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Thema: Gigantisches Kraftwerk für die Koralm geplant (12309-mal gelesen) Vorheriges Thema - Nächstes Thema

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  • Martin
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Gigantisches Kraftwerk für die Koralm geplant
Gigantisches Kraftwerk für die Koralm geplant

Im steirischen Koralmgebiet ist das stärkste Kraftwerk Österreichs geplant. Eine Milliarde Euro sollen in das Vorhaben fließen. Ende Jänner soll das Projekt in den betroffenen Gemeinden vorgestellt werden. Von Günter Pilch.

Die Pläne sprengen alles bisher da Gewesene. Es ist das leistungsstärkste Kraftwerk Österreichs, das an den steirischen Hängen der Koralm entstehen soll. Zwei Speicherseen mit mehreren Millionen Kubikmeter Fassungsvermögen, dazu ein in den Berg gebautes Kraftwerksgebäude mit Turbinen, die mehr als 1000 Megawatt Leistung erbringen: So sehen es die Planungen vor, die der Landesbehörde zur Vorabprüfung vorliegen.

Hinter dem Megaprojekt stehen die Weststeirer Peter Masser und Alfred Liechtenstein, die in der Vergangenheit mit ihren Plänen für ein Kleinwasserkraftwerk an der weststeirischen Schwarzen Sulm für Diskussionen gesorgt hatten. Anders als das größenmäßig nicht vergleichbare Vorhaben am geschützten Fluss, liegt das neue Projekt jedoch außerhalb des Natura-2000-Gebiets. Ende Jänner soll es in den betroffenen Gemeinden offiziell vorgestellt werden, die Kleine Zeitung kennt die Details bereits.

So funktioniert ein Speicherkraftwerk

Anders als ein Laufkraftwerk, das an Flüssen das natürliche Gefälle ausnutzt, ist ein Speicherkraftwerk mit einer größeren Staumauer versehen, die das Wasser in einem Stausee zurückhält. Der Vorteil: Das Wasser kann je nach Bedarf dosiert abgegeben werden, die Stromerzeugung richtet sich nach der Nachfrage. Eine Sonderform des Speicherkraftwerks ist der Pumpspeicher, wie er auf der Koralm gebaut werden soll. Er besteht aus zumindest zwei Stauseen in unterschiedlicher Höhenlage. Weht etwa starker Wind, was die Windstromproduktion steigert, wird Wasser vom unteren in den oberen See gepumpt. Herrscht später Flaute, aber gleichzeitig großer Strombedarf, kann das Wasser wieder in den unteren See abgelassen werden, wobei es eine Turbine antreibt. Das Koralmkraftwerk wäre zwar das leistungsstärkste Österreichs, allerdings haben andere Speicher, wie etwa jener in Kaprun, auch natürliche Zuflüsse und können ohne Unterbrechung betrieben werden.

Geplant sind im Bezirk Deutschlandsberg zwei Speicherseen auf einer Fläche von jeweils rund 20 Hektar (siehe Grafik). Der höher gelegene soll auf der Glitzalm entstehen, westlich der Gregormichlalm an der Grenze zu Kärnten. Der tiefer gelegene ist im Bereich Waldsteinbauer geplant - wenig oberhalb der Stelle, an der der Seebach in die Schwarze Sulm mündet. Beim Projekt handelt es sich um ein reines Pumpspeicherkraftwerk. Soll heißen: In Zeiten von Stromüberschuss (etwa in den Nachtstunden) fördert eine Pumpe das Wasser aus dem unteren Speichersee per Rohrleitung in den oberen. Zu Zeiten des Spitzenverbrauchs wird das Wasser wieder über rund 600 Höhenmeter in den unteren See abgelassen, wo ein Generator Strom erzeugt. "Das ist ideal als Zwischenspeicher für die Energie aus Windkraft, die in Österreich um das Dreifache ausgebaut werden soll", sagt Projektinitiator Masser. "Wer die Energiewende will, braucht solche Lösungen."

Kein Endlosbetrieb

Mit einer Engpassleistung von mehr als 1000 Megawatt wäre das Kraftwerk das stärkste Österreichs. Zum Vergleich: Das geplante Grazer Murkraftwerk hat rund 16 Megawatt Leistung, das Gaskraftwerk Mellach 830. Allerdings kann das Koralmkraftwerk nicht endlos lange laufen: Nach acht bis zehn Stunden ist der obere Speicher leer. Dann müsste wieder gepumpt werden.

