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Thema: Die Metropole, die Graz Paroli bieten könnte (10949-mal gelesen) Vorheriges Thema - Nächstes Thema

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  • Michael
  • Styria Mobile Team
Die Metropole, die Graz Paroli bieten könnte

Die Metropole, die Graz Paroli bieten könnte

Die Städte Leoben, Bruck an der Mur und Kapfenberg samt Umland als eigene Großgemeinde? Landeshauptmann Franz Voves hat einen Nachdenkprozess eingeleitet.
Ein gemeinsamer Zentralraum in der Obersteiermark mit der Achse Leoben-Bruck-Kapfenberg könnte zur Region "Graz-Nord" werden




"Haut's euch doch auf ein Packel und denkt's nach" - mit diesen deftigen Worten hat Landeshauptmann Franz Voves jüngst beim SPÖ-Landesparteitag die Städte Leoben, Bruck und Kapfenberg zum Zusammenschluss aufgefordert - und natürlich würden auch die kleineren Umlandgemeinden in dieser Großgemeinde aufgehen.

Damit hätte man die zweit-, die dritt- und die viertgrößte Stadt der Steiermark zu einer Gemeinde vereint. Inklusive der Umlandgemeinden von St. Peter-Freienstein bis St. Lorenzen im Mürztal wäre dies eine Gemeinde mit 76.730 Einwohnern und damit ein potentes Gegengewicht zu Graz und dem Speckgürtel rundum.

Die Landeshauptstadt und ihr Umland wirken wie ein Magnet und saugen dem Mur-Mürztal junge, gut ausgebildete Leute ab, was der Obersteiermark einen besorgniserregenden Bevölkerungsschwund beschert. Eine Großgemeinde mit drei starken Städten wäre für Investoren ein Angebot, das man nützen könnte, um neue Arbeitsplätze zu lukrieren und junge Menschen in der Region halten zu können - auch Absolventen der Montanuniversität Leoben und der Fachhochschule Kapfenberg. Ein gemeinsamer Zentralraum in der Obersteiermark mit der Achse Leoben-Bruck-Kapfenberg könnte zur Region "Graz-Nord" werden, wie es Leobens Bürgermeister Matthias Konrad schon seit Jahren plakativ ausdrückt. Ganz neu ist die Vision dieses Zentralraumes allerdings nicht. In einer Studie des Städtebundes und der Statistik Austria aus dem Jahr 2010 spricht man von einer gemeinsamen Kernzone Leoben mit den Städten Bruck und Kapfenberg samt Umlandgemeinden.


Zusammenarbeit

Viele Institutionen agieren schon seit Jahren und ganz selbstverständlich in diesem Zentralraum. So ist die Baubezirksleitung Bruck für drei Bezirke zuständig, die Landeskrankenhäuser Leoben und Bruck haben bereits einen gemeinsamen ärztlichen Leiter und ein Schwerpunktkonzept für die Großregion. Auch in Sachen Tourismus geht man mit der "Hochsteiermark" Hand in Hand, und das Landesgericht Leoben ist für die gesamte Obersteiermark zuständig. Die Bauernkammer schlägt in die gleiche Kerbe und agiert künftig von Bruck aus.

Kräfte, die jetzt in Partikularinteressen gegeneinander eingesetzt werden, könnten damit gebündelt und umso effizienter genützt werden. Ob Raumplanung, Wohnbau, Kulturprogramm oder Betriebsansiedelungen - wenn ein übergeordnetes Konzept vorhanden wäre, könnte auch der Blick in die Zukunft wesentlich konkreter sein. Ganz abgesehen von den Einsparungen, die eine Zentralverwaltung und eine zentrale politische Führung mit sich bringen. Derzeit ist es so, dass sich vor allem die Städte ihre Infrastruktur nicht mehr leisten können, ob Fachhochschule, Stadttheater oder Sportanlagen. Eine 77.000-Einwohner-Gemeinde wäre die siebentgrößte Stadt Österreichs und könnte zweifellos eine Menge sparen.


Brisante Fragen

Geht man an einen derart großen Wurf ernsthaft heran, wartet allerdings eine Fülle an Detailfragen. Fragen mit sachlicher und emotionaler Brisanz: Wo wird der Sitz der künftigen Gemeinde sein? Werden beim Gerangel um Posten und Funktionen die Kleingemeinden überhaupt noch Gehör finden? Werden auch Feuerwehren, Sportvereine und Musikkapellen durchrationalisiert und ihnen Fusionen nahegelegt? Und überhaupt: Was heißt das für die Bevölkerung? Was würde sich für sie ändern?

