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Thema: Rettungsgasse (8735-mal gelesen) Vorheriges Thema - Nächstes Thema

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  • Michael
  • Styria Mobile Team
Rettungsgasse

Sicher schon in den Medien mitbekommen. Ab morgen ist die Bildung von Rettungsgassen auf den österreichischen Autobahnen- und Schnellstraßen PFLICHT!

Ein Video, wie es funktionieren soll:
www.youtube.com/watch?v=l1UbZFYuPEE

www.rettungsgasse.com






10 Fragen zur Rettungsgasse

Noch drei Tage, dann gilt die Rettungsgasse auf Autobahnen. Lenker müssen bereits bei beginnendem Stau reagieren.


Das ist für Österreich ungewöhnlich und erklärt vielleicht die große Kampagne im Vorfeld: Am 1. Jänner tritt das Gesetz zur Rettungsgasse in Kraft. Ohne Übergangs- und Schonfrist für die Lenker. Was die Rettungsgasse ist, wann, wo und wie sie gemacht werden muss, erklärten in den vergangenen Wochen zwei Millionen Folder, 650 TV- und 200 Hörfunkspots, mehr als 600 Plakate sowie 88 Zeitungsinserate (Aufwand: drei Millionen Euro). In drei Tagen wird es ernst - die Kleine Zeitung fasste die Antworten auf die zehn wichtigsten Fragen zur Rettungsgasse zusammen.
Was ist überhaupt eine Rettungsgasse?

ANTWORT: Die Rettungsgasse ist eine freibleibende Fahrgasse zwischen den Fahrstreifen einer Autobahn oder Schnellstraße. Sie ermöglicht das schnellere Vorwärtskommen von Einsatzfahrzeugen.
Wie ist eine Rettungsgasse zu bilden?

ANTWORT: Vorausschauend müssen bei stockendem Verkehr alle Fahrzeuge, die den ganz linken Fahrstreifen befahren, so weit nach links wie möglich fahren und alle anderen so weit nach rechts wie notwendig, um dazwischen eine freie Gasse zu bilden. Dabei soll auch der Pannenstreifen benützt werden. Die Fahrzeuge sollen sich parallel zum Straßenverlauf einordnen.
Wie verhält man sich auf Autobahnen bzw. Schnellstraßen, wo es keinen Pannenstreifen gibt?

ANTWORT: Dort ist so weit wie möglich auseinander zu fahren, um die Rettungsgasse zu bilden. Das gilt auch für Situationen, wo sich die Autobahn von drei auf zwei Spuren verengt.
Dürfen Beschleunigungs- und Verzögerungsstreifen mitbenutzt werden?

ANTWORT: Nur, wenn unbedingt erforderlich. Nähert sich ein Einsatzauto, bitte Platz machen.
Wann muss eine Rettungsgasse gebildet werden?

ANTWORT: Die Rettungsgasse muss vorausschauend bereits beim Entstehen eines Staus gebildet werden, nicht erst, wenn ein Einsatzfahrzeug wahrgenommen wird. Wichtig ist, dass die Rettungsgasse gebildet ist, bevor der Verkehr steht. Der Grund des Staus spielt dabei keine Rolle. So gilt die Rettungsgasse nicht nur bei Unfällen, sondern auch beim täglichen Überlastungsstau.
Und wann darf die Rettungsgasse wieder aufgelöst werden?

ANTWORT: Sobald klar erkennbar ist, dass der Verkehr wieder flüssig in Bewegung gerät und mit keinem weiteren Stillstand mehr zu rechnen ist.
Was ist zu tun, wenn die Autos vor mir die Rettungsgasse nicht gebildet haben?

ANTWORT: Bei Stau oder stockendem Verkehr ist jeder gesetzlich zur Bildung der Rettungsgasse verpflichtet - unabhängig davon, ob das die vorausfahrenden Verkehrsteilnehmer bereits getan haben oder nicht. Die Nachkommenden werden zum Mitmachen motiviert.
Müssen sich Motorräder an der Rettungsgasse beteiligen?