Den meisten Strom liefern Großanlagen

An den österreichischen Flüssen gibt es mehrere Tausend Wasserkraftwerke. Der Großteil sind Kleinwasserkraftanlagen mit weniger als zehn Megawatt Engpassleistung, die allerdings nur etwas mehr als sieben Prozent zur gesamten Stromproduktion beitragen. Den Löwenanteil an der Stromerzeugung hält die Großwasserkraft mit einem Anteil von rund 55 Prozent. In der Steiermark gibt es derzeit rund 25 Großwasserkraftwerke. Die bislang größten sind die Speicher Hieflau (63 Megawatt Leistung) und Sölk (61 Megawatt). Laut Energiestrategie des Bundes soll der Wasserkraftanteil am gesamten Erzeugungskuchen bis 2015 um etwa ein Zwölftel steigen.

Angesichts der Projektkosten von 800 Millionen bis einer Milliarde Euro ist es naheliegend, dass das Vorhaben nur mit potenten Partnern verwirklicht werden kann. Und diese sind nach Informationen der Kleinen Zeitung zum Teil bereits an Bord, zum Teil noch in Verhandlungen. Auch bei der Energie Steiermark beobachtet man das Vorhaben "mit großem Interesse", wie Sprecher Urs Harnik-Lauris sagt. Der Bau würde etwa fünf Jahre beanspruchen, dazu käme das Genehmigungsverfahren. Die Projektwerber rechnen mit einer Fertigstellung bis 2019 oder 2020.

Von außen wahrnehmen soll man das Kraftwerk übrigens nur durch die zwei Seen. Statt gemauerter Talsperren sollen bepflanzte Naturdämme gebaut werden. Diese sind jeweils rund 800 Meter lang und 90 Meter hoch. Auch die Verbindungsleitung zwischen den beiden Seen mit einem Durchmesser von acht Metern verläuft zur Gänze unterirdisch. Das Kraftwerk mit den Turbinen wird ebenso in den Berg gebaut. Die Kaverne dafür soll übrigens doppelt so groß werden wie das Hauptschiff des Stephansdoms.

Der erzeugte Strom soll in die vorbeilaufende 380-kV-Leitung gespeist werden, die nötigen Grundstücke sind im Besitz von Masser und Liechtenstein.
GÜNTER PILCH

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Fließen soll nur sauberer Strom

GRAZ. Derzeit liegt das Kraftwerksprojekt zur Vorabprüfung beim Land Steiermark. Dort stellen die Sachverständigen bis spätestens Anfang Februar fest, ob für den Bau eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) nötig ist. Angesichts der Dimensionen des Vorhabens gehen die Projektwerber aber fix davon aus, dass es eine UVP geben wird. Einer der Knackpunkte: Das Vorhaben berührt zwar das benachbarte Natura-2000-Gebiet nicht, aber zumindest der obere der beiden Speicherseen liegt im Landschaftsschutzgebiet Koralm. Dabei handelt es sich laut Landesregierung um Gebiete, die "besondere landschaftliche Schönheiten oder Eigenheiten aufweisen". Umweltanwältin Ute Pöllinger, die das Projekt nicht grundsätzlich ablehnt, kann sich nur schwer vorstellen, dass der Schutzzweck des Gebiets durch das Kraftwerk nicht berührt wird. Ein Aus für das Vorhaben würde das aber nicht bedeuten.

Auch die Bürgermeister der betroffenen Gemeinden stehen dem Megaprojekt positiv gegenüber. "Die natürlichen Voraussetzungen sind in diesem Gebiet ideal. Wir brauchen solche Pumpspeicher, wenn wir keinen Atomstrom mehr haben wollen", sagt Franz Koch, Bürgermeister von Garanas. "Unsere Bevölkerung steht jedenfalls voll dahinter."

Die Projektwerber versichern übrigens, für den Pumpbetrieb des Kraftwerks ausschließlich sauberen, zertifizierten Strom einzusetzen. Öffentliche Förderungen gebe es für das Projekt nicht. Ende des Monats soll in der Grazer Einspinnergasse 2 ein Informationsbüro eröffnen, in dem sich Interessierte das Projekt in allen Details erläutern lassen können. GÜNTER PILCH
GÜNTER PILCH

Quelle: http://www.kleinezeitung.at/nachrichten/chronik/3213982/gigantisches-kraftwerk-fuer-koralm.story
GLG
Martin

  • amadeus
  • Libertin & Hedonist
Re: Gigantisches Kraftwerk für die Koralm geplant
Antwort #1
Im dazugehörigen Forum gehts schon rund. Die üblichen Verdächtigen halt.
Mein Tipp für das Verhalten der Parteien:
SP dafür
VP dafür
FP nach Windrichtung
Grüne dagegen
KP dagegen
BZÖ irrelevant
Gruß aus Graz-Eggenberg
Wolfgang
      Für jedes Problem gibt es eine Lösung, die einfach, klar und falsch ist.
Im Übrigen bin ich der Meinung, daß das Fahrtziel eines Fahrzeuges mit dessen Fahrtzielanzeige übereinstimmen soll.


