Linie 8

Begonnen von Martin, 20 03, 2025, 13:03

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PeterWitt

In der heutigen "Kleinen" gibt es einen Artikel, in dem über die Lösungsansätze betreffend Sanierung Plabutschtunnel eingegangen wird. Es sollen 4 Varianten geprüft werden und dann eine Kombination daraus umgesetzt werden.
* Bau einer dritten Röhre als Entlastung: auch wenn seitens ASFINAG abgelehnt wurde vom "Betonminister" eine Machbarkeitsstudie und Planungsauftrag erteilt (na, wir haben's ja.... ::) )
* Ausbau ÖV- und P&R-Infrastruktur, um die ca. 50% regionalen Pendler im Tunnel weg zu bekommen.
* Erhöhung der Kapazitäten im ÖV, unter anderem mit DoSto auf der S-Bahn
* Erhaltung des Verkehrsflusses durch Freihalten der Umleitungsstrecke von Baustellen, insbesondere dem Großprojekt Linie 8, welches massive Auswirkungen auf genau diese Umleitungsstrecke im Bereich Citypark/Don Dosco hätte.

Warum schreibe ich das hier? Nun, das bedeutet, dass die Linie 8 entweder bis 2032 fertig sein müsste, oder erst nach 2035 begonnen werden dürfte.
Nach 2035 ist in meinen Augen eigentlich keine wirkliche Option, und mit dem Hintergrund, dass man sich die 600+ Mio für die dritte Röhre sparen will sowie ohnehin als Ersatzmaßnahme den ÖV ausbauen will, wäre es nur allzu konsequent, wenn die Linie 8 einen Turbo bekommt und zumindest teilweise von der ASFINAG bzw. dem Verkehrsministerium mit Sondermitteln mitfinanziert würde. Wenn dem so ist: ein genialer Schachzug mit der 3. Röhre als Druckmittel...

Was bedeutet das aber: es müsste in 6 Jahren eine Straßenbahnstrecke mit 5km Baulänge errichtet werden. Ambitioniert? Ja. Machbar? Klar! Die Nordstrecke sowie die Südstrecke ließen sich parallel bauen, ohne dass dabei der Verkehr durch die jeweils andere Baustelle beeinträchtigt sein würde. Dann wären ca. 3km (süd) sowie 2km (nord) zu errichten, zum Vergleich waren Reininghaus/SmartCity sowie Neutorlinie mit 4km Baulänge in ähnlicher Zeit fertig, und da wäre schon noch ordentlich Reserve drinnen.

ABER: wenn man das jetzt wirklich so rasch umsetzen würde (was ich hoffe), dann hat man die Bestellung der benötigten Wagen wohl schon wieder einmal versäumt - gibt es eigentlich nur 3 Varianten:
- Beibehaltung einiger Altwagen, um den Mehrbedarf im Wagenpark zu decken
- Anschaffung von Gebrauchtfahrzeugen (woher auch immer)
- Erweiterung der Flexitybestellung per "Notverordnung" ohne Ausschreibung.



LS64

Ich denke, dass bei mir einfach der Groschen nicht ganz fällt: Warum würde die Linie 8 den Verkehr im Plabutsch wesentlich entlasten?

Sanfte Mobilität

Es geht darum, wenn sie gebaut werden sollte und es in den Zeitraum der Tunnelsperre fällt ... Man will dann keine Großbaustelle entlang der Umleitungsstrecke haben. Wenn sie vorher fertig würde, wäre es sicher hilfreich.

PeterWitt

Genau, und der Zeitdruck der ggf. zu Mehrkosten führt würde ja durch die Tunnelbaustelle entstehen.
Also "ja, wir bauen schneller, aber das kostet" wäre eine gangbare Argumentation.
Zudem will man ja den ÖV zwecks Reduzierung der PKW-Fahrten ausbauen/verstärken. Wenn man innerstädtisch ausbaut, werden auch da die Kapazitäten herhöht und potenziell PKW-Fahrten vermieden, was wieder Platz auf der Straße schafft...

