln der von mannshohen Baggerschaufeln auf Lkw-Ladeflächen gekippten Felsbrocken und das Plätschern des abrinnenden Wassers dominieren die Geräuschkulisse.
Wie überdimensionale Spinnenbeine tasten die roten Teleskoparme der Vortriebsmaschine die 85 Quadratmeter große Gesteinswand ab, bohren Löcher, wo später der Sprengstoff eingebracht wird. Gesteuert wird die martialische Maschine mit zarten Fingerbewegungen an einem Steuerknüppel, Bildschirme liefern Echtzeitdaten über den Fortschritt in die Führerkabine.
Hannes Schilcher hat mit der sensiblen Arbeit Erfahrung. Der Mölltaler hat auch schon im Gotthardtunnel in der Schweiz und am Semmering gearbeitet. Acht Stunden dauert seine Schicht 600 Meter unter Tag. Ein staubiger, lauter Beruf - daran können auch die Ohrenstöpsel und der riesige gelbe Lüftungsschlauch, der unter der Decke hängt und bis zu 180 Kubikmeter Frischluft pro Sekunde hereinbläst, nichts ändern. Von den insgesamt 850.000 Kubikmeter Ausbruchmaterial werden nur 15 Prozent im Tunnel verbaut. Der Rest des Gerölls wird nach draußen gebracht. Dorthin, wo der Berg wächst.
KLAUS HÖFLER



Quelle: http://www.kleinezeitung.at/steiermark/3773742/grosse-bohren-berg.story?xtor=CS1-15
GLG
Martin

  • gallo
Re: Gleinalmtunnel: das letzte Nadelöhr der Steiermark
Antwort #5
Bei der Legende stimmen die Farben nichr, oder sehe ich das falsch?
gallo

Re: Gleinalmtunnel: das letzte Nadelöhr der Steiermark
Antwort #6
Schon ein bissl ein Luxus - von der Kapazität her wäre die 2. Röhre sicher nicht notwendig (noch weniger übrigens am Bosruck).
Und wenns um Sicherheit geht: Da gäbs sicher andere Massnahmen im Strassenverkehr mit einem besseren Verhältnis von investiertem EUR zu Verkehrstotenreduktion. Tunnelunfalltote führen die Unfallstatistik mWn nicht an...

Das Geld wäre mE besser wo anders investiert geworden...


Provodnik

  • Martin
  • Global Moderator
  • Styria Mobile Team
Re: Gleinalmtunnel: das letzte Nadelöhr der Steiermark
Antwort #7

Bei der Legende stimmen die Farben nichr, oder sehe ich das falsch?
gallo

Siehst völlig richtig.


Schon ein bissl ein Luxus - von der Kapazität her wäre die 2. Röhre sicher nicht notwendig (noch weniger übrigens am Bosruck).
Und wenns um Sicherheit geht: Da gäbs sicher andere Massnahmen im Strassenverkehr mit einem besseren Verhältnis von investiertem EUR zu Verkehrstotenreduktion. Tunnelunfalltote führen die Unfallstatistik mWn nicht an...

Das Geld wäre mE besser wo anders investiert geworden...

Naja der Verkehr hat dort schon zugenommen, ein bisschen hat sich durch den Vollausbau auf die S 35 verlagert (weil keine extra-Maut). Durch die zweite Röhre wird es schon wieder mehr werden.
Für die Sicherheit ist es schon ein Gewinn...
GLG
Martin

  • Andreas
  • Moderator
Re: Gleinalmtunnel: das letzte Nadelöhr der Steiermark
Antwort #8
Am 21.Juli soll die zweite Röhre des Gleinalmtunnels eröffnet werden. Anschließend wird die alte Röhre 2 Jahre lang komplett erneuert. Zuvor kommt es aber noch zum Test der Sicherheitseinrichtungen und Lüftungsanlagen was eine Sperre des Tunnels am 20.Juni und 22.Juni von 20 Uhr bis 5 Uhr zur Folge hat. Am 18.Juni kommt es zu einer erneuten Sperre, und zwar von 7 Uhr bis 13 Uhr, da an den Tunnelportalen gearbeitet wird.
mfG
Andreas

  • x37
Re: Gleinalmtunnel: das letzte Nadelöhr der Steiermark
Antwort #9

Re: Gleinalmtunnel: das letzte Nadelöhr der Steiermark
Antwort #10
Der Gleinalmtunnel ist seit heute in beiden Richtungen 2-spurig befahrbar.

https://steiermark.orf.at/stories/3026693/

Re: Gleinalmtunnel: das letzte Nadelöhr der Steiermark
Antwort #11
Großartig!!!
,,Nach einem Sieg verdienst Du ihn (Champagner, Anmerkung der Redaktion), nach einer Niederlage brauchst Du ihn!" Napoleon Bonaparte

  • kestrel
Re: Gleinalmtunnel: das letzte Nadelöhr der Steiermark
Antwort #12
Die Unfälle werden dennoch nicht weniger.

Unfallserie vor dem Gratkorntunnel:
https://steiermark.orf.at/stories/3027188/

Auch vor dem Gleinalmtunnel krachte es. Als Folge wurde die Autobahn in beide Fahrtrichtungen gesperrt:
https://www.kleinezeitung.at/steiermark/5742330/Totalsperre-und-Stau_Auffahrunfaelle-am-laufenden-Band-auf-der-A9