Re: Gigantisches Kraftwerk für die Koralm geplant
Antwort #2
Hoffentlich kann dieses wichtige Projekt endlich einmal ohne größere Widerstände gebaut werden, wenn Österreich ehrlich ohne Atomstrom auskommen möchte.

Die "Seen" sind, typischerweise für die Mittelsteiermark, halt wieder mal lächerliche Pfützen (20 Hektar = nur 0,2 km2) [Altausseer See: 2,15km2  Grundlsee: 4,14km2  Wörther See: 19,39km2 ]. Na ja,  aber Hauptsache, es wird einmal etwas größeres, nicht importabhängiges gebaut, das unsere seenarme Landschaft etwas bereichert und Flussläufe in der Nähe der Ballungszentren werden nicht noch mehr in Stufen gezwungen.

Genial finde ich überhaupt den Naturdamm anstatt einer hässlichen Staumauer.
  • Zuletzt geändert: Januar 10, 2013, 20:41:17 von Viator

  • Stipe
Re: Gigantisches Kraftwerk für die Koralm geplant
Antwort #3
Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Grünen dagegen sind, außer da steht nicht alles in dem Bericht drinnen. Zwei miteinander kommunizierende Seen als Pumpspeicherkraftwerk für alternativen Überschussstrom können wir das sicher brauchen. Wenn die Betreiber einen Langfristvertrag über un(be)nötig(t)en Atomstrom unterzeichnen halt nicht.

Re: Gigantisches Kraftwerk für die Koralm geplant
Antwort #4
Ja. Ich hoffe, dass jetzt endlich einmal alle Seiten sich mit diesem Projekt anfreunden können und dieses dann so rasch als möglich durchgezogen werden kann.  :one:

Re: Gigantisches Kraftwerk für die Koralm geplant
Antwort #5
Ich denke in ein paar Monaten wird man das beurteilen können, zur Zeit ist noch zu wenig öffentlich. So wie ich es lese gibt es ja kein Schutzgebiet dort, somit ist der tiefere See normal kein Problem. Frage wird nur sein, was auf der Höhe verloren geht - aber wenn da nichts gravierendes ist kann ich mir persönlich nicht vorstellen, dass die Grünen dagegen sind. So wie zur Zeit die Windkraft im Burgenland und NÖ ansteigt und wenn andere Flachländer in Europa ausbauen muss man zusätzliche Puffer anlegen.

Re: Gigantisches Kraftwerk für die Koralm geplant
Antwort #6
Ich empfinde bereits den Stausee Soboth als einen enormen Gewinn für Mensch und Landschaft. Leider ist er so weit weg von den Ballungszentren und mit 1000m Seehöhe viel zu hoch oben.
Man stelle sich vor, den gäbe es nicht: Wer würde dann überhaupt auf die Soboth fahren? Ein paar Jäger?

Leider scheinen die geplanten Seen sogar noch kleiner als der Stausee Soboth zu werden. Aber vielleicht einer davon tiefer unten und näher an den Menschen... Ich hoffe, es findet breite Akzeptanz, wenn von rund 80km eher eintönigem Koralmkamm wenigstens zweimal 0,2 km2 in einen See umgewandelt werden könnten.

Re: Gigantisches Kraftwerk für die Koralm geplant
Antwort #7
Vorsicht!

Über das Kraftwerk ist noch zu wenig bekannt. Wenn es hauptsächlich ein Pumpspeicherwerk ist, das nur zur Stromveredelung dient (billigen Strom in Schwachlastzeiten kaufen, damit raufpumpen, und mit dem Wasser dann  (sau-)teuren Spitzenstrom erzeugen), dann ist das mit dem Sobothstausee in keiner Weise vergleichbar, der die meiste Zeit wohlgefüllt ist.

D.h. diese neuen Stauseen werden sich täglich zu einem gewissen Grad  leeren und füllen, an Freizeitbetrieb ist da wohl nicht zu denken, eher an ein Betretungsverbot oder gar einzäunen wegen der Sogwirkung, die Leistung und damit die entnommene Wassermenge soll ja sehr hoch sein, der See aber nur klein.

Real umweltfreundlich erzeugt wird von dem Kraftwerk eigentlich nur, was an Wasserzufluss aus Bächen oder Beileitungen in die Stauseen kommt.

Was ungut aufstößt, ist der Leistungsvergleich mit dem Murkraftwerk, der Vergleich mit der kurzfristigen hohen Pumpspeicherleistung mit der 24h Leistung eine Murkraftwerkes dient nur der Meinungsmache.

Ein Pumpspeicherwerk hat allenfalls umweltfreundliche Effekte, weil auf die Spitzenstromerzeugung in kalorischen KWs zeitweise verzichtet werden kann. Dabei ist der Wirkungsgrad zu berücksichtigen, das Umpumpen ist ja nicht verlustfrei.

Je nach Ausführung kann sich so ein Kraftwerk erheblich von dem unterscheiden, was sich der Normalverbraucher unter einem normalen Speicherkraftwerk mit Freizeitressourcen vorstellt. Nicht umsonst wird das Ganze privat iniitiert, da steht der Gewinn an erster Stelle.

Wachsamkeit ist gefragt  :police:

Re: Gigantisches Kraftwerk für die Koralm geplant
Antwort #8
In diesem Fall ist ein Bereich des geplanten Kraftwerks innerhalb eines Landschaftsschutzgebietes oder grenzt zumindest daran (LSG-01 Koralpe oder LSG-02), weshalb das Steiermärkische Naturschutzgesetz nicht einfach ignoriert werden dürfte!
Leider wurde dieses Gesetz aber bereits beim Bau des Karftwerks Gössendorf, in den Mur-Auen (LSG-31), ignoriert und gebrochen. Wozu es das Gesetz überhaupt noch gibt weiß eh niemand mehr!

  • Stipe
Re: Gigantisches Kraftwerk für die Koralm geplant
Antwort #9


Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Grünen dagegen sind,


Sind die nicht gegen alles, zeitweise sogar gegen sich selbst  ;)

Man wird es sehen, aber ich kann mir schon vorstellen, dass sie wieder auf die Barrikaden steigen, genau so wie sie es auch bei Windrädern machen.

LG
H.P.



Dann wollen wir mal die Kirche im Dorf lassen und das Ziel der Grünen erwähnen, völlig aus nicht erneuerbarer Energieerzeugung aus zu steigen und deshalb sind sie laut ihrem Programm für einen Ausbau der erneuerbaren Energien. Das heißt zwar nicht, dass sie blind und ohne Hinterfragen bei jedem Projekt in helle Begeisterung ausbrechen, aber grundsätzlich gibt es eine klare positive Haltung. Also polemisiere bitte über was Anderes. http://www.stmk.gruene.at/fileadmin/user_upload/dokumente/Manifest.pdf

  • Metro5
Re: Gigantisches Kraftwerk für die Koralm geplant
Antwort #10
Ich bin ja dafür, ein Atomkraftwerk auf der Koralm zu bauen. Da könnte man dann den Schnee, der im Winter fällt, sammeln und als Kühlwasser verwenden. Da hätte die Stajamoak dann genügend Strom und die alten Brennstäbe lagern wir in... äh... Kärnten!

  • Dietmar
  • Wieder holen ist gestohlen!
Re: Gigantisches Kraftwerk für die Koralm geplant
Antwort #11
Wieso brauchen wir überhaupt noch Kraftwerke, den Strom gibt es doch ab sofort beim Hofer...  :frech:  :sh:

Re: Gigantisches Kraftwerk für die Koralm geplant
Antwort #12
Die Grünen sind zwar für erneuerbare Energien, gleichzeitig dafür Fließstrecken von Bächen und Flüssen zu erhalten, für Landschaftsschutz, für Naturschutz, bleiben also nur noch Solaranlagen. Die Windräder verschandeln die Landschaft und schlagen außerdem Vögel tot. Was sie noch nicht verstanden haben ist, dass der Strom aus Windrädern und Solarenergie und auch aus Laufkraftwerken nicht gerade dann erzeugt wird, wenn man ihn nicht braucht. Es ist daher nötig, den Strom zu speichern. Und weil man den nicht speichern kann, braucht es Pumpspeicherkraftwerke wo mit nicht gebrauchtem Strom das Wasser hochgepumpt wird, und bei Bedarf Strom erzeugt wird. Der Wirkungsgrad ist hier trotz des Pumpens viel höher als bei einem kalorischen Kraftwerk. In Deutschland ist das ganz augenscheinlich: Der in der Nordsee in Windparks erzeugte Strom wird im Süden Deutschlands gebraucht. Wie oben beschrieben sind dazu im Süden Deutschlands Pumpspeicherkraftwerke nötig. Die lokalen Grünen im Schwarzwald sammeln gegen den Bau dieser nötigen Anlagen Unterschriften ...
Der Strom kommt ja schließlich aus der Steckdose.

