Weiterbetrieb und Ausbau der Radkersburger Bahn

Begonnen von TW 529, 29 03, 2022, 20:58

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HGLF

#1
https://presse-oebb.at/News_Detail.aspx?id=154552&menueid=27020

Die Radkersburger Bahn wird bis 2035 elektrifiziert und die Streckengeschwindigkeit soll auf 160 km/h angehoben werden. Im Zuge dessen werden auch die Bahnhöfe Gosdorf und Lichendorf ausgebaut und 38 Eisenbahnkreuzungen aufgelassen.

Damit soll im Endausbau die Fahrzeit von Bad Radkersburg nach Graz auf unter eine Stunde sinken und es täglich 67 Verbindungen auf der Radkersburger Bahn geben.

FlipsP

Zitat von: Traction am  08 04, 2022, 09:39Klingt wie ein Aprilscherz.

Das war auch mein erster Gedanke.
Aber wenn das stimmt ist das mehr, als ich erwartet hätte.

510-015

Zitat von: Traction am  08 04, 2022, 09:39Klingt wie ein Aprilscherz.
Ist kein Aprilscherz. Es war eh schon seit Jahren bekannt, dass die Strecke entweder massiv ausgebaut oder eingestellt wird. Ein Dahinvegetieren mit dem derzeitigen Zustand war generell ausgeschlossen.

Zum Glück konnte man sich jetzt zum Ausbau durchringen.


Datengrundlage dafür ist eine Machbarkeitsstudie der TU Graz.

Damals ist man schon unter anderem zum Ergebnis gekommen, dass mit der Auflassung/besseren Sicherung der EKs die Höchtsgeschwindigkeiten ohne Umtrassierung extrem angehoben werden können, wodurch man die Fahrzeit deutlich verkürzen kann. - Die Fahrzeit ist aber sehr grenzwertig, um die angestrebte Kantenzeit von 30 min zu erreichen.

Einige Zeit später wurde dann bei der TU eine Nachuntersuchung in Auftrag gegeben, in dem auch die Auswirkungen einer Elektrifizierung untersucht wurden. Mit Elektrifizierung kann man die gewünschte Kantenzeit von 30 min problemlos erreichen, wodurch ein Stundentakt mit einem Fahrzeug gefahren werden kann.

Eine Ausweiche für Verstärkerzüge wäre laut Machbarkeitsstudie zwischen Schwarza und Lichendorf sinnvoll. Dort würde dann auch ein planmäßiger Halt hinkommen und die beiden anderen genannten Halte ersetzen.
Im alten Forum als "Bus 15 O530 Citaro L" unterwegs gewesen - jetzt mit kürzerem Usernamen ;D
Aber "15" ist im Namen erhalten geblieben zum leichteren Wiedererkennen ;)

JohannesBeere

Bravo, das freut mich echt! Schade, dass man ähnlich gut Untersuchtes wie z.B den NVK Gösting nicht so schnell auf Schiene bringen konnte. Um die Verbindung Ostbahn-Koralmbahn und die NBS Graz-Gleisdorf bspw. ist es auch schade.
Dennoch ein großer Wurf in meinen Augen!
- Hannes

LS64

Falls jemand Wissendes hier liest: Bleibt die derzeitige Anbindung an den Bahnhof Spielfeld bestehen, also mit Kurve und von Norden? Wie steht es generell mit einer Modernisierung des Bhf. Spielfeld?

510-015

Zitat von: LS64 am  08 04, 2022, 12:22Bleibt die derzeitige Anbindung an den Bahnhof Spielfeld bestehen, also mit Kurve und von Norden? Wie steht es generell mit einer Modernisierung des Bhf. Spielfeld?
Ja, die derzeitige Anbindung bleibt bestehen. Die Brücke will man nicht neu bauen und von der derzeitigen Brücke hätte man einen zu kleinen Radius zur Bestandsstrecke nach Leibnitz/Graz.



Bezüglich Modernisierung Spielfeld:
Angeblich (hab ich selbst nur über mehrere Ecken gehört) soll da auch bald eine Modernisierung starten. Die Systemtrennstelle zum slowenischen Gleichstromnetz soll dabei direkt zur Staatsgrenze verlegt werden. Das bedeutet, dass es in Spielfeld keine Gleichstromfahrzeuge und dadurch auch keinen Lokwechsel im Planbetrieb geben wird.

