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Thema: Johann Puch Museum (1911-mal gelesen) Vorheriges Thema - Nächstes Thema

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  • amadeus
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Johann Puch Museum
Johann Puch Museum Graz wird eröffnet

Am 30. Juni 2012 ist es endlich so weit:


Das Johann Puch Museum Graz öffnet für interessierte Besucher seine Pforten in der Puchstraße 85. Es ist ein besonderes Jahr, denn heuer jährt sich zum 150. Mal der Geburtstag von Johann Puch.

Es war ein langer Weg dahin, bereits in den 70er-Jahren wollten verschiedene Initiativen und Aktivisten diese Vision in die Realität umsetzen. Im Kulturhauptstadtjahr 2003 das Museum als eigenes Projekt definiert, das eine originäre und in hohem Maße authentische Sammlung und Dokumentation präsentieren sollte. Als Örtlichkeit kam natürlich nur ein Platz in Frage: die im Jahr 1912 - exakt vor 100 Jahren errichtete - Halle "P" des ehemaligen "Einser Werkes" in der Puchstraße, die mittlerweile unter Denkmalschutz steht. Das "P" steht hier für den Pinzgauer, der zuletzt in dieser Halle gebaut wurde.

Am 13. Jänner d. J. brachte Bürgermeister Mag. Siegfried Nagl den Antrag im Gemeinderat ein, die Halle von der Stadt Graz anzumieten. Der Verein ,,Johann Puch Museum Graz" wurde mit dem Betrieb des Museums betraut. Magna Steyr erklärte sich bereit, für die Infrastrukturkosten aufzukommen.

Bürgermeister Nagl wurde heute, am 21. Juni 2012, zur Pressekonferenz begrüßt, durch das Museum führte ein langjähriger Enthusiast und Kämpfer für das Puch-Museum: GR Dr. Peter Piffl-Perčević, der selbst ein rot-leuchtendes Puch-Schammerl "Steyr-Puch 650 T" dem Museum für die Ausstellung anvertraute.
 
Was gibt es zu sehen?

Im Museum erwartet die Besucher eine imposante Zeitreise durch die technische Geschichte. Die Schau umfasst die Zeit der ersten Zweirad- und Automobilphase von Johann Puch, den ersten Weltkrieg, die Zwischenkriegszeit und speziell die Zeit nach 1945. Das Ausstellungsspektrum ist groß, zu sehen gibt es eine breite Palette der PUCH-Produktionen.

Ebenfalls zu bestaunen sind das einmillionste vergoldete Puch-Moped VZ 50-4 und das dreimillionste Moped, ein Puch Maxi 2A. Natürlich auch zu sehen sind der Puch Haflinger (Produktionsstart 1959) und der Puch Pinzgauer (ab 1972).

Das wohl älteste Exponat des Museums ist ein Fahrrad aus dem Jahr 1889, welches vermutlich in der Werkstatt von Johann Puch gebaut wurde. Gerade am Zweiradsektor war Puch weltweit bekannt und beliebt.

Ebenso in der Ausstellung zu sehen ist ein blaues ,,Puch-Schammerl" von Bürgermeister Nagls Bruder. "Es lag viele Jahre in Einzelteile zerlegt in der Garage, ich habe gewettet, dass daraus nie mehr ein Fahrzeug wird. Diese Wette habe ich verloren", so Nagl, der die Tauglichkeit dieses Fahrzeuges als Dienstwagen bezweifelte.

Der Obmann des Vereines "Johann Puch Museum Graz", Karlheinz Rathkolb, führte durch die Zweirad-Ausstellung und zeigte auch eines der ersten Rennräder des Johann Puch, welches noch keinen Kettenwerfer hatte. Die Gangschaltung funktionierte hier noch mittels Schraubenschlüssel - d.h. absteigen, Schraubenschlüssel ansetzen, losschrauben, Kette aufs nächste Zahnrad und wieder festschrauben.
 
Die Geschichte vom Waffenrad

Auch ein Waffenrad findet sich in der großen Ausstellung. Warum das Waffenrad wohl so heißt - darüber gibt es verschiedene Geschichten:

Die erste erzählt, dass es vom Militär gebaut und tatsächlich als Waffenträger eingesetzt wurde. Andere berichten, es hätte seinen Namen daher, weil es aus dem Metall von eingeschmolzenen Kanonen gebaut wurde.

Bürgermeister Nagl hatte prompt eine aktuelle Erklärung parat: "So wie manche in der Schmiedgasse mit dem Radl unterwegs sind, gibt es den Begriff noch immer", scherzte er.
 
Zweiradträume

Aber auch die Moped- und Motorrad-Fans kommen auf ihre Kosten: Wohl viele der heute 50-Jährigen erinnern sich gerne an das typische ,,Puch-Mopperl" aus ihrer Jugendzeit, es war oft auch als ,,Postler-Moped" zu sehen. Es gibt aber auch die 175er und 250er Motocross-Maschinen, die bei den legendären Six-Days (6-Tage-Rennen), so auch auf der Isle of Man, erfolgreich im Einsatz waren. Ebenso die Maschinen von Staatsmeister Walter Leitgeb und die 50 m3 Rennmaschine von Franz Tantscher sind zu bestaunen.
 
Rennwagentechnik

Die Boliden der "Formula Student" wurden ebenso dem Museum zur Verfügung gestellt. Damit matchen sich die Teams der Technischen Universität Graz und der FH Joanneum alljährlich gegen viele Konkurrenzteams aus aller Welt.
 
Gegenwart und Zukunft im Musum

Mit der MAGNA Steyr Weltraumtechnik wird auch ein Stück Zukunft präsentiert. Zu sehen sind die Treibstoffleitungen der europäischen Ariane-Rakete. Aber auch Fahrzeug-Produktionen, wie sie derzeit bei Magna Steyr hergestellt werden, sind im Museum zu sehen.

Zwischen den Ausstellungsobjekten sind auch Schnittmodelle aus den Lehrwerkstätten der Puchwerke zu bestaunen. Sie bieten einen attraktiven Einblick in die neueste Technik aus Graz, wie den 4Matic-Allradantrieb oder die hochinnovative Lamellenkupplung von MAGNA Powertrain.

Der Finanzchef von MAGNA Graz, Mag. Peter Schönhofer und MAGNA-Vorstand DI Gerhard Stiegler bedankten sich bei der Politik und vor allem bei GR Piffl-Perčević für seinen unermüdlichen Einsatz.

"Johann Puch war ein Pionier, obwohl er nur 52 Jahre alt wurde. Graz ist eine Stadt mit extrem ausgeprägter Technikbegeisterung. Wir sollten gerade bei den Kindern und Jugendlichen den Forscherdrang fördern. Danke an alle, die dieses Museum möglich gemacht haben, die Stadt wird auch künftig in den Erhalt dieses Museums investieren", erklärte Nagl abschließend.

Quelle: Stadt Graz


Bildergallerie ebendort!

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Gruß aus Graz-Eggenberg
Wolfgang
      Für jedes Problem gibt es eine Lösung, die einfach, klar und falsch ist.
Im Übrigen bin ich der Meinung, daß das Fahrtziel eines Fahrzeuges mit dessen Fahrtzielanzeige übereinstimmen soll.