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Thema: Mühlkreisbahn (und ihre Zukunft) (9336-mal gelesen) Vorheriges Thema - Nächstes Thema

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  • 4020er
  • Styria Mobile Team
Re: Mühlkreisbahn (und ihre Zukunft)
Antwort #30
"Wir machen uns zur Lachnummer"

Vernichtende Kritik an der Umstellung der Mühlkreisbahn auf eine Straßenbahn übt Ex-ÖBB-Manager Struger.

Diese Woche hat die Landesregierung eine Vorstudie in Auftrag gegeben, die den Umbau der Mühlkreisbahn in eine Straßenbahnlinie vorsieht. Sie soll bis zum Frühjahr 2012 vorliegen. Bis 2015/'16 soll das Teilstück von Linz bis Kleinzell fertiggestellt sein, 2017/'18 der zweite Teil bis zur Endstation Rohrbach. Veranschlagte Kosten: 165 Millionen Euro. Vorteile: Verkürzung der Fahrzeit von eineinhalb Stunden auf eine Stunde, Einbindung in das Linzer Straßenbahnnetz, die Züge verkehren im 15- und 30-Minuten-Takt.

Schmalspur

Der ehemalige ÖBB-Regionaldirektor Robert Struger hält das von Verkehrs-Landesrat Hermann Kepplinger (SPÖ) vorgelegte und von der ÖVP mitgetragene Konzept für völlig verfehlt. "Mit der Umstellung von einer europäischen Normalspurbahn auf eine Schmalspurbahn machen wir uns vor aller Welt lächerlich." Die 900-mm-Spurweite der Linzer Straßenbahn gebe es nur ganz, ganz selten. Während in der Linzer Straßenbahn nur zwei Personen in einer Reihe sitzen könnten, seien dies bei der Normalspur von 1435 mm vier Personen. "Die Linzer Straßenbahn fasst 70 Sitzplätze, die Mühlkreisbahn 120." Struger plädiert für eine Sanierung der Mühlkreisbahn, die 80 bis 100 Millionen Euro kosten würde. Die Fahrzeit würde ebenfalls auf 60 Minuten verkürzt. Weitere Vorteile: Die touristisch wichtige Böhmerwaldregion wäre eingebunden, da der Zug bis Aigen statt bis Rohrbach fährt, es gäbe Toiletten im Zug, Fahrräder und Frachtgüter könnten transportiert werden.
Während Kepplinger für sich in Anspruch nimmt, dass man sich mit einer Straßenbahn im Mühlviertel den Bau einer City-S-Bahn durch Linz um 285 Millionen Euro ersparen würde, meint Struger, dass die Straßenbahnlösung deshalb kommen soll, weil Linz eine zweite Straßenbahnachse benötigt, deren Kosten er auf 450 bis 500 Millionen schätzt.

Zusammengerechnet kommt er auf Investitionskosten von rund 700 Millionen Euro, denen er seine Lösung von 350 Millionen gegenüberstellt. Das wäre rund die Hälfte. Hier wären die Sanierung der Mühlkreisbahn, der Bau der City-S-Bahn in Linz und die notwendige Sanierung der Eisenbahnbrücke inkludiert. Die City-S-Bahn würde über diese Brücke führen.
Die große Verkehrsdrehscheibe sollte der Linzer Hauptbahnhof sein, von dem sechs Bahnlinien sternförmig weggängen.


Quelle: KURIER

Mit der Headline liegen sie vollkommen richtig!

lg
A developed country is not a place where the poor have cars. It's where the rich use public transport.
-Gustavo Petro

Re: Mühlkreisbahn (und ihre Zukunft)
Antwort #31
Wenigstens gibt's doch noch Vernünftige Leute, die auch was zum sagen haben.

  • 4010
Re: Mühlkreisbahn (und ihre Zukunft)
Antwort #32

Wenigstens gibt's doch noch Vernünftige Leute, die auch was zum sagen haben.


Aso? Auch wenn der Grundkonsens stimmen mag, die Argumentation ist lächerlich. Gibt es die Spurweite weltweit halt nur in zwei Städten. Und? Erwartet er sich etwa Durchbindungen bis nach Wien, oder wie? ::) Die zwei Sitze pro Reihe sind auch nicht ganz korrekt...

