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Thema: Verwahrloste Gebäude bzw. Objekte (32409-mal gelesen) Vorheriges Thema - Nächstes Thema

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  • FlipsP
Re: Verwahrloste Gebäude bzw. Objekte
Antwort #75
Eben. Aber es gibt auch Gebäude die dann eben nicht kulturell bedeutend sind oder zu denen es geteilte Meinungen gibt. Das meine ich. Wie du sagst: Da gibt es mehrere Ansätze, wonach man das bewerten kann, oft ist es aber nur ,,es ist alt" und mir reicht das einfach nicht.

Wie gesagt - fachlich - gibt es da eigentlich keine zwei Meinungen und da geht es nicht um die Frage, ob das Gebäude "alt" ist.

Da ich in dieser Branche teilweise tätig bin bzw die ,,streife", weiß ich, dass es ganz klar auch fachlich mehrere Meinungen geben kann. ,,Alt" ist dort wahrlich nicht wichtig, sehr wohl aber bei der ,,früher war alles besser"-Fraktion und dort liegt ja meiner Meinung nach der Hund begraben.

Zitat
Zitat
Wenn man alles erhalten würde, kann man die Nachverdichtung der Stadt vergessen. Die ist aber extrem wichtig.

Ich sehe da keinen Widerspruch. Dazu kommt noch das Thema Revitalisierung. Schau doch einmal ein paar Häuser weiter, was z. B. im Bereich Palais Meran passiert ist (MUMUK etc.) oder zur Reiterkaserne. Nachverdichtung geht auch in Verbindung mit vorhandener Bausubstanz.


Zitat
Ich denke, den meisten ist es ziemlich egal, ob St. Peter oder Baierdorf Vororte waren, denn jetzt sind sie Stadtteile von Graz. Ob diese Stadtteile ein Recht auf Zeitzeugen haben oder nicht, will ich nicht beurteilen. Darum geht es auch gar nicht.

Doch darum geht es. Das gilt für das Girardihaus und für die Ortskerne in den Vororten. Man möge sich einmal den "neuen" Ortskern in Waltendorf anschauen. Ich weiß nicht, man kann über Geschmack gerne streiten, aber das ist schon ein wirklicher "Volltreffer"!

W.

Gerade der Ortskern in Waltendorf (also rund um die neue ÖWG Siedlung und das ehemalige Kotzbeck-Loh Gelände?) wurde meiner Meinung nach extrem aufgewertet. Jetzt sollte man nur noch versuchen am Gelände des Billa etwas zu entwickeln. Man merkt schon heute, dass dort mehr los ist.

Wenn man über Geschmack streiten kann, kann man nicht im nächsten Halbsatz schreiben, dass man man darüber nicht streiten kann....
Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!  ;)

Re: Verwahrloste Gebäude bzw. Objekte
Antwort #76
Wenn man über Geschmack streiten kann, kann man nicht im nächsten Halbsatz schreiben, dass man man darüber nicht streiten kann....

Auch das ist kein Widerspruch. Selbstverständlich darf man eine andere Meinung haben, was aber nicht bedeutet, dass die Meinung fachlich "richtig" ist.

Und zu Waltendorf: ob da jetzt mehr oder weniger los ist, bleibt unerheblich. MMn hätte man dort viel mehr aus Chance machen müssen, einen "Ortskern" zu erfinden (den es dort aufgrund der Struktur nie gegeben hat). Das Ergebnis ist leider ziemlich ernüchternd und das hat nix mit "früher war alles besser" zu tun.

W.
"Es gehört nicht zum Begriff der Demokratie, dass sie selbst die Voraussetzungen für ihre Beseitigung schafft. Man muss auch den Mut zur Intoleranz denen gegenüber aufbringen, die die Demokratie gebrauchen wollen, um sie umzubringen"
(Carlo Schmid, SPD, 1948)

  • Ch. Wagner
Re: Verwahrloste Gebäude bzw. Objekte
Antwort #77
Früher war auch Ruckerlberg eine eigene Gemeinde, ehe diese zu Waltendorf kam. Waltendorf selber kam 1938 zu Graz.

