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Thema: Gaskraftwerk Mellach (9280-mal gelesen) Vorheriges Thema - Nächstes Thema

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  • Michael
  • Styria Mobile Team
Gaskraftwerk Mellach

Trotz Krise: Verbund gibt Gaskraftwerk Vorrang

Keine Abstriche an geplanten Mega-Kraftwerken in Mellach und Klagenfurt. Verbund fordert Beschleunigung der Genehmigungsverfahren.
Welche Konsequenzen Österreich aus dem Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine ziehen sollte, das dürfte bereits in Kürze Thema eines Energiegipfels von Politikern und Energieversorgern sein. Der neue Verbund-Chef Wolfgang Anzengruber (52) erhofft sich von einem solchen Gipfel vor allem Maßnahmen zur Beschleunigung der derzeit rund 40 Monate dauernden Genehmigungsverfahren.

"Mehr Mut". Alleine der Verbund könnte kurzfristig eine Milliarde Euro zusätzlich in Kraftwerke investieren, "wenn die verantwortlichen handelnden Personen mehr Mut zur Umsetzung von Projekten hätten und nicht nur auf Wahltermine schielen würden", sagte Anzengruber: "Wir sind Planungsweltmeister und Umsetzungszwerge". Für länderübergreifende Projekte sollte der Bund die Genehmigungsinstanz werden.

Größter Einzelabnehmer. Der Gas-Versorgungskrise zum Trotz will der Verbund aber keine Abstriche am geplanten Mega-Gaskraftwerk in Mellach und dem kleineren "Schwester-Projekt" in Klagenfurt machen. "Wir brauchen diese Energie aus kalorischen Kraftwerken. Es ist eine Illusion, hier in den nächsten zehn bis 20 Jahren aussteigen zu wollen," behauptet Anzengruber. Mellach wird mit einem Bedarf von mehr als einer Milliarde Kubikmeter Gas jährlich Österreichs größter Einzelabnehmer.

113 Wasserkraftwerke. Derzeit kommen allerdings 85 Prozent des Verbund-Stroms aus 113 Wasserkraftwerken, der Rest aus kalorischer Erzeugung. 26 weitere Wasserkraftwerke sind in Planung. Eine Milliarde Euro wird der Verbund heuer planmäßig auch ohne Energiegipfel investieren, die Hälfte davon in Österreich.

GÜNTER PILCH

Quelle: www.kleine.at
LG Michael, vormals PM  |  Styria-Mobile

  • Michael
  • Styria Mobile Team
Millionenbeihilfe für Gas-Kraftwerk Mellach genehmigt
Antwort #1

Millionenbeihilfe für Gas-Kraftwerk Mellach genehmigt

550 Millionen Euro investiert der Verbund in das Kraftwerk Mellach, die größte steirische Baustelle. 16 Millionen wurden am Mittwoch als Beihilfe genehmigt.


Halbzeit auf der derzeit größten Baustelle der Steiermark: In Mellach errichtet der Verbund für 550 Millionen Euro ein Gas- und Dampfturbinen Kombi-Kraftwerk, erst gestern genehmigte die EU staatliche Beihilfen über 16 Millionen Euro. Die Arbeiten laufen auf Hochtouren, nach bis dato 250.000 geleisteten Arbeitsstunden "liegen wir absolut im Plan", so Projektleiter Martin Hochfellner. Es wurde auch im Winter durchgearbeitet. Derzeit sind rund 200 Arbeiter auf der Baustelle tätig. Bis zum Herbst wird sich diese Zahl verdreifachen. Der Rohbau des Kraftwerks, das ab Ende des nächsten Jahres 830 Megawatt elektrische Leistung und bis zu 400 Megawatt Fernwärme erzeugen wird, nimmt Formen an. Jährlich werden dann rund fünf Milliarden Kilowattstunden Strom erzeugt. "Jetzt beginnt die Montagephase", so Hochfellner.

Von den Gesamtkosten verbleiben gut 130 Millionen als regionale Wertschöpfung, rechnet Hochfellner vor. So werden die Blocktransformatoren von Siemens in Weiz und die Anlage zur Rauchgasreinigung von AE&E und Ceram (Frauenthal) geliefert. Die Kesselmontage übernimmt FMT (Graz). Generalunternehmer ist Siemens, die Hauptarbeiten erledigt die Arge Strabag/Porr.