  • Metro5
Re: Mühlkreisbahn (und ihre Zukunft)
Antwort #33
Oder man bedient sich eines Dreischienengleises, wie das in D auch öfters zu sehen ist. Dann könnten sowohl Bims als auch eine ernstzunehmende Mühlkreisbahn zum Hbf fahren. Eine Stunde ohne Klo mit der Bim durchs Gemüse fahren stell ich mir halt echt nicht schön vor...

  • 4010
Re: Mühlkreisbahn (und ihre Zukunft)
Antwort #34

Oder man bedient sich eines Dreischienengleises, wie das in D auch öfters zu sehen ist. Dann könnten sowohl Bims als auch eine ernstzunehmende Mühlkreisbahn zum Hbf fahren. Eine Stunde ohne Klo mit der Bim durchs Gemüse fahren stell ich mir halt echt nicht schön vor...


Wär wohl die gscheiteste Lösung. Aber trotzdem: Man kann Straßenbahnen mit WCs ausrüsten - siehe Karlsruhe. Wobei in Österreich möglicherweise das behindertengerechte WC problematisch werden kann...

Re: Mühlkreisbahn (und ihre Zukunft)
Antwort #35
Ich kenne keine Eisenbahnstrecke, die - auf ihrer gesamten Streckenlänge oder auch nur größeren Teilen davon -
mit einem Dreischienengleis ausgerüstet ist (mit Ausnahme der verschiedenen Testringe natürlich...),
wozu auch?

Wenn es auch zukünftig eine vollwertige Mühlkreisbahn gibt, wozu soll man auf dieser zusätzlich mit Straßenbahnen
herumfahren - und wer würde diese benutzen?
Eine schnelle und komfortable S- Bahn- Verbindung ist, auch mit einmaligem Umsteigen zur Weiterfahrt ins Stadtzentrum,
auf jeden Fall attraktiver als eine zwar umsteigefreie, aber weniger bequeme und unterm Strich langsamere
Überlandstraßenbahn.

Und:
Wie soll wohl ein künftiger Güterverkehr im Mühlkreis auf 900mm abgewickelt werden??
Eine alleinige Ausrichtung des Gütertransportes auf die Straße bedeutet langfristig den Tod der Region.
Und schon dadurch allein wäre die Umspurung der Strecke eine komplette Fehlinvestition.

LG Rainer

  • 4010
Re: Mühlkreisbahn (und ihre Zukunft)
Antwort #36
Na wenn sollte das Dreischienengleis auf der neuen Schienenachse in der Stadt verlegt werden und nicht auf der Mühlkreisbahn.

Der GV ist sowieso schon tot, um den braucht man sich nicht kümmern. :( Und schneller wird eine Vollspurbahn auf der Strecke nicht wirklich sein, das Argument fällt also weg.

Re: Mühlkreisbahn (und ihre Zukunft)
Antwort #37

Na wenn sollte das Dreischienengleis auf der neuen Schienenachse in der Stadt verlegt werden und nicht auf der Mühlkreisbahn.


Genau meine Rede. Das wären nur ein paar Kilometer Gleis, die ohnehin neu verlegt werden, da ist der Mehraufwand minimal und auf der Mühlkreisbahn käme man mit ein paar selektiven Begradigungen aus. Überhaupt könnte das der Anfang sein, das Linzer Straßenbahnnetz langfristig auf Normalspur umzustellen - da wären in Summe weniger Kilometer umzubauen als auf der MKB.

Die Verfechter der Umspurung bringen als Argument dann immer dass es dann keine direkte, umsteigefreie Verbindung ins Stadtzentrum sondern nur auf die 2. Achse geben würde. Da müsste man halt mal nachforschen, wie viele Fahrgäste der MKB wirklich _direkt_ in die Landstraße wollen, oder ob die nicht ohnehin in querende Linien umsteigen - letzteres könnten sie 3 Straßen weiter nämlich genau so gut. Und wenn es wirklich viele sind dann kann man das Dreischienengleis ja vielleicht bis Rottenegg legen (und dort gleich eine Bim-Endstation im Ort machen) - das wäre in Summe immer noch deutlich billiger und würde nicht jeden eventuellen zukünftigen Güterverkehr unmöglich machen.


Wie man's auch dreht und wendet: die Umspurung ist sowohl die teuerste als auch die am wenigsten zukunftssichere Variante (insofern war eigentlich klar, dass sie ausgewählt wird).

Zitat

Der GV ist sowieso schon tot, um den braucht man sich nicht kümmern. :( Und schneller wird eine Vollspurbahn auf der Strecke nicht wirklich sein, das Argument fällt also weg.