Dem Ausbau des "Zentrum Waltendorf" wurde die unter Denkmalschutz stehende Trainkaserne aus der Monarchie geopfert. Zuletz war eine Werkstatt drin, die Wände und Decke wurde aber nicht verändert. Da hätte man etwas Schönes draus machen können.
Warum sich ganz Graz so um das Girardi Haus reißt und nicht etwa um diese schöne Gebäude, ist mir nicht ganz klar.

Zwei Bilder von Joef Kuwasseg zeigen das Graz vor 150 Jahren (jo eh, das Büdl könnte a bissi besser sein, aber dazu hätte ich es entrahmen müssen).
Weil ich angeblich unhöflich bin:
"Denkt daran, das Schwein von heute ist der Schinken von morgen"
(Mathias Beltz)

"pungitius pungitius"

  • Torx
Re: Verwahrloste Gebäude bzw. Objekte
Antwort #78
Zitat von: FlipsP
Da gibt's einen ganz wesentlichen Unterschied: Der heutige Stil ist geprägt davon, dass die Arbeitszeit teuer ist und das Material billig. Das war früher genau umgekehrt. Außerdem war eine längere Nutzungsdauer geplant, heute werden ja Gebäude hingestellt die sich in 7 Jahren amortisiert haben.
Und? Das ist eben der heutige Stil. Ich traue mich zu wetten, dass man in 50-100 Jahren auch diese Gebäude unbedingt erhalten möchte. Die ,,früher war alles besser"-Fraktion wird sich schon darum kümmern.

Nein. Sieht man ja bei den 60er und 70er-Jahre Zweckbauten. Denen traut außer wenigen Beispielen auch niemand nach.

Und das nächste wäre die Frage der Nachhaltigkeit. Irgendwelche Styroporverschalungen (also künftiger Sondermüll) bei Häusern die gar nicht so lange ausgelegt sind, wie der Bestand, der schon dasteht, sind auch nicht nachhaltig.


Zitat
Ich denke, den meisten ist es ziemlich egal, ob St. Peter oder Baierdorf Vororte waren, denn jetzt sind sie Stadtteile von Graz.

Mit dem Argument sind dann die Spuren der Inkas auch egal...

Zitat von: FlipsP
,,Alt" ist dort wahrlich nicht wichtig, sehr wohl aber bei der ,,früher war alles besser"-Fraktion und dort liegt ja meiner Meinung nach der Hund begraben.

Das stimmt ja nicht. Für die meisten Leute, die nicht vom Fach sind ist meistens die historisierte Verbauung am Spektakulärsten, d.h. die Herz-Jesu-Kiche spektakulärer als die Leechkirche, oder die Burg Kreuzenstein spektakulärer als die Burg Hochosterwitz (vom Gebäude her), aber gerade diejenigen, die vom Fach sind, wissen dass der Unterschied in den Jahrhunderten dazwischen liegt.

Zitat
Gerade der Ortskern in Waltendorf (also rund um die neue ÖWG Siedlung und das ehemalige Kotzbeck-Loh Gelände?) wurde meiner Meinung nach extrem aufgewertet. Jetzt sollte man nur noch versuchen am Gelände des Billa etwas zu entwickeln. Man merkt schon heute, dass dort mehr los ist.
Natürlich kann man auch ein Einkaufscenter wie in Seiersberg hinstellen, dann ist auch was los. Wenn einem das genauso gut gefällt wie ein revitalisierter Ortskern, dann hat man den Fokus eben wo anders, aber dann sollte man nicht so tun als ob das Land eine Kulturnation wäre.

Bevor du jetzt wieder mit alt gegen neu polarisierst: Es gibt auch moderne Architektur (zum Beispiel in Kopenhagen, Amsterdam, etc.) die mir gefällt. Aber für den Schrott in Waltendorf muss man einen Ortskern wirklich nicht demolieren.