Es soll aber für bestimmte Situationen technisch möglich bleiben, den Abschnitt Staatsgrenze bis Spielfeld auf Gleichstrom umzustellen. - Aber eben nicht für den täglichen Planbetrieb.
Im alten Forum als "Bus 15 O530 Citaro L" unterwegs gewesen - jetzt mit kürzerem Usernamen ;D
Aber "15" ist im Namen erhalten geblieben zum leichteren Wiedererkennen ;)

Bahnhof-Halbenrain

Also ich habe gehört, dass Spielfeld 2025 umgebaut werden soll. Das AG erhält einen Personenaufzug und es wird einen Personentunnel zu den Gleisen geben. Dafür wird ein Gleis abgerissen um Platz zu schaffen. Die Einfahrt/Ausfahrt zur Radkersburger Bahn bleibt unverändert. Anbei einige aktuelle Fotos von ggw. Baustelle der Radkersbruger Bahn. Die Gnasbachbrücke bei km 18,4 wird erneuert und die EK bei kM 17,6 von Diepersdorf nach Salsach wird technisch gesichert:







Mit besten Grüßen von der Radkersburger Bahn,
Armin klein






Phil5

Ja zum Glück ist es mittlerweile so, wenn die ÖBB Infra was angreift wird es gscheit gemacht. Natürlich geht es ohne den Goodwill der Politik auch nicht.
Auch auf der Puchbergerbahn ist ein tolles Investtionsprogramm vorgesehen.

@Spielfeld-Straß: ja der Um- und Ausbau des Bahnhofes ist in der Pipeline soviel ich weiß. Ich nehme an, hier wird seitens der ÖBB auch größer gedacht werden,- speziell für den Güterverkehr muss es Erweiterungen geben, Platz wäre ja da außerhalb des alten Bahnhofbereiches.
Jedenfalls müssen die Slowenen auch überzeugt werden, dass die Strom-Sytemtrennstelle an die Grenze kommt.
Ich denke einen Lokwechsel wird es im Güterverkehr dennoch immer wieder geben., aber im Personenverkehr sollte das der Vergangenheit angehören...aber mal schauen.

Lg Phil


FlipsP

#9
Ich denke das Thema zwingender Lokwechsel wird sich in den nächsten Jahren von selbst erledigen.
Die 342 fahren schon nur mehr in verminderter Anzahl (dürften nur mehr so um die 25 Stück sein) und sind mit Baujahr 68-70 schon über 50 Jahre im Dienst. Die 362 sollte alle schon abgestellt sein und die 38 Stück der 363 sind auch schon an die 45-50 Jahre alt.

Neben der weiteren Ablieferung von Triebwagen, die einige Loks verspielen, und auch auf Grund des Alters der beiden Baureihen gehe ich persönlich auch davon aus, dass die SZ in den nächsten Jahren eine Ausschreibung für neue Lokomotiven starten werden.
Die beiden ELL Maschinen sind zB nur für 2 Jahre (also aktuell noch ca 1 Jahr lang) gemietet.

510-015

Zitat von: Phil5 am  09 04, 2022, 00:42Ich nehme an, hier wird seitens der ÖBB auch größer gedacht werden,- speziell für den Güterverkehr muss es Erweiterungen geben, Platz wäre ja da außerhalb des alten Bahnhofbereiches.
Jedenfalls müssen die Slowenen auch überzeugt werden, dass die Strom-Sytemtrennstelle an die Grenze kommt.
Ich denke einen Lokwechsel wird es im Güterverkehr dennoch immer wieder geben., aber im Personenverkehr sollte das der Vergangenheit angehören...aber mal schauen.
Soweit bis jetzt bekannt, wird eher das Gegenteil eintreten. Es wird ein Gleis verschwinden, um für einen richtigen Bahnsteig Platz zu schaffen. (wie auch von Bahnhof-Halbenrein geschrieben)

Wenn der Lokwechsel für Güterzüge wegfällt, wird der Gleisbedarf eh auch sinken.

Die Slowenen haben angeblich eine Ausschreibung für Loks in Vorbereitung. Sobald diese Loks geliefert werden, hätten die Slowenen nur noch Mehrsystemloks, wodurch man, auch wenn die Systemtrennstelle an der Staatsgrenze ist, problemlos über die Grenze fahren kann. Wenn bei manchen Güterzügen von SZ/ÖBB kein Lokdurchlauf gewünscht ist, kann man da auch den Lokwechsel in Leibnitz machen, wo deutlich mehr Platz verfügbar wäre.


@FlipsP  Bei den Baureihenbezeichnungen dürfte sich ein (Tipp-)Fehler eingeschlichen haben. Die 362 wurde mit Lieferung der 541 (slowenische Version der 1216) vor über 10 Jahren abgestellt. Derzeit  gibt es noch die Baureihen 342, 363 und 541 bei der SZ.

