Aus für Gröbls Outlet-CenterWerner Gröbl hat den Prozess gegen den einstigen Partner um das Factory-Outlet neben Ikea verloren. Jetzt heißt es: Zurück an den Start.
Think big“ – mit zwei kleinen Worten preist ein Plakat gleich neben Ikea in Webling ein 75.000 m2 großes Shopping-Grundstück an. Ab sofort wird für diese Immobilie wieder ein Käufer oder ein Projektpartner gesucht. Für den einstigen Möbel-Multi Werner Gröbl ist das das Eingeständnis einer Niederlage. Die 2008 verkündeten Pläne für ein großes Fashion-Outlet-Center sind Geschichte. Jetzt heißt es: Zurück an den Start.
Aber der Reihe nach: 2006 kaufte Gröbl das Areal mit Einkaufszentrenwidmung dem Reininghaus-Eigentümer Asset One ab. 2008 wollte er sein Factory-Outlet-Center mit dem Spezialisten Freeport als Partner umsetzen. Allein: Freeport wurde vom US-Fonds The Carlyle Group aufgekauft, der das Outlet-Projekt abblies. Gröbl klagte auf Einhaltung des Vertrags und Bau des Projekts.
XXXLutz mit an BordJetzt hat er den Rechtsstreit verloren. Dass das ein herber Rückschlag ist, verheimlicht Gröbl gar nicht, denkt aber weiter positiv: „Ich habe in Zeiten der Krise lieber dieses Grundstück als mein Geld im Aktienmarkt.“ Er ist überzeugt: „Auch wenn es noch länger dauert, bis ein Projekt realisiert wird, ist das Areal neben Center West/Ikea und dem Nahverkehrsknoten Puntigam eines der wertvollsten Grundstücke des Landes.“ Delikates Detail: Zur Hälfte an der Immobilie beteiligt ist XXXLutz, der Gröbl-Möbel ja 2001 gekauft hat. In der Branche munkelt man, Lutz sei unter einer Bedingung an Bord gegangen: Dass Werner Gröbl nicht mehr ins Möbelgeschäft zurückkehrt. Hatte er doch ein fertiges Shopkonzept in der Lade.
Gröbl neu aufgestelltDer Unternehmer hat sich zuletzt überhaupt neu aufgestellt. Hat er zunächst mit seiner „111 Conventuring“ durch Beteiligungen Start-ups unterstützt, konzentriert er sich nun auf Immobilien: „Die Conventuring-Idee hat nicht funktioniert. Die Firmengründer haben sich immer darauf verlassen, dass der Gröbl eh für alle Verluste aufkommt.“ Deshalb widmet er sich nun auch rein der Entwicklung von Immobilien. Die nächste große Baustelle, die er ab Sommer 2012 angehen will: die Siedlung mit 256 Wohnungen auf den einstigen Kleinoscheg-Gründen in Gösting.
Quelle:
http://www.kleinezeitung.at/g7/index.do