Mit Mellach könne die Stilllegung der thermischen VerbundKraftwerke St. Andrä, Zeltweg, Graz, Pernegg und Voitsberg kompensiert werden. "Wir heben die Stromerzeugung wieder auf das alte Niveau, nur mit wesentlich weniger Emission", so Hochfellner. Für den CO2-Ausstoß von - laut UVP-Bericht - rund 2,2 Millionen Tonnen müssen ab 2013 CO2-Zertifikate ersteigert werden.


Mellach in Zahlen

Für das Werk wurde von der EU-Kommission eine staatliche Beihilfe über 16 Millionen Euro genehmigt.

Der Wirkungsgrad im reinen Kondensationsbetrieb soll 59 und im Fernwärmebetrieb 72 Prozent betragen.

Pro Jahr wird eine Milliarde Kubikmeter Gas benötigt, geliefert von der OMV-Tochter Econgas.


Quelle: www.kleine.at

Bilder von der Baustelle auf der Kleinen Zeitung
LG Michael, vormals PM  |  Styria-Mobile

  • Martin
  • Global Moderator
  • Styria Mobile Team
Re: Gaskraftwerk Mellach
Antwort #2
Dazu zwei Bilder von heute....

GLG
G111
GLG
Martin

  • Martin
  • Global Moderator
  • Styria Mobile Team
Re: Gaskraftwerk Mellach
Antwort #3
Die zwei neuen Türme stehen schon...

Ein erster Blick von Norden und ein weiterer von der Koralmbahnstrecke zwischen Kainachbrücke und Hengsbergtunnel...
GLG
Martin

  • amadeus
  • Libertin & Hedonist
Re: Gaskraftwerk Mellach
Antwort #4
Siemens liefert größten Trafo Österreichs aus

340-Tonnen-Transformator von Siemens Transformers Austria Werk Weiz für Verbund-Kraftwerk in Mellach

Heute, Freitag, 5. November 2010, wurde der zweite Großtransformator für das Gas- und Dampfturbinenkraftwerk Mellach von Siemens Transformers Austria in Weiz ausgeliefert. Nach einem Bahn- und anschließendem Straßentransport wird der Trafo das in Bau befindliche Verbund-Kraftwerk mit einer elektrischen Leistung von über 800 Megawatt in Mellach erreichen. Siemens Österreich errichtet dieses Kraftwerk bis Ende 2011 als Generalunternehmer.

Das Trafowerk in Weiz, das größte der Siemens-Trafogruppe weltweit, ist für Planung, Konstruktion, Fertigung und Prüfung der Trafos sowie für die Montage und Inbetriebsetzung beim Kraftwerk verantwortlich. Der erste Transformator für das Gas- und Dampfturbinenkraftwerk Mellach wurde bereits Ende August 2010 ausgeliefert. Diese regelbaren Maschinentransformatoren sind die größten dieser Art, die für den Einsatz in Österreich jemals gebaut wurden. Der Trafo, der am Freitag per Bahn Weiz in Richtung Werndorf verlassen hat, ist in vollständig aufgebautem Zustand zwölf Meter lang, sechs Meter breit und acht Meter hoch. Die Gesamtlänge des Transportfahrzeuges inklusive Zugfahrzeug für den anschließenden Straßentransport beträgt 85 Meter. Das Transportgewicht des Trafos beträgt über 250 Tonnen. Das Gesamtgewicht inklusive 95.000 Liter Transformatorenöl beträgt rund 340 Tonnen. Darin enthalten sind rund 50 Tonnen hochwertiges Wickelkupfer und 160 Tonnen Bleche für den Trafo-Kern.

Siemens Österreich verantwortet bei diesem Projekt die Lieferung der Hauptkomponenten, die Gesamtplanung, das Engineering und das Projektmanagement. Die Siemens-Gas- und Dampfturbinen bilden gemeinsam mit dem Generator aus dem Hause Siemens das Herzstück des Kraftwerks.

