Schon wieder:
https://orf.at/stories/3446379/
https://www.oe24.at/a/schweres-zugunglueck-in-spanien-hochgeschwindigkeitszuege-prallen-zusammen-900127865
Nach Santiago de Compostela und Adamuz ... man kann sich fragen wie es um die generelle Sicherheit des Bahnverkehrs in Spanien bestellt ist ... mal aus dem Gedächtnis extrem schwerer Bahnunfälle im Hochgeschwindigkeitsverkehr (kann natürlich somit ungenau sein):
Deutschland: 1 (Eschede)
Spanien: 3 (davon 2 heuer)
Japan: 0
China: 1 (Wenzhou)
Italien: 1 (Livraga, wenn man das überhaupt hier mitzählen kann)
Türkei: 1 (Ankara)
Südkorea: 0
Zitat von: scheurin am 28 10, 2026, 10:35Deutschland: 1 (Eschede)
Spanien: 3 (davon 2 heuer)
Japan: 0
China: 1 (Wenzhou)
Italien: 1 (Livraga, wenn man das überhaupt hier mitzählen kann)
Türkei: 1 (Ankara)
Südkorea: 0
Ist das übel :(. Spanien beutelt es wirklich.
Ich habe versucht, die schweren Unfälle mit Hochgeschwindigkeitszügen weltweit seit dem Jahr 2000 zusammenzutragen (mit Todesopfern). Ich hoffe es ist einigermaßen vollständig:
Deutschland: 0Eschede (1998, 101 Tote) fällt nicht in den Zeitraum.
Spanien: 4Santiago de Compostela 2013 (ca. 80 Tote)
La Hiniesta 2020 (2 Tote)
Adamuz 2026 (46 Tote)
Toledo 2026 (mindestens 10 Tote, vorläufig)
Japan: 0China: 2Wenzhou 2011 (40 Tote)
Rongjiang 2022 (1 Toter)
Italien: 1Livraga 2020 (2 Lokführer)
Türkei: 1Ankara 2018 (9 Tote)
Südkorea: 0Frankreich: 3Tossiat 2007 (1 Toter)
Eckwersheim 2015 (11 Tote, allerdings eine Testfahrt)
Bully-les-Mines 2026 (1 Toter)
Portugal: 1Soure 2020 (2 Tote, Alfa Pendular)
Tschechien: 2Studénka 2015 (3 Tote, Pendolino)
Bohumín 2022 (1 Toter, Pendolino)
Großbritannien: 2Grayrigg 2007 (1 Toter, Pendolino)
Stonehaven 2020 (3 Tote, InterCity 125)
Taiwan: 0Insgesamt wären das 16 schwere Unglücke seit 2000.Notizen:
- Den Transrapid-Unfall in Lathen 2006 mit 23 Toten könnte man zusätzlich berücksichtigen.
- Auch in Japan, Deutschland und Südkorea gab es schwere Entgleisungen ohne Todesopfer, beispielsweise Fukushima 2022, Fulda 2008 und Gangneung 2018.
Zum aktuellen Fall:
Warten wir mal ab, welche Gründe es hier gab. Das letzte Mal war es ein Schienenbruch, hier könnte es ein LZB-Fehler sein. Wenn die Gründe sehr unterschiedlich sind, könnte es auch statistischer Zufall sein. Vielleicht.
Dankeschön. Wenn man das jetzt auf die - willkürliche - Grenze von > 10 Toten als schwerSTe Unglücke eingrenzt bleibt da zum Glück erstaunlich wenig übrig.
Spanien 3
Deutschland 1 (nehme ich mal mit)
China 1
Eschede hätte nicht passieren dürfen, keine Frage und genausowenig die beiden in Spanien (telephonierender Lokführer und Zugbeeinflussung bzw. Ignoranz von Indizien einer kaputten Schiene) - egal ob das statistischer Zufall ist oder nicht. Ich würde ungerne in so einem statistischen Zufall sitzen und das wäre gar nicht mal so unwahrscheinlich gewesen heute. Wir müssen mal die Untersuchung abwarten, was der Auslöser heute war.
Ist natürlich nur meine einzelne Meinung aber viel Vertrauen in die spanische Bahn habe ich nicht unbedingt ... auch mit meinen Erfahrungen von letzter Woche.
Zitat von: scheurin am 28 10, 2026, 12:06auch mit meinen Erfahrungen von letzter Woche.
