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Thema: InterRail Feb' 12 | Tag 1 Paris | 47 B. (2302-mal gelesen) Vorheriges Thema - Nächstes Thema

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InterRail Feb' 12 | Tag 1 Paris | 47 B.
Die Chef du Bord begrüßt uns dreisprachig, stilsicher wirkt sie dabei aber nicht. Die Fahrt bis Basel vergeht unspektakulär, einmal kommt ein Schaffner vorbei, interessiert sich aber nicht für mich. Nach dem siebenminütigen Aufenthalt in Basel geht es flott bis Mulhouse. Die Gegend, die draußen vor dem Fenster, oder besser gesagt der kleinen Schießscharte, denn viel habe ich nicht von meinem ,,Fensterplatz", vorüberzieht erinnert mich irgendwie an die Fahrt von Wiener Neustadt nach Wien durch ewig gleiche Gstättn, Felder und zersiedelte Häuser. In Mulhouse stehen wahre Massen am Bahnsteig, die letzte Hoffnung, doch noch einen besseren Sitz für die anschließende Fahrt auf der LGV zu bekommen, verfliegt. Neben einer TER200-Garnitur und einigen Walfischen fällt mir vor Allem die eigenartige Konstruktion der Bahnsteigdächer auf. Kurz nachdem wir den Bahnhof verlassen, passiert der Zug die Haltestelle Hasenrain, wo der ,,Raccordement court de Mulhouse" einmündet, eine neue Verbindungsstrecke mit deren Hilfe in Zukunft der Bahnhof Mulhouse umfahren werden kann, wenn man aus Richtung Strasbourg auf die LGV Rhin-Rhône fahren will. Draußen dürfte es schön kalt sein, der Canal du Rhône au Rhin, der ein kurzes Stück parallel zur Strecke verläuft, ist zugefroren. Inzwischen haben auch alle zugestiegenen Reisenden ihre Plätze eingenommen und zu meiner Überraschung ist der Vierer vor mir noch frei geblieben. Also übersiedele ich schnell dorthin, um die folgende Fahrt über die LGV in Fahrtrichtung und vollem Durchblick genießen zu können.

Tatsächlich erreichen wir schon wenige Minuten später den Abzweig und ab da zeigt der TGV so richtig, was er kann, die Beschleunigung ist beachtlich. Seit wann werden in Frankreich durchgehende Betonschwellen verbaut? Mir sind bis dato nur die mit einem Stahlprofil verbundenen Einzelschwellen aufgefallen. Spätestens ab Belfort-Montbéliard TGV geht es mit vollem Rohr dahin, bis Besançon TGV stoppe ich 307,5 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit. Teils wähne ich mich auf der Nord-Süd-Strecke, Dämme, Brücken und Tunnel wechseln sich in schneller Reihenfolge ab, so etwas kenne ich von den anderen französischen LGV nur bedingt. Die Tunnel sind einröhrig mit großem Querschnitt ausgeführt, in den Tunnelabschnitten sind LED an den Schienen befestigt. Bald ist der Spaß aber auch schon vorbei, die über 200 Kilometer zwischen Mulhouse und Dijon werden in einer knappen Stunde zurückgelegt. Während der ganzen Fahrt auf der LGV war kein einziger weiterer Zug auszumachen. Bei der Ankunft in Dijon steht an einem anderen Bahnsteig ein brandneuer TGV 2N2, ein Gegenzug nach Zürich. Die Garnitur ist komplett mit vollständiger UIC-Nummer beschriftet, ist mir bis jetzt auch noch auf keinem TGV aufgefallen. So eine Fahrt im Doppelstock-TGV ist schon was feines, hoffentlich komme ich bald wieder einmal dazu. Neben dem TGV fällt mir auch noch ein einsamer Wal auf, den es aus der Region Nord-Pas-de-Calais hierher verschlagen hat.