Das Verbund-Kraftwerk in Mellach wird Ende 2011 mit einer installierten Leistung von 832 Megawatt (MW) Strom und bis zu 400 MW Fernwärme in Betrieb gehen. Das neue Gas- und Dampfturbinenkraftwerk wird das Rückgrat der Stromversorgungssicherheit des Industrielandes Steiermark bilden und mit der hocheffizienten Fernwärmeauskopplung die Möglichkeit für eine nachhaltige Verbesserung der Luftqualität im Zentralraum der steirischen Landeshauptstadt Graz bieten. Verbund investiert 550 Millionen Euro in das Projekt Mellach.



Quelle: http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20101105_OTS0121/siemens-liefert-groessten-trafo-oesterreichs-aus




Ein schönes Trumm. Photographen waren wohl keine anwesend?
Gruß aus Graz-Eggenberg
Wolfgang
      Für jedes Problem gibt es eine Lösung, die einfach, klar und falsch ist.
Im Übrigen bin ich der Meinung, daß das Fahrtziel eines Fahrzeuges mit dessen Fahrtzielanzeige übereinstimmen soll.


Re: Gaskraftwerk Mellach
Antwort #5
Interessanter Bericht aus der Presse (http://diepresse.com/home/wirtschaft/economist/690140/Kraftwerk-Mellach-liefert-Probleme-am-laufenden-Band?_vl_backlink=/home/index.do):
Kraftwerk Mellach liefert Probleme am laufenden Band

01.09.2011 | 18:08 |  HANNA KORDIK (Die Presse)

Das neue steirische Gaskraftwerk Mellach steht still wegen technischer Probleme. Die Geschichte eines Projektes, das von Anfang an vor allem Zores bereitet hat. Der Verbund bleibt optimistisch.

Ob im Stromkonzern Verbund dieser Tage an ,,Murphys Gesetz" gedacht wird? Das ist nicht überliefert - naheliegend wäre es aber durchaus. Das ,,Gesetz", das auf den US-amerikanischen Ingenieur Edward A. Murphy jr. zurückgeht, sagt Ja: ,,Alles, was schiefgehen kann, wird auch schiefgehen." (,,Whatever can go wrong, will go wrong"). Und die Erfahrung darf der Verbund gerade mit seinem nigelnagelneuen Gaskraftwerk Mellach machen.

Das Kraftwerk südlich von Graz mit einer Leistung von 850MW ist seit Juli im Probebetrieb. Doch jetzt steht es still. ,,Es gibt Probleme mit einem Generator", erklärt eine Verbund-Sprecherin, das sei aber keine große Sache. ,,Das Problem wird umgehend behoben", sagt denn auch der Sprecher von Siemens Österreich, dem Errichter der Anlage. Und die Verbund-Sprecherin ergänzt, man sei ,,zuversichtlich, dass Siemens das in den Griff bekommt". Nachsatz: Dazu gebe es ja Probebetriebe - um eben allfällige technische Schwierigkeiten zu erkennen und diese bis zum Tag X, wenn das Kraftwerk ans Netz geht, zu beheben. Das Gaskraftwerk Mellach gehe erst Anfang 2012 in Betrieb - alles im grünen Bereich also.

Darüber ließe sich trefflich streiten: Üblicherweise kommt es allenfalls beim Hochfahren von neuen Kraftwerken zu Problemen. Eher selten ist ein Stillstand mitten im Betrieb. Wie auch immer: Siemens wird die Panne sicherlich beheben können. Nicht zuletzt, weil ab 2012 Pönalezahlungen drohen - dem Vernehmen nach in Höhe von 70.000 Euro pro Tag, an dem das Kraftwerk keinen Strom produziert.


Chronologie der Probleme
Das Kraftwerk Mellach war von Anfang für Probleme gut. Begonnen haben die Zores schon im Sommer 2006, als der Verbund die Errichtung ausschrieb - und Siemens den Zuschlag gab. Unterlegener Bieter war nämlich just der A-Tec-Konzern von Mirko Kovats, der allgemein eher nicht als besonders harmoniebedürftig gilt. Kovats ging selbstverständlich bis zum Höchstgericht, blitzte dort zwar ab, doch das Projekt verzögerte sich enorm: Erst Anfang 2009 konnte mit dem Bau begonnen werden. Und der verteuerte sich dann auch noch: Ursprünglich hatte Siemens um 500 Mio. Euro angeboten, weil sich aber in der Zwischenzeit Komponenten verteuert hatten, gab es einen Aufschlag von rund zehn Prozent.