Wenn Du das schon so anteaserst, dann erzähl mal ;)
Zitat von: LS64 am 28 10, 2026, 12:16Wenn Du das schon so anteaserst, dann erzähl mal ;)
Ist hier im Rahmen des Unglücks lächerlich aber nur kurz um es nicht unbeantwortet zu lassen: kaputte Züge - einer brach ganz zusammen (das Kommunikationssystem arbeitete übrigens unter Microsoft Windows :o), überfordertes - aber nettes - Personal, hatte den Eindruck einen Fahrplan gibt es nicht. Mal fuhren wir links, mal rechts (kann natürlich gewollt sein), die Ticketmaschinen funktionieren eher sporadisch. Der generelle Eindruck war eher einer aus der dritten Welt. Wie gesagt alles jetzt keine Katastrophe aber man stelle sich das hierzulande vor.
CNBC: "Officials currently do not know for certain what caused the collision, but local reports said initial analyses pointed to human error. Government sources told El Pais that it appeared an Adif operator made a mistake when railway signaling systems failed. The systems are automated, but they rely on manual operation when signals fail."
Zitat von: scheurin am 28 10, 2026, 12:28CNBC: "Officials currently do not know for certain what caused the collision, but local reports said initial analyses pointed to human error. Government sources told El Pais that it appeared an Adif operator made a mistake when railway signaling systems failed. The systems are automated, but they rely on manual operation when signals fail."
Erstmal danke für die Schilderung Deines allgemeinen Eindrucks.
Zu dem Thema von CNBC:
Auf der Strecke ist wohl wirklich die LZB nicht aktiv gewesen (wie ich oben bereits so halb erwähnt hatte). Auch auf deutschen Gleisen ist das Fahren auf Sicht bzw. die besondere Vorsicht nach Neustart von Systemen auf Erfahrung basierend. Auf der Strecke Hannover–Berlin ist im Jahr 2002 gab es dazu einen interessanten Zwischenfall (der auch hätte ordentlich schief gehen können).
Zitat aus Wiki:
Am 9. April 2002 kam es bei Fallersleben zu einem Beinahe-Zusammenstoß. Nachdem in Fallersleben Rechner der LZB-Zentrale abgestürzt war, kamen auf beiden Streckengleisen jeweils zwei Züge zum Halten. Beim Hochfahren des Rechners wurde dem jeweils hinteren Zug eine Geschwindigkeit von 160 km/h signalisiert, dem vorderen jeweils 0 km/h. Einer der beiden nachfahrenden Lokführer sah den vor ihm stehenden Zug, der andere fragte sicherheitshalber in der Betriebszentrale an, die ihn vor Abfahrt warnte.
Das soll keine Ursachenforschung in Spanien sein, sondern nur das Bewusstsein bringen, dass eine ausgefallene LZB immer wieder Risiken bringt, die man so gar nicht am Schirm hat.
Zitat von: scheurin am 28 10, 2026, 12:28kaputte Züge - einer brach ganz zusammen (das Kommunikationssystem arbeitete übrigens unter Microsoft Windows, überfordertes - aber nettes - Personal, hatte den Eindruck einen Fahrplan gibt es nicht. Mal fuhren wir links, mal rechts (kann natürlich gewollt sein), die Ticketmaschinen funktionieren eher sporadisch. .
Wie "zusammenbrechen, in der Mitte, längs, quer? Und alles ohne Fahrplan? Links, Rechts, rundherum, das ist nicht schwer?
In wievielen Dritte Welt Länder bist du schon gefahren, daß du dir ein Urteil darüber anmaßt.
Das einzige Faktum ist: Es gab einn schweren Zugunfall in Spanien, uns was der mit Ticketmaschinen zu tun haben soll oder Gleiswechsel ist dreiste Spekulation.
"Der Zug war mit fast 180 km/h unterwegs, obwohl an dieser Stelle aufgrund des noch nicht vollständig installierten automatischen Bremssystems (ERTMS) nur 80 km/h erlaubt waren."
Bei den Bildern sieht man auch deutlich, dass die Geschwindigkeit ziemlich gross gewesen sein muss.
Zitat von: Ch. Wagner am 28 10, 2026, 13:49Wie "zusammenbrechen, in der Mitte, längs, quer? Und alles ohne Fahrplan? Links, Rechts, rundherum, das ist nicht schwer?
In wievielen Dritte Welt Länder bist du schon gefahren, daß du dir ein Urteil darüber anmaßt.
Das einzige Faktum ist: Es gab einn schweren Zugunfall in Spanien, uns was der mit Ticketmaschinen zu tun haben soll oder Gleiswechsel ist dreiste Spekulation.
Wenn du die vorigen Beiträge vollkommen gelesen und verstanden hättest, hättest du dir den ,,Beitrag" sparen können.
Zitat von: 510-015 am 28 10, 2026, 15:24Wenn du die vorigen Beiträge vollkommen gelesen und verstanden hättest, hättest du dir den ,,Beitrag" sparen können.
quacksprech.