Mit +5 verlassen wir Dijon, Schönheitspreis wird der Bahnhof übrigens auch keinen mehr gewinnen, und machen uns auf die letzte Etappe nach Paris. Der Zug ist jetzt gut voll, die ersten Minuten nach Abfahrt findet wieder eine kleine Völkerwanderung statt, trotz Reservierungspflicht schaffen es wohl nicht alle, gleich bei der richtigen Türe einzusteigen. Sobald diese erste Wanderung vorüber ist, setzt die zweite Wanderung zur Bar ein. Diese freut sich trotz eher spärlichem, dafür recht teurem Angebot über regen Zuspruch. Nach Dijon geht es ein Stück über die alte PLM-Strecke, die ,,Ligne impériale", die zwischen Blaisy-Bas und Les Laumes-Alésia viergleisig ausgebaut ist. Dann ist auch schon die Bifurcation d'Aisy erreicht, wo die rund 16 Kilometer lange Verbindung zur LGV Sud-Est abzweigt. Vor der Bifurcation de Pasilly kommt der Zug beinahe zum Stillstand, kurz darauf geht es dafür wieder richtig rund und wir beschleunigen noch einmal für die letzten Kilometer nach Paris. In der Gegenrichtung kommt uns nun alle paar Minuten ein Gegenzug entgegen, die Strecke ist bestens ausgelastet. Bei Malay-le-Grand fallen mir Reste eines römischen Aquäduktes auf, ab Höhe Sens verabschiedet sich die Sonne und der Himmel wird grau. Durchsage ,,Es befinden sich möglicherweise Taschendiebe auf dem Zug" auf drei Sprachen, aha. Bei der Bifurcation de Moisenay lassen wir die Stammstrecke über Lieusaint - Villeneuve-Saint-Georges links liegen und fahren stattdessen über die LGV Interconnexion, die uns bis Nahe an die Pariser Stadtgrenze bringen wird. Schließlich queren wir die Marne und haben Paris erreicht. Pünktlich um 13.34 kommen wir an der Gare de Lyon an.

Für die Schönheiten des Bahnhofs habe ich aber keinen Geist, vielmehr will ich lieber gleich mein ganzes Gepäck loswerden und im Hostel einchecken. Also runter zur U-Bahn und ein Billet Jeune Week-end besorgt, am Schalter kann ich gleich meine Französischkenntnisse wieder entstauben. Wenn man nur ein oder zwei Mal im Jahr dazu kommt, braucht es immer eine Zeit, bis man sich wieder halbwegs verständlich ausdrücken kann... Mit den Linien 1 und 7 mache ich zwar eine unterirdische Stadtrundfahrt, diese Variante hat allerdings den großen Vorteil, dass ich nur einmal umsteigen muss. Im Hostel angekommen, werden die Formalitäten schnell erledigt, und nachdem ich mein Zeug im schön geräumigen Zimmer verstaut habe, geht es los in die Stadt.



Mein Achtbettzimmer im St. Christophers Paris. Durchaus empfehlenswert, vor allem da in Paris die Hostelsituation verglichen mit anderen europäischen Kapitalen eher trist ist.



Das Hostel ist direkt am Bassin de la Villette gelegen, das hier am Pont de la rue de Crimée, der letzten Hebebrücke von Paris, in den Canal de l'Ourcq übergeht. Ich habe das Glück, hier ein Schiff bei der Durchfahrt zu erwischen.

Ein paar Minuten vom Hostel entfernt liegt die Haltestelle Crimée der Metro 7. Auf der 7 fahren Züge der Baureihe MF 77, Baujahr 1978 - 1986. Charakteristisch ist das etwas bauchige Äußere, weiters gibt es farbig unterlegte Zugzielanzeiger, die auf den Linien 7 und 13 nötig sind, da diese sich an je einem Streckenende aufteilen.Noch muss ich mich ein wenig an das Fotografieren im Untergrund gewöhnen, meine Hauptsorge gilt dabei etwaigen Sicherheitskräften, denen mein Treiben unter Umständen missfallen könnte. Aber schließlich gab es ja auch vor zwei Jahren keinerlei Probleme und so mache ich mich frohgemut an die Arbeit. Von Jaurès geht es nur ein paar Stationen weiter nach Stalingrad, wo ich kurz ans Tageslicht zur Linie 2 schaue. Diese verläuft in jenen Bereichen, wo der Tunnelbau zu aufwendig gewesen wäre, als Hochbahn. Mittlerweile sind hier zahlreiche Einheiten der neuesten Pariser Baureihe, den MF 2000, im Einsatz, die die alten MF 67 nach und nach ersetzen. Wiewohl die alten Züge noch immer viel Pariser Flair ausstrahlen, stehen sie gegenüber den modernen und innen und außen ansprechend gestalteten Neubaufahrzeugen ein wenig alt da.