TW 581

Wenn ich mir anschauen wie schnell die 18er Verlängerung gebaut wurde und wie lange das in Graz dauert, darf man sich schon fragen ob man die Linie 8 nicht zumindest bis Don Bosco den Bau beschleunigen würde.
LG TW 581

PeterWitt

Heute in der "Kleinen" über die Finanzsituation und die Linie 8 . kurz gesat, der Citypark (Vertreten durch Hr. Popmayer) steht voll hinter dem Projekt und unterstreicht die Bedeutung des guten ÖV-Anschlusses für den Standort:

Nach dem Erfolgslauf auf Schleuderkurs?
Michael Saria, 12.09.2026 | Kleine Zeitung
2016 kam die verlängerte Linie 7 ins Rollen. Zehn Jahre später könnte die Budgetkrise der Stadt Graz die geplante Linie 8 bremsen.

Von Michael Saria

Barbara Muhr sprach von einem ,,Meilenstein im Ausbau des Grazer Straßenbahnnetzes", Mario Eustacchio von einem Schritt, der auch den neuen MedCampus erst möglich gemacht habe. Weder die damalige Holding-Graz-Vorständin noch der seinerzeitige städtische Verkehrsreferent sind heute noch in Amt und Würden – geblieben ist aber diese Erste Hilfe in Sachen Passagierzahlen: Denn wie man heute weiß, verlieh die Verlängerung der Linie 7, die vor genau zehn Jahren ins Rollen kam, dem Fahrgastaufkommen neuen Schwung. Am 11. September 2016 wurde dieser lange 7er in Betrieb genommen: Er führt seither über den Riesplatz in die Stiftingtalstraße und erschließtunter anderem den Med Campus der Medizinischen Universität Graz. Für die rund einen Kilometer lange Strecke wurden rund 27 Millionen Euro investiert – samt Neugestaltung des Riesplatzes und frischer Brücke über den Stiftingbach.

Auf die Frage, ob sich der Aufwand rentiert hat, heißt es zehn Jahre später seitens der Holding Graz: Und ob! ,,An den beiden Haltestellen LKH Med Uni/Klinikum Nord und St. Leonhard/Klinikum Mitte stiegen in Summe täglich 4900 Fahrgäste ein." Der 7er, mit mehr als 40.000 Passagieren schon zuvor die meistgenutzte Grazer Bimlinie, habe seither (und neuerdings auch als halber 17er via Neutorgasse) bei den Fahrgastzahlen um 20 Prozent zulegen können. Dies zeige, ,,wie stark der Bedarf der Bürgerinnen und Bürger für ein erweitertes Mobilitätsangebot ist", resümiert Mark Perz. Der Holding-Vorstand betont daher auch die Notwendigkeit, alte Bims durch moderne zu ersetzen – und dass ,,wir mit den geplanten Netzergänzungen das Angebot gezielt dort stärken, wo die Stadt wächst".

Damit meint Perz auch die nächsten ,,Meilensteine" – welche angesichts der aktuellen Budgetkrise der Stadt unter Druck geraten. Zum einen soll ja bis zum Jahr 2033 die neue Linie 8 gebaut werden, zum anderen wollte man auch dafür 24 weitere Flexity-Bims um 100 Millionen Euro ordern. Nun heißt es auf Anfrage der Kleinen Zeitung im Büro von Finanzstadtrat Manfred Eber (KPÖ): ,,Sämtliche Investitionen, auch beschlossene, stehen am Prüfstand."

Dabei drängt gerade bei der Linie 8 die Zeit: Wie berichtet, sollen die beiden Röhren des Plabutschtunnels zwischen den Jahren 2032 bis 2035 komplett erneuert werden. Um in dieser Zeit den Stillstand in Graz zu verhindern, müssten erste Bauarbeiten für die Linie 8 bis dahin erledigt sein. Die Planungsmittel dafür sind ja bereits freigegeben, ,,ich gehe daher schon davon aus, dass wir Ende 2026 mit den Planungen starten", so Klaus Masetti von der Stadtbaudirektion.
Diese positiven Signale seitens der Stadt erhält auch Martin Poppmeier, wie der Citypark-Geschäftsführer bestätigt. Beim Einkaufszentrum soll ja die neue Linie 8 ebenfalls Halt machen. Ergänzend zum Individualverkehr seien optimale Öffi-Anschlüsse ,,essenziell für die Zukunftsentwicklungunseres Standorts und für den Handel generell", so Poppmeier. Es gehe dabei auch um die Verbindung des Cityparks als künftiges ,,multifunktionales Stadtquartier" mit der Innenstadt. ,,Daher sehen wir auch der geplanten Neugestaltung des Griesplatzes sehr gespannt entgegen." Aber auch dafür trifft das Eber-Zitat zu: ,,Sämtliche Investitionen, auch beschlossene, stehen am Prüfstand."

