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Thema: Der FEINSTAUB - Thread (63526-mal gelesen) Vorheriges Thema - Nächstes Thema

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Re: Der FEINSTAUB - Thread
Antwort #165
Die kliene Zeitung hat immer schon pro Umweltzone geschrieben und kann es jetzt - dank Kfz-Händler Lobbyismus - auch noch nicht sein lassen.  ::)

Wann endlich werden diese elendiglich stinkenden und feinstaubverursachenden Holz- und Hackschnitzelheizungen für Einzelhäuser in Graz und Umgebung durch zentrale, abgasgereinigte Blockheizwerke ersetzt?

Jetzt, wo die Heizsaison beginnt, ist das Abgas vor allen in den Siedlungsgegenden wirder hervorragend zu sehen und zu riechen. Aber die Holz- und Kessellobby schaut schon, dass die Förderungen nicht ausbleiben  :boese:




  • Martin
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Re: Der FEINSTAUB - Thread
Antwort #166
Feinstaub: Eine Stadt im Blindflug
Der Gemeinderat beschließt das sechste Maßnahmenpaket gegen Feinstaub. Dabei weiß man nicht einmal genau, was die Maßnahmen bisher brachten.

Seit 10 Jahren dreht sich die Diskussion um den Feinstaub in der Stadt im Kreis

Beginnen wir mit der einzigen Ausnahme: Die Umstellung auf Fernwärme ist eine erfolgreiche Maßnahme im Kampf gegen den Feinstaub. Das kann mit Zahlen belegt werden. In den letzten drei Jahren stellten rund 7000 Grazer Haushalte von alten Heizsystemen auf die umweltfreundliche Fernwärme um - das hat uns im Vorjahr sechs Tonnen an Feinstaub erspart.


Ist aber heute Jubel angebracht, weil man die Fernwärme-Offensive der Stadt fortsetzt? Oder weil man sie auch im sechsten Maßnahmenpaket gegen Feinstaub und Stickstoffdioxidbelastung verankert?

Nein, denn die Regel sind die restlichen 31 Maßnahmen im Paket. Und die Regel lautet: Nichts Genaues weiß man nicht. Die Stadt ist im Blindflug unterwegs. Niemand weiß, was die Maßnahmen konkret bringen. Nur so viel ist fix: Die eine große Maßnahme, die den Feinstaub mit einem Schlag erledigt, gibt es nicht.

Umweltreferentin Lisa Rücker preist die Umstellung beim Winterdienst als Erfolg. Weniger Streusplitt erzeugt weniger Feinstaub. Gut, aber wie viel weniger genau? Man weiß es nicht.

Noch bemerkenswerter: Selbst konkrete Messwerte lassen Experten rätseln. An der Messstation Don Bosco wurden im Jahr 2005 127 Überschreitungstage gemessen, 2006 nur noch 72. Was war passiert? Man weiß es nicht. "Es gibt vieles, was wir nicht erklären können", sagt Werner Prutsch, Leiter des Umweltamtes.

Dieses Unwissen - auch Experten beim Land und an den Universitäten tappen im Dunkeln - ist gefährlich. Wer im Blindflug unterwegs ist, hat politisch kaum Durchsetzungskraft; Experten büßen an Autorität ein. Die Folge: Jeder wirft mit Zahlen um sich, die Öffentlichkeit kennt sich nicht mehr aus. Auch die Journalisten nicht. Die Diskussion dreht sich seit zehn Jahren im Kreis.

Neuer Anlauf


Das ermüdet. Viele können das Wort "Feinstaub" nicht mehr hören. Stadt und Land beschließen Maßnahmenpakete, die schlechte Luft bleibt und die Bürger resignieren.

Trotzdem ist der neue Anlauf der Stadt und der Umweltreferentin Rücker notwendig. Diesmal sind sich alle Parteien einig: Beim Auto muss regulierend eingegriffen werden. Nur das Wie ist offen. Bis auf die FPÖ sind alle dafür, zu prüfen, was etwa ein autofreier Tag und eine Citymaut bringen. Die Ergebnisse will Rücker im Frühjahr am Tisch haben.