Jetzt ist noch ein Problem dazugekommen: Die Gaspreise sind hoch. Und damit könnte die Stromerzeugung in Mellach zum Verlustgeschäft werden. Der Verbundkonzern freilich beharrt darauf, dass sich Mellach bloß ,,nur sehr knapp rechnen" werde.

Der Verbund bleibt optimistisch: Am Mittwoch wurde Deutschland das Angebot gemacht, im Winter Strom aus thermischen Kraftwerken zur Verfügung zu stellen - weil dort Atomkraftwerke vom Netz genommen wurden. Dabei soll auch Strom aus Mellach geliefert werden.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.09.2011)



Danke Verbund, dafür brauchen wir also neue Murkraftwerke und die 380kV Leitung...

Re: Gaskraftwerk Mellach
Antwort #6
Was für eine Schreiberei... ::) ::)

Als ob irgendjemand was dafür kann, wenn ein unterlegener Bieter die Justiz bemüht. Das sieht man doch laufend.
Und aus einem Problem eines gerade mal einmonatigen Probebetrieb so ein Tamtam zu machen (Mellach hat ja auch 2 Gasturbinen - dürfte wohl die andere funktionieren) ist auch nicht gerade objektiv.

Und zum letzten Satz - die thermischen Kraftwerke (und besonders Mellach) sind schon immer für Engpässe als Reserve geplant. D hat sich selbst so einen geschaffen da ist es ja wohl klar, dass man anbietet. Man hat ja schließlich ein europäisches Stromnetz.

  • Martin
  • Global Moderator
  • Styria Mobile Team
Re: Gaskraftwerk Mellach
Antwort #7
Gaskraftwerk: Der holprige Start des Mellacher Gasriesen

Nach Startproblemen beim Gaskraftwerk Mellach müssen nun beide Generatorengehäuse getauscht werden. Die Verzögerungen werden etwa bis Februar und gehen ordentlich ins Geld.

Die Leitungen knistern, die Trafos surren. Aus den beiden Schloten wölbt sich Rauch. Es ist nicht so, dass gar nichts ginge beim neuen Gas- und Dampfkraftwerk Mellach. "Wir erzeugen bereits Strom und Fernwärme für Graz", sagt Anton Smolak, Geschäftsführer der Verbund Thermal Power (VTP), der sich dieser Tage in die Pension verabschiedet. Eigentlich aber hätte man inzwischen weiter sein sollen. Noch immer läuft für die Anlage die Inbetriebsetzung. Probleme mit den zwei Generatoren haben die Startphase des größten Kraftwerks Österreichs ordentlich durcheinandergewürfelt.
Kraftwerksblock

Es war im Spätsommer, als das passierte, was sich ein Kraftwerksbauer am wenigsten wünscht: Generator 1, sozusagen das Herzstück des ersten der zwei Kraftwerksblocks - kapitulierte. Soeben hatten die Techniker der Herstellerfirma Siemens die Anlage zur Probe unter Volllast laufen lassen. Die Ursache für den Ausfall dürfte bei den Experten beträchtliche Kopfschmerzen verursacht haben. Ein Konstruktionsfehler hatte in dem 70 Millionen Euro teuren Generator einen Kurzschluss verursacht. Was einige nun schon ahnten, geschah wenig später: Auch Generator 2 schaltete sich ab. Selbe Ursache.

