Linz Linien

Begonnen von TW 529, 29 03, 2022, 17:01

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Ragnitztal


Linz bekommt zwei neue O-Bus-Linien, Stadtbahnprojekt weiterhin in der Kritik

Der Linzer Verkehr ist seit Jahrzehnten von Trägheit geprägt. Stau auf den Straßen, Stillstand in den Politbüros. Nun soll im Linzer Osten Mobilität neu gedacht werden, die Realisierung neuer O-Bus-Linien rückt näher
Markus Rohrhofer

11. Juli 2023, 15:00

Es herrscht Aufbruchsstimmung im Linzer Osten. Was sich vor allem an zahlreichen Bauprojekten festmachen lässt: das neue Donauparkstadion, das Quadrill-Projekt bei der Tabakfabrik, das geplante städtebauliche Wachküssen des alten Schlachthofareals, die Erweiterung der Dynatrace-Zentrale. Was aus wirtschaftlicher Sicht für die Landeshauptstadt durchaus zu begrüßen ist, ist verkehrstechnisch eine Herausforderung.

Neues Mobilitätskonzept

Bereits jetzt ist der Bereich rund um die Hafenstraße ein Stau-Hotspot. Kommt nun im Osten viel Neues, ist der Stillstand auf dem Asphalt fast programmiert. Im Linzer Rathaus hat man den Ernst der drohenden Verkehrslage erkannt – und plant nun für diesen Stadtteil ein spezielles Mobilitätskonzept. Im Frühjahr 2024 soll dieses auf dem Tisch liegen, und bis dahin sollen möglichst viele mitgeredet haben. Und zwar nicht nur auf politischer Seite. Eingebunden mittels Online-Umfrage, Sprechtagen und Stakeholder-Workshops sollen vor allem die Bürger werden. Beauftragt ist damit das Unternehmen Trafility. "Die Kfz-Auslastung in diesem Gebiet ist sehr hoch", stellte Gesellschafter Thomas Kuc fest. Gesteigert werden soll jedenfalls die Aufenthaltsqualität und keinesfalls die Anzahl der Autos.

Oder, um es mit den Worten des Linzer Vizebürgermeisters und Verkehrsreferenten Martin Hajart (ÖVP) zu sagen: "Es geht um einen Paradigmenwechsel, den wir hier einleiten wollen." "In Zukunft soll in diesem Stadtviertel der Schritt zur Multimodalität, also Radfahren und zu Fuß gehen zusätzlich zum öffentlichen Verkehr angestrebt werden."

Verkehrspolitischer Eiertanz

Gelingen soll dieses ambitionierte Vorhaben einerseits mit einem Ausbau des bestehenden Citybike-Verleihsystems in diesem Gebiet um zehn Stationen. Außerdem erhält die Linzer Lederergasse einen Zwei-Richtungs-Radweg. Weitaus spannender ist aber, dass die städtebauliche Entwicklung eine Linzer Langzeitdiskussion wieder neu entfacht: die lange angekündigten O-Bus-Linien 47 und 48. Die beiden Linien stehen quasi stellvertretend für den verkehrspolitischen Eiertanz der letzten Jahrzehnte in Linz. So wurden die beiden O-Bus-Linien als Alternative für die ewig diskutierte und letztlich gekippte zweite Schienenachse präsentiert. Doch auch bei den Bussen lief in den vergangenen Jahren vieles nicht auf Schiene. Dieser Tage ist man aber im Rathaus letztlich einen entscheidenden Schritt weitergekommen.

In der Juli-Sitzung des sogenannten ÖPNV-Beirats – neben den Linz Linien sind dort der Linzer Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ) als Eigentümervertreter und weiters Mobilitätsreferent Vizebürgermeister Hajart sowie Planungsreferent und Stadtrat Dietmar Prammer (SPÖ) vertreten – fiel der Beschluss zur Realisierung der neuen O-Bus-Linien 47 und 48 sowie der neuen Stadtteilbuslinien 150 auf den Pöstlingberg und 108 zur Erschließung der Betriebe in der Lunzer Straße.

Heikle Finanzverhandlungen


Die zwei leistungsstarken Ost-O-Buslinien 47 und 48 sollen mit Anfang 2026 fahren und vor allem auch zur Entlastung der Landstraße und der Nahverkehrsdrehscheibe Hauptbahnhof beitragen. Zur Sicherung der Finanzierung seitens der Stadt Linz bedurfte es jedenfalls der nun erfolgten Zustimmung des ÖPNV-Beirats, weiters ist ein Beschluss des Linzer Gemeinderats im Herbst erforderlich.