  • Torx
Re: Verwahrloste Gebäude bzw. Objekte
Antwort #79
Dem Ausbau des "Zentrum Waltendorf" wurde die unter Denkmalschutz stehende Trainkaserne aus der Monarchie geopfert.

Unter Denkmalschutz war die meines Wissens nicht (es sei denn, dass der vor Jahren aberkannt wurde). Die Bauwerke mit Denkmalschutz in Waltendorf halten sich ziemlich in Grenzen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_denkmalgesch%C3%BCtzten_Objekte_in_Graz/Waltendorf

Das Probelm ist, dass man neue Schutzzonen verabsäumt (bzw. bewusst verschoben) hat. Nach der Einführung der Schutzzonen in den 80er hat sich nicht viel getan. Waltendorf war damals nicht dabei, und der stark aufkommenden Bautätigkeit dort hat man erst 2020 mit einer Erweiterung im Villenviertel Rechnung getragen, aber das war für den Ortskern schon zu spät.

  • flow
Re: Verwahrloste Gebäude bzw. Objekte
Antwort #80
Bevor du jetzt wieder mit alt gegen neu polarisierst: Es gibt auch moderne Architektur (zum Beispiel in Kopenhagen, Amsterdam, etc.) die mir gefällt. Aber für den Schrott in Waltendorf muss man einen Ortskern wirklich nicht demolieren.

Jo, und auch zB das Zaha-Hadid-Haus (vulgo Argos, vulgo Kommod) gefällt mir zB gut. Über den Abriss des Altbestandes an sich braucht man eh nicht diskutieren denke ich und hier wurde wenigstens ein (für mich) architektonisch interessanter Neubau geschaffen.  Und eben nicht so eine 0815-Schachtel wie zB in der Heinrichstraße (wo ja hier auch vor kurzem drüber diskutiert wurde).

Morteratsch - fermeda sün dumanda

  • PeterWitt
Re: Verwahrloste Gebäude bzw. Objekte
Antwort #81
Also, ich finde das Zaha-Hadid-Haus zum Beispiel potthässlich, aber eben positiv ausgefallen  und damit ok. Wer interessante, einzigartige und wiedererkennbare moderne Architektur (und da ist durchaus auch schon 30 oder 40 Jahre altes dabei) sucht ist zB in Rotterdam gut aufgehoben. Da kann man in Graz vielleicht noch das Kunsthaus, das ReSoWi und das Zaha Hadid Haus als annähernd ebenbürtig hinzuzählen.
Es spricht ja nichts gegen qualitative moderne Architektur als Contrapunkt da und dort, aber eben plan- gesichts- und geschmacklose Einheitsbrei-Architektur als Einweg-Spekulantenobjekte kann man getrost irgendwo am Acker hinstellen, ein urbaner Raum hat sich aber weit mehr verdient.

Re: Verwahrloste Gebäude bzw. Objekte
Antwort #82
Da gibt es in Graz schon noch Einiges, z. B. die neuen Glashäuser (und schön, dass die alten jetzt endlich saniert werden), die StadthalleHalle A, der neue Bahnhofstunnel (Brunel-Award)/Friendly-Alien/Bahnsteigüberdachung, Theater im Palais/MUMUK, die Mursinsel, Wohnsiedlung Nordberggasse (Grazer Schule!), neuer Eingangsbereich Joanneum, die neue Uni-Bibliothek und da könnte man noch Einiges im Wohnbereich (SmartCity, Reininghaus) nennen.

W.
"Es gehört nicht zum Begriff der Demokratie, dass sie selbst die Voraussetzungen für ihre Beseitigung schafft. Man muss auch den Mut zur Intoleranz denen gegenüber aufbringen, die die Demokratie gebrauchen wollen, um sie umzubringen"
(Carlo Schmid, SPD, 1948)

  • Torx
Re: Verwahrloste Gebäude bzw. Objekte
Antwort #83
Und eben nicht so eine 0815-Schachtel wie zB in der Heinrichstraße (wo ja hier auch vor kurzem drüber diskutiert wurde).