Siemens blieb letztlich keine Wahl, als für beide Generatoren auf eigene Rechnung neue Gehäuse zu bauen. Für das größte und - wie man beim Verbund stets betont - modernste Kraftwerk Österreichs ein erheblicher Imageschaden, auch wenn solche Pannen, wie Smolak sagt, "eben vorkommen können".
Vier Wochen Verzögerung

Mittlerweile hat Siemens das Gehäuse von Generator 2 ausgetauscht. So soll der zweite Kraftwerksblock noch vertragskonform mit Jahresbeginn an den Verbund gehen. Nicht so schnell geht der Tausch der Anlage in Block 1. Ursprünglich hätte sie der Stromkonzern bereits Ende Oktober abnehmen sollen. Jetzt wird es auch bis zur einst geplanten Gesamtübernahme des Kraftwerks zum Jahreswechsel nichts. Beim Verbund rechnet man derzeit mit zusätzlichen Verzögerungen von "drei bis vier Wochen".

Siemens kommt das teuer zu stehen. Jeder Tag Verzögerung kostet rund 70.000 Euro an Pönalen, wie Insider bestätigen. In der Branche wird spekuliert, ob der überraschende Rückzug von Siemens-Vorstand Gunter Kappacher vor zwei Monaten mit diesen Turbulenzen zusammenhängt.

Trotz allem hat das Kraftwerk laut Smolak bereits während der Inbetriebsetzung rund 190 Gigawattstunden Strom ins Netz gespeist. Zum Vergleich: Das entspricht der zweieinhalbfachen Jahresproduktion des geplanten Grazer Murkraftwerks.
GÜNTER PILCH

Interview mit Anton Smolak: "Gelddruckmaschine ist die Anlage keine"

VTP-Chef Anton Smolak über Fragen der Wirtschaftlichkeit und Fernwärme

Böse Zungen sagen, dem Verbund sei die Verzögerung in Mellach nicht unrecht, weil sich die Anlage auf Sicht sowieso nicht rechne.

ANTON SMOLAK: Eine Gelddruckmaschine ist so ein Kraftwerk in der Anfangsphase natürlich nicht. Das liegt an der Disparität zwischen den Gas- und den Strompreisen. Außerdem liegt der Marktpreis für Gas derzeit unter dem Vertragspreis für uns. Eine Anlage wie diese ist aber ohnehin auf 35 Jahre ausgelegt.

Sie rechnen damit, dass das Erdgas langfristig billiger wird?

SMOLAK: Künftig wird es so sein, dass die Gaspreise in Europa die Strompreise mitbestimmen. Es wäre schwer vorstellbar, dass alle europäischen Gaskraftwerke künftig nur Verluste schreiben. Momentan ist die Situation aber, wie gesagt, ziemlich schwierig.

Das Kraftwerk könnte 400 Megawatt Fernwärmeleistung auskoppeln. Die Leitung nach Graz würde das aber nicht bewältigen.

SMOLAK: Wenn Graz die Fernwärme weiter ausbaut, kann man die bestehende Leitung auf eine Kapazität von 350 Megawatt ausweiten. Damit lässt sich dann schon einiges machen.

Die Stadt Graz plant aber, die Abwärme der Firma Sappi im Norden anzuzapfen. Würde das die Fernwärme aus Mellach nicht überflüssig machen?

SMOLAK: Na ja, zuerst müssen sie dafür einmal eine eigene Leitung nach Gratkorn bauen. Wenn sie das durchkalkulieren, werden sie feststellen, dass diese ganze Sache sehr teuer wird. Außerdem haben wir am Standort Mellach eine Lieferpflicht für Fernwärme nach Graz. Wenn jetzt jemand anders ins Netz einspeist, muss diese Frage erst geklärt werden.

Bislang liefert die Fernwärme das Kohlekraftwerk Mellach 1. Warum kommt künftig nicht alles aus dem neuen Gaskraftwerk?

SMOLAK: Aus welchem der beiden Kraftwerke wie viel Fernwärme ausgekoppelt wird, legt ein Optimierungsprogramm fest. Maßgebend ist dafür das Optimum für den ganzen Standort. Je nach vorherrschenden Bedingungen wird entschieden, was die günstigste Quelle für die Wärme ist.

INTERVIEW: GÜNTER PILCH
GLG
Martin

  • Stipe
Re: Gaskraftwerk Mellach
Antwort #8

Gaskraftwerk: Der holprige Start des Mellacher Gasriesen

Trotz allem hat das Kraftwerk laut Smolak bereits während der Inbetriebsetzung rund 190 Gigawattstunden Strom ins Netz gespeist. Zum Vergleich: Das entspricht der zweieinhalbfachen Jahresproduktion des geplanten Grazer Murkraftwerks.