Die 342 ist die schwächere, 4-achsige Lok, die normalerweise nur im Personenverkehr eingesetzt wird. (Die wirst du bei der ersten Erwähnung von ,,362" gemeint haben.) Seit Umstellung von Emona und Croatia auf Vectron und Umstellung der Inlandszüge auf Triebwagen, wird sie nur noch für die Zugpaare Laibach-Graz-Budapest, Laibach-Hodos-Budapest, Laibach-Rijeka und den südlichen Teil vom Emona jeweils am slowenischen Abschnitt eingesetzt und wurde bereits teilweise abgestellt/verkauft.

Die 363 ist die 6-achsige Lok, die hauptsächlich im Güterverkehr eingesetzt wird. - Da sollten noch ziemlich alle Loks in Betrieb sein.

Beide genannten Loktypen sind so alt, dass sie mit der geplanten Ausschreibung ersetzt werden sollten. Dann gäbe es nur noch 541 und die neuen Loks.

Die 342 könnte dabei sogar (teilweise) durch neue Fernverkehrstriebwagen abgelöst werden. Angeblich soll es da auch Pläne für neue Züge für den nationalen und vor allem internationalen Verkehr geben, die die letzten klassischen Reisezugwagen und auch die ICS (Pendolino) ersetzen sollen. Die Pendolinos sollen nämlich nur noch bis 2028 laufen - müssten also schon ihre letzten HU erhalten haben.
Im alten Forum als "Bus 15 O530 Citaro L" unterwegs gewesen - jetzt mit kürzerem Usernamen ;D
Aber "15" ist im Namen erhalten geblieben zum leichteren Wiedererkennen ;)

5047er

Zitat von: 510-015 am  09 04, 2022, 11:53Die Slowenen haben angeblich eine Ausschreibung für Loks in Vorbereitung. Sobald diese Loks geliefert werden, hätten die Slowenen nur noch Mehrsystemloks, wodurch man, auch wenn die Systemtrennstelle an der Staatsgrenze ist, problemlos über die Grenze fahren kann. Wenn bei manchen Güterzügen von SZ/ÖBB kein Lokdurchlauf gewünscht ist, kann man da auch den Lokwechsel in Leibnitz machen, wo deutlich mehr Platz verfügbar wäre.

Soweit ich weiß, plant man die Anschaffung von 20 Loks. Damit kann man zwar problemlos die noch vorhandenen 342 ersetzen, deren Einsatzgebiet durch die Indienststellung der Stadler-ET sowie die Anmietung der beiden ELL-Vectrons ohnehin nur noch verschwindend gering ist, aber die 363 wird man dadurch keinesfalls ersetzen können.

Ob es sich ausgehen würde, mit solch einer Neubeschaffung alle über Spielfeld laufenden Güterzüge ohne Lokwechsel führen zu können, würde ich jedoch anzweifeln.
Aber wie du schon schreibst, kann man ja auch in Leibnitz einen Lokwechsel durchführen und auch in Maribor sollte mehr als genügend Platz dafür sein.

510-015

20 Loks ist tatsächlich ein bisschen wenig. Ich hätte da eine größere Anzahl erwartet.

Aber mehr wird vermutlich finanziell nicht drinnen sein, da in den letzten Jahren schon massiv in die Bahn (sowohl Infrastruktur als auch Treibwagen) investiert wurde.
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Aber "15" ist im Namen erhalten geblieben zum leichteren Wiedererkennen ;)

kestrel

Zitat von: 510-015 am  09 04, 2022, 11:53Soweit bis jetzt bekannt, wird eher das Gegenteil eintreten. Es wird ein Gleis verschwinden, um für einen richtigen Bahnsteig Platz zu schaffen. (wie auch von Bahnhof-Halbenrein geschrieben)

Wenn der Lokwechsel für Güterzüge wegfällt, wird der Gleisbedarf eh auch sinken.

Der Platz im Bahnhof Spielfeld für einen allfälligen Lokwechsel und Abstellmöglichkeiten wandert Richtung Norden.

Phil5

Ja das mit Norden habe ich auch gehört... somit dürfte an der Geschichte was dran sein.
Wie geschrieben, mitterlerweile baut man wirklich mal was aus, hoffentlich...

Da Spielfeld-Straß ein betrieblicher Grenzbahnhof sind dort doch einige Dinge zu tun.Ich spreche hier zB. von Wagenuntersuchugen, Ausreihungen bis hin zu EVU wechsel gibt es das alles. Auch die privaten EVUS lösen dort ihre TFZF ab.
Zudem benötigt man auch Überhol- und Stapelmöglichkeiten für den Güterverkehr, alleine aus diesem Grund sollte in Spielfeld mehr Gleise hinkommen.

Lg Phil