Für die Geschwindigkeit ist die Spurweite nebensächlich, da geht es eher um Kurvenradien, Überhöhung, Übergangsbögen etc. - in Japan fahren sie auf Schmalspur ja auch 200km/h.


Re: Mühlkreisbahn (und ihre Zukunft)
Antwort #38
Das entspricht großteils genau meiner Meinung!!  :one:

Den Beitrag von Metro5 hab ich allerdings tatsächlich falsch verstanden (oder nicht
aufmerksam genug gelesen...  :P), beim nochmaligen Durchlesen wird mir natürlich
klar, dass hier nicht ein Dreischienengleis auf der Mühlkreisbahn gemeint ist, sonden
ein solches im Linzer Stadtgebiet.


[...] Überhaupt könnte das der Anfang sein, das Linzer Straßenbahnnetz langfristig auf Normalspur umzustellen [...]


Für eine Umspurung des Straßenbahnnetzes auf Normalspur sehe ich absolut keinen Grund,
das hätte nur dann einen Sinn, wenn beabsichtigt wäre, das Netz auf einen Großprofil-
Stadtbahnbetrieb umzustellen, wofür aber kein Anlass besteht, da die Linzer Straßenbahn ihren
Aufgaben auch in der derzeitigen Form absolut gerecht wird.
Immerhin ist Linz der einzige Straßenbahnbetrieb in Österreich, der einigermaßen mit weltweit
üblichen Standards mithalten kann (die Badnerbahn ist ja keine Straßenbahn).

Um eine solche Umspurung nur halbwegs in den Bereich der Realität zu rücken, hätten bei den
Neubaustrecken der letzten Jahrzehnte die entsprechenden Vorleistungen bereits getätigt
werden müssen, ein neuerlicher Umbau dieser Abschnitte erscheint mir doch mehr als
unwahrscheinlich...

Und nicht zuletzt wurde die Spurweite der PBB gerade erst auf 900mm reduziert, was auch
nicht gerade einen deutlichen Hinweis auf eine geplante Abkehr von dieser darstellt.


Für die Geschwindigkeit ist die Spurweite nebensächlich, da geht es eher um Kurvenradien, Überhöhung, Übergangsbögen etc. [...]


Die eingesetzten Fahrzeuge spielen für die Reisegeschwindigkeit auf jeden Fall eine ganz wesentliche Rolle.
Nur durch eine optimale Abstimmung von Fahrweg und Fahrzeug wird die höchstmögliche Reisegeschwindigkeit
erreicht. Und da sich die Anforderungen im Stadtverkehr deutlich von denen im Überlandverkehr unterscheiden,
gibt es bis auch heute keinen Wagentyp, der diesen beiden Anforderungen optimal gerecht wird.

Für eine 900mm- spurige Mühlkreisbahn wäre ein vollständig neu entwickeltes Fahrzeug erforderlich, es müssten
also im Falle einer Umspurung sowohl die Strecke als auch das eingesetzte Wagenmaterial neu erfunden werden,
obwohl für die bestehende Infrastruktur eine breite Palette an serienreifen und praxiserprobten Produkten zur
Verfügung steht.

MMn stellen getrennte Systeme für Stadt- und Regionalverkehr, die ihrer jeweiligen Aufgabe bestmöglich gerecht
werden, mit attraktiven Umsteigepunkten - optimalerweise mit bahnsteiggleichem Anschluss - immer eine
attraktivere Lösung dar als kompromissbehaftete Mischsysteme.

LG Rainer

  • Metro5
Re: Mühlkreisbahn (und ihre Zukunft)
Antwort #39
Natürlich im Linzer Stadtgebiet.  :gluck:

  • 222
Re: Mühlkreisbahn (und ihre Zukunft)
Antwort #40
https://www.lrh-ooe.at/appserver/evoweb.dll/web/lrh/764_DE-Aktuelle_Meldungen-News_Detail_%28764%29.htm?pID=-142570244

http://ooe.orf.at/news/stories/2573740/

Landesrechnungshof prüft Mühlkreisbahn Neu

Der Landesrechnungshof hat die Planung der Mühlkreisbahn Neu unter die Lupe genommen. Neben kritischen Anmerkungen rät er zu einer raschen Fertigstellung des Vorprojektes. Aber auch die Integration in das Gesamtverkehrssystem sei wichtig.

