Styria-Mobile Forum

Foto & Video => Qualitätsbilder => Thema gestartet von: 5047er am 16 05, 2026, 15:54

Titel: An die Adria ohne Adria (4/4)
Beitrag von: 5047er am 16 05, 2026, 15:54
Nun der vierte und letzte Teil. Es geht von der kroatischen Adriaküste wieder nach Hause.

In der abendlichen Dämmerung wurde am Hafen von Split noch einmal Meeresluft geschnuppert, das verstaute Gepäck am Bahnhof befreit und dann wurde unser Zug, der B 1881 "Dalmacija" auch schon bereitgestellt. Dabei handelt es sich um den Gegenzug der Verbindung mit der wir angereist waren.
091.jpg

Diesmal war das Ziel aber nicht in Slawonien, sondern Zagreb. Das Abteil im WL hatten wir jedoch wieder im Zugteil nach Osijek, der Wagen war diesmal ein modernisierter. Im Zugteil nach Vukovar war diesmal ein unmodernisierter im Einsatz. So konnte zumindest der direkte Vergleich der beiden Wagen diskutiert werden, auch wenn ich die Klimaanlage als unangenehm kühl empfand. Der Schlafwagenbegleiter war der selbe wie auf der Hinfahrt, wieder wurde die Bordverpflegung ausgeteilt und unsere Fahrkarte abfotografiert.
092.jpg

Der Hinweis, nach der Abfahrt in Kaštel Stari noch einmal aus dem Abteilfenster zu schauen und die Aussicht zu genießen war recht nett. Bald danach war Nachtruhe angesagt.

Gegen 6 Uhr wurde Zagreb Gl. Kol. mit ein paar Minuten Verspätung erreicht, Zeit zum Aussteigen war dank planmäßigen Aufenthalt bis 6:40 Uhr ohnehin genug. Es war deutlich frischer als an der Küste.
093.jpg

Das schwere Gepäck wurde verstaut, am Schalter ein "Maribor Spezial" für die Bahnfahrt am Folgetag und bei der Trafik ausreichend Fahrkarten für die Fahrten mit den ZET besorgt. Kurz zurück zum Bahnsteig: Der Dalmacija entschwand unter Beobachtung von großen und kleinen Bahninteressierten in Richtung Slawonien.
094.jpg

Die Bahnhofsunterführung hat man seit meinem letzten Besuch deutlich aufgehübscht.
095.jpg

Für uns ging es mit einer Crotram der Linie 4 in Richtung Dubec, für Sonntag in der Früh war die Straßenbahn erwartungsgemäß schwach besetzt. Nachdem man in Kroatien seit wenigen Jahren die Sonntagsöffnung der Geschäfte weitestgehend abgeschafft hatte, wurde einer von nur sehr wenigen geöffneten Supetmärkten im Stadtteil Dubrava besucht. Danach ging es in den Park Maksimir sowir dem Zoo Zagreb.

Gegen Mittag wurde die Innenstadt ein bisschen erkundet, ein Besuch am Dolac durfte dabei nicht fehlen. Mit dem Schienenersatzbus ging es von der Gornji Grad dann nach Mihaljevac.

Dort stand dann schon der Anschluss bereit: Die Linie 140 nach Snježna Kraljica. Während der rund halbstündigen Fahrt bis zur Endstation hat der Bus bewiesen, dass man die gut 800 Höhenmeter pro Umlauf durchaus auch elektrisch zurücklegen kann. Die Fahrt selbst führte über viele Kehren, führt aber großteils durch den Wald. Nur vereinzelt bieten sich Ausblicke wie dieser.
096.jpg 

An der Endstation auf knapp 1000 Metern Seehöhe wurde man von der kühlen Bergluft empfangen. Quasi direkt an der Haltestelle befand sich unsere Unterkunft für die folgende Nacht.
097.jpg

Am späten Nachmittag führte noch eine Wanderung zum Gipfel des Sljeme.

Die Seilbahn war in Betrieb. Nachdem zur Bergfahrt der Bus genutzt wurde, wollten wir am Folgetag damit die Talfahrt antreten. Fahrkartenautomaten waren an der Bergstation auch vorhanden.
101.jpg

102.jpg 

Am Rückweg wurde noch die Skipiste gequert, auf der in der Vergangenheit regelmäßig auch Weltcuprennen stattfanden.
098.jpg
 
099.jpg

100.jpg

Ein kleines Detail aus dem Appartment: Der Hauslieferant für Schienenfahrzeuge stellt auch Elektrogeräte her.
103.jpg
 
Montag, 24. August:

Nach einer erholsamen Nacht und dem einzigen Frühstücksbuffet der Reise wurde ausgecheckt und der Weg talwärts angetreten. Kurz vor der Bergstation der Seilbahn stellten wir aber fest, dass noch keine Gondeln am Seil hängen. Betriebsbeginn sollte aber schon gewesen sein. An der Station selbst kam dann die böse Überraschung: Ein A4-Zettel, der am Vorabend noch nicht da war. Sinngemäß übersetzt hatten wir den Tag der monatlichen Revision erwischt. Keine Bahnfahrt, schade. Und es kam noch schlimmer, denn unter der Woche ist im Gegensatz zum Wochenende auch das Busangebot recht bescheiden. Den 9:30 Uhr Bus hatten wir knapp verpasst, der nächste wäre um 12:30 gefahren. Noch eine Nacht unterwegs war nicht drin, wenn man am Folgetag wieder in die Arbeit muss. Und erst mit dem 12:30-Bus zu fahren hätte geheißen, erst am späten Abend nach Hause zu kommen.

Ein neuer Plan sollte also her. Genießen wir aber zuerst noch den Blick zum Gipfel.
104.jpg

Den Weg zu Fuß anzutreten wäre grundsätzlich machbar und abenteuerlich. Nicht unbedingt aber mit schwerem Rucksack und Koffer. Beim Gasthaus an der Bergstation fragte ich daher einen Mitarbeiter, ob es ein Taxi gäbe. Hier nicht, ich könnte aber eines aus Zagreb rufen. Ob das so eine gute Idee wäre? Naja. Kurz darauf fand sich ein deutsches Pärchen an der Bergstation ein, sie wollten ebenfalls mit der Seilbahn talwärts fahren. Mit den beiden kamen wir ins Gespräch, sie waren mit dem Auto da und könnten uns bis ins Tal mitnehmen falls es sich mit dem Gepäck ausgeht.

Wenige Minuten später befanden sich dann 6 Personen in einem vollbepackten Kombi und es ging langsam und vorsichtig talwärts. Die beiden waren auf einer Reise durch Bosnien und Kroatien und wollten am Heimweg nach Nordbayern noch etwas Zeit in Slowenien und Südtirol verbringen. Mit ganz viel Dankbarkeit verabschiedeten wir uns von den beiden in Mihaljevac. Der Schienenersatzbus der Linie 611 brachte uns dann bis zur stadtseitigen Endstelle Kaptol.
105.jpg

Bis zur Abfahrt des Sava war noch ausreichend Zeit, die in der Donji Grad verbracht wurde. Auch das eine oder andere Straßenbahnfoto in der Draškovićeva ging sich noch aus, wie etwa vom KT4YU 316, der gerade dem 22103 begegnet.
106.jpg

Von den neuen 2400ern ließ sich aber keiner in Szene setzen, immerhin gelang aber vom KT4 noch ein zweites Foto.
107.jpg 

Mit wenigen Minuten Verspätung kam unser B 210 "Sava" eingefahren. Im slowenischen Abteilwagen mit Übersetzfenstern wurde noch ein freies Abteil gefunden, in dass sich nach uns noch eine in Deutschland lebende kroatische Frau mit ihrem Sohn zu uns gesellte. Die Mitreisenden waren am Rückweg von einer Hochzeit in Kroatien.

Die Infrastruktur zwischen Zagreb und Dobova zeigt sich mittlerweile saniert, sodass durchwegs mit 120 km/h gefahren wird. Die Lok wird aber nach wie vor gewechselt, die kroatische 1142 übergibt an eine ÖBB 1216.
108.jpg

Im slowenischen Savetal wurde die Fahrt auch am offenen Fenster genossen.
109.jpg

110.jpg

111.jpg   

In Zidani Most war es Zeit zum umsteigen.
112.jpg

Am Schalter wurden die Fahrkarten für den Abschnitt Maribor - Spielfeld für € 2,40 pro Erwachsenem besorgt. Beim warten auf den Anschluss zeigte sich vorher noch eine 363 mit einem Güterzug.
113.jpg

Wir rätstelten, wo unser Anschlusszug abfahren würde. Die Anzeige war außer Betrieb und die Lautsprecherdurchsage verkündete für den Zug nach Maribor nur "Drugi Tir". Wir hatten mit Bahnsteig 2 zum Glück richtig geraten und im slowenischen Desiro ging es nach nach Maribor. Es bestätigte sich wieder einmal, dass die Fahrzeuge wirklich einmal eine Auffrischung nötig hätten. Die Fensterscheiben waren komplett angelaufen, Sitzbezüge und WC-Anlagen wirkten ungepflegt und waren zum Teil schmutzig - naja.

Wie es sich für Slowenien gehört, wartete in Maribor der Flirt den 1-Minuten - Anschluss brav ab.

In Spielfeld-Straß warfen wir noch einen Blick hinaus, ehe pünktlich Graz erreicht wurde.
114.jpg


Danke fürs mitfahren!
Titel: Re: An die Adria ohne Adria (4/4)
Beitrag von: Hilde B. am 16 05, 2026, 19:50
Grandioser Bericht, chapeu!