An die Adria ohne Adria (3/4)

Begonnen von 5047er, 10 05, 2026, 12:17

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5047er

Während im zweiten Teil die Straßenbahn von Osijek ausführlich thematisiert wurde, geht es in den letzten beiden Teilen vorwiegend mit OT-Fotos weiter.

Es war noch ziemlich genau eine Stunde bis zur Abfahrt. Am Schalter meldeten wir uns bezüglich der Gepäckabholung. Der Kollege vom Vormittag hatte Bescheid gegeben und das Gepäck war natürlich da. Der Service wurde natürlich honoriert. Beim geöffneten Geschäft am Busbahnhof wurde ausreichend Proviant für die anstehende Zugfahrt besorgt. Und als ich den Busbahnhof verlassen habe, war bereits ein Brummen am Bahnhof zu vernehmen.

Das war natürlich die Lok für unseren Zug, dem Brzi 1880 "Dalmacija".
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Wir hatten ein Abteil im Schlafwagen gebucht. Und der Schlafwagen war der, den ich mir gewünscht hatte - nämlich der unmodernisierte mit den öffnebaren Halbfenstern. Spätestens da hatte ich es nicht bereut, den "Adria" ab Budapest nicht genommen zu haben. Das Abteil war bereit.
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Der äußerst bemühte Schlafwagenbetreuer schien über den unklimatisierten Wagen nicht ganz so begeistert zu sein und entschuldigte sich bei allen Fahrgästen für den Umstand. Eine gut gekühlte 0,5 l Plastikflasche Mineralwasser für jeden Fahrgast  war angesichts der Temperaturen im Wageninneren jedenfalls das perfekte Begrüßungsgetränk. Pünktlich setzte sich der Zug in Bewegung. Unser Zug bestand aus zwei Abteilwagen, dem Schlafwagen sowie einem Großraumwagen, der lediglich bis Zagreb fahren sollte. In den wurde auch ein kurzer Blick geworfen.
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Pünktlich setzte sich der Zug in Bewegung.
Nach und nach wurden vom auch Deutsch sprechenden Begleiter auch Orangensaft, Salzstangerl und ein "7Days" - Croissant als inkludierte Bordverpflegung ausgeteilt.
Einwegschlapfen oder ein nightjet-Frühstück bekommt man zwar nicht, angestichts des fast lächerlich billigen Fahrpreises darf man sich das aber auch nicht erwarten.

Abfahrtsauftrag durch den Šef in Bizovac.
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Am offenem Fenster der untergehenden Sonne entgegen.
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Das Mittelgebirge Papuk beweist, dass Slawonien nicht nur flach ist. Während wir die Nordseite in einiger Enfernung passieren, verlaufen auf der Südseite auch zwei nicht elektrifizierte Bahnlinien, die im Personenverkehr auch noch bedient werden.
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Zwischenhalt in Bjelovar.
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In Zagreb Glavni war reger Fahrgastwechsel und die Kurswagengruppe aus Vukovar wurde beigegeben. Danach war Bettruhe angesagt.

Samstag, 16. August 2025:

Nach einer einigermaßen erholsamen Nacht waren bei Knin bereits alle wieder munter. Neben dem Frühstück wurde auch wieder fleißig die umliegende Landschaft aus dem offenen Fenster heraus erkundet.
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Auch für die jüngsten Fahrgäste war das ein Erlebnis. Natürlich wurde aber stets darauf geachtet, dass die Köpfe der Kinder immmer im Zug bleiben und niemand draußen landet - das schaut auf dem Bild etwas gefährlicher aus, als es ist.
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Zwischenhalt in Perković.
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Sehenswert war der Ausblick aufs Meer in der Bucht von Split.
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Split selbst wurde mit etwas Verspätung erreicht.

Von Split lag noch eine Busfahrt in die rund 25 Kilometer südöstlich gelegene  Stadt Omiš vor uns.
Für kroatische Verhältnisse findet man auf der von Promet Split betriebenen Buslinie 60, die Split mit Ravnički Most (kurz hinter Omiš) verbindet mit einem täglichen Halbstundentakt theoretisch ein wirklich attraktives Angebot vor.