Die Menschen wollen hohe Wohnqualität, ein gutes Angebot bei Shopping, Freizeit und Kultur, kurze Wege zur Ausbildungsstätte und zum Arbeitsplatz und generell eine gute Infrastruktur, von den Straßen bis zur Kinderbetreuung. Wie wichtig ihnen die Erhaltung der eigenen Gemeinde für ihr Heimatgefühl und ihre Identität ist, darüber gibt's nur Vermutungen.

Die Politik jedenfalls hat sich bisher von derart kühnen Plänen nicht begeistern lassen. Der Ball liegt dabei vor allem bei den Städten. Nun sind aber zwei der drei Bürgermeister in einem Alter, in dem ein Antreten bei der Gemeinderatswahl 2015 zumindest fraglich ist: Bernd Rosenberger (Bruck) ist dann 67, Konrad 71. Und auch Brigitte Schwarz (51) aus Kapfenberg hat unlängst gesagt, bei Fusionen werde man auch die politische Führung erneuern müssen. Sollte ein großer Wurf kommen, ist also die nächste Generation gefordert.


Quelle + Grafik: http://www.kleinezeitung.at/steiermark/2971049/metropole-graz-paroli-bieten-koennte.story
LG Michael, vormals PM  |  Styria-Mobile

  • kroko
Re: Die Metropole, die Graz Paroli bieten könnte
Antwort #1
Absurder geht's nicht mehr.

  • Bumsti
Re: Die Metropole, die Graz Paroli bieten könnte
Antwort #2
Was soll schon vom Voves kommen, der hat ja nicht einmal ein vernüftigen Pass beim Eishockey zustandegebracht.
You only live once. But if you have lived like I have, once is enough. ( Frank Sinatra )

Re: Die Metropole, die Graz Paroli bieten könnte
Antwort #3
Ich finde, dass ist ein guter und richtiger Ansatz und absolut nicht absurd.


Was soll schon vom Voves kommen, der hat ja nicht einmal ein vernüftigen Pass beim Eishockey zustandegebracht.


Guten Morgen, warst du damals dabei??? - der Herr Landeshauptmann ist mit dem ATSE immerhin zwei Mal österreichischer Meister geworden, dass hat der liebe Herr Kartnig mit seinem EC Graz und vielen Millionen ja nicht geschafft :-)

W.
"Es gehört nicht zum Begriff der Demokratie, dass sie selbst die Voraussetzungen für ihre Beseitigung schafft. Man muss auch den Mut zur Intoleranz denen gegenüber aufbringen, die die Demokratie gebrauchen wollen, um sie umzubringen"
(Carlo Schmid, SPD, 1948)

Re: Die Metropole, die Graz Paroli bieten könnte
Antwort #4

Was soll schon vom Voves kommen, der hat ja nicht einmal ein vernüftigen Pass beim Eishockey zustandegebracht.


Bestechende Argumentation. :P

  • Stipe
Re: Die Metropole, die Graz Paroli bieten könnte
Antwort #5


Was soll schon vom Voves kommen, der hat ja nicht einmal ein vernüftigen Pass beim Eishockey zustandegebracht.


Bestechende Argumentation. :P


Naja, bestechend falsch zumindest. Nachdenken hat noch nie geschadet, so nebenbei.

Als eine Gemeinde kann ich mir das so aber nicht vorstellen, aber wenn gerade die Bezirke neu geschüttelt werden...

Re: Die Metropole, die Graz Paroli bieten könnte
Antwort #6
Von Szenarien für bezirksübergreifende Zusammenlegungen war bis dato von offizieller Seite noch gar nichts zu hören. Sagt mir, wenn ich mich täusche.

Dabei wäre das schon lange ein Thema z.B. bei den Gemeinden Heiligenkreuz am Waasen (Leibnitz) und Pirching am Traubenberg (Feldbach), deren Zentren sich unmittelbar nebeneinander befinden und die meines Wissens nach eine gemeinsame Feuerwehr*, eine HS&RS, eine(?) VS, einen Sportverein haben, eine Pfarre sind u. a. m., deren Kulturleben schon seit vielen Jahren sehr stark aufeinander abgestimmt ist.

De facto sind diese Gemeinden also schon fast eine einzige, aber ausgerechnet über diese naheliegende Vereinigung ist gar nichts zu hören.


(*Heiligenkreuz besitzt in der seit langem eingemeindeten KG Felgisch noch eine zweite Feuerwehr.)

Re: Die Metropole, die Graz Paroli bieten könnte
Antwort #7
Ich finde ja auch, dass es nicht unbedingt um eine sturre Gemeindezusammenlegung geht, sondern um sinnvolle und vor allem kostensparende Zusammenarbeit (siehe Feuerwehr, Sporthalle, Bauhof etc.) - und daher sollten da auch Bezirksgrenzen kein Problem sein.