Ein Zuckerl für Leute wie mich. Das Murkraftwerk ist ökologisch bedenkenswert und vor allem ökonomischer Schwachsinn hoch drei.

  • amadeus
  • Libertin & Hedonist
Re: Gaskraftwerk Mellach
Antwort #9

Ein Zuckerl für Leute wie mich. Das Murkraftwerk ist ökologisch bedenkenswert und vor allem ökonomischer Schwachsinn hoch drei.


Ökologische Auswirkungen haben alle Kraftwerke. Was die Ökonomie betrifft: Das Murkraftwerk wird noch fleißig Strom produzieren, wenn vom Gaskraftwerk nur mehr ein Rosthaufen übrig sein wird.
Gruß aus Graz-Eggenberg
Wolfgang
      Für jedes Problem gibt es eine Lösung, die einfach, klar und falsch ist.
Im Übrigen bin ich der Meinung, daß das Fahrtziel eines Fahrzeuges mit dessen Fahrtzielanzeige übereinstimmen soll.


  • Martin
  • Global Moderator
  • Styria Mobile Team
Re: Gaskraftwerk Mellach
Antwort #10
Kraftwerk Mellach liefert im Probebetrieb Wärme und Strom

Das Gas-Kombikraftwerk Mellach der Verbundgesellschaft südlich von Graz liefert bereits probeweise Fernwärme ans Netz der steirischen Landeshauptstadt, wie der Konzern am Dienstag mitteilte.

Eine der zwei Kraftwerkslinien des Gas-Kombikraftwerks Mellach befinde sich bereits im Probetrieb, die Zuständigkeit für die "Inbetriebsetzung" der zweiten Linie liege noch bei der Errichterfirma Siemens. Auch Strom werde bereits ins Netz gespeist. Die offizielle Eröffnung werde allerdings erst im zweiten Quartal 2012 erfolgen, so ein Sprecher zur APA.

Im Juli vergangenen Jahres habe Generalunternehmer Siemens die erste Linie "in Betrieb gesetzt", hieß es seitens des Verbundes. Im August habe es dann "First Fire" bei der zweiten Linie geheißen. Im Verlaufe des Testbetriebs seien dann auch Schritt für Schritt Einheiten wie Druckkessel und Dampfturbinen zugeschaltet worden. Im September wurde dann das erste Mal Strom ins Netz gespeist. Dann habe sich in einem der Generatoren ein technisches Problem ergeben, worauf die Statoren (feststehende Teile des Generators, Anm.) ausgetauscht wurden. Nach Behebung der Probleme wurde erstmals im September Fernwärme ins Netz gespeist. Die erste Linie haben man nun von Siemens übernommen und fahre im Probebetrieb, sprich der Verbund überprüft noch einmal alle Parameter, die die Lieferfirma bereits gecheckt hatte. Die zweite Linie werde man in drei bis vier Wochen von Siemens aus der Inbetriebsetzungs-Phase in den eigenen Probebetrieb übernehmen. Jedenfalls könnten beide Linien bereits voll produzieren, hieß es.

Ursprünglich hätte das momentan modernste Gas-Kombikraftwerk Europas (832 MW elektrische Nettoleistung plus 400 MW Fernwärmeauskopplung) schon vor Weihnachten den Probebetrieb aufnehmen und ans Netz gehen sollen, später war der Jänner und dann das erste Quartal 2012 genannt worden.

Laut Verbund würden Zehntausende Haushalte im Fernwärmenetz von Graz "seit mehreren Wochen mit umweltfreundlicher, weil feinstaubfreier Fernwärmeaufbringung aus dem Gas-Kombikraftwerk Mellach beliefert". Damit sei die "Inbetriebsetzung rechtzeitig zur ersten großen Kältewelle des neuen Jahres in den erfolgreichen Probebetrieb übergegangen", so das Unternehmen in einer Aussendung. Rund die Hälfte der von Mellach nach Graz transportierten Wärme stamme bereits aus dem neuen Kraftwerk, die andere Hälfte aus dem bestehenden Fernheizkraftwerk.

Mit dem CO2-armen Energieträger Erdgas werde in der Kraft-Wärme-Kopplung Strom und gleichzeitig auch Wärme produziert, die mit etwa 130 Grad Celsius über die Fernwärmeleitung der Energie Steiermark in das Grazer Netz eingespeist werde. Mit Mellach ersetze der Verbund fünf alte, stillgelegte Kraftwerksanlagen wie Voitsberg, Zeltweg, St. Andrä, Pernegg und Neudorf/Werndorf 1. Mellach springe in der Stromerzeugung auch immer dann ein, wenn der Wind für Windkraftanlagen nicht ausreichend stark wehe oder die Sonneneinstrahlung für Solarkraftwerke zu gering sei.

Während der dreijährigen Bauzeit für das neue Kraftwerk wurden auf der Baustelle in Mellach mehr als drei Mio. Arbeitsstunden geleistet. Zu Spitzenzeiten waren bis zu 1.200 Fachkräfte gleichzeitig beschäftigt. Die Gesamtinvestition für das Gas-Kombikraftwerk Mellach betragen rund 550 Mio. Euro.

Quelle: http://www.kleinezeitung.at/steiermark/graz/graz/2941718/kraftwerk-mellach-liefert-probebetrieb-waerme-strom.story
GLG
Martin

Re: Gaskraftwerk Mellach
Antwort #11
Mellach: ,,Ein Wunderwerk der Technik"
Der Verbund betreibt in Mellach eines der modernsten Gaskraftwerke Europas. Vorstandschef Wolfgang Anzengruber überlegt, es einzumotten.

Wien/Gh. So eine Wertberichtigung in Höhe von einer Milliarde Euro kann etwas Befreiendes haben. Zumindest wirkte Verbund-Chef Wolfgang Anzengruber am Freitag im Klub der Wirtschaftspublizisten sehr gelöst. Mitte der Woche musste der Verbund ad hoc vermelden, dass er vor allem mit seinen Gaskraftwerken ein massives Problem hat. ,,Mit Stromerzeugung aus Gas kann man heute in Europa kein Geld verdienen", sagt Anzengruber. Und diesem Umstand wird der Verbund nun Rechnung tragen.
    
Da wäre einmal das Gaskraftwerk im steirischen Mellach. ,,Ein Wunderwerk der Technik", schwärmt Anzengruber. 60 Prozent Wirkungsgrad. Da gebe es nur ganz wenige Gaskraftwerke in Europa, die so effizient sind. Mellach ist leider ein effizienter Sargnagel. Denn das 550 Millionen Euro teure Kraftwerk ist gerade einmal ein Jahr in Betrieb. In diesem Jahr war es zwei Drittel der Zeit mehr oder weniger abgeschaltet. Mittlerweile steht das Wunderwerk nur noch mit 141 Millionen in der Bilanz. Es schreibt 40 Millionen Euro Verlust im Jahr.

,,Kann man da nicht durchtauchen?", lautet eine Frage. Zumindest ein paar Jahre. 2020 nehmen die Deutschen die letzten Atomkraftwerke vom Netz. Diese Lücke werde man dann doch füllen müssen. Mit Gas.

,,Es sind schon so manche beim Durchtauchen ertrunken", antwortet Anzengruber trocken. Etwas Galgenhumor schwingt mit. Verkaufen, einmotten, alles sei möglich, meint er. Wobei: Wer kauft schon ein unrentables Kraftwerk? Käme also einmotten infrage. Das Wunderwerk und auch die paar Gaskraftwerke, die der Verbund in Frankreich betreibt, werden womöglich bis auf Weiteres abgedreht.

In Bayern zahle der Staat Kraftwerksbetreibern sogar die Erhaltungskosten. Nur damit die Gaskraftwerke nicht eingemottet werden. Denn im Falle des Falles sind diese unrentablen Dinger äußerst praktisch. Sie können binnen kürzester Zeit hochgefahren werden und erfüllen so einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit.