Um Glaubwürdigkeit zurückzugewinnen, muss dann auch endlich etwas umgesetzt werden. Die Umweltzone hätte im ersten Jahr 20 Tonnen an Feinstaub eingespart. Drei Mal so viel wie beim bisher einzigen Erfolgsprojekt, dem Fernwärmeausbau. In einer Bürgerbefragung haben es die resignierten Grazer dennoch abgelehnt.

GERALD WINTER-PÖLSLER

Fakten

6 Tonnen an Feinstaub hat die bisher einzig messbare Grazer Maßnahme im Kampf gegen die schlechte Luftqualität gebracht: die Fernwärme-Offensive.

312 Tonnen Feinstaub werden pro Jahr in die Grazer Luft geblasen. Diese Zahl ist umstritten, ist aber der offizielle Wert, mit dem Stadt Graz und Land Steiermark arbeiten.

154 Tonnen Feinstaub pro Jahr werden in Graz durch den Verkehr verursacht. Das ist fast die Hälfte aller Emissionen. Für 27 Prozent sind Industrie und Gewerbe verantwortlich, für 23 Prozent der Hausbrand.

35 Überschreitungstage wurden heuer in Don Bosco gemessen. Im gesamten Vorjahr waren es 48, 2011 noch 74. Der Höchstwert stammt aus dem Jahr 2003: 132 PM-10-Überschreitungstage.


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Im Weg stehen


Seit Jahren ist der Feinstaub das Schreckgespenst der Stadt. Seit Jahren werden Maßnahmen angekündigt, zerredet, verworfen.

Das sechste Maßnahmenpaket gegen den Feinstaub, das wir heute präsentiert bekommen, ist deshalb eher Déjà-vu als Überraschung.

Immerhin liegt eine Erkenntnis nahe: Wir werden den Kampf gegen den Feinstaub nicht gewinnen.

Denn die Grazer Stadtregierer stehen sich selbst im Weg. Ihre Entscheidungen folgen zu oft politischen Machtinstinkten statt der Notwendigkeit. Deshalb gibt es keine Einigkeit, sondern nur Alibikompromisse.

Haben wir angesichts der politischen Konstellation ohne klare Mehrheitsverhältnisse jetzt gar italienische Zustände in Graz?

Leider nein. Denn in Italien sind Maßnahmen wie verkehrsberuhigte Zonen - man könnte sie auch Umweltzonen nennen - längst Alltag.

Sie erreichen den Autor unter

didi.hubmann@kleinezeitung.at


DIDI HUBMANN

Quelle: http://www.kleinezeitung.at/steiermark/graz/graz/3466643/feinstaub-stadt-blindflug.story
GLG
Martin

  • amadeus
  • Libertin & Hedonist
Re: Der FEINSTAUB - Thread
Antwort #167
Feinstaubbelastung geht zurück

22 Millionen Euro hat das Land bereits in eine reinere Luft investiert. Laut Umweltlandesrat Gerhard Kurzmann nicht umsonst: Die Maßnahmen würden Wirkung zeigen, die Anzahl der Tage mit zu hohen Feinstaubwerten sinken, heißt es.


Winter, Heizsaison - wir sind mitten drin in der Feinstaubsaison, auch wenn das Wetter derzeit noch die Luftbelastung in Grenzen hält. Im Jahr 2011 hat das Land Steiermark das sogenannte Luftreinhalte - Programm beschlossen. FPÖ- Umweltlandesrat Gerhard Kurzmann hat heute Bilanz gezogen: Demnach zeigen die Feinstaub-Maßnahmen Wirkung.

Alte Fahrzeuge nach und nach ersetzt

Die Feinstaubbelastung sei seit 2011 erheblich zurückgegangen, sagt Umweltlandesrat Gerhard Kurzmann. Im vergangenen Jahr habe es deutlich weniger Tage gegeben, an denen der Feinstaubwert höher als erlaubt war. Man habe dafür auch viel Geld in die Hand genommen, so Kurzmann. Knapp zehn Millionen seien in den Ausbau und die Verdichtung der Fernwärmeanschlüsse investiert worden.

Umstellung auf Hybridtaxis unterstützt

Und auch im Bereich Verkehr sei viel passiert: ,,Der Flottentausch, nämlich das Herausziehen alter Fahrzeuge funktioniert sehr gut", so Kurzmann. ,,Wir ziehen alte LKWs, alte Taxis, alte Busse aus dem Verkehr und ersetzen sie durch neue - zum Beispiel jetzt durch Hybridbusse. Das bringt nicht nur der Umwelt etwas, sondern insgesamt auch der Gesundheit der Grazer Bevölkerung viel."

500.000 Euro sind laut Kurzmann für den Tausch der Busflotte ausgegeben worden, 300.000 Euro, um Taxler zu motivieren, ihre Flotte umzustellen. 3500 euro Förderung bekommt ein Taxiunternehmer für die Anschaffung eines Hybridtaxis. Private Hybridautokäufer bekommen nichts, dafür fehlt nämlich das Geld.

Absage an Umweltzone ,,richtig"

Weitere Punkte des Luftreinhalte-Programms, die bereits umgesetzt wurden, sind: Die Umsetzung der Grünen Welle in der Triester und Wiener Straße, die Anschaffung von Straßenwaschfahrzeugen und der Ausbau von ,,Park and Ride"-Plätzen. Die Steiermark sei auf einem guten Weg, so Kurzmann, die Absage an die Umweltzone sei richtig gewesen.

Das Programm umfasst 14 Maßnahmen, vom Verkehr bis hin zu umweltfreundlichen Heizsystemen. Mehr als 22 Millionen Euro hat das Land Steiermark seit 2011 darin investiert.

Link: Feinstaub (Land Steiermark)


Quelle: ORF

Fremde Federn ...  :pfeifend:
Gruß aus Graz-Eggenberg
Wolfgang
      Für jedes Problem gibt es eine Lösung, die einfach, klar und falsch ist.
Im Übrigen bin ich der Meinung, daß das Fahrtziel eines Fahrzeuges mit dessen Fahrtzielanzeige übereinstimmen soll.


Re: Der FEINSTAUB - Thread
Antwort #168
Ich stelle den Artikel hier rein, weil es gehört thematisch dazu: http://www.kleinezeitung.at/steiermark/graz/graz/3547162/land-sagt-hausbrand-den-kampf.story

Land sagt Hausbrand den Kampf an
Eine neue Verordnung ist in Begutachtung: Die steirischen Gemeinden im Luft-Sanierungsgebiet müssen den Fernwärmeausbau prüfen. Zudem soll eine weitere Zersiedelung unterbunden werden.

Der Druck der EU wirkt. Schritt für Schritt legt das Land beim Thema Feinstaub nach. Nun hat FPÖ-Landesrat Gerhard Kurzmann eine Verordnung in Begutachtung geschickt, die rund 330 Gemeinden verpflichtet, sich ein kommunales Energiekonzept zu verpassen. Das Herzstück: Es soll dem Hausbrand, einem wesentlich Verursacher von Feinstaub, der Kampf angesagt werden.

Der Trumpf, der den Hausbrand ausstechen soll, ist die Fernwärme. In den zu erstellenden Energiekonzepten müssen die Gemeinden "jedenfalls die Entwicklungsmöglichkeiten einer Fernwärmeversorgung" prüfen, heißt es in den Erläuterungen zum Entwurf.

Damit soll der Fernwärmeausbau neben der Landeshauptstadt Graz auch in den Gemeinden forciert werden. "In Graz gibt es derzeit 40.000 Kunden", weiß Urs Harnik, Sprecher der Energie Steiermark. Das politische Ziel liegt bei 80.000. In der übrigen Steiermark gibt es derzeit rund 100 dezentrale Heizkraftwerke, teils von Gemeinden, teils von Privaten, teils von der Energie Steiermark selbst betrieben. "Wir haben rund 20 solcher Nahwärme-Systeme, alle mit Biomasse", so Harnik.

Alternativen erlaubt
Dort, wo der Fernwärmeausbau technisch undurchführbar oder wirtschaftlich unzumutbar ist, dürfen sich die Gemeinden Alternativen überlegen. Aber nur dort. Solche Alternativen könnten etwa der Austausch alter Heizkessel sein, wie Werner Fischer, Leiter der Abteilung Umwelt und Raumordnung, sagt.
Für Umweltlandesrat Gerhard Kurzmann (FPÖ) ist die Verordnung "die konsequente Fortführung des bisherigen Maßnahmenkatalogs gegen den Feinstaub. Damit wollen wir die EU überzeugen, das Vertragsverletzungsverfahren einzustellen."

Frischluftschneisen
Zwei weitere Punkte stehen in der Verordnung, die manchen Bürgermeister im Luftsanierungsgebiet in Bedrängnis bringen können. Erstens darf in Gebieten, die als Frischluftschneisen ausgewiesen sind, nichts mehr in Bauland umgewidmet werden. "Diese Zonen sind wichtig für den Luftaustausch und die Kaltluftproduktion", sagt Abteilungschef Fischer.

Zweitens dürfen künftig nur dort Siedlungsschwerpunkte ausgewiesen werden, wo es einen ausreichenden Anschluss an den öffentlichen Verkehr gibt. Das heißt: werktags mindestens vier Kurse pro Tag und Richtung. Damit soll eine weitere Zersiedelung unterbunden werden.


Das ist einmal raumplanerisch ein Schritt in die richtige Richtung, wenn auch Jahrzehnte zu spät - Problem bleibt halt weiterhin, dass die Bürgemeister Baubehörde erster Instanz sind.

Leider sind die Vorgaben für den Öffentlichen Verkehr sehr marginal - mit vier Werktagskursen pro Richtung wird man niemanden hinter dem Ofen hervorholen können (sofern er dann noch einen hat  ;D) - und zusätzliches ÖV-Angebot muss ja auch finanziert werden. Die meisten Gemeinden haben sich ja bis dato erfolgreich dagegen gewehrt. Ich sage nur: ein Zweckverband gehört da her, der das regelt ...

W.
Sanfte Mobilität = Mehr Platz für Menschen statt für Autos

"So viele Dinge kommen zurück und sind wieder "in". Ich kann es kaum erwarten, bis Moral, Respekt und Intelligenz wieder im Trend sind." (Denzel Washington)

Re: Der FEINSTAUB - Thread
Antwort #169
Auch hier was zum Thema: http://www.kleinezeitung.at/steiermark/graz/graz/3548343/dieselabgase-sind-problem-mehr.story

"Dieselabgase sind kein Problem mehr"

Neue Dieselmotoren produzieren laut TU-Professor Hausberger kaum noch Feinstaub. Bei der Fachtagung im Rathaus sind sich aber alle einig: Es braucht weniger Autoverkehr in der Stadt.

Am Ende ziehen doch wieder alle an einem Strang. "In Städten muss der Anteil des öffentlichen Verkehrs (ÖV) steigen, nicht der des motorisierten Individualverkehrs", sagt TU-Professor Stefan Hausberger.

Das, was er davor gesagt hat, hat aber bei der Fachtagung "Weniger Schadstoffe durch weniger Autoverkehr" im Rathaus für Unruhe im Publikum gesorgt. Hausberger: "Die Probleme mit Abgaspartikeln von Dieselmotoren sind praktisch gelöst." Ein neuer Diesel stößt um 95 Prozent weniger Schadstoffe aus als alte. Übersetzt: Wenn man sich nur die Emissionen anschaut, ist Feinstaub kein Thema mehr.

Der TU-Professor legt aber ein Aber nach: Erstens dauert es, bis die alten Dieselautos ausgetauscht sind und zweitens bleibt das Platzproblem auf den verstopften Straßen. "Das können wir mit besseren Motoren nicht lösen. Auch den Energieverbrauch und die CO2-Emissionen können wir so nicht reduzieren."

Spätestens hier hat Umweltstadträtin Lisa Rücker aufgeatmet. Sie hat gemeinsam mit dem Umweltamt zur Tagung geladen. Ihr Wunsch: "Dass wir uns auf Umweltmaßnahmen einigen, die uns im Verkehr weiterbringen und politisch breit getragen werden." Es waren auch die Umweltsprecher aller Parteien dabei. Am Prüfstand standen bekannte Ideen wie Citymaut, autofreie Tage, Umweltzone und Tempolimits.

Citymaut: Bringt eine Verkehrsreduktion von 15 bis 20 Prozent, sagt Karl Reiter von der Forschungsgesellschaft Mobilität (FGM). Für Graz rechnet Hausberger mit einer Reduktion der Emissionen von zehn Prozent.

Autofreier Tag: Bringt laut Hausberger fünf Prozent Emissionsminderung an Werktagen. Die Frage: Kann der ÖV die zusätzliche Masse an Menschen aufnehmen?
Umweltzone: Beschleunigt den Austausch der Autoflotte, ist in Graz aber nach der Bürgerbefragung politisch erledigt.

Tempolimits: Betrachtet man die Emission, ist es egal, ob man in der Stadt mit Tempo 30 oder 50 unterwegs ist, rechnet Hausberger vor. Auf der Autobahn "ist das radikal anders": Tempo 80 senkt die Feinstaubemission um 35 Prozent im Vergleich zu Tempo 130, Tempo 100 um 30 Prozent. Das Professoren-Fazit dazu: "Macht keinen Spaß, hilft aber."

Darüber hinaus gibt es ein weiteres Maßnahmenbündel, den Autoverkehr einzuschränken, weiß Gerald Röschel von der ZIS-P Verkehrsplanung. "Wenn wir massiv etwas verändern wollen, müssen wir auch unpopuläre Maßnahmen treffen." Etwa Sammelgaragen, restriktive Mobilitätsverträge bei Neubauten und generell weniger Parkplätze bei neuen Wohn- und Handelsflächen.

Wer zahlt ÖV-Offensive?
Dabei ist die Reduktion des Autoverkehrs nur der eine Teil. Der zweite ist der Ausbau des ÖV: Wer finanziert das? Für Verkehrsplanungschef Martin Kroißenbrunner ist das "die zentrale Herausforderung". Eine Idee: eine Stellplatzabgabe auf Parkplätze bei Firmen. "84 Prozent aller Pendler parken auf Firmenparkplätzen", sagt Reiter (FGM).

Jetzt ist die Politik am Wort, für welche Maßnahmen sie sich entscheidet.


Die Politik schweigt - wie immer - bei solchen Dingen, man will ja den p. t. autofahrenden Wähler tunlichst nicht verärgert - die NOVA-Erhöhung hat schon genug Staub (sic!) aufgewirbelt!

Und es soll in diesem Forum keiner mehr sagen, dass eine radikale Temporeduktion auf Autobahnen nichts bringt!!!

W.
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Re: Der FEINSTAUB - Thread
Antwort #170
Hier "offizielle Bericht" der Rathauskorrespondenz - leider war der Verkehrsstadtrat nicht anwesend und die Lisa hat zwar "des Pudels Kern" erkannt, aber leider in ihrer Amtszeit nicht genügend Pflöcke eingeschlagen, damit das jetzt auch umgesetzt werden kann.

Lisa Rücker: "Autoverkehr eindämmen"
Tagung über Luftgüte und Verkehr im Grazer Mediacenter

In einem voll besetzten Mediacenter konnten sich am 13. Feber 2014 zahlreiche GemeinderätInnen, Interessensvertretungen und RedakteurInnen lokaler Medien in Sachen Grazer Luftqualität auf den letzten Stand bringen. Eingeladen waren sie von der Grazer Umweltstadträtin Lisa Rücker und dem Umweltamt. Zentrales Thema waren Möglichkeiten zur Luftverbesserung durch Eindämmung des Autoverkehrs. ,,Ich freue mich darüber, dass die übrigen Fraktionen im Rathaus nach einer langen Zeit des Stillstandes wieder bereit sind, ernsthaft über wirkungsvolle Maßnahmen im Verkehrsbereich nachzudenken", so Stadträtin Lisa Rücker.

Ein europäischer Vergleich von DI Karl Reiter (FGM) hat gezeigt, dass die Umweltzone in diesem Raum die am meisten angewendete Maßnahme gegen die in Städten zunehmende Schadstoffbelastung ist. Mit ihr gelingt vor allem eine Reduktion der feinsten Staubpartikel und der giftigen Stickstoffdioxide. Tatsächliche Reduktionen des Verkehrsaufkommens im Sinne weniger gefahrener Autokilometer wurden in jenen Städten erreicht, die sich für Mautsysteme entschieden haben. So konnten London, Stockholm und Göteborg den Autoverkehr um bis zu 20 Prozent reduzieren.

Dass derartige Maßnahmen auch die Entwicklung neuer Fahrzeugtechnologien beschleunigen, bestätigte DI. Dr. Stefan Hausberger vom Institut für Verbrennungskraftmaschinen und Thermodynamik TU-Graz. Er erachtet eine Reduktion der KFZ-Kilometer für notwendig, um die Verkehrsinfrastruktur in Graz vor noch stärkeren Engpässen zu bewahren und den Energieverbrauch und CO2-Emissionen zu senken.

Mag. Thomas Reznicek, der mit der Firma Kapsch bereits in einigen Städten weltweit Mautsysteme umgesetzt hat, berichtete von seinen Erfahrungen. Wofür man sich auch entscheide, ob für Citymaut, Umweltzone oder gezielte Zufahrtsbeschränkungen - wirkungsvoll seien jene Mittel, die den Menschen bereits vor Reisebeginn dazu ermutigen, Alternativen wahrzunehmen. Andernfalls sehe man sich mit Verlagerungseffekten konfrontiert.

Die Verkehrsexperten DI Gerald Röschel und der Abteilungsvorstand der Grazer Verkehrsplanung DI Martin Kroißenbrunner betonten in diesem Zusammenhang, wie wichtig es sei, Anreiz und Beschränkung nicht voneinander getrennt zu sehen. So sei im Bereich der Anreizsysteme in den letzten Jahren in Graz vieles auf Schiene gebracht worden, was für sich alleine aber die notwendige Reduktion nicht gewährleisten könne.

,,Bei diesem Fachgespräch waren sich alle Experten einig, dass Maßnahmen zur Reduktion des Autoverkehrs in der Stadt notwendig sind", fasste Rücker das Wesentliche zusammen. ,,Wir haben heute auch gesehen, mit welchen Maßnahmen es möglich ist und nun liegt es an den Fraktionen im Gemeinderat, auf dieser sachlichen Ebene endlich die notwendigen Beschlüsse zu fassen. Dass wir Grüne dazu bereit sind, ist hoffentlich bekannt. Ich erwarte mir aber, dass jetzt alle an einem Strang ziehen."


Quelle: http://www.graz.at/cms/beitrag/10227755/1618648/

W.
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Re: Der FEINSTAUB - Thread
Antwort #171

Hier "offizielle Bericht" der Rathauskorrespondenz - leider war der Verkehrsstadtrat nicht anwesend [...]


Jetzt im Ernst?

Re: Der FEINSTAUB - Thread
Antwort #172
Auf den Fotos ist er jedenfalls nicht zu sehen - und wenn er da gewesen wäre, hätte er sicherlich ein Statement abgegeben.

Sagt aber eh schon alles - die Lisa ist halt nicht Teil der Koalition ...

W.
  • Zuletzt geändert: Februar 15, 2014, 15:29:10 von Sanfte Mobilität
Sanfte Mobilität = Mehr Platz für Menschen statt für Autos

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Re: Der FEINSTAUB - Thread
Antwort #173
Der Druck wächst: http://www.kleinezeitung.at/steiermark/graz/graz/3550021/feinstaub-hunderter-rigoros-ueberwachen.story

"Feinstaub-Hunderter rigoros überwachen"
Die Asfinag soll die Tempo-100-Beschränkung auf der A 2 zu Feinstaubzeiten zwischen Sinabelkirchen und Lieboch mit der Section Control überwachen, fordert Liebenaus ÖVP-Bezirksvorsteher Karl Christian Kvas. Er tritt aber weiter für einen Modellversuch mit Tempo 80 im Bereich der Stadt Graz ein. Und Kvas unterstützt die aus Lärmschutzgründen geforderte 100er-Beschränkung zwischen Gleisdorf und Graz. "Das Asfinag-Statement, dass die Autobahn für 130 km/h gebaut und der Lärmschutz dem Bau exakt angepasst wurde, ist ein Affront gegen die Anrainer in diesem Autobahnbereich."


W.
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  • Bim
Re: Der FEINSTAUB - Thread
Antwort #174
Allerdings darf niemand sich beschweren, der erst dort hinzog, als dort schon die Autobahn war - jeder wusste im Vorhinein, auf was er sich einlässt, wenn er in die Nähe zur Autobahn zieht (darum wirds das Objekt, Haus, Wohnung, Grundstück - ja auch um einiges billiger gegeben haben).

Beschweren dürfen sich lediglich jene Leute, die schon vor der Autobahn dort waren!

  • Hubert Voller
Re: Der FEINSTAUB - Thread
Antwort #175
Feinstaub: Gratis-,,Öffis" in Paris

Wegen der dramatischen Luftverschmutzung im Großraum Paris können die öffentlichen Verkehrsmittel in der französischen Hauptstadt ab morgen bis Sonntag kostenlos genutzt werden. Die zuständige Behörde begründete heute den Schritt mit den ,,bedeutenden Risiken für die Gesundheit". Bewohner und Touristen können zudem seit heute kostenlos städtische Fahrräder und Elektroautos nutzen. Das soll den Verkehr von Wagen mit Verbrennungsmotor einschränken.

Auf zahlreichen Straßen im Großraum der französischen Hauptstadt gelten zudem besondere Geschwindigkeitsbegrenzungen. Die Stadtverwaltung forderte die Einwohner auf, ihre Autos ganz stehen zu lassen. Sie müssen vorerst keine Parkgebühren zahlen.

Als Hintergrund der hohen Feinstaubkonzentration gilt die aktuelle Wetterlage mit großen Temperaturunterschieden zwischen Tag und Nacht. Sie sorgt dafür, dass es deutlich weniger als sonst zu einem Austausch der Luftschichten kommt, der normalerweise für eine Verteilung der Schadstoffe sorgt. Neben Paris sind derzeit zahlreiche weitere Städte und Gemeinden in Frankreich betroffen.

Quelle: http://news.orf.at/stories/2221956/

Stadtrat Mag. (FH) Mario Eustacchio und Landesrat Dr. Gerhard Kurzmann sollten sich ein Beispiel nehmen. (Gilt natürlich auch für die gesamte Stadt bzw. Landesregierung)

l.g. rellov
Es ist besser, ein Licht zu entzünden, als über die Dunkelheit zu fluchen.

  • Martin
  • Global Moderator
  • Styria Mobile Team
Re: Der FEINSTAUB - Thread
Antwort #176
Diesmal hatte der Staub keine Chance

Während Frankreich mit Fahrverboten kämpft, haben die Steirer im vergangenen Winter ihre bisher mildeste Feinstaubsaison erlebt. Verantwortlich dafür war großteils das Wetter.

Die Grande Nation steht kopf - oder teils still, denn wegen der Luftbelastung im Großraum Paris sind gestern Fahrverbote für Autos und Motorräder verhängt worden. Die kurzfristig ausgerufenen "Gratis-Öffis" hatten nicht den erhofften Erfolg gebracht. Auch in Städten wie Lyon oder Le Mans explodierten aktuell die Feinstaubwerte.

993 Kilometer Luftlinie von Paris entfernt ist das Bild in Österreichs Feinstaubhochburg Graz konträr: Die Feinstaubsaison (15. November bis 15. März) hatte diesmal fast Bilderbuchcharakter. So gab es in Graz-Süd um 13 Feinstaubtage weniger als in der Saison 2012/2013. Und in Leibnitz, das zu den meistbelasteten Städten Österreichs zählt, waren es sogar 24 Tage mit "dicker Luft" weniger. Ein Erfolg des "Luftreinhalteprogramms", das unter anderem auf Fernwärme setzt?

Nur zu einem geringen Teil, sind sich Experten einig. "Natürlich bringen die Maßnahmen etwas, aber das Wetter war in diesem Fall sicher bestimmend", sagt Andreas Schopper von der Luftgüteüberwachung des Landes. So hat der Winter derart viele Adriatiefs gebracht wie lange nicht. "Das hat dazu geführt, dass sich die Luftmassen ständig ausgetauscht haben und sich kaum Inversionswetterlagen bilden konnten", erläutert Schopper.

Das Resultat ist an den Messstellen abzulesen: Mehr als 35 Tage mit Grenzwertüberschreitungen hat es nirgends gegeben. Für die Vorgaben der Europäischen Union, die genau so viele Überschreitungstage maximal zulassen, zählt allerdings nicht die Wintersaison, sondern das Kalenderjahr. "Mit ein bisschen Glück zum Jahresende kann es heuer aber gelingen, dass wir erstmals die EU-Vorgaben erfüllen. Und das, ohne nachträglich den Beitrag der Splittstreuung abzuziehen", sagt Schopper.

Vorerst einmal ist es mit der ärgsten Feinstaubbelastung vorbei. Der Frühling hat sauberere Luft im Gepäck, wenngleich der teils noch nicht eingekehrte Streusplitt die Werte etwas trübt. "Das Schlimmste ist aber überstanden", meint Schopper.

Zurücklehnen können sich die Grazer und Steirer freilich nicht. Die Karte der Sanierungsgebiete - das sind Teile der Obersteiermark sowie fast alle Regionen südlich von Graz - wird bis Herbst überarbeitet. Auch das "Luftreinhalteprogramm" wird evaluiert: Das Laubbläser-Verbot für Graz (ab 1. Oktober) dürfte erst der Anfang sein. Allerdings: Von Fahrverboten Marke Paris hält der Grazer Verkehrsstadtrat Mario Eustacchio (FPÖ) nichts (siehe Interview unten).



"Das Auto hat nur einen minimalen Anteil"

Paris reagiert konsequent auf die Feinstaubplage und sperrt die Autofahrer aus: Wäre das auch für Graz eine Option?

MARIO EUSTACCHIO: Nein, absolut nicht. Diese Maßnahme bringt in Graz viel zu wenig, als dass man sie umsetzen sollte.

In Graz würden Fahrverbote also nichts bringen?

EUSTACCHIO: Genau, diese Fahrverbote sind der falsche Ansatz. Unser Feinstaubproblem ist hauptsächlich durch unsere Beckenlage gegeben. Man kann die einzelnen Städte einfach nicht vergleichen.

Aber auch politische Mitbewerber in Graz argumentieren anders - und zwar mit Fahrverboten.

EUSTACCHIO: Wir haben bisher zugelassen, dass wir alle Maßnahmen nur über einen Verursacher definiert haben - das Auto. Aber es ist längst erwiesen, dass das Auto nur einen minimalen Anteil am ganzen Problem hat.

Woran liegt es dann?

EUSTACCHIO: Da gibt es in Graz mehrere Faktoren, auch das Wetter. Wenn wir vom Süden her unsere Emissionen aus dem Umland hereinbekommen, würde es nicht einmal helfen, wenn es in Graz Fahrverbote gäbe.
INTERVIEW: DIDI HUBMANN

Feinstaublimits

Limit Österreich: Hierzulande sollen laut Gesetz maximal 25 Belastungstage im Jahr anfallen.

Limit EU: Bis zu 35 Feinstaubtage im Jahr sind laut EU legitim.

Feinstaubtag: Die Luftbelastung liegt im Tagesschnitt bei mehr als 50 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft.

Strittig ist die Zählung: So erlaubt Brüssel, die Belastung durch Streusplitt und Sahara-Staub nachträglich herauszurechnen. Die Limits werden bei uns dennoch kaum eingehalten.


GÜNTER PILCH, THOMAS ROSSACHER

Quelle: http://www.kleinezeitung.at/steiermark/graz/graz/3577840/diesmal-hatte-staub-keine-chance.story
GLG
Martin

Re: Der FEINSTAUB - Thread
Antwort #177
Zitat

EUSTACCHIO: Genau, diese Fahrverbote sind der falsche Ansatz. Unser Feinstaubproblem ist hauptsächlich durch unsere Beckenlage gegeben. Man kann die einzelnen Städte einfach nicht vergleichen.


Ja genau! Deshalb muss die leidige Beckenlage von Graz nun endlich der Vergangenheit angehören!
Der Empedokles (ital. Empedocle) ist ein Unterwasservulkan in der Straße von Sizilien. Die höchste Erhebung liegt rund 7 bis 8 Meter unter der Meeresoberfläche. Ein starker Ausbruch des Empedokles könnte einen Tsunami auslösen.

  • Ch. Wagner
Re: Der FEINSTAUB - Thread
Antwort #178

Sagt aber eh schon alles - die Lisa ist halt nicht Teil der Koalition ...


Es freut mich, daß du Frau Rücker so gut kennst, daß du mit ihr per du bist.
Allerdings hättest du dann auch wissen können, daß Frau Rücker Stadträtin für Gesundheit, Umwelt und Kultur ist. Seit über einem Jahr.

LG! Christian
Weil ich angeblich unhöflich bin:
"Denkt daran, das Schwein von heute ist der Schinken von morgen"
(Mathias Beltz)

"pungitius pungitius"

  • Stipe
Re: Der FEINSTAUB - Thread
Antwort #179
Frau Rücker - obwohl mit mir ihr schnell per du sein kann - ist zwar Stadträtin, aber nicht Teil der de facto Koaltion zwischen SP, VP und FP, weil dort die Grünen eben nicht dabei sind. Passt ja eh.