W.
"Es gehört nicht zum Begriff der Demokratie, dass sie selbst die Voraussetzungen für ihre Beseitigung schafft. Man muss auch den Mut zur Intoleranz denen gegenüber aufbringen, die die Demokratie gebrauchen wollen, um sie umzubringen"
(Carlo Schmid, SPD, 1948)

  • Ch. Wagner
Re: Die Metropole, die Graz Paroli bieten könnte
Antwort #8
So einfach scheint mir eien bezirksübergreifende Zusammenlegung auch nicht zu sein. Speziell bei Pirching, das mit Heiligenkreuz nur die Postleitzahl teilt, böte sich doch eher eine Zusammenlegung mit Edelstauden, Petersdorf II und Zerlach an. Bei Heiligenkreuz selber könnte sich eine sinnvolle Großgemeinde mit Empersdorf, St. Ulrich und Allerheiligen ergeben. Man muß sich nur die geografische Situation vor Auge halten.
LG!Christian
Weil ich angeblich unhöflich bin:
"Denkt daran, das Schwein von heute ist der Schinken von morgen"
(Mathias Beltz)

"pungitius pungitius"

Re: Die Metropole, die Graz Paroli bieten könnte
Antwort #9
Zitat
So einfach scheint mir eien bezirksübergreifende Zusammenlegung auch nicht zu sein. Speziell bei Pirching, das mit Heiligenkreuz nur die Postleitzahl teilt, böte sich doch eher eine Zusammenlegung mit Edelstauden, Petersdorf II und Zerlach an. Bei Heiligenkreuz selber könnte sich eine sinnvolle Großgemeinde mit Empersdorf, St. Ulrich und Allerheiligen ergeben. Man muß sich nur die geografische Situation vor Auge halten.
LG!Christian


Genau das hat st.georg sehr wohl getan! Das Zentrum von Pirching (es handelt sich um eine Streugemeinde) ist näher an Heiligenkreuz als Empersdorf, St. Ulrich oder Allerheiligen. Und die beiden Gemeinden teilen sich mehr als nur die Postleitzahl. Zum Einkaufen fahren die Pirchinger nach Hlgk. Auch im kulturellen und gesellschaftlichen Leben der Region herrscht ein reger Austausch. Ob die Pirchinger sich als Heiligenkreuzer füheln oder umgekehrt, ist freilich eine andere Frage.

Re: Die Metropole, die Graz Paroli bieten könnte
Antwort #10
Es bleibt auch zu hoffen, dass über Gemeindezusammenlegungen nicht Menschen am grünen Schreibtisch bestimmen, sondern solche, die die Situation vor Ort zumindest ein wenig kennen.
Das einzige "Hindernis" für eine Zusammenlegung dürfte wohl der relative finanzielle Wohlstand der beiden "Zwillingsgemeinden" (bedingt durch die Graz-Nähe und den damit verbundenen Zuzug) sein, sowie eben die mittendurch verlaufende Bezirksgrenze als anscheinend bürokratisches Hindernis.

Es verwundert immer wieder Menschen, die von der Apotheke über die Stiefingbrücke zur Bäckerei Teschl oder zum Promitzer fahren, dass sie sich plötzlich nicht mehr in Heiligenkreuz, sondern in Pirching befinden.

Re: Die Metropole, die Graz Paroli bieten könnte
Antwort #11
Also bei Bruck und Kapfenberg scheints fix zu sein, daß sie fusionieren  :one:

http://steiermark.orf.at/news/stories/2537696/

lg michi

Re: Die Metropole, die Graz Paroli bieten könnte
Antwort #12
Jetzt noch Leoben dazu und das AMS spart sich zwei Außenstellen.
LG
zweitervondrei

Es gibt kein verfassungsmäßiges Recht auf einen Parkplatz!!!!!!

Re: Die Metropole, die Graz Paroli bieten könnte
Antwort #13
  • Zuletzt geändert: Juni 19, 2012, 17:08:36 von hubertat
"Es gehört nicht zum Begriff der Demokratie, dass sie selbst die Voraussetzungen für ihre Beseitigung schafft. Man muss auch den Mut zur Intoleranz denen gegenüber aufbringen, die die Demokratie gebrauchen wollen, um sie umzubringen"
(Carlo Schmid, SPD, 1948)

Re: Die Metropole, die Graz Paroli bieten könnte
Antwort #14
Leoben-Stadt , Bruck/M., Kapfenberg als eine große Stadt wäre sicher verlockend.

Nur einen gewaltigen Hacken hat die Sache mit Leoben-Stadt mit den anderen Gemeinden die im Bezirk Leoben liegen. Meiner Kenntnis nach könnte das nur dann eine große  gemeinsame Stadt werden wenn der Bezirk Leoben bei der Bezirkszusamenlegung zum neune Bezirk Bruck/M-Mürzzuschlag kommen würde. Nur davon ist mir eigentlich nichts bekannt das dies schon geplant wäre. Oder hat da jemand dazu aktuellere Infos?