Na, das wäre doch auch eine Lösung. Da könnte Anzengruber - freilich nach der Nationalratswahl - doch auch Steuergeld für Mellach fordern. ,,Nein", antwortet er. Die Sache mit den Gaskraftwerken sei eben ,,unternehmerisches Risiko". Als das Projekt Mellach vor fast einer Dekade aus der Taufe gehoben wurde, kostete die Megawattstunde rund 70 Euro. Die Experten prognostizierten Strompreise von 120 Euro. Und heute? Der Verbund verheizt Gas um 35 Euro, um eine Megawattstunde Strom zu erzeugen. Auf dem Spotmarkt gibt es dafür 25 Euro.

Natürlich wird der Strompreis wieder steigen, ist Anzengruber überzeugt. ,,Steigt der Strompreis um einen Euro, macht der Verbund 30 Millionen mehr Gewinn", rechnet er vor. Nur: ,,Hoffnung alleine kann man nicht bilanzieren."

Und deshalb steigt der Verbund vorerst völlig vom Gas. Das Konzernergebnis werde trotzdem 600 Millionen Euro ausmachen. ,,Der Verbund ist eines der ertragreichsten Energieunternehmen Europas", sagt Anzengruber. Das liegt an den 125 Wasserkraftwerken in Österreich und Deutschland. Auf die Wasserkraft will sich der Verbund nun auch konzentrieren - und auf Windenergie. Und der Verbund will nicht nur Strom erzeugen, sondern noch viel mehr an Privatkunden verkaufen. Zurzeit liegt der Marktanteil bei den Privatkunden bei sechs Prozent. Mit einer großen Werbeoffensive im Herbst soll der Absatz um 20 Prozent erhöht werden.

,,Es gab massive Verwerfungen"

,,Wasserkraft ist die einzige erneuerbare Energie, die ohne Förderungen wettbewerbsfähig ist", betont der Manager. Und überhaupt trage das staatliche Förderregime in Europa wesentlich zur Malaise bei, sagt jener Mann, dessen Konzern zu 51 Prozent der Republik Österreich gehört.

Anzengruber spricht von ,,massiven Verwerfungen" in der Energiepolitik. Mit der Förderung von erneuerbarer Energie sei die Energiewende gelungen. Der Preis, den der Konsument dafür bezahlt, ist aber hoch. In Deutschland machen die Förderungen mehr als die Hälfte des Stromtarifes aus. Von einer Entlastung der Umwelt könne trotzdem keine Rede sein. Denn aufgrund der Krise sind CO2-Zertifikate so billig, dass Kohlekraftwerke rentabel sind. ,,Mit Kohle- und Braunkohlekraftwerken wird Storm produziert wie nie zuvor." Ein Grund dafür sei der Ausstieg aus der Atomenergie. Den ,,begrüßt" Anzengruber ,,ausdrücklich". Aber er gehe ,,unkoordiniert" vonstatten. Wie so vieles in der Energiebranche.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.06.2013)
http://diepresse.com/home/wirtschaft/economist/1418963/Mellach_Ein-Wunderwerk-der-Technik?_vl_backlink=/home/wirtschaft/economist/index.do

Re: Gaskraftwerk Mellach
Antwort #12

Der Verbund betreibt in Mellach eines der modernsten Gaskraftwerke Europas. Vorstandschef Wolfgang Anzengruber überlegt, es einzumotten.

Einmotten? Und stattdessen weitere Wasserkraftwerke bauen oder was?
Strom sollte nur soviel erzeugt werden, damit genug (leistbarer) Strom für alle Verbraucher da ist, aber nicht in erster Linie, um die exorbitanten Gagen der Vorstände zu finanzieren! Aber Hauptsache die heben die Strompreise Jahr für Jahr an und prahlen damit, wie toll sie (die Vorstände) gewirtschaftet hätten, weil sie ja Millionen im Plus sind!  :boese: :boese: :boese:

Re: Gaskraftwerk Mellach
Antwort #13
und neben Mellach verpestet das alte Kohlekraftwerk weiter die Umwelt (neben einigen weiteren weiter aktiven Kohlekraftwerken in Österreich).

Da rennt soviel schief dass gar nicht mehr mehr schief laufen könnte denke ich (außer vielleicht dass der Verbund noch beginnt selbst AKWs zu bauen...)
Konsequenzen?: 0 anscheinend...