Re: Gigantisches Kraftwerk für die Koralm geplant
Antwort #13

Die Grünen sind zwar für erneuerbare Energien, gleichzeitig dafür Fließstrecken von Bächen und Flüssen zu erhalten, für Landschaftsschutz, für Naturschutz, bleiben also nur noch Solaranlagen. Die Windräder verschandeln die Landschaft und schlagen außerdem Vögel tot.


Im Vergleich zu anderen Ursachen sind Windräder nur für einen Bruchteil der toten Vögel verantwortlich. Allein durch den Straßenverkehr stirbt jedes Jahr etwa die 100-fache Anzahl an Vögeln.

Zitat

Was sie noch nicht verstanden haben ist, dass der Strom aus Windrädern und Solarenergie und auch aus Laufkraftwerken nicht gerade dann erzeugt wird


Das verstehen sie schon, keine Sorge.

Viel wichtiger als ständig neue Kraftwerke und Pumpspeicher zu bauen wäre es aber, mal den ständig wachsenden Verbrauch einzudämmen. Es kann doch nicht sein, dass jede Effizienverbesserung bisher zu einem Ansteigen (!) des Energieverbrauchs geführt hat, weil dann halt alles einfach sinnlos weiter laufen gelassen wird. Egal ob das jetzt nächtlich hell erleuchtete Supermärkte, immer heller beleuchtete Straßen (wo es trotz moderner LED-Leuchten ebenfalls oft zu einem höheren Verbrauch kommt, weil die Straße dann 3x so hell ausgeleuchtet wird wie vorher, oder weil halt irgendwelche Pimperlstraße beleuchtet werden, wo alle 3 Stunden mal wer vorbeikommt), durchlaufende Maschinen (da muss ich z.B. auch meine Arbeitskollegen kritisieren, die ihre PCs über Nacht durchlaufen lassen; in anderen Firmen wird es nicht anders aussehen), ... sind.

Als Reaktion auf steigenden Verbrauch einfach immer neue Kraftwerke zu bauen ist schlicht und einfach nicht besonders zukunftssicher. Die meisten Flüsse sind schon durchgehend verbaut, irgendwann kann man da einfach keine neuen Kraftwerke mehr hinstellen, weil es kein freies Gefälle mehr gibt. Bestes Beispiel Murkraftwerk Puntigam. Egal was man lokal ökologisch jetzt davon hält: es reicht gerade mal für den Verbrauchszuwachs von ca. eineinhalb Jahren in der Steiermark. Zum Vergleich: für Österreich wird in den nächsten Jahrzehnten ein Anstieg des Stromverbrauchs um ca. 250GWh/Jahr prognostiziert (http://derstandard.at/1334132281562/Der-Stromverbrauch-in-Oesterreich) - die Staustufe Puntigam hat ein Regelarbeitsvermögen von 74GWh/Jahr.
Anders gesagt: Puntigam könnte vollständig ersetzt werden, wenn man bei den bestehenden steirischen Wasserkraftwerken (nur Wasser, ohne Kohle/Gas!) nur 2% mehr Wirkungsgrad zusammenbringen könnte (was in Anbetracht des Alters mancher Anlagen durchaus im Bereich des Möglichen liegt).

Erst wenn alle Sparmaßnahmen und auch alle Effizienzverbesserungen bestehender Kraftwerke ausgeschöpft sind, *dann* kann man über neue Kraftwerke reden.


  • amadeus
  • Libertin & Hedonist
Re: Gigantisches Kraftwerk für die Koralm geplant
Antwort #14
Zitat
Erst wenn alle Sparmaßnahmen und auch alle Effizienzverbesserungen bestehender Kraftwerke ausgeschöpft sind, *dann* kann man über neue Kraftwerke reden.


Demzufolge ist Strom zu billig. Was sonst als der Preis sollte zur Sparsamkeit motivieren?
Und Effizienzverbesserungen bestehender Kraftwerke werden ohnehin vorgenommen, schon aus betriebswirtschaftlichen Gründen. Allerdings geht das bei der elendslangen Nutzungsdauer von Wasserkraftwerken naturgemäß schleppend und kann mit dem Verbrauchszuwachs nicht mithalten. Und irgendwann wird der Verkehr auch noch dazukommen ...
Gruß aus Graz-Eggenberg
Wolfgang
      Für jedes Problem gibt es eine Lösung, die einfach, klar und falsch ist.
Im Übrigen bin ich der Meinung, daß das Fahrtziel eines Fahrzeuges mit dessen Fahrtzielanzeige übereinstimmen soll.