Flexity Bremsprobefahrten

Begonnen von Martin, 31 10, 2025, 20:52

« vorheriges - nächstes »

0 Mitglieder und 2 Gäste betrachten dieses Thema.

5047er

Es liegt noch keine Zulassung vor.

Zachi

Und das Personal wurde auch noch nicht geschult. Gerüchte kursieren, dass es mit dem Ersteinsatz noch länger dauern kann.

il_treno

Unfassbar wie lange so was dauert, vielleicht beim nächsten Mal was kaufen, was auch einsatzbereit ist.

danihak

Zitat von: il_treno am  06 05, 2026, 12:25Unfassbar wie lange so was dauert, vielleicht beim nächsten Mal was kaufen, was auch einsatzbereit ist.

Also einen Autobus, schade um die neue Strecke durch die Neutorgasse.

Ansonsten empfehle ich dir, meine Antwort auf deine Aussage von Anfang Jänner noch einmal anzusehen. Sollte es tatsächlich bis Ende Mai/Anfang Juni klappen, wäre man schneller als die Kollegen in Wien gewesen – und deutlich schneller als etwa in Augsburg.

https://www.styria-mobile.at/home/smf/index.php/topic,1396.msg33205.html#msg33205

TW 581

Oder einfach etas früher bestellen.  ;D

LG TW 581

TMG

Ganz einfach keine großen Hoffnungen wecken und den Mai nicht in Aussicht stellen. Besser gleich kommunizieren, dass die Flexitys evtl. erst Ende 2026 zum Einsatz kommen. Falls es dann doch früher wird, umso besser... Darum geht es vor allem!!

38ger

Zitat von: il_treno am  06 05, 2026, 12:25Unfassbar wie lange so was dauert, vielleicht beim nächsten Mal was kaufen, was auch einsatzbereit ist.

Das ist mittlerweile bei jeder Fahrzeugtype in Westeuropa so. Ob Straßenbahn, S-Bahn oder Fernverkehrszug, das ist nirgendwo in ein paar Monaten abgewickelt und dauert oft ein halbes Jahrzehnt. Graz hatte eh ein irres Glück, dass man bei den Flexity einfach die Wiener Produktion etwas adaptieren konnte. Wäre spannend, wie das zB in Osteuropa, den USA, Mexiko oder Nordafrika ausschaut. Ob es dort weniger bürokratisch zugeht, oder ob das im Zuge von Globalisierung und Digitalisierung mit neuen, schweren Niederflurfahrzeugen überall so ein Krampf ist. Wohlgemerkt, Graz ist da bei Weitem kein Extrembeispiel sofern die ersten Fahrzeuge 2026 noch in den Fahrgasteinsatz kommen.

whz

Zitat von: il_treno am  06 05, 2026, 12:25Unfassbar wie lange so was dauert, vielleicht beim nächsten Mal was kaufen, was auch einsatzbereit ist.

und vor allem rechtzeitig um Zulassung ansuchen!! So stehen die neuen Wägen monatelang im Freien ohne eingesetzt zu werden. Kingt nach Schildbürgerstreich...gut, man hat auch erst vor kurzem die Anzeige in den Trams von 4/7 auf 17 geändert 8)

whz

Zitat von: TMG am  06 05, 2026, 13:13Ganz einfach keine großen Hoffnungen wecken und den Mai nicht in Aussicht stellen. Besser gleich kommunizieren, dass die Flexitys evtl. erst Ende 2026 zum Einsatz kommen. Falls es dann doch früher wird, umso besser... Darum geht es vor allem!!

Ist das dein Ernst - ein Jahr herumstehen und nicht einsatzbereit sein??? Echt jetzt??

FlipsP

Zitat von: whz am  06 05, 2026, 14:41und vor allem rechtzeitig um Zulassung ansuchen!! So stehen die neuen Wägen monatelang im Freien ohne eingesetzt zu werden. Kingt nach Schildbürgerstreich...

Wie wäre es damit: Vielleicht schreibt man einfach mal nix, bevor man Unsinn schreibt?

Das Zulassungsprozedere läuft eh mehr oder weniger seit der Lieferung des ersten Fahrzeugs (wurde eh auch hier dokumentiert).

Die Fahrzeuge stehen eben nicht ,,einfach nur herum", sondern befinden sich im Zulassungsprozess. Dänisch nun wirklich nix, was außergewöhnlich nur die Grazer Flexity betrifft.