Und angesichts der bisher 64 Toten und der vielen Schwerverletzten ein Betrag ohne jede Empathie für die Opfer, die Angehörigen, die Rettungskräfte. Einfach schändlich.
Zitat von: Ch. Wagner am 28 10, 2026, 16:16quacksprech.
Und angesichts der bisher 64 Toten und der vielen Schwerverletzten ein Betrag ohne jede Empathie für die Opfer, die Angehörigen, die Rettungskräfte. Einfach schändlich.
Und deshalb darf man als User nicht über seine Erfahrungen mit den Zügen in Spanien berichten?
.
Die beiden Datenschreiber konnten geborgen werden, dann wird man wieder a bissi mehr wissen.
Es kristallisiert sich allmählich heraus, dass nach Ausfall der LZB die beiden Züge in einem Vollblock gemeinsam standen.
Vorher waren sie (ursprünglich LZB geführt) wohl in unterschiedlichen Teilblöcken dieses Vollblocks zum Stehen gekommen, hatten damit aber kein Lichtsignal zwischen sich.
Es gab eine Anordnung zur Weiterfahrt mit einer Maximalgeschwindigkeit von 200 km/h* an beide Züge. Der AVE hat beschleunigt, aber der vordere Zug (Iryo, stand direkt am grünen Einfahrtsignal von Urda) kam nicht weg, weil die LZB-Integration gesponnen hat.
Es hat über 10 Minuten gedauert, bis der AVE auf den Iryo mit entsprechend hoher Geschwindigkeit in einer nicht gut einzusehenden leichten Rechtskurve aufgefahren ist.
Das mal die bisherige Zusammenfassung. Hier kann sich noch viel tun.
*die Strecke ist für 270 km/h ausgelegt. Bei ausgefallener LZB sind 200 km/h vorgeschrieben.
Es gibt noch keine Nachricht, ob der Lokführer der AVE den Unfall überlebt hat. Angesichts der Bilder ist wohl nicht davon auszugehen. Seine Darstellung der Umstände und seiner Überlegungen zur Weiterfahrt wären allerdings sehr wichtig gewesen. Bis zur weiteren Abklärung sind also Spekulationen Tür und Tor geöffnet. Sintemalen in Spanien auch Parlamentswahlen anstehen.
Was würdest du dir von diesem Gespräch erwarten?
Wenn die Situation, wie von User LS64 beschrieben, zutreffen sollte, sind die Aussagen des Iryo Lokführers deutlich relevanter.
Die Kommunikation mit und Fahrtfreigabe an den AVE Lokführer wird in den Datenspeichern aufgezeichnet sein. Mehr Informationen kann man sich von einem persönlichem Gespräch auch nicht erwarten.
Interessant könnten Informationen des Iryo Lokführers zu der Störung und seiner Reaktion inkl. Behebungsversuchen sein. Sein Gedankenverlauf, wieso er welchen Schritt gesetzt hat, wird nicht lückenlos erfasst sein.
Denke ich auch, so ein "Neustart" eines Zuges scheint zu dauern ... habe ich in Barcelona erlebt und auch das früher notwendige Umschalten des Pendolinos aus Zürich nach München dauerte ebenso ziemlich lange.
Die Frage ist weswegen der AVE das Okay für 200 km/h bekommen hat? Natürlich kann man auf Sicht fahren ... ist erstaunlicher Weise im Flugverkehr nicht unüblich und wird in Ausnahmefällen sogar bei Düsenflugzeugen trotz der enormen Geschwindigkeit gemacht ... aber das bedeutet nicht nur semantisch "auf Sicht". Bei 200 km/h ist das bei einem Zug sicher nicht der Fall - es sei denn es gibt gar keine Kurven wie z.T. in Australien. "Auf gut Glück" ist jedenfalls keine mir bekannte Vorgangsweise und egal ob Fahrzeug, Zug oder was auch immer benötigt man eine Bremsreserve; sogar bei Wasserrutschen. Im Fahrzeug auf der Autobahn fahre ich ja nicht 130 im Nebel weil die vor mir ja auch 130 fahren werden, oder?
Klarer Weise ist davon auszugehen, dass hier nicht vorsätzlich gehandelt wurde und dass die LZB anscheinend sehr unzuverlässig funktionierte - somit ist das auch wieder für sich ein prinzipielles Problem. Bei häuffigen Ausfällen gehört dann eben eine Vorgangsweise installiert die doppelt abgesichert ist. Dies scheint es nicht gegeben zu haben (also beispielsweise die Rückfrage ob der Iryo das Teilstück verlassen hat bzw. wo er wie schnell fährt).
