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Thema: Sommertour | Teil 3, 11 B. (5079-mal gelesen) Vorheriges Thema - Nächstes Thema

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  • flow
Sommertour | Teil 3, 11 B.
So, endlich habe ich die Zeit gefunden, hier weiterzumachen. ;)



Irgendwo im Allgäu.

Gegen halb sieben klingelt der Wecker, zum Glück sind es nur ein paar Schritte hinüber zum Hauptbahnhof. Schnell ein erstes, kleines Frühstück geholt und dann zum Zug, um sich ein gutes Platzerl zu sichern. Draußen ist es grau und schiach, leider schaut auch der Wetterbericht für Graubünden nicht allzu gut aus. Grund zum Ärgern hab ich aber nicht, hier herinnen ist es gemütlich, ich bin mit Lesestoff versorgt und Fototour ist es ja schließlich auch keine. Nach dem Halt in Kempten begebe ich mich in den Speisewagen für ein zweites Frühstück, insbesondere das Service verdient sich ein Extralob. Schneller als erwartet erreichen wir Lindau, und nur wenig später stehe ich schon in St. Margrethen am Bahnsteig. Die für schweizer Verhältisse recht lange Wartezeit nutze ich, um einen Bankomaten um ein paar Fränkli zu erleichtern, dann kommt endlich der RegioExpress nach Chur. Die Fahrt dorthin verläuft ereignislos, draußen wird der Regen allerdings immer stärker.



RegioExpress in Chur.

Stressfreies Umsteigen aus Chur, erst nach der Ankunft des IC aus Zürich wird es voll im Zug. Das schechte Wetter dient als Entschuldigung, die Fahrt Richtung St. Moritz einfach zu genießen, ohne mich mit der Kamera aus dem Fenster hängen zu müssen. Nachdem sich auch im Engadin wettermäßig keine Besserung einstellt, bleibe ich auch bis St. Moritz im Zug, um meine Streckenkenntis dorthin aufzufrischen, normalerweise würde man ja in Samedan direkt nach Pontresina umsteigen. Der Bahnhof befindet sich voll im Umbau und wenn dann auch noch eine vielköpfige Gruppe aussteigt, dauert es, bis man den Ausgang erreicht - aber ich habe ja genügend Zeit. Im Bahnhofskiosk ist das Angebot umbaubedingt leider etwas eingeschränkt, also muss der Einkauf auf den Aufenthalt in Pontresina verschoben werden (0,5 l Ovo Drink, herrlich!).



In der "Lounge" des Allegra.



Auf zum Bernina!

Die Fahrt mit der Berninabahn ist wieder einmal ein Genuss, zum ersten Mal fahre ich aber 1. Klasse und kann so dem Lokführer direkt über die Schulter schauen. Am meisten begeistert mich ja fast der Sound, wenn es direkt nach Pontresina in die Steigung geht, und dann erst der lange Anstieg hinter Morteratsch - herrlich! Die Herrlichkeit ist dann aber schnell vorbei, in Ospizio Bernina steige ich aus, hier habe ich mich für eine Nacht im Albergo auf der Passhöhe einquartiert. Auf dem Weg dorthin warte ich aber noch den meinem Zug nachfolgenden Bernina Express ab und ernte dafür ein paar fragende Blicke der anwesenden Wiederkäuer und kalte Finger.



BEX von St. Moritz nach Tirano am Lago Bianco.

Schließlich ist das Foto auch im Kasten und ich kann endlich einchecken und mich aufwärmen. Die Motivation, noch mal hinaus zu gehen schwindet schnell und so mache ich es mir im Haus gemütlich. Leider ist der Gemeinschaftsraum durch ein anwesendes Radteam belegt, also bleibe ich bis zum Abendessen auf dem Zimmer und genieße die Ruhe. Viel mehr bleibt dann eh nicht zu tun, aber gerade das begeistert mich immer wieder: Mit dem Zug auf über 2200m fahren, die idyllische Ruhe und grandiose Landschaft genießen und dann weiterziehen. Am nächsten Morgen bleibt genug Zeit für ein ausgiebiges Frühstück, um dann den ersten Zug Richtung Tirano zu nehmen. Hinunter ins Valposchiavo wird dann auch das Wetter immer besser, auf Italien ist also vorläufig Verlass. Von Tirano geht es weiter nach Milano, und ab Lecco, wo zwei Freunde zusteigen beginnt sozusagen der zweite, etwas weniger bahnbezogene Teil des Urlaubs - wobei unser Fortbewegungsmittel natürlich der Zug bleibt, keine Frage.



Der erste Südfahrer des Tages erreicht Ospizio Bernina.



Bergab auf Alp Grüm zu.



In Brusio ist's schon sonnig.



Warten auf...den Zug aus Milano nach Milano über Tirano. Abfahrt war dann aber pünktlich.

