Neue Straßenbahnen für Graz

Begonnen von TW 529, 27 03, 2022, 17:11

« vorheriges - nächstes »

0 Mitglieder und 2 Gäste betrachten dieses Thema.

Ch. Wagner

Ein Freund von mir fährt sowohl Bus wie Bim, und der ist nicht irritiert wegen des Fahrens mit dem Joystick. Aber er ist  vom Fahrverhalten des Flexity beeindruckt. Und er ist ein durchaus erfahrener Lenker/Fahrer.

Stefan 4076

Zitat von: stef610_neu am  26 08, 2026, 15:18War das auch bei früheren Typen so oder ist die Qualität gesunken?
(Ich weiß, dass Variobahn 223 3x geliefert wurde, weil es bei der Inbetriebnahme Probleme gab, aber von keinem anderen Fahrzeug).

Die Schweißungen bei den 500er und 600er sind qualitativ meilenweit entfernt von heutigen Anforderungen.
Also es ist nicht die Qualität gesunken, sondern die Anforderungen sind gestiegen (nicht nur bei den Schweißungen).

Alois

Zitat von: Sanfte Mobilität am  26 08, 2026, 15:26Es gab schon immer wieder Produktionsmängell

Gab es immer wieder, besonders der "Combino-Skandal" ist mir noch lebhaft in Erinnerung waren damals an die 400+ Fahrzeuge weltweit betroffen.

Auch mit Stadler TINA gab/gibt es Probleme oder mit M32 Sirios in Göteborg, oder die Brandschutzthematik im ULF und, und, und.



Sanfte Mobilität

#1668
Zitat von: Stefan 4076 am  26 08, 2026, 17:10Die Schweißungen bei den 500er und 600er sind qualitativ meilenweit entfernt von heutigen Anforderungen.
Also es ist nicht die Qualität gesunken, sondern die Anforderungen sind gestiegen (nicht nur bei den Schweißungen).

Deswegen müssen die Fahrzeuge ja auch ausgeschieden werden (dazu gibt es ein entsprechendes Gutachten), bei den Cityrunnern betrifft das offenbar den Aufbau der Karosserie (ist scheinbar ein größeres Problem als die Frage nach Ersatzteilen). In allen Fällen sind die HU deshalb sehr aufwendig und teuer, weshalb man lieber früher als später die Fahrzeuge abstellen möchte.

Zitat von: Alois am  26 08, 2026, 18:10Gab es immer wieder, besonders der "Combino-Skandal" ist mir noch lebhaft in Erinnerung waren damals an die 400+ Fahrzeuge weltweit betroffen.
Auch mit Stadler TINA gab/gibt es Probleme oder mit M32 Sirios in Göteborg, oder die Brandschutzthematik im ULF und, und, und.

Das waren aber eher Konstruktionsmängel.

Aktuell geht es eher um Fragen von klassischer Gewährleistung etc.

Ch. Wagner

Zitat von: Stefan 4076 am  26 08, 2026, 17:10Also es ist nicht die Qualität gesunken, sondern die Anforderungen sind gestiegen (nicht nur bei den Schweißungen).


Der Flexity ist handgeschweißt und es ist eher unwahrscheinlich, das ein Fehler dabei nicht bemerkt wird.

PeterWitt

Zitat von: Sanfte Mobilität am  26 08, 2026, 18:56Deswegen müssen die Fahrzeuge ja auch ausgeschieden werden (dazu gibt es ein entsprechendes Gutachten), bei den Cityrunnern betrifft das offenbar den Aufbau der Karosserie (ist scheinbar ein größeres Problem als die Frage nach Ersatzteilen).
Nix für ungut, aber nach 50 Jahren kann nicht eine angeblich mangelhafte Schweißnaht ein Ausmusterungsgrund sein, viel eher allgemeine Korrosion.
Selbige ist wohl auch beim CR ein Thema, denn die Wagenkästen sind mWn aus Alu, und Alu zusammen mit Salz ist halt so ein Thema, da frisst sich das Salz munter durch.

Sanfte Mobilität

Zitat von: PeterWitt am  26 08, 2026, 20:35Nix für ungut, aber nach 50 Jahren kann nicht eine angeblich mangelhafte Schweißnaht ein Ausmusterungsgrund sein, viel eher allgemeine Korrosion.
Selbige ist wohl auch beim CR ein Thema, denn die Wagenkästen sind mWn aus Alu, und Alu zusammen mit Salz ist halt so ein Thema, da frisst sich das Salz munter durch.

Natürlich geht es auch um Korrosion, aber vor 10 Jahren wurden Nachschweißungen vorgenommen, die jetzt nicht mehr dem Standard entsprechen. Gefahr von nicht unmittelbar erkennbaren Rissbildungen. Kann man im entsprechenden GR-Stück für die weitere Flexitybeschaffung vor dem Sommer nachlesen: https://digra.graz.at/document/pdf?ref=8df39baf-4d95-455a-ba8d-16691326a65b&jfwid=6c20e475-6936-490b-a7bc-f4a543f48aab:1

Bei den Cityrunnern ist es ähnlich, dazu kommen noch Probleme mit undichten Dachverkleidungen.

Wird alles unter Punkt I aufgezählt.

Stefan 4076

Bei den Cityrunnern ist die Verklebung/Abdichtung auf den Dächern spröde geworden. Früher hätte man solche Alterserscheinungen repariert. Heute werden solche Instandhaltungsarbeiten als wirtschaftlich nicht mehr tragbar gesehen.

