Die Grazer Bürgermeisterin hat die Idee eingeworfen, Grazer Umlandgemeinden in die Gemeinde Graz einzugemeinden:
https://grazer.at/story/de/unmut-in-graz-umgebung-elke-kahr-will-die-stadt-DLAnexYD/
Na servas.
Als ob's keine anderen Probleme gibt. :-X
Zitat von: Eilzug am 22 03, 2026, 12:48Na servas.
Als ob's keine anderen Probleme gibt. :-X
Eigentlich hätte das schon bei der letzten Gemeindereform gemacht werden müssen.
Das würde ziemlich viel Geld sparen, weil man doppelte Strukturen auflöst. Und bezüglich Infrastruktur und Steuern finde ich das schon diskussionswürdig.
Gibt sicher auch Grunde dagegen, aber solche Diskussionen sachlich zu führen ist für Gemeinden immer schwer, wenn nicht unmöglich.
Würde die Planungen erleichtern, definitiv. Und dort, wo man eh keinen Unterschied mehr sieht beim Übergang von Graz auf die jeweilige Gemeinde kann man schon mal drüber reden.
Habe den Artikel gelesen.
Es ist schon auch lustig, welche Gemeindeverter man hier zu Wort kommen hat lassen.
Das sind teilweise Gemeinden dabei, die nicht von einer Eingemeindung betroffen wären.
Ich halte davon gar nichts.
Bringt Graz mehr Steuereinnahmen pro Kopf, während die Eingemeindeten sich in Verzicht üben müssen. Wird dementsprechend hoffentlich eh nicht kommen. Falls doch, dann bitte auch um Linz, Wien und co herum.
Wie wäre es eigentlich mit der neuen "Millionenstadt" namens Steiermark? Geil, oder? Dann bekommt Wien endlich mal "echte" Konkurrenz... ;D
Ach ja, am besten gleich noch weg mit den Bundesländern, ist auch zu kostspielig. Eventuell so viel Zentralismus wie in Frankreich wagen... oder halt besser nicht. ;)
MMn braucht es keine Eingemeindung, aber ganz klare und verbindliche Spielregeln im Verhältnis Stadt Graz - Bezirk Graz-Umgebung. Es kann nicht sein, dass die Stadt Infrastruktur für die Allgemeinheit schafft und dann Gemeinden wie Seiersberg (mit Hilfe des Landes) einen Schwarzbau als Einkaufszentrum legalisiert. Es gehört eine verbindliche Zusammenarbeit in Raum- und Verkehrsplanung her (damit sowas die Autobahnabfahrt Hart nie mehr passiert) und die Gemeinden müssen ihren Beitrag für volkswirtschaftliche Leistungen deutlich erhöhen und mehr beitragen, wenn Graz Infrastruktur auch für GUler schafft. Dass muss sich auch im Finanzausgleich zugunsten der Landeshauptstadt abbilden.
Es kann nicht sein, dass die Umlandgemeinden immer nur die Rosinen herauspicken bei Ansiedelungen oder beim Finanzausgleich durch Schlafstätten. Die Versiegelungen, v. a. südlich von Graz ist schon sehr extrem und das liegt überwiegend an den Gemeinden, die einfach nur egoistisch nur auf sich schauen.
Das ist natürlich völlig richtig!! Dieses Problem gibt es zigfach in Österreich und Deutschland.
Zitat von: TMG am 22 03, 2026, 14:52Ich halte davon gar nichts.
Bringt Graz mehr Steuereinnahmen pro Kopf, während die Eingemeindeten sich in Verzicht üben müssen. Wird dementsprechend hoffentlich eh nicht kommen. Falls doch, dann bitte auch um Linz, Wien und co herum.
Wie wäre es eigentlich mit der neuen "Millionenstadt" namens Steiermark? Geil, oder? Dann bekommt Wien endlich mal "echte" Konkurrenz... ;D
Ach ja, am besten gleich noch weg mit den Bundesländern, ist auch zu kostspielig. Eventuell so viel Zentralismus wie in Frankreich wagen... oder halt besser nicht. ;)
Also ich weiß nicht, was du da mit Verzicht bei den Umlandgemeinden meinst. Sie finanzieren dann die Infrastruktur, die sie jetzt gratis nutzen mit, ja. Ist das Verzicht?