So verwöhnt wie am Vortag in Osijek ist man als Fahrgast in Split trotzdem nicht. Denn genauso wie auch in Zagreb gibt es keine Fahrplanaushänge an den meisten Haltestellen abgesehen von den Endstationen, die Takte der innerstädtischen Linien nicht wirklich gut, Busse in der Regel gut gefüllt bis bummvoll und jeglicher Fahrplan aufgrund hoher Verspätungen nur reine Theorie. Wobei letzteres auch am hohen Verkehrsaufkommen mit Kolonnenverkehr auf vielen Straßen liegt. Fahrkarten bekommt man entweder im Vorverkauf, unter anderem bei den wenigen vorhandenen Automaten. Dort bekommt man einen Kassenbon, dessen QR-Code im Bus bei einem Scanner entwertet werden muss. Auch beim Fahrer ist ein Kartenverkauf möglich, allerdings zum doppelten Preis.

Wir verbrachten eine gute Stunde an einer Bushaltestelle an einer stark befahrenen Straße. Als ich es schon fast bereut hatte, dass wir nicht in den ziemlich dubios wirkenden weißen Kleinbus mit A4-Zettel mit der Aufschrift "Linia 60 Ekspres" eingesteigen sind, ist aber dann tatsächlich noch unser 60er aufgetaucht. Wir waren froh, uns in den gesteckt vollen Gelenkbus reinquetschen zu dürfen.
Die Fahrt hinter Split entlang der Jadranska Magistrala, teilweise direkt am Meer entlang war aber trotzdem sehr schön.
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In Omiš, einer Kleinstadt die an der Mündung des Flusses Cetina liegt wurde dann eine Woche Urlaub in einer Ferienwohnung mit Gartenzugang verbracht. 
Die meiste Zeit wurde dabei tagsüber am Strand Velika Plaža verbracht. Der "große Strand" besteht aus grobem Sand und scheint vorwiegend von Einheimischen genutzt zu werden.
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Die Wasserqualität der Adria ist dort, wie man es in Kroatien erwarten darf.
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Selbst in der Hauptsaison nicht ist es nicht zu überlaufen.
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Der Fluss Cetina kurz vor der Mündung in die Adria, die aus dieser Perspektive im Rücken liegt. Der Fluss ist etwas flussaufwärts sehr beliebt für Abenteueraktivitäten wie Rafting oder Canyoning.
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Neben reichlich Sonnenschein ergab sich an zwei Tagen mit eher wechselhaftem Wetter ein Wandertag.

Eine tolle Aussicht hat man dabei von der Ruine Starigrad, die rund 300 Meter hoch liegt. Ein Blick ins Hinterland.
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Die im 15. Jahrhundert erbaute Festung diente zum Schutz vor den Osmanen.
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Die Mündung der Cetina in die Adria.
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Ein Blick in Richtung Süden.
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Auch nördlich der Stadt ergab sich eine kleine Wanderung. Hier ein Blick in Richtung Stadtzentrum, im Hintergrund die Insel Brač.
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Hin und wieder begegnet man einem Bus, wie viel Verspätung der wohl gehabt haben mag?
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In der Altstadt ist der venezianische Einfluss gut zu erkennen. Über viele Jahrhunderte war auch Omiš ein Teil der Republik Venedig.
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Samstag, 23. August 2025:

Nach einigen schönen Tagen war es Zeit für die Rückreise, die aus zeitlichen Gründen etwas weniger üppig als die Anreise ausgefallen ist.

Bereits am Vormittag ging es mit dem Bus der Linie 60 wieder nach Split, diesmal sogar mit ohne viel Wartezeit an der Haltestelle. Nachdem das schwere Gepäck am Bahnhof in Schließfächern verstaut war, wurde der Tag am nahegelegenen Strand Bačvice verbracht, an dem auch die Gleisanlage endet. Rein theoretisch kommt man auch aus Österreich in der Hauptsaison umsteigefrei dorthin.
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Im Vergleich zum Strand in Omiš ging es an dem Sandstrand deutlich quirliger und enger zu. Fußläufig sind auch weitere Strände erreichbar, die recht abwechslungsreich sind. Die Wasserqualität der Adria ist aber auch hier super.
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Kurz bevor der Badetag vorbei war, schaute ich noch kurz am Bahnhof vorbei. Der Speisewagen lässt es schon vermuten, es handelt sich um den B 1205 "Adria" nach Budapest.
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Der Nachtzug wurde noch bei der Abfahrt beobachtet.
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Ein Spaziergang durch die Altstadt von Split mit einem Abendessen war immerhin auch ein annehmbares Alternativprogramm zum Adria und einem Besuch im ungarischem Speisewagen.
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Anschmließend ging es mit dem Zug in Richtung Norden.

Martin

Liebe Grüße
Martin

Ch. Wagner


Und Split ist seit 1979 UNESCO Weltkulturerbe (Altstadt mit Diokletianpalast