Für mich geht es eine Station weiter nach Jaurès, wo ich der kuriosen Linie 7bis einen Besuch abstatte. Ursprünglich verzweigte sich die 7 auch im Norden, nachdem sich aber die beiden Äste unterschiedlich stark entwickelten wurde schließlich die Strecke nach Pré Saint-Gervais abgetrennt und verkehrt seither als 7bis. Auch diese Strecke führt teilweise durch ehemalige unterirdische Steinbrüche, manche Stationen wurden daher mit zwei separaten Gewölben gebaut. Außergewöhnlich ist auch, dass die Strecke auf ihrem Ostteil als Schleife angelegt ist. Zum Einsatz kommen hier die MF 88, die ersten durchgängig begehbaren Fahrzeuge der Métro. Diesmal fahre ich die Strecke nicht komplett ab, sondern steige an der Place des Fêtes zur Linie 11 um. Die Linie 11 war die erste auf Gummireifen umgestellte Linie der Pariser Métro und führt vom zentralen Knoten Châtelet in den östlichen Vorort Les Lilas. Die hier eingesetzten MP 59 sind die ältesten Garnituren des Pariser Netzes und werden momentan auch noch auf der Linie 4 eingesetzt. Unterwegs Richtung Innenstadt steige ich in der Station Jourdain spontan aus, da hier noch schöne Plakatrahmen und Stationsbeschriftungen vorhanden sind. Dann geht es weiter, aber nicht lange, denn bei der außergewöhnlichen Station Arts et Métiers muss ich natürlich auch einen Stopp einlegen. Die Station wurde 1994 zum 200-jährigen Jubiläum des Conservatoire National des Arts et Métiers von François Schuiten im Stile des Steampunk gestaltet und soll an die Werke von Jules Verne erinnern. Spontan entscheide ich mich, hier den Untergrund zu verlassen und eine kleine Runde durch den Marais zu drehen.



MF 77 n° 081 in der Station Crimée unterwegs Richtung La Courneuve - 8 mai 1945. Rechts im Hintergrund ist der zweigeteilte Anzeiger des Fahrgastinformationssystems SIEL zu erkennen, für jeden Streckenast gibt es eine eigene Zeile.



MF 01 n° 025 in der Station Stalingrad Richtung Porte Dauphine. Typisch für die Hochbahnstationen der Linie 2 die Stahl-Glas-Konstruktion ohne Überdachung des Gleisbetts.



MF 01 n° 022 in der Station Jaurès Richtung Nation.



Von der Hochbahn geht es jetzt in der Untergrund. Rolltreppen oder Lifte sind bei der Pariser Métro übrigens noch nicht sehr weit verbreitet.



MF 88 n° 09 in der Station Jaurès Richtung Pré Saint-Gervais.



MF 88 n° 03 fährt in der Gegenrichtung Richtung Louis Blanc ein, im Hintergrund ist der Bahnsteig der Station Bolivar zu erkennen. Die ostseitigen Ausgänge dienen nur mehr als Notausgänge, die dreiteiligen Garnituren halten an den für Fünfteiler ausgelegten Bahnsteigen am anderen Ende.



MP 59 n° 6072 in der Station Place des Fêtes Richtung Mairie des Lilas. Auch hier wird nicht die gesamte Bahnsteiglänge ausgenutzt.



MP 59 n°6079 in der Station Jourdain Richtung Châtelet. Die 11 durchquert in diesem Abschnitt alte Steinbrüche und ist entsprechend kurvig angelegt.



Richtung Mairie des Lilas unterwegs ist MP 59 n° 6085 und legt sich bei der Einfahrt ganz schön in die Kurve.



MP 59 n° 6089 in der Station Arts et Métiers Richtung Mairie des Lilas.

Ich erwische den Ausgang zum Square du Temple und mache eine kurze Pause im Park. Von dort aus geht es auf gut Glück durch die schmalen, gewundenen Sträßchen des Marais, die am heutigen Sonntag teils für den Autoverkehr gesperrt sind und stattdessen von zahlreichen Touristen und Parisern auf Shoppingtour bevölkert sind. Mir wird das dann doch zu viel und ich kehre zur Stärkung in einem französisch-belgischen Fastfoodlokal an der Rue de Rivoli ein, das gehört bei mir zu jedem Frankreichbesuch dazu wie die Orangina. Im Anschluss geht es am Hôtel de Ville vorbei auf die Île de la Cité. Auch dort finden sich ruhige Ecken fern von den Touristenmassen. Rund um die Rue Chanoinesse etwa erstreckte sich im Mittelalter eine Klosteranlage unmittelbar nördlich von Notre-Dame. Ebenfalls in dieser Straße befindet sich ein Centre de Maintenance der RATP. Darüber habe ich kaum genauere Informationen gefunden, früher scheint es als Zwischenstation zur elektrischen Versorgung der Linie 4 gedient zu haben. Trotz allem darf ein kurzer Abstecher zur Notre-Dame nicht fehlen, dann steht aber wieder die Métro auf dem Programm.