Du kannst das natürlich ins Lächerliche ziehen, aber es sagt ja keiner, dass man Köflach eingemeinden soll. Um Graz gibt es sehr wohl einige Gemeinden, die de facto wie Außenbezirke funktionieren, aber aus historischen Gründen noch nicht zur Stadt gehören.
Es war nicht meine Absicht, diese Idee herabzusetzen. Allerdings liegt es dann mehr als nahe, derartige Gedankengänge fortzusetzen: Warum noch Bundesländer? Kapfenberg und Bruck sollten längst fusioniert sein, wenn all das angeblich so viele Vorteile bringen sollte. Dass die Infrastruktur in Graz von GU mit genutzt wird, bringt aber auch mit sich, dass u.a. Restaurants und Geschäfte prosperieren. Das darf nicht außen vor gelassen werden - wer die Infrastruktur in G nutzt tut dies ja nicht, um Straßen abzunutzen und mit den Öffis spazieren zu fahren. Abgesehen davon finde ich es ok, sich mit seinem Wohnort in einem Maße zu identifizieren, dass man ihn nicht wegen Derartigem an den großen Nachbarn abgibt.
Zitat von: TMG am 22 03, 2026, 14:52Ach ja, am besten gleich noch weg mit den Bundesländern, ist auch zu kostspielig. Eventuell so viel Zentralismus wie in Frankreich wagen... oder halt besser nicht. ;)
Das würde viiiiel sparen und auch durchführbar - nur leider politisch unmöglich. Man schaue auf die Slowakei wo das funktioniert oder auch Bayern, die haben mehr Einwohner als Österreich gesamt.
Es gab mal die Initiative "Europa der Regionen" wo unsere Häuptlinge meinten Österreich müsste 9 Regionen haben. Einfach nur sinnlos.
Auch wenn man nach Frankreich sieht wurde das bereinigt bei den Départements ... und ja, man müsste nicht alles wie dort nach Paris verlagern. Warum nicht z.B. das Finanzministerium nach Salzburg, Innenministerium in Linz, Wirtschaft nach Vorarlberg, Verteidigung Tirol (die waren historisch fast erfolgreicher als in Wien :) ), das Aussenministerium müsste wohl in Wien bleiben aber den Rest weiter verteilen. Und nicht 9 Landesschulräte und so weiter und so fort ...
Naja... aber sogar im höchst zentralismusaffinen Frankreich sind die Banlieus, die schon seit Jahrzehnten ein geschlossenes Häusermeer (~9 Mio EW) mit Paris bilden, nicht in der Hauptstadt (~2 Mio EW) aufgegangen... wird seine Gründe haben.
Allerdings bin ich auch dafür, dass nicht alle Bundesbehörden ihren Sitz in Wien haben sollten - in Deutschland sind der Bundesfinanzhof in München, das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig, das Bundessozialgericht in Kassel, Erfurt beheimatet das Bundesarbeitsgericht usw ...
Ja wäre sicher eine Überlegung wert und auch der ÖPNV könnte sich dort sicher anpassen, 5er nach Seiersberg warum nicht?
Also ich finde eine Eingemeindung eine absolut sinnvolle, überfällige Aktion. Wird nur leider politisch nicht durchzubringen sein, wie man an der Reaktion der Ortskaiser eh schon merkt.
Es geht dabei ja auch nicht um Köflach oder Deutschlandsberg, sondern um Gemeinden wie Raaba, Feldkirchen, Seiersberg, wo man bis auf die Ortstafeln gar nicht merkt, dass man Graz verlassen hat - und wo Firmen auch gerne damit werben, quasi in Graz zu sein.
Zitat von: TMG am 22 03, 2026, 16:08Es war nicht meine Absicht, diese Idee herabzusetzen. Allerdings liegt es dann mehr als nahe, derartige Gedankengänge fortzusetzen: Warum noch Bundesländer? Kapfenberg und Bruck sollten längst fusioniert sein, wenn all das angeblich so viele Vorteile bringen sollte. Dass die Infrastruktur in Graz von GU mit genutzt wird, bringt aber auch mit sich, dass u.a. Restaurants und Geschäfte prosperieren. Das darf nicht außen vor gelassen werden - wer die Infrastruktur in G nutzt tut dies ja nicht, um Straßen abzunutzen und mit den Öffis spazieren zu fahren. Abgesehen davon finde ich es ok, sich mit seinem Wohnort in einem Maße zu identifizieren, dass man ihn nicht wegen Derartigem an den großen Nachbarn abgibt.
Wie auch beim Feldkirchener Bürgermeister: Infrastruktur ist bei weitem nicht nur Verkehr/Straßenbau.
Zudem fahren auch Grazer zum Essen ins Umland, vermutlich sogar mehr als umgekehrt.
Vor allem in vielen Gemeinden entlang der Autobahnen glauben noch immer sehr viele, dass zusätzliche Spuren ein Verkehrsproblem lösen. (Aber das zahlt dann ja der Bund/Asfinag) - insbesondere im niedrigrangigeren Ortsnetz. Bei der Investition in den ÖPNV oder bei der Errichtung von zusammenhängenden/aufeinander abgestimmten Radwegen ist dann schon wieder Schluss mit gemeinschaftlichen Denken unter den meisten Umlandbürgermeistern, denn da müssten sie selbst ihren Beitrag leisten.
Im Übrigen lt Kleiner Zeitung geht es um einen Zeithorizont bis 2050 (also vermutlich wohl lange nach Kahrs Amtszeit). Leider denken halt die meisten Politiker maximal bis zur nächsten Wahl - dementsprechend werden ev. sinnvolle Strukturreformen nie angegangen
Diese Idee ist auch nicht neu und wurde auch vom Vorgänger schon ins Spiel gebracht.
Wie viele derer, die in den letzten Jahren wegen billigem Bauland nach GU gezogen sind, sich tatsächlich als dort beheimatet fühlen, sei dahin gestellt.
Was haben Restaurant-Besuche mit dem Aufgaben der Öffentlichen Hand zu tun?
Es geht hier darum, dass es einen Interessensausgleich zwischen der Stadt und den Umlandgemeinden geben MUSS. Dafür braucht es nicht unbedingt eine Eingemeindung, sondern entsprechende gesetzliche Vorgaben. Das ist eigentlich Aufgabe des Landes bzw. beim Finanzausgleich des Bundes. Die Stadt Graz ist da nur Gast bei der (Irr-)Fahrt.
Zitat von: Sanfte Mobilität am 23 03, 2026, 17:14Was haben Restaurant-Besuche mit dem Aufgaben der Öffentlichen Hand zu tun?
Es geht hier darum, dass es einen Interessensausgleich zwischen der Stadt und den Umlandgemeinden geben MUSS. Dafür braucht es nicht unbedingt eine Eingemeindung, sondern entsprechende gesetzliche Vorgaben. Das ist eigentlich Aufgabe des Landes bzw. beim Finanzausgleich des Bundes. Die Stadt Graz ist da nur Gast bei der (Irr-)Fahrt.
Es ging darum, dass TMG anscheinend meint, dass Graz vom Geld aus GU (ua. Restaurantbesuchen) lebt und dementsprechend sich um die Straßen-/Parkmöglichkeiten kümmern soll.
Eigene Interpretationserweiterung: Wenn Graz eine bessere Verkehrsinfrastruktur im Umland will, soll sie dafür zahlen, aber ja nichts vorgeben.
In welcher Form auch immer die Zusammenarbeit zwischen Graz und den Umlandgemeinden funktionieren soll: Es wird langsam Zeit, dass die ganzen Dorfkaiser (und die, die es werden wollen) weiter als bis zum Ortsschild denken - gerade südlich von Graz, wo inzwischen eine Ortschaft in die nächste übergeht und man eh schon nicht mehr auseinanderhalten kann.
Die Gemeinden, die gemeinsam an Infrastrukturprojekten (und da nicht nur verkehrliche) arbeiten, kann man an einer Hand abzählen. Da ist bei vielen - insbesondere vor Wahlen - das wichtigste sich vom "großen" Bruder (sei es Graz oder nur der nächste größere Siedlungskernraum) abzugrenzen oder ihm gar eins auszuwischen statt gemeinsam etwas zu erreichen.
Der Zugang vieler Bürgermeister wirkt wie: "Wir locken ganz viele Leute mit günstigen Grundstücken zu uns, um mehr Geld zu bekommen, bauen die Straßen aus und wenn wir dann im Verkehr ersticken, weil alle mit dem Auto nach Graz pendeln, dann soll Graz das Problem lösen -aber ohne uns!"
Der NEOS-Mensch meinte eben nur 3 "Bundesländer" reichen auch um Kosten zu sparen. Völlig richtig aber leider wird das nichts.