Also unabhängig von der Diskussion, dass man mit manchem Altbau behutsamer umgehen könnte:
Meiner Meinung nach sind die Neubauten die in den ASVK-Zonen entstehen wesentlich besser als das was außerhalb dieser Zonen passiert.  Wenn man so ein Gremium als Gestaltungsbeirat (den gibt es zwar, aber ohne merkbarer Wirkung) für die ganze Stadt hätte, würde es auch bei Stadteinfahrten wie der Plüddemanngasse besser aussehen. Was man dort wieder hinstellt ist genauso grauslich wie das nichtssagende Polizeigebäude.

Wir sind jetzt allerdings schon vom Thema weg, vielleicht kann man die Beiträge in einen neuen Thread verschieben.

Re: Verwahrloste Gebäude bzw. Objekte
Antwort #84
On Topic zu nennen wäre wohl fast die gesamte Annenstrasse. Trotz aller Ankündigungen ... irgendwie wird das nichts seit Jahrzehnten.

  • PeterWitt
Re: Verwahrloste Gebäude bzw. Objekte
Antwort #85
On Topic zu nennen wäre wohl fast die gesamte Annenstrasse. Trotz aller Ankündigungen ... irgendwie wird das nichts seit Jahrzehnten.
Die Annenstraße braucht mMn eine Initialzündung, ein komplettes Reboot - zB. als schön gestaltete Fußgängerzone. Siehe z.B. die innere Mariahilferstraße in Wien. Dann würde so mancher vor allem bei schönen Wetter wohl auch mal zu Fuß vom HBF in die Innenstadt gehen - und wenn dann auch der eine oder andere schöne Gastgarten lockt, dann kehrt man auch ein. Klar, Gastro ist nicht alles, aber wenn man sich dort wohl fühlt, dann verweilt man bzw. kommt wieder - und davon profitieren auch die Geschäfte, die dann hoffentlich wieder in Qualität wie Quantität zulegen.

Da gibt es in Graz schon noch Einiges, z. B. die neuen Glashäuser (und schön, dass die alten jetzt endlich saniert werden), die StadthalleHalle A, der neue Bahnhofstunnel (Brunel-Award)/Friendly-Alien/Bahnsteigüberdachung, Theater im Palais/MUMUK, die Mursinsel, Wohnsiedlung Nordberggasse (Grazer Schule!), neuer Eingangsbereich Joanneum, die neue Uni-Bibliothek und da könnte man noch Einiges im Wohnbereich (SmartCity, Reininghaus) nennen.
Ja, das stimmt schon - auch die Siedlung am Prof. Franz Spath-Ring würde ich dazu zählen, oder die 80er Jahre Siedlung Dreierschützengasse/Alte Poststraße, aber das ist jetzt nicht das, was generell mal so in Baulücken gestellt wird.
Bei der Nordberggasse war ich zunächst eher irritiert, was da so toll sein soll - das war für mich immer nur das ehem. Altenheim "Marianne" und das benachbarte Lokal - als Gesamtkomplex für mich eher genau das Gegenteil von Vorbild - aber ein Blick auf Maps hat mich eines besseren belehrt ;-)

Um wieder zum Thema zurück zu kommen - ein weiterer Aspekt ist mMn, dass man zusammenhängende ortstypische Ensembles bestmöglich nicht zerstören sollte - so wie z.B. die Häuserzeile Leonhardstraße 88-98. Klar, das sind absolute 0815 Vorstadthäuser, die es früher zuhauf gab, und in heutiger Zeit nahezu anachronistisch angesichts der m²-Preise in dieser Lage. Aber, wo gibt es sonst noch in Graz ein solch zusammenhängendes Zeitzeugnis der Vorstadt? Und ich denke, eine allfällige Verdichtung wäre auch im reichlich vorhandenen Innenhof möglich - zum Glück sehe ich da aber im Moment keine Gefahr.
Was übrigens auch interessant ist, wenn wir schon in dieser Gegend sind: das Gebäude um die Ecke am Reiterweg (das mit dem Copy-Shop) war früher einmal eine KFZ-Werkstatt bzw. Garage. In den 80er Jahren war es komplett verfallen, z.T. wuchsen Bäume daraus hinaus, das Flachdach teilweise eingestürzt, Wasser floss überall durch - eine absolute Abbruchbude. Aber, was wurde gemacht? Das Haus wurde entkernt (so man ein quasi leerstehendes Gerippe überhaupt noch entkernen kann) und saniert, einer neuen Nutzung als Wohn- und Bürohaus zugeführt sowie um 1 Stockwerk aufgestockt.
Nicht, dass ich es nicht verstanden hätte, wenn man den Bestand abgerissen hätte (im Gegenteil, ich hätte es für logisch gefunden), bzw. dass ich dem Haus nachgetrauert hätte - aber es zeigt, was alles möglich ist, wenn man bloß will.



  • Ch. Wagner
Re: Verwahrloste Gebäude bzw. Objekte
Antwort #86
A poa Büdln:
Das Giradihaus, wie es war, die Trainkaserne Waltendorf, Jakominiplatz
Weil ich angeblich unhöflich bin:
"Denkt daran, das Schwein von heute ist der Schinken von morgen"
(Mathias Beltz)

"pungitius pungitius"

  • FlipsP
Re: Verwahrloste Gebäude bzw. Objekte
Antwort #87
Wenn man über Geschmack streiten kann, kann man nicht im nächsten Halbsatz schreiben, dass man man darüber nicht streiten kann....

Auch das ist kein Widerspruch. Selbstverständlich darf man eine andere Meinung haben, was aber nicht bedeutet, dass die Meinung fachlich "richtig" ist.

Und zu Waltendorf: ob da jetzt mehr oder weniger los ist, bleibt unerheblich. MMn hätte man dort viel mehr aus Chance machen müssen, einen "Ortskern" zu erfinden (den es dort aufgrund der Struktur nie gegeben hat). Das Ergebnis ist leider ziemlich ernüchternd und das hat nix mit "früher war alles besser" zu tun.

Das stimmt! Es wäre viel mehr gegangen. Aber mit der Waltendorfer Straße mitten durch den "Ortskern" wird das auch schwer. Natürlich wäre mehr drin gewesen, aber es ist nicht schlecht was man erhalten hat.


Zitat von: FlipsP
Da gibt's einen ganz wesentlichen Unterschied: Der heutige Stil ist geprägt davon, dass die Arbeitszeit teuer ist und das Material billig. Das war früher genau umgekehrt. Außerdem war eine längere Nutzungsdauer geplant, heute werden ja Gebäude hingestellt die sich in 7 Jahren amortisiert haben.
Und? Das ist eben der heutige Stil. Ich traue mich zu wetten, dass man in 50-100 Jahren auch diese Gebäude unbedingt erhalten möchte. Die ,,früher war alles besser"-Fraktion wird sich schon darum kümmern.

Nein. Sieht man ja bei den 60er und 70er-Jahre Zweckbauten. Denen traut außer wenigen Beispielen auch niemand nach.

Und das nächste wäre die Frage der Nachhaltigkeit. Irgendwelche Styroporverschalungen (also künftiger Sondermüll) bei Häusern die gar nicht so lange ausgelegt sind, wie der Bestand, der schon dasteht, sind auch nicht nachhaltig.

Auch hier wird das Trauern der genannten Fraktion noch kommen, davon bin ich überzeugt.

Zur Nachhaltigkeit: Ja, da hast du vollkommen Recht! Nur ist das nicht nur bei den "Zweckbauten" so, sondern leider fast überall.

Zitat
Zitat
Ich denke, den meisten ist es ziemlich egal, ob St. Peter oder Baierdorf Vororte waren, denn jetzt sind sie Stadtteile von Graz.

Mit dem Argument sind dann die Spuren der Inkas auch egal...

Whataboutism pur.

Zitat
Zitat
Gerade der Ortskern in Waltendorf (also rund um die neue ÖWG Siedlung und das ehemalige Kotzbeck-Loh Gelände?) wurde meiner Meinung nach extrem aufgewertet. Jetzt sollte man nur noch versuchen am Gelände des Billa etwas zu entwickeln. Man merkt schon heute, dass dort mehr los ist.
Natürlich kann man auch ein Einkaufscenter wie in Seiersberg hinstellen, dann ist auch was los. Wenn einem das genauso gut gefällt wie ein revitalisierter Ortskern, dann hat man den Fokus eben wo anders, aber dann sollte man nicht so tun als ob das Land eine Kulturnation wäre.

Bevor du jetzt wieder mit alt gegen neu polarisierst: Es gibt auch moderne Architektur (zum Beispiel in Kopenhagen, Amsterdam, etc.) die mir gefällt. Aber für den Schrott in Waltendorf muss man einen Ortskern wirklich nicht demolieren.

Wo habe ich geschrieben, dass am "Ortskern" von Waltendorf ein Einkaufszentrum gebaut werden soll?
Einen revitalisierten Ortskern hätte es dort nicht geben können, da davor dort nur eine Kreuzung war.
  • Zuletzt geändert: Dezember 06, 2020, 12:43:00 von FlipsP
Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!  ;)

Re: Verwahrloste Gebäude bzw. Objekte
Antwort #88
Auf den letzten Seiten kommt sehr oft der Begriff "0815" vor.
Diesen Begriff zu verwenden bedeutet, dass man sich das Nachdenken über etwaige Hintergründe, warum etwas wann und wie gemacht wurde, ersparen kann/will. Stülpt man das "0815-Sein" über alle aktuellen und historischen Zeiträume, kann man sich gleich aller anderen Meinungen entledigen, zB die einer dubiosen "Gestern war alles besser! - Fraktion" (Wer oder was ist das? Einen User dieser Fraktion habe ich hier noch nicht bei einer Diskussion erlebt, aber vielleicht bin ich noch zu kurz dabei).
Ein derartiges Zustandekommen von einer Meinung ist daher keineswegs weitsichtig, eher schon kurzsichtig und einfältig.

Jeder ist das, was er ist, aufgrund seiner Vorfahren. Und darauf baut jede Gesellschaft auf - Ein einfaches und äußerst verkürzt dargestelltes Beispiel: Zuerst hat Eine/Einer das Rad erfunden. Viel später hat ein anderer, jedenfalls ein Nachfahre, einen Motor erfunden. Und aufgrund der beiden Erfindungen können heute alle (Nachfahren!), die es wollen, Auto fahren ...

Dieser historische Zusammenhang gilt natürlich auch für Bauten: Es ist natürlich nicht ohne Belang für die (bauliche) Entwicklung einer Stadt, ob einstige Vororte nun Teil der Stadt sind, weil sie eingemeindet wurden.

Es ist klar, dass nicht jedes Gebäude erhaltenswert sein muss. Das stellt ja auch keiner in Frage. Wie schon mehrmals gesagt, ist jedoch die Grazer Methode, wie ein Haus zu einem Abriss "vorbereitet" wird, zu hinterfragen. Da sind die Verantwortlichen der Stadtregierung am Zug! Solange ein Hauseigner ein (eventuell historisch bedeutsames) Gebäude ungestraft verfallen lassen kann, bis die Stadt den Abbruch wegen "Gefahr im Verzug" oder "Unwirtschaftlichkeit einer Sanierung" genehmigt, läuft etwas falsch - vor allem deshalb, wiel die genannte Unwirtschaftlichkeit vom Eigentümer vorsätzlich herbeigeführt wurde.
Und ob im Falle des "Girardi-Hauses" etwas Besseres nachfolgen wird, bezweifle ich. Das gefällige bestehende Gesamtensemble wird mit dem Abriss jedenfalls nachhaltig zerstört!