ANTWORT: Ja, denn sie dürfen die Rettungsgasse nicht befahren. Es ist zwar nicht ausdrücklich erlaubt, dass sie sich nebeneinander positionieren - aber mit einer Beanstandung ist in diesem Fall nicht zu rechnen.
Was ist zu tun, wenn die Bodenmarkierungen nicht erkennbar sind, sich ungeräumter Tiefschnee auf der Spur befindet oder etwa in Tunneln oder auf Brücken nicht genug Platz ist?

ANTWORT: Nicht sichtbare Bodenmarkierungen sind keine Ausrede, sagt der Gesetzgeber. Bei Tiefschnee auf einer Spur sei so nah wie möglich an den Schnee heranzufahren. In einem Tunnel oder auf einer Brücke muss den Einsatzkräften so gut wie möglich Platz gemacht werden.
Gibt es Strafen für den Fall, dass man nicht mitmacht?

ANTWORT: Ja, sie kann bis zu 2180 Euro betragen. Strafbar ist auch, dem Einsatzfahrzeug in der Rettungsgasse zu folgen.


Quelle: http://www.kleinezeitung.at/allgemein/automotor/2909159/10-fragen-zur-rettungsgasse.story
LG Michael, vormals PM  |  Styria-Mobile

  • 200er
Re: Rettungsgasse
Antwort #1
Noch eine 11. Frage zur Rettungsgasse: Warum wurde nicht verfügt, dass einfach der Pannenstreifen, wenn einer vorhanden ist, für Einsatzfahrzeuge frei zu halten ist? ???

lg 200er

Re: Rettungsgasse
Antwort #2

Noch eine 11. Frage zur Rettungsgasse: Warum wurde nicht verfügt, dass einfach der Pannenstreifen, wenn einer vorhanden ist, für Einsatzfahrzeuge frei zu halten ist? ???


blockiert (Pannenfahrzeug, Schnee, LKW steht zu weit rechts, Personen...), nicht breit genug (alte Norm 2 m), teils schlechter Zustand oder nicht vorhanden

Re: Rettungsgasse
Antwort #3

Noch eine 11. Frage zur Rettungsgasse: Warum wurde nicht verfügt, dass einfach der Pannenstreifen, wenn einer vorhanden ist, für Einsatzfahrzeuge frei zu halten ist? ???

lg 200er


Ergänzend zu Firehawks Antwort: Geraude bei den Auf- und Abfahrten, wo der Pannenstreifen direkt in den Beschleunigungs/Verzögerungsstreifen Übergeht gab es immer wieder brenzlige Situationen. Das war soweit ich mich erinnere sogar der eigentliche Auslöser, warum sich die Blaulichtorganisationen (!) die Rettungsgasse wünschten. Und die werden wohl wissen was für sie sinnvoll ist; die Idee ist nicht auf dem Mist der Asfinag oder des Verkehrsministeriums gewachsen.

  • Tom
Re: Rettungsgasse
Antwort #4


Noch eine 11. Frage zur Rettungsgasse: Warum wurde nicht verfügt, dass einfach der Pannenstreifen, wenn einer vorhanden ist, für Einsatzfahrzeuge frei zu halten ist? ???

lg 200er


Ergänzend zu Firehawks Antwort: Geraude bei den Auf- und Abfahrten, wo der Pannenstreifen direkt in den Beschleunigungs/Verzögerungsstreifen Übergeht gab es immer wieder brenzlige Situationen. Das war soweit ich mich erinnere sogar der eigentliche Auslöser, warum sich die Blaulichtorganisationen (!) die Rettungsgasse wünschten. Und die werden wohl wissen was für sie sinnvoll ist; die Idee ist nicht auf dem Mist der Asfinag oder des Verkehrsministeriums gewachsen.


Am Pannenstreifen könnens auch ganz sicher nicht mit 160-180 durchbrettern. Eben auch wegen diesen Auf-/Abfahrten.
Und in der Rettungsgasse könnens sicher sein, dass alle Autofahrer drauf vorbereitet sind und da geht's dann halt mit Vmax zum Unfallort...

Aber ob das wirklich 4min spart?

  • 4010
Re: Rettungsgasse
Antwort #5

Aber ob das wirklich 4min spart?