PeterWitt

Zitat von: Stefan 4076 am  26 08, 2026, 22:23Bei den Cityrunnern ist die Verklebung/Abdichtung auf den Dächern spröde geworden. Früher hätte man solche Alterserscheinungen repariert. Heute werden solche Instandhaltungsarbeiten als wirtschaftlich nicht mehr tragbar gesehen.
Genau das ist der Punkt - der heutige (nicht nur) Fahrzeugbau mit seinen vielen Klebelösungen, Silikonabdichtungen, Kunststoff/GFK-Teilen etc bedingt raschere Alterung, bei den Taurus mussten zB die GFK-Hauben auch schon nach wenigen Jahren Einsatz wegen Rissbildung getauscht werden und werden  ach wie vor munter getauscht,eine an sich recht simple Reparatur, aber mit Kosten verbunden, und für jeden Betriebswirt ein gefundenes Fressen. Dementsprechend wurden halt 500er, 600er und CR auch "kaputtgerechnet" und "kaputtgeredet", um neue Fahrzeuge argumentieren zu können.
Auch ich kenne das aus der Firma, dass man halt diversen technischen Einrichtungen ein Lebensende bescheinigt, auch wenn es an sich noch problemlos 5, 10 oder 20 Jahre funktionieren würde bzw simpel reparabel wäre, einfach um Austausch und Neuanschaffung argumentieren zu können. Mit Qualitätsmängeln vor 20, 30, oder gar 40+ Jahren hat das aber wenig zu tun.

Ich erinnere mich da an eine Aussage von einem damaligen MA in der ZW Wien vor gut 30 Jahren, der meinte: einen Autobus lackiert man nicht, den wirft man weg, ist billiger.
Mag sein, dass das betriebswirtschaftlich korrekt ist, technisch gesehen ist's Schwachsinn.

Maschansker

Zitat von: PeterWitt am  27 08, 2026, 06:37Ich erinnere mich da an eine Aussage von einem damaligen MA in der ZW Wien vor gut 30 Jahren, der meinte: einen Autobus lackiert man nicht, den wirft man weg, ist billiger.
Mag sein, dass das betriebswirtschaftlich korrekt ist, technisch gesehen ist's Schwachsinn.

Und auch nicht nachhaltig.

Sanfte Mobilität

Zitat von: PeterWitt am  27 08, 2026, 06:37Genau das ist der Punkt - der heutige (nicht nur) Fahrzeugbau mit seinen vielen Klebelösungen, Silikonabdichtungen, Kunststoff/GFK-Teilen etc bedingt raschere Alterung, bei den Taurus mussten zB die GFK-Hauben auch schon nach wenigen Jahren Einsatz wegen Rissbildung getauscht werden und werden  ach wie vor munter getauscht,eine an sich recht simple Reparatur, aber mit Kosten verbunden, und für jeden Betriebswirt ein gefundenes Fressen. Dementsprechend wurden halt 500er, 600er und CR auch "kaputtgerechnet" und "kaputtgeredet", um neue Fahrzeuge argumentieren zu können.
Auch ich kenne das aus der Firma, dass man halt diversen technischen Einrichtungen ein Lebensende bescheinigt, auch wenn es an sich noch problemlos 5, 10 oder 20 Jahre funktionieren würde bzw simpel reparabel wäre, einfach um Austausch und Neuanschaffung argumentieren zu können. Mit Qualitätsmängeln vor 20, 30, oder gar 40+ Jahren hat das aber wenig zu tun.

Ich erinnere mich da an eine Aussage von einem damaligen MA in der ZW Wien vor gut 30 Jahren, der meinte: einen Autobus lackiert man nicht, den wirft man weg, ist billiger.
Mag sein, dass das betriebswirtschaftlich korrekt ist, technisch gesehen ist's Schwachsinn.

Nunja, ein Gut hat nun einmal einen gewissen Lebenszyklus. Den Serien 500 und 600 hat man doch in eine höheren Alter noch eine neue Steuerung spendiert (im Gegensatz zu den Cityrunnern). Und wie geschrieben, gibt es nun einmal Probleme mit der Fahrzeugstruktur bei allen drei Serien.

PeterWitt

Zitat von: Sanfte Mobilität am  27 08, 2026, 08:50Und wie geschrieben, gibt es nun einmal Probleme mit der Fahrzeugstruktur bei allen drei Serien.
Alles ok und nachvollziehbar, ist so wie bei einem 200 Jahre alten Haus, das feuchte Wände hat - es gibt Mängel, die auf Abnutzung und Alter zurückzuführen sind, das hat aber jetzt nichts per se mit schlechter Bauqualität zu tun, denn heutige Bauten sehen in 200 Jahren bestimmt alles andere als jung aus, so wie eben bei den Fahrzeugen früher der Rost der größte Feind was, so ist's heute die Elektronik und Software, die ein mitunter noch vorzeitigeres Ende herbeiführt.

Sanfte Mobilität

Ich habe ja nicht von schlechter Qualität der neuen Fahrzeuge gesprochen (das Thema haben andere aufgebacht), sondern davon, dass es eben (wie schon in der Vergangenheit immer) manchmal Produktionsfehler gibt oder Probleme auftreten, die man eben beheben muss (im Falle von 543 in Wien im Werk). Das ist dann ein Gewährleistungssache.

Der Vergleich mit einer Immobilie hinkt halt, weil eben ein langlebiges, immobiles Gut, wenn es gut erhalten wird, mit teilweise deutlicher Wertsteigerung. Und auch ein Gebäude muss nach Zyklen entsprechend von Grund auf saniert werden. Ein Fahrzeug verliert einfach durch seine Nutzungsart an Wert und ist daher nicht "ewig" sinnvoll zu betreiben.