Aktuell laufen die Finanzierungsverhandlungen über den 47er und 48er zwischen der Stadt Linz und dem Land Oberösterreich. Hajart: "Für den künftigen Betrieb der beiden Buslinien sind 16 neue O-Busse erforderlich. Für diese wurde den Linz AG Linien bereits eine Förderung von fast neun Millionen Euro seitens des Ministeriums für Klimaschutz zugesagt." Grundsätzlich sei vereinbart, dass sich das Land Oberösterreich zu 40 Prozent an der Planung und Infrastruktur der O-Bus-Achse Linz – und zwar bezüglich elektrischer Anlagen, Haltestellen, Signaltechnik, Automaten, Werkstätten, Abstellanlagen und Projektmanagement – beteilige, jedoch ohne Anschaffungskosten der O-Busse. "Die Stadt Linz wird die Subventionen für die Investitions- und Betriebskosten an die Linz Linien gewährleisten, sodass keine Vorfinanzierung durch diese erforderlich ist. Die Kosten für die O-Bus-Achse inklusive Infrastruktur werden auf rund 60 Millionen Euro geschätzt."

Völlig offen ist hingegen, ob 2027 als Realisierungszeitpunkt für die "OÖ Regional-Stadtbahn" als Alternative für Einpendler aus dem Mühlviertel hält. Dem Vernehmen nach laufen aktuell die Finanzierungsverhandlungen äußerst zäh. Fix ist, dass die ursprünglich veranschlagten Kosten von 500 Millionen inzwischen als nicht mehr einhaltbar gelten.

Öffi-Vorrang

Für das Linzer Stadtoberhaupt ist aber dennoch klar: "Der Ausbau des öffentlichen Verkehrs in Linz hat absoluten Vorrang gegenüber dem motorisierten Individualverkehr. Die im ÖPNV-Beirat gefassten Beschlüsse zur Forcierung umweltfreundlicher Nahverkehrsmittel zeigen unsere Prioritäten in diese Richtung auf. Über die dahinterstehenden Zielsetzungen besteht auch Einigkeit in der Linzer Stadtregierung."

Der Ausbau der Öffis sei "der größte Hebel, damit die Menschen auf den eigenen Pkw verzichten können – und einfach, bequem und sicher an ihr Ziel kommen", setzt Mobilitätsreferent Hajart nach. Doch während man auf kommunaler Ebene voller Vorfreude das Busticket schon gelöst hat, bleibt auf Landesebene eine gehörige Portion Skepsis.

Vor allem gibt es Uneinigkeit hinsichtlich der künftigen Trassenführung. Konkret sind dem oberösterreichischen Infrastrukturlandesrat Günther Steinkellner (FPÖ) die geplanten Parallelstrukturen ein Dorn im Auge. Die Linien 47 und 48 sollen nämlich von Urfahr über die neue Donaubrücke geführt werden und weiter parallel zu den Schienen der geplanten Stadtbahnlinien S6 und S7 verlaufen.

Kritik an der dualen Lösung

"Der Bund und das Ministerium wollen nicht, dass der O-Bus auf der Stadtbahnlinie fährt, und ich verstehe es. Wenn der O-Bus errichtet ist, muss er wieder weg, wenn die Stadtbahn gebaut wird – und das verursacht Mehrkosten", kritisiert Steinkellner. Tatsächlich heißt es in einem Schreiben des Ministeriums, dass die "Bündelung von Stadtbahn und O-Bus kritisch zu hinterfragen" sei.

Vonseiten der Stadt ist man aber nicht gewillt, eine Planänderung ins Auge zu fassen. Es brauche beide Projekte, sowohl S-Bahn als auch O-Busse, ist Vizebürgermeister Hajart überzeugt. Und Stadtchef Luger mahnt in Richtung Bund: "Das, was unterschrieben ist, soll bitte auch zwei Jahre später noch Gültigkeit haben." (Markus Rohrhofer, 11.7.2023)


Quelle: https://www.derstandard.at/story/3000000178316/linz-bekommt-zwei-neue-o-bus-linien-st

TW 581

Eigentlich könnte man auch gleiche eine Straßenbahn bauen mit eigener Trasse, dann hätte man einige tolle Verbindungen und der ÖV würde nicht bei jeder Landstraße Sperre massiv eingeschränkt werden.
LG TW 581

FlipsP

Zitat von: TW 581 am  12 07, 2023, 21:17Eigentlich könnte man auch gleiche eine Straßenbahn bauen mit eigener Trasse, dann hätte man einige tolle Verbindungen und der ÖV würde nicht bei jeder Landstraße Sperre massiv eingeschränkt werden.

Wollt man ja. Aber leider nicht eine gute Lösung, sondern eine goldene mit x km Tunnel und Co.

Zachi

Aufgrund von Personalmangel fahren die Linz Linien bis auf Widerruf einen ausgedünnten Fahrplan (in etwa den Ferienfahrplan).

TW 529

In Linz kam es heute zu einer Kollision zwischen einem LKW und einer Straßenbahn, mit zehn Verletzten Fahrgästen!

https://ooe.orf.at/stories/3228069/

s_gelb