Sanfte Mobilität

Thema bei den Projekt sind ja zwei Punkte:

1. Die Sanierung des Plabutschtunnels bringt einen gewissen Druck bzw. eine große Verzögerung (siehe Bericht)

2. Für das Projekt würde es ja Bundesmittel geben (Frau Gewessler sei Dank) und eigentlich auch Landesmittel (da wäre ich allerdings skeptisch, ob die Stadt da was bekommt, weil die Landesregierung ja sehr gerne ihrer Landeshauptstadt Prügel in die Füße wirft).

Am Ende wird es eine Prioritätenabwegung geben, weil ja auch noch zusätzlich neue Fahrzeuge beschafft werden müssen.

Stefan 4076

Danke für das Einstellen des Artikels! Eine schwierige Entscheidung, die da getroffen werden muss. Einerseits besteht die Notwendigkeit für die Südwestlinie. Andererseits erlaubt die finanzielle Lage der Stadt keine zusätzlichen Ausgaben.

Sanfte Mobilität

#203
So schlimm ist es auch wieder nicht, man plant bisher pro Jahr 150 Mio. Euro für Investitionen. Da ist natürlich schon einiges auf Schiene, auch beim ÖV, andererseits wären die größten Ausgaben für das Projekt erst nach 2030.

Stefan 4076

Neben dem Bau und der Anschaffung zusätzlicher Fahrzeuge kommen jährlich höhere Betriebskosten dazu. Hier ist irgendwann der Plafond erreicht, vielleicht schon mit Fahrplanwechsel im November. Aber hoffen wir, dass am Ausbau festgehalten wird.

Sanfte Mobilität

Zitat von: Stefan 4076 am  12 09, 2026, 20:25Neben dem Bau und der Anschaffung zusätzlicher Fahrzeuge kommen jährlich höhere Betriebskosten dazu. Hier ist irgendwann der Plafond erreicht, vielleicht schon mit Fahrplanwechsel im November. Aber hoffen wir, dass am Ausbau festgehalten wird.

Keine Ahnung, ob da der Plafond schon erreicht ist. Das Betriebsprogramm für die Entlastungsstrecke wird auch im November bei weitem nicht umgesetzt sein, weil da noch Verdichtungen (1, 4, 5) fehlen werden.

Dennoch muss die Frage differenziert betrachten:

1. Die Betriebskosten fallen unter die laufenden Ausgaben (und haben mit dem a. o. Haushalt nichts zu tun), dazu kommt noch die Erhaltung. Das wird über den VFV geregelt.

2. Man könnte eine Menge Betriebsstunden (Fahrzeuge, Personal) sparen, wenn Beschleunigungsmaßnehmen konsequent umgesetzt werden würden und neuralgische Punkte endlich wirksam entstört werden würden

3. Es werden mit der Linie 8 sicher auch Busleistungen angepasst bzw. zurückgenommen werden, was auch Betriebskosten spart. Kann mir nicht vorstellen, dass die Linie 40 dann parallel zum 8er fahren wird bis Fröbelpark, sondern vermutlich erst ab dort, auch in Richtung Südwesten wird es sicher Maßnahmen geben

Insgesamt denke ich, dass das eher die kleineren Probleme sein werden als die Errichtungskosten und die Anschaffung der zusätzlichen Fahrzeuge.

scottie

Zitat von: PeterWitt am  12 09, 2026, 19:22Dabei drängt gerade bei der Linie 8 die Zeit: Wie berichtet, sollen die beiden Röhren des Plabutschtunnels zwischen den Jahren 2032 bis 2035 komplett erneuert werden. Um in dieser Zeit den Stillstand in Graz zu verhindern, müssten erste Bauarbeiten für die Linie 8 bis dahin erledigt sein.
Mir entsteht der Eindruck, dass hier versucht wird, ein Bauvorhaben über ein anderes indirekt zu erzwingen. Der tatsächliche Zusammenhang zwischen Plabutschtunnel und Linie 8 ist allerdings überschaubar und wird stellenweise größer dargestellt, als er ist. Damit man Stau vermeidet, müsste man ja nicht die ganze Linie 8 vorher bauen, sondern lediglich nur jeweils etwa 15 Meter Schienen an den beiden neuralgischen Stellen – Lazarettgürtel/Citypark und Don Bosco reinlegen. Diese Stellen wird man wohl vorziehen können, sofern man sich nicht völlig ungeschickt anstellt.