Klar, wenns funktioniert sicher, die Rettungsgasse wirkt ja bei Staus. Und wenn du da in der Mitte durchbrettern kannst und net einen Slalom fahren bzw. warten musst, bis sich alle bemüht haben, irgendwie auszuweichen...

Re: Rettungsgasse
Antwort #6
Na ich bin neugierig wie das funktioniert.

Wenn es so gut wie in Deutschland geht, wo es die Rettungsgassenvorschrift seit 1982 gibt, dann gute Nacht. Ich bin geschätzte 400x in D im Stau gestanden, und kein einziges Mal habe ich die Bildung einer 'Rettungsgasse' erlebt. Und natürlich habe ich als Ausländer auch nichts davon gewusst - woher auch? Was aber funktioniert hat, war das extrem rasche Freimachen eines Fahrstreifens, wenn tatsächlich einmal ein Einsatzfahrzeug daher gekommen ist. In 95% aller Staus ist allerdings kein Einsatzfahrzeug dahergekommenn, da in D die meisten Staus wegen Überlastung stattfinden.

Die Einführung in Österreich halte ich für viel zu wenig kommuniziert: Bei dem extrem hohen Ausländeranteil auf Österreichs Autobahnen in Urlaubszeiten (ca. 90% auf der A2 nachts) würde es hinreichend großer mehrsprachiger Tafeln benötigen, um fremdsprachige Lenker zu informieren. Die blauen Taferln sagen wenig aus, man kann sie auch so auslegen, dass man wegfahren soll wenn ein Blaulichtfahrzeug kommt.  Es ist ja nicht einmal gelungen, die Ausländer dazu zu bewegen, die erste Spur zu benützen, wenn kein Überholen nötig ist. Es ist immer wieder witzig, wenn auf der 4-spurigen Süd mit 100 km/h fahrende Kastenwagen auf der 4. Spur dahinzuckeln  ::) . Mehrsprachige Informationsschilder würden auch hier helfen.

Wegen der Rettungsgasse stelle ich mir die Situation in einem High-noon Urlaubsstau spannend vor, wenn ich rechts auf den Pannenstreifen fahre, vor mir ein unkundiger Ausländer, hinter mir einer: Was wird der wohl tun? Klar, sich neben mir auf der ersten Spur hinstellen - nona  :(

Auch stelle ich mir vor, wie das denn sein wird, wenn sich zwei stauende mit Rettungsgasse versehenen Zubringer vereinigen, etwa bei der Südosttangente - das wird Chaos pur: wer fährt wo hin? Fahrstreifen wechseln muss man ja auch, dazu muss die Rettungsgasse überfahren werden, die in jedem Falle irgendwelche Unkundigen oder Raser benützen .... viel Spaß auch beim Einfädeln in den Pannenstreifen .... Unfälle sind vorprogrammiert. Und was ist bei Stop and Go Verkehr ala Südosttangente: 200m mit 40 km/h, dann Stau, dann wieder 200m flottes Fahren usw.? Dieses Ping-Pong ist gerade hier typisch.

Meine Meinung: Die Rettungsgasse wird genauso gut funktionieren wie in D seit 1982  ;D. Aber ich lasse mich gerne eines Besseren belehren.









  • ptg
Re: Rettungsgasse
Antwort #7


Aber ob das wirklich 4min spart?


Klar, wenns funktioniert sicher, die Rettungsgasse wirkt ja bei Staus. Und wenn du da in der Mitte durchbrettern kannst und net einen Slalom fahren bzw. warten musst, bis sich alle bemüht haben, irgendwie auszuweichen...


Bei z.B.  2 km Stau. Jeder fährt erst zur Seite wenn er ein Blaulicht sieht, wenn er es denn sieht. Dann braucht man dafür bei wahrscheinlich schon hoch angesetzten durchschnittlich 20km/h etwa 6min. Die Gasse ist bereits gebildet und die Fahrzeuge können mit 60+ km/h durchfahren brauchen sie 2 min. und schon hat man die besagten 4 min.
Wenn man dann zur Stoßszeit stark befahrene, stadtnahe Strecken hat, ist der Stau schnell auch länger oder auf einigen Urlauberstrecken gibt es teilweise auch deutlich größere Staulängen. Es kann ja auch ein anderer medizinischer Notfall im normalen Urlauberstau eintreten (Herzinfarkt) und in dem Fall bringt eine schon vorhandene Rettungsgasse ordentlich Zeit. Und Zeit ist etwas was ein Schwer(st)verletzter im Normalfall nicht hat - da zählt jede Minute.


http://www.kleinezeitung.at/nachrichten/chronik/2747783/helfer-kamen-nicht-zu-unfallopfer.story


@200er: Was ist, wenn zwischendurch kein Pannenstreifen zur Verfügung steht (Brücken)? Dann doch wieder in der Mitte freimachen und dann wieder den Pannenstreifen, der in vielen Fällen sowieso zu schmal für LKW bzw. auch für große Rettungs-/Notarztwagen ist.




  • 200er
Re: Rettungsgasse
Antwort #8

@200er: Was ist, wenn zwischendurch kein Pannenstreifen zur Verfügung steht (Brücken)? Dann doch wieder in der Mitte freimachen und dann wieder den Pannenstreifen, der in vielen Fällen sowieso zu schmal für LKW bzw. auch für große Rettungs-/Notarztwagen ist.


Solche Details sind mir als Nicht-Rettungsfahrer nicht vordergründig im Bewusstsein, daher habe ich ja die ursprüngliche "11." Frage gestellt. Für mich gab es nur "Pannenstreifen vorhanden" (z.B. Graz-Gleisdorf) oder "Pannenstreifen nicht vorhanden" (z.B. Teile der Pack-Autobahn). Vielleicht hätten ja die offiziellen Stellen bzw. die "Autofahrerclubs" besser kommunizieren sollen, was der spezielle Vorteil der Rettungsgasse ist. Hier im Forum wurden immerhin schon einige plausible Gründe genannt.

lg 200er

  • Martin
  • Global Moderator
  • Styria Mobile Team
Re: Rettungsgasse
Antwort #9
Eine wesentliche Frage wird wohl auch sein, wer das kontrolliert, bzw. ob jinter dem Rettungswagen eine Polizeistreife nachfährt, die anstatt der Unfallaufnahme - Rettungsgassensünder abstraft...  :P

Dafür hat die Polizei keinerlei Personalreserve. - Wer hat schon einmal eine Kontrolle oder Bestrafung wegen Nichteinhaltung des Rechtsfahrgebotes gesehen?  >:(
GLG
Martin

  • ptg
Re: Rettungsgasse
Antwort #10

Es braucht nur die Polizeistreife, als erste am Weg zum Unfallort sein (Videoaufzeichnung).
Recht viele Feuerwehren haben auch eine Ausstattung zur Video-/Fotodokumentation. (Die kann man unterwegs auch schon verwenden/griffbereit haben).
Und zur Not hat heutzutage fast jeder ein tragbares Telefon mit Kamerafunktion oder eine Digitalkamera.

Dieses Delikt im "ruhenden" Verkehr lässt sich ja auch etwas leichter durch andere als die Polizei dokumentieren und so zur Strafe bringen.



  • Martin
  • Global Moderator
  • Styria Mobile Team
Re: Rettungsgasse
Antwort #11
Das ließe sich im fließenden Verkehr genauso - es interessiert aber keinen...  :P
GLG
Martin

Re: Rettungsgasse
Antwort #12
So sah heute übrigens die "Premiere" der Rettungsgasse bei einem Unfall auf der A1 bei Asten aus:

http://www.foto-kerschi.at/photo/935/p/lkw-unfall-a1_01.jpg

3-spurige Autobahn mit 4-spurigem Stau und (k)einer "Rettungsgasse".... :P :pfeifend:

  • 4020er
  • Styria Mobile Team
Re: Rettungsgasse
Antwort #13
Naja, dass der Großteil der Autofahrer einfach zu blöd ist war abzusehen (soweit erkennbar nur österreichische Kennzeichen am Foto)... :-\
A developed country is not a place where the poor have cars. It's where the rich use public transport.
-Gustavo Petro

Re: Rettungsgasse
Antwort #14
Gottseidank gibt es Autofahrer, die obwohl der Sitz in Fahrschule noch nicht abgekühlt ist, alles richtig machen. Blöd sind immer nur die anderen.