In Milano Centrale ist dann so viel los, dass es fast schon nicht mehr lustig ist. Während ich am Bahnsteig warte, holt mein Kumpel etwas zu essen, braucht dabei aber so lange, dass ich mir schön langsam Sorgen mache. Zwei, drei Minuten vor der Abfahrt biegt er aber endlich ums Eck, Glück für uns, dass sich unsere Plätze gleich im letzten Wagen befinden, sodass wir nicht mit den Rucksäcken bepackt durch den ganzen Zug müssen. Obendrein haben wir ein ganzes Abteil für uns und können uns "ausbreiten". Immerhin hat sich auch die Stresserei gelohnt, die Pizzastücke sind so gschmackig, wie man es von Italien erwarten darf. Die Fahrt geht mal mehr, mal weniger schnell dahin und spätestens, als man bei Genova das Meer zum ersten Mal sehen kann, stellt sich richtiges Urlaubsgefühl ein. Die restliche Fahrt an der Küste entlang verbringe ich hauptsächlich am Fenster und schließlich erreichen wir unseren ersten Etappenort, La Spezia.



Ankunft unseres IC in La Spezia.



Regionalzug aus Richtung Pisa.

Unser über AirBnB gebuchtes Appartment ist schnell gefunden und spielt wirklich alle Stückerln, vor allem ist unser Gastgeber auch die Freundlickeit in Person, wäscht sogar die Dreckwäsche meines Kumpels, der davor eine Woche in Lecco im Regen auf der Juniors Ultimate WM zugebracht hat... Anschließend spazieren wir noch ein wenig durch die Stadt zum Hafen und suchen lange, bis wir eine ansprechende Pizzeria finden. Am nächsten Tag machen wir uns dann auf zu den Cinque Terre...
Morteratsch - fermada sin damonda

  • Ch. Wagner
Re: Sommertour | Teil 3, 11 B.
Antwort #1
Sehr schön! Da wartet man doch freudig auf die Fortsetzung.

LG! Christian
Weil ich angeblich unhöflich bin:
"Denkt daran, das Schwein von heute ist der Schinken von morgen"
(Mathias Beltz)

"pungitius pungitius"

  • flow
Re: Sommertour | Teil 3, 11 B.
Antwort #2
Merci!
Morteratsch - fermada sin damonda

Re: Sommertour | Teil 3, 11 B.
Antwort #3
Danke für die bisherigen Berichte! :bier:

Ich finde es interessant, dass die Italiener mit der E464 für die Wendezüge einen Triebkopf und nicht eine Lok mit zwei Führerständen gekauft haben. Das schränkt die Einsatzmöglichkeiten doch ein wenig ein ...

  • flow
Re: Sommertour | Teil 3, 11 B.
Antwort #4
Bittegerne. :)

Naja, die E464 wurde ja extra für den Regionalverkehr mit Wendezügen beschafft (2013 gab es mW erste Versuche, Intercity-Züge im Sandwich zu fahren), da macht das schon irgendwie Sinn. Ich kann nix über die Verfügbarkeit sagen, aber wenn man knapp 700 von den Kraxn beschafft, sollte das ja zeigen, dass sie sich halbwegs bewähren.
Funktioniert ja auch zB im UK schon lange Jahre ganz gut, oder auch in den US.
Morteratsch - fermada sin damonda

  • Tom
Re: Sommertour | Teil 3, 11 B.
Antwort #5
Danke für den interessanten Bericht!

Zitat von: flow

Am nächsten Tag machen wir uns dann auf zu den Cinque Terre...


Vor allem darauf freue ich mich schon...

  • Zachi
Re: Sommertour | Teil 3, 11 B.
Antwort #6
Vielen Dank für die wirklich gut gelungenen Fotos! Sehr schön! :)

  • flow
Re: Sommertour | Teil 3, 11 B.
Antwort #7

Vielen Dank für die wirklich gut gelungenen Fotos! Sehr schön! :)


Danke!


Danke für den interessanten Bericht!

Zitat von: flow

Am nächsten Tag machen wir uns dann auf zu den Cinque Terre...


Vor allem darauf freue ich mich schon...


Merci!
Aber freu dich nicht zu früh, alle Eisenbahnfotos dort sind rein zufällig entstanden. ;)
Morteratsch - fermada sin damonda

Re: Sommertour | Teil 3, 11 B.
Antwort #8

Aber freu dich nicht zu früh, alle Eisenbahnfotos dort sind rein zufällig entstanden. ;)


Aber genau das zeichnet Deine Reisereportagen aus! Da kommt auch das Drumherum nie zu kurz.
Beim Lesen der Texte erhält man sehr wertvolle Informationen, die stets mit einem Quäntchen Humor gewürzt sind.
Der Empedokles (ital. Empedocle) ist ein Unterwasservulkan in der Straße von Sizilien. Die höchste Erhebung liegt rund 7 bis 8 Meter unter der Meeresoberfläche. Ein starker Ausbruch des Empedokles könnte einen Tsunami auslösen.

  • flow
Re: Sommertour | Teil 3, 11 B.
Antwort #9
Danke! Da mach ich mich gleich an die nächste Episode.
Morteratsch - fermada sin damonda