Stipe

Ich weiß schon, dass wir in Österreich unseren Wohlstand dadurch aufs Spiel setzen, das wir bürokratisch ohne Ende agieren und Vorschriften haben, die kein Mensch braucht. Aber kann mir bitte jemand erklären, was an dieser Zulassung so ewig dauert? Ich meine, das Fahrzeug gibt es so ähnlich schon in Wien und Alstom wird wohl auch wissen, wie so eine Tram zu bauen ist, damit sie dann auch fahren darf. Das muss einfach schneller gehen, sonst können wir echt schon anfangen, Chinesisch zu lernen.

Und noch ein Gedanke: Wenn über die Zulassung erst im Herbst entschieden wird, stehen dann gut ein Dutzend Flexitiy herum. Was, wenn die Zulassung nicht erteilt wird? Im schlimmsten Fall müssten diese dann neu- oder zumindest umgebaut werden?

TMG

@Stipe: Du sprichst mir sowas von aus der Seele und hast mit allem, was du sagst, verdammt recht wie ich finde!

Das Zulassungsverfahren der neuesten C2-U-Bahnen in München hat damals so lange gedauert, dass ich kaum noch daran glaubte, dass die Fahrzeuge jemals regulär eingesetzt werden... Erst drei Jahre(!!!) nach dem geplanten Ersteinsatz gingen nach und nach mit grooooßem zeitlichen Abstand die ersten dieser Züge auf Linie. Auf genau eine Linie besser gesagt. Die Zulassung auf den übrigen Linien dauerte dann nochmals etliche Jahre. Ganz ehrlich: Unmöglich sowas und in dem Ausmaß definitiv nicht nachvollziehbar!

TMG

Natürlich ginge das auch schneller. Wenn man bloß endlich damit anfangen würde, Bürokratie abzubauen und pragmatischer vorzugehen bei der technischen Abnahme. Solche Verzögerungen bringen keinen nennenswerten Nutzen und sind schlichtweg witschaftsschädigend.

Wüßte man, in zwei Wochen geht die Welt unter, wenn die Dinger weiterhin in der Remise vor sich hin gammeln, was glaubt ihr, wie schnell die Flexitys dann den 4er und 7er attraktivieren würden... ruck zuck. Ohne Probleme. Es geht auch zügiger. Man muss nur wollen.

Stefan 4076

Für die Zulassung ist das Land zuständig, das kann dauern . . .

Stipe

Ich habe jetzt mal Claude recherchieren lassen, das Ergebnis deutet darauf hin, dass wir uns hier mehr an Asien orientieren sollten. Da sind mir jetzt auch keine Häufung an Straßenbahnunfällen in Japan, Korea oder China bekannt. Die Links von Claude zu den Quellen sind beim Kopieren nicht mitgekommen, bei Interesse kann ich die nachliefern.

ZitatIn Deutschland und Österreich ist die Zulassung neuer Straßenbahntypen ein bekanntes Nadelöhr. Die Inbetriebnahmeprozesse werden zunehmend länger durch Verzögerungen im Genehmigungsverfahren. Überbordende Bürokratie in den Dokumentationsvorschriften für die technischen Aufsichtsbehörden trifft auf personell ausgedünnte Abteilungen sowohl bei den Herstellern als auch bei den Behörden, wobei letztere auch von Bundesland zu Bundesland unterschiedliche Maßstäbe anlegen. Urban Transport Magazine
Konkrete Beispiele aus Deutschland zeigen, wie lang das dauern kann: Die Lieferung von Straßenbahnen für Duisburg verzögerte sich massiv — die notwendigen Unterlagen für die Zulassung fehlten noch Ende 2022, und das Unternehmen hoffte, die Genehmigung 2023 zu erhalten. Alstom liegt europaweit an der Spitze bei Lieferverzögerungen, in manchen Fällen über 30 Monate. Urban Transport MagazineUrban Transport Magazine
Ein Ländervergleich im Überblick:

Österreich/Deutschland: Typisch 6–18 Monate für Zulassungsverfahren eines neuen Fahrzeugtyps, bei komplexen Fällen auch länger. Die Zuständigkeit liegt bei den jeweiligen Landesbehörden (technische Aufsichtsbehörde), die unterschiedlich schnell und mit unterschiedlichen Anforderungen arbeiten.
Schweiz/Niederlande/Belgien: Tendenziell etwas schneller und einheitlicher, oft 4–9 Monate, weil die Behördenstruktur zentralisierter ist.
Frankreich: Ähnlich wie D/A, zuständig ist EPSF (Établissement public de sécurité ferroviaire), 6–12 Monate sind üblich.
UK: Mit dem Office of Rail and Road (ORR) ebenfalls 6–12 Monate, nach dem Brexit etwas komplizierter geworden.
Polen/Tschechien: Oft schneller, 3–6 Monate, da Behörden pragmatischer arbeiten und es viel Erfahrung mit häufig bestellten Typen (Škoda etc.) gibt.