Seit Jahren geht es auf politischer Ebene um die Neugestaltung der Mühlkreisbahn immer wieder hoch her. Vorschläge wie sie aussehen soll gab es unzählige. Nun hat sich der Landesrechnungshof des Themas angenommen und kommt zu folgenden Schlüssen.
Änderungen grundsätzlich nachvollziehbar

So seien die nach der Übernahme der Mühlkreisbahn durch das Land Oberösterreich geplanten Änderungen grundsätzlich nachvollziehbar. Änderungen wie die Umgestaltung der Strecke in eine Regionalstraßenbahn und eine Verknüpfung mit dem Linzer Straßenbahnnetz. Ebenso wie die Überlegungen die RegioTram künftig über die in Linz geplante zweite Nord-Süd-Straßenbahnachse zum Hauptbahnhof und nach Traun zu führen. Wesentlich sei es jedoch die einzelnen Planungen im Großraum Linz zu einem zweckmäßigen sowie möglichst wirtschaftlichen öffentlichen Gesamtverkehrssystem zusammenzuführen, so der Landesrechnungshof-Direktor Friedrich Pammer.

Beachtet müsse dabei werden, dass die Führung der einzelnen Linien und die Auswahl der dafür geeigneten Fahrzeuge spürbare Auswirkungen auf die Investitions- und Betriebskosten haben werde. Eine Rüge geht in Richtung Planungsträger, also Land Oberösterreich und Stadt Linz bzw. Linz Linien. Sie sollen ihre Planungen enger aufeinander abgestimmt vorantreiben und das vorhandene Wissen intensiver austauschen. Am besten in einem gemeinsamen Projektmanagement.
Zusicherung vom Bund nötig

Puncto Kosten heißt das, dass es für die Beurteilung und die endgültige Entscheidung nötig sei, nicht nur die Errichtungskosten zu bedenken. Auch die Fuhrparkbeschaffung sowie der laufende Betrieb seien zu berücksichtigen und mit den möglichen alternativen Betriebsführungen bzw. Gestaltungen des öffentlichen Verkehrssystems wirtschaftlich und qualitativ zu vergleichen. Die Übernahme der Regionalbahnen soll nach Ansicht des Rechnungshofes nur dann erfolgen, wenn der Bund seine Unterstützung bei Investitionen und laufendem Betrieb zusichere.
Politische Reaktionen

Verkehrslandesrat Reinhold Entholzer (SPÖ) freut sich über das Ergebnis. Es bestärke ihn in seinem Bestreben, rasch weitere Schritte zur Verwirklichung des Projektes zu setzen.

Die Grüne Verkehrssprecherin Ulrike Schwarz sieht die Forderungen ihrer Partei durch den Bericht bestätigt.

Günther Steinkellner von der FPÖ ist weiterhin für die Beibehaltung der Normalspurbreite bei der Mühlkreisbahn. Nur so ließe sich ein landesweites S-Bahn-Konzept mit dem Drehpunkt Linzer Hauptbahnhof verwirklichen.
LG 222

  • Martin
  • Global Moderator
  • Styria Mobile Team
Re: Mühlkreisbahn (und ihre Zukunft)
Antwort #41
GLG
Martin

  • FlipsP
Re: Mühlkreisbahn (und ihre Zukunft)
Antwort #42
Ich begrüße die Idee die MKB mit Lightrailfahrzugen (eventuell wie in Chemnitz) zu bedienen, aber: Wie will man denn die MKB über die Trasse der NSL führen? Eingleisig, mittig wird nicht gehen, wenn ständig eine Straßenbahn entgegenkommt und 2-gleisig wird sich aufgrund der Breite der Brücke nicht ausgehen.
  • Zuletzt geändert: Oktober 06, 2016, 19:50:11 von FlipsP
Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!  ;)

  • Martin
  • Global Moderator
  • Styria Mobile Team
Re: Mühlkreisbahn (und ihre Zukunft)
Antwort #43
Ich habe es so.verstanden, dass die inneren Gleise  von beiden Spurweiten befahren werden.
GLG
Martin

Re: Mühlkreisbahn (und ihre Zukunft)
Antwort #44
Es werden in beide Fahrtrichtungen Dreischienengleise (Normal- und Schmalspur) errichtet. Knackpunkte sind noch die unterschiedliche Einstiegshöhe zwischen Cityrunner und herkömmlichen Zweisystem-Stadtbahnwagen, die notwendige Erweiterung des Tunnel-Querschnitts und der Stationen. Aber technische Details wie auch die Finanzierung befinden sich erst in Abklärung.