Sanfte Mobilität

Zitat von: scottie am  12 09, 2026, 21:13Mir entsteht der Eindruck, dass hier versucht wird, ein Bauvorhaben über ein anderes indirekt zu erzwingen. Der tatsächliche Zusammenhang zwischen Plabutschtunnel und Linie 8 ist allerdings überschaubar und wird stellenweise größer dargestellt, als er ist. Damit man Stau vermeidet, müsste man ja nicht die ganze Linie 8 vorher bauen, sondern lediglich nur jeweils etwa 15 Meter Schienen an den beiden neuralgischen Stellen – Lazarettgürtel/Citypark und Don Bosco reinlegen. Diese Stellen wird man wohl vorziehen können, sofern man sich nicht völlig ungeschickt anstellt.

Das ist aber ein Trugschluss, da geht es auch um Ausweichverkehr, der da mit Sicherheit entstehen wird. Innere Wiener Straße, Lendplatz/Keplerstraße, Volksgartenstraße bzw. Karlauer Gürtel/Herrgottwiesgasse/Karlauer Straße, Lazarettgürtel, Kärntner Straße/Wetzelsdorfer Straße/Alte Poststraße.

Außerdem geht es da nicht nur um die Schienen, sondern auch Leitungen, Verkehrsführung etc. So trivial ist das nicht. Und die Stückelei macht den Bau sicher nicht billiger.

Und finde den gewissen zeitlichen Druck nicht so schlecht, vielleicht kann man sich ja zusammenraufen mit Bau vor der Sanierung inkl. ordentlicher Finanzspritze von Land und Fortsetzung nach Ende. Dann hätte,man die gesamte Linie bis 2040 (Griesplatz, Gösting inkl. NVK, Webling).

Stefan 4076

KI-Antwort:
Die Graz Linien (Sparte Mobilität der Holding Graz) arbeiten als Dienstleister des öffentlichen Verkehrs naturgemäß nicht gewinnbringend und weisen ein strukturelles Defizit auf, welches im Zuge der aktuellen Grazer Finanzkrise stark im Fokus steht. Das Defizit und die finanzielle Situation der Graz Linien gliedern sich in folgende Kernpunkte auf:
1. Einbindung in die Grazer Finanzkrise:
Die Stadt Graz verzeichnet eine Gesamtverschuldung von rund 1,926 Milliarden Euro und kämpft mit einem strukturellen Defizit von über 50 Millionen Euro im Jahr. Die Stadt Graz muss daher bis 2028 ihren operativen Saldo um rund 55 Millionen Euro verbessern, was auch erhebliche Auswirkungen auf die Budgetzuteilung an die Holding Graz und die Sparte Mobilität hat.
2. Verschiebung von Investitionen (Projektverzögerungen):
Um die akute Finanznot zu bewältigen und den investiven Saldo zu kontrollieren, wurden im "Haus Graz" zahlreiche Investitionen zeitlich gestreckt oder verzögert. Bei den Graz Linien betrifft dies unter anderem:
Projekt Steyrergasse Süd (Maintenance Graz Linien): Einsparung bzw. Verschiebung von rund -3,6 Millionen Euro.
Adaptierung der Remise III: Verzögerung im Wert von rund -1,8 Millionen Euro.
Anschaffung neuer Straßenbahnen: Reduzierung/Verschiebung im Ausmaß von -1,6 Millionen Euro.Umstellung Digitalfunk: Einsparung von rund -1,1 Millionen Euro.
3. Netzausbau und laufender Betrieb:
Während wichtige Großprojekte wie die Neutorlinie plangemäß fertiggestellt wurden und hohe Fahrgastzahlen verzeichnen, stehen weitere geplante Netzerweiterungen aufgrund des Budgetdefizits unter starkem Rechtfertigungs- und Finanzierungsdruck. Der laufende Betrieb ist zudem durch steigende Personalkosten aufgrund der notwendigen Intervallanpassungen geprägt, hier steht im Raum den Abmilderungskurs der Stadt mitzutragen.

StlB Kh. 101

Momentan ist die Stadt halt de-facto fast pleite. Da frag ich mich, wie ma überhaupt den laufenden Betrieb aufrechterhalten kann. Von neuen Investitionen ganz zu schweigen ...