Warum dauert es so lange?
Der Hauptgrund ist, dass Straßenbahnen anders als z. B. Pkw keine EU-weit harmonisierte Typzulassung haben. Jede Stadt/jedes Bundesland/jedes Land hat eigene Behörden mit eigenen Anforderungen. Selbst wenn ein Flexity-Typ in Wien seit Jahren fährt, braucht Graz trotzdem eine eigene lokale Zulassung — mit eigenen Messfahrten, Lärm- und Erschütterungstests, Bremsprüfungen usw.
Kurz gesagt: Über ein halbes Jahr Zulassung in Graz ist unerfreulich, aber leider kein Ausreißer. In Mitteleuropa ist das der Standard, und Verzögerungen von 1–2 Jahren sind bei neuen Typen keine Seltenheit.

Und zur weltweiten Situation:

ZitatUSA & Kanada
Das System funktioniert dort grundlegend anders als in Europa. Während die USA auf Herstellerselbstzertifizierung setzt, ist China ein ,,Typgenehmigungsregime" — das bedeutet, dass Behörden ein neues Fahrzeugmodell aktiv prüfen und genehmigen müssen, bevor es auf die Straße darf. Bei amerikanischen Light-Rail-Fahrzeugen gibt es keine zentrale Bundesbehörde, die eine Typzulassung erteilt — stattdessen regeln die einzelnen Verkehrsbetriebe und Bundesstaaten das selbst über Abnahmetests. Der Prozess ist weniger formalisiert, dafür aber oft sehr langwierig durch umfangreiche Testprogramme. Sound Transit in Seattle etwa plante für 152 neue Fahrzeuge einen Gesamtzeitraum von 8 Jahren von Auftragserteilung bis Inbetriebnahme — mit den Phasen Design, Fertigung, Transport, Testing, Sicherheitszertifizierung und finaler Abnahme. Rein für das Testen und Zulassen vor Fahrgastbetrieb sind in den USA typischerweise 6–18 Monate einzuplanen, wobei Verzögerungen eher die Regel als die Ausnahme sind. Laut einer FTA-Studie dauert ein vollständiges Qualifikationstestprogramm für Schienenfahrzeuge typischerweise 18 bis 24 Monate. Sidley + 2
China
China ist der interessanteste Gegenpol zu Europa. Dort baut man in atemberaubendem Tempo neue Straßenbahn- und Stadtbahnsysteme auf — und die Zulassung läuft erheblich schneller. Neue Fahrzeugtypen werden oft innerhalb weniger Monate zugelassen, weil die staatlichen Hersteller (wie CRRC) direkt mit den staatlichen Genehmigungsbehörden zusammenarbeiten und viel weniger bürokratische Distanz zwischen Hersteller, Betreiber und Genehmiger besteht. Für bekannte Fahrzeugplattformen sind 3–6 Monate realistisch. Das erklärt auch, warum China seit 2010 weit über 100 neue Straßenbahn- und Stadtbahnsysteme eröffnet hat — ein Tempo, das in Europa völlig undenkbar wäre.
Australien
Dort liegt die Situation irgendwo zwischen Europa und den USA. Die einzelnen Bundesstaaten haben eigene Sicherheitsbehörden (z. B. Transport for NSW, Department of Transport in Victoria), und neue Fahrzeuge müssen zertifiziert werden, bevor sie als öffentliches Verkehrsmittel eingesetzt werden dürfen — wobei diese Zertifizierung laut Experten oft beschleunigt werden sollte, weil sie Markteintrittsbarrieren schafft. Typische Zulassungsdauern: 6–12 Monate, bei neuen Fahrzeugtypen auch länger. World Economic Forum
Japan & Südkorea
Beide Länder haben sehr effiziente Zulassungssysteme. In Japan gibt es klare nationale Standards und gut eingespielte Prozesse zwischen Herstellern (Kawasaki, Nippon Sharyo) und Behörden — neue Varianten bekannter Typen werden oft in 2–4 Monaten zugelassen. Südkorea ähnlich.
Lateinamerika & Afrika
Sehr heterogen. In Brasilien, Mexiko oder Südafrika kann eine Zulassung bei komplexen Projekten 1–3 Jahre dauern, weil die Behördenkapazitäten dünn und die Standards weniger etabliert sind. Andererseits wird dort bei politischem Willen auch manchmal sehr pragmatisch vorgegangen.