In den deutschsprachigen Medien steht übrigens, dass so etwas bei uns nicht passieren kann. Ich würde da nicht so grossmundig agieren wollen.
Was auch immer die Untersuchung feststellen mag, das spanische Eisenbahnsystem erscheint mir eher fragwürdig und wenig vertrauensvoll. Es deutet viel auf eine systematische Krise hin à la Boeing.
Ich finde diese Spekulationen ziemlich unseriös.
Einfach auf den offiziellen Abschluss Bericht warten.
Und das soetwas bei uns nicht passieren kann, so weit würde ich mich nicht aus dem Fenster lehnen.
Die Kommunikation wurde bereits veröffentlicht.
https://cadenaser.com/nacional/2026/10/28/la-ser-accede-a-los-audios-de-las-conversaciones-entre-el-centro-de-control-de-adif-y-los-maquinistas-de-los-trenes-accidentados-en-urda-reanude-con-marcha-normal-cadena-ser/
Zitat von: Ch. Wagner am 30 10, 2026, 16:20Es gibt noch keine Nachricht, ob der Lokführer der AVE den Unfall überlebt hat. Angesichts der Bilder ist wohl nicht davon auszugehen. Seine Darstellung der Umstände und seiner Überlegungen zur Weiterfahrt wären allerdings sehr wichtig gewesen. Bis zur weiteren Abklärung sind also Spekulationen Tür und Tor geöffnet. Sintemalen in Spanien auch Parlamentswahlen anstehen.
Der Lokführer des AVE überlebt? Das ist fast zu 100% auszuschließen.
Man schaue sich mal die Bilder des Unglücks an.*
Und dann mache man sich bewusst, dass der AVE (Baureihe 103) ein achtteiliger Zug ist und zähle mal die Wagen durch, die erkennbar sind. Und ja, manche Medien haben teils in ihren Animationen 7 Wagen eingebaut - das ist aber einfach falsch. Ich glaube, die haben das selbst nicht verstanden.
Erst dann wird einem bewusst, was hier wirklich passiert ist.
:'(
Hier für Hartgesottene eine Fotostrecke: https://elpais.com/espana/2026-10-28/el-accidente-de-dos-trenes-de-alta-velocidad-en-toledo-en-imagenes.html#?rel=mas
(Bilder 31 und 34 meine ich)Zitat von: 510-015 am Gestern um 12:18Interessant könnten Informationen des Iryo Lokführers zu der Störung und seiner Reaktion inkl. Behebungsversuchen sein. Sein Gedankenverlauf, wieso er welchen Schritt gesetzt hat, wird nicht lückenlos erfasst sein.
Die Protokolle sind, wie bereits gepostet wurde, einsehbar - hier hilft der Fahrdienstleiter (nennen wir ihn mal so) der Lokführerin bei der Behebung des Problems. Aber ehrlich gesagt finde ich das gar nicht so interessant - niemals darf ein Zug auf einen anderen auffahren, egal was im Führerstand des Iryo passiert ist. Meinst Du nicht auch, dass das hier eigentlich unwichtig sein müsste?
Abgesehen von der Aufarbeitung dieses Unfalls gab es nun 3 schwere Zug-Katastrophen im Hochgeschwindigkeitsverkehr in Spanien. Es muss sicherlich untersucht werden wo die grundlegenden Probleme im System liegen, damit es nicht Nummer 4, 5 oder 6 gibt. Natürlich kann man nie zu 100 % ausschliessen, dass es einfach jedes Mal ein "Unglück" war wie zum Beispiel bei Malaysian Airways; die hatten zweimal wirklich Pech.
Dass der Verkehrsminister noch im Amt ist erscheint etwas seltsam - redet sich ja zum Teil heraus, dass es auch in anderen Ländern Schwierigkeiten im Zugbeeinflussungsystem gibt (wenngleich da ohne Kastastrophen). Na ja bei uns hat die MAK-Chefin auch behauptet das Sicherheitskonzept hat wie geplant funktioniert und ich befürchte die Frau ist noch nicht gekündigt worden.
Es bleibt zu hoffen, dass diese schlimme(n) Katastrophe(n) so wie in England - Ladbroke & Hatfield - zu einer generellen Verbesserung führen können. Hier bei uns habe ich ein gutes Gefühl die Bahn zu nehmen auch wenn klarer Weise wie überall immer ein Restrisiko da ist.
Gerade gesehen:
Hier gibt es eine übersetzte Funkmitschrift (in Auszügen).
https://www.merkur.de/welt/zugunglueck-in-spanien-tonaufnahmen-belegen-schwere-fehler-zr-94563647.html