Neos-Gemeinderat als ,,Robin Hood" der Mariatroster Bevölkerung, die den öffentlichen Verkehr nutzt.
Die betroffenen Fahrgäste kann man durchaus als leidgeplagt bezeichnen, da die Linie 1 derzeit in der Hilmteichstraße zweigleisig ausgebaut wird und diese Baustelle – auch aufgrund der Errichtung eines Speicherkanals – noch mehr als zwei Jahre dauern wird. Die Ersatzbusse brauchen in der Mariatrosterstraße stadteinwärts bis zur Hilmgasse oft sehr lange, da sie sich den Fahrweg mit dem Individualverkehr teilen müssen, der seinerseits auch durch die Baustelle gestiegen ist. Der NEOS Gemeinderat Phillip Pointner fordert seit einigen Wochen, dass die Baustellendauer auf unter zwei Jahre verringert werden müsse. Da stellt sich nur die Frage, wer das bezahlen soll.
Als richtiger Kämpfer für seine Schäfchen präsentierte sich Robin dann in den Morgenstunden des 14. Jänner 2026. Der Schienenersatzbus im Stau zehrte schon am Nervenkostüm von Robin, ehe das Unfassbare geschah: Der Ersatzbus kam in der Hilmgasse an und Robin machte sich mit rund 60 seiner Schäfchen nach dem Aussteigen auf den Weg zur nahegelegenen Straßenbahnhaltestelle Hilmteich, zu der man anfangs keinen Sichtkontakt hat. Beim Überqueren der Schubertstraße bemerkte er dann das Unfassbare, die Straßenbahn der Linie 1 nach Eggenberg tauchte fahrend in der Kurve vor dem Wartehäuschen auf und es drohte ein weiterer großer Zeitverlust auf dem Weg ins Grazer Zentrum.
Robin zögerte keine Sekunde und stellte sich mitten auf die Straßenbahngleise um diesen Flegel von Straßenbahnfahrer aufzuhalten und ihn ordentlich zurechtzuweisen. Der nette Bimfahner sah Robin dort stehen und verzögerte sein 40-Tonnen schweres Gefährt, aber Robin machte keine Anstalten das Straßenbahngleis zu verlassen. So blieb dem Bimfahrer nichts anderes übrig als die erste Straßenbahntür zu öffnen, obwohl dort (außerhalb des Haltestellenbereichs) kein Fahrgastwechsel zulässig ist, was die ersten Schäfchenaber doch dazu zu nutzten, schnell in die Bim einzusteigen.
Robin ging zum Bimfahrer und fand harsche Worte für ihn und beehrte den Bimfahrer vor dutzenden Fahrgästen mit einer ordentlichen Zurechtweisung und stieg wutentbrannt in die Straßenbahn.
Viele seiner Schäfchen waren stolz auf ihn, da ihr Robin diesem Flegel endlich einmal gezeigt hatte, wie das ordentlich ablaufen sollte. – Andere schauten ziemlich betreten drein, peinlich berührt von der Schimpftirade und der Anhaltung des Fahrzeuges.
Was alle nicht wußten, die Straßenbahn hatte beim Stehenbleiben vor Robin bereits 5 Minuten Verspätung und diese erhöhte sich durch das tolle Eingreifen Robins auf 7-8 Minuten, um schließlich in Eggenberg mit zehn Minuten Verspätung anzukommen. Dadurch mussten andere Fahrgäste, die zu dieser Zeit Richtung Hilmteich bzw. Mariatrost wollten bis zu 20 Minuten auf die nächste Straßenbahn warten.
Fazit:
Ein Gemeinderat sollte ein Vorbild für Bürger:innen unserer Stadt sein, diese Aktion war jedoch eigentlich komplett unverantwortlich und entweder der mediale Startschuss für einen unglaublich harten Wahlkampf um Gemeinderatssitze in Graz oder aber eines verzweifelten Fahrgastes, der auf niedrigstem Niveau seinem Unmut Luft gemacht hat.
Beides ist nicht entschuldbar.
Pointners Aktion ist jedenfalls zu verurteilen. Die Straßenbahnen müssen genauso ihren Fahrplan einhalten und können nicht immer auf verspätete Busse warten. Hinzu kommt, dass der Straßenbahnfahrer den Bus aus der Position, wo sich der Vorfall ereignete, gar nicht sehen konnte. Die unterstellte Böswilligkeit, welche Pointner vor Zeugen mit wüsten Beschimpfungen quittierte, konnte also keinesfalls bestätigt werden. eine öffentliche Entschuldigung ist jedenfalls von einem Bürgermeisterkandidaten zu erwarten, ob die NEOS politische Konsequenzen daraus ziehen, bleibt abzuwarten.
KI-generiertes Bild
Diskussion hier:
Anhaltung der Straßenbahn
https://www.styria-mobile.at/home/smf/index.php/topic,1508.0.html
Umbau Linie 1:
https://www.styria-mobile.at/home/smf/index.php/topic,212.0.html
Danke für den treffenden Kommentar und für die gelungene Karikatur!
Herr Gemeinderat Pointner hat sich heute beim Straßenbahnfahrer persönlich entschuldigt, was mich sehr freut.