Am Square du Temple, links im Hintergrund die Mairie du 3e



Blick die Rue Pastourelle hinunter



An der Place de l'Hôtel de Ville



Der Pont d'Arcole zur Île de la Cité, hinten die Westfassade und die Spitze des 96 Meter hohen Vierungsturms von Notre-Dame de Paris



Blick nach Westen vom selben Standpunkt. Pont Notre Dame, dahinter der Pont au Change. Links mit Kuppel ist das Tribunal de Commerce zu sehen, die Turmspitze gehört zur Sainte-Chapelle und das eingerüstete Gebäude ist die Conciergerie.



Die beschauliche Île Saint-Louis, die kleinere der beiden Seineinseln.



In der Rue de Chanoinesse.



Die Rue des Ursins verläuft parallel zur Rue Chanoinesse.



Unspektakulär aber immer wieder fotografiert. Blick vom Pont Saint-Louis hinüber zur gleichnamigen Insel.



Die Rive Gauche im Dämmerlicht. Links hinter der Kaimauer verläuft die Strecke der RER C.



Die Westfassade von Notre-Dame de Paris im letzten Abendlicht.



Das Palais de Justice. ,,Hier standen in der Zeit des Terrors die Karren mit den zum Tode Verurteilten", schreibt Wikipedia etwas martialisch. Links gerade noch zu erkennen ist Sainte-Chapelle.



Jetzt geht es wieder ab in den Untergrund. Hier gibt es noch einen schön erhaltenen von Hector Guimard gestalteten Eingang zu bewundern.

Noch fahren die MP 59 auf der Linie 4, mittlerweile sind aber auch schon von der Linie 1 übernommene MP 89 CC im Einsatz. Bis zum Ende des Jahres sollen die alten Haudegen komplett ersetzt sein und werden dann nur mehr auf der Linie 11 im Einsatz sein. Umso mehr freue ich mich, noch ohne langes Warten einen MP 59 vor die Linse zu bekommen. Für die Weiterfahrt bis Odéon nutze ich aber einen der neuen Züge. Von dort geht es mit der Linie 10 weiter zur Station Cluny - La Sorbonne. Diese ist eine der zahlreichen außergewöhnlichen Stationen, die man auf dem Streckennetz der Métro finden kann und zeichnet sich neben den großflächigen Mosaiken durch ein drittes Gleis, das die Verbindung zur Linie 4 herstellt, aus. Nachdem auch dieses Kuriosum abgehakt ist, mache ich mich auf zur Gare d'Austerlitz, um die beiden Elipsos-Talgos nach Spanien zu dokumentieren.



MP 59 n° 022 in der Station Richtung Porte d'Orléans. Charakteristisch das hohe Gewölbe mit Kronleuchtern.



Die Stiegenhäuser der Station wurden in die Caissons gebaut, die beim Bau der Station verwendet wurden. Das Nördliche dient heute als Notausgang.



MF 67 n° 112 Richtung Boulogne Pont de Saint-Cloud in der Station Cluny - La Sorbonne. Im Hintergrund die Station Maubert - Mutualité, kaum 200 Meter entfernt.



MF 67 n° 334 in der Gegenrichtung zur Gare d'Austerlitz. Gut zu erkennen das Verbindungsgleis von der Station Odéon der Linie 4 kommend.



MF 67 n° G033 Richtung Boulogne. Das ,,G" steht für ,,graisseuse", diese Garnituren geben also Schmiermittel an die Schienen ab. Gut zu sehen auch die aufwändigen Deckenmosaiken von Jean Bazaine.

Die Gare d'Austerlitz ist momentan wohl der versiffteste der großen Pariser Bahnhöfe. Seit einiger Zeit wird der Bahnhof allerdings im großen Stil umgebaut, um teilweise Verkehr von der Gare de Lyon und der Gare de Montparnasse zu übernehmen. So wurde eine neue Halle auf der Ostseite gebaut, die aber recht düster ausgefallen ist und nicht mit dem Flair der großen alten Halle mithalten kann. Die alte Halle selbst wurde bis jetzt noch nicht angerührt, ich bin schon gespannt, wie sich der Bahnhof in den nächsten Jahren verändern wird. Neben der Funktion als Endbahnhof der ex-TEOZ nach Limoges - Toulouse sowie der Corail nach Orléans - Tours ist der Bahnhof vor allem wichtig für den Nachtreiseverkehr. Neben den beiden Elipsos verkehren von hier aus die innerfranzösischen Nachtzüge, die bis Ende 2011 als Lunéa firmierten und nun ganz simpel als ,,Intercités de nuit" bezeichntet werden. Eigentlich will ich auch diese dokumentieren, denn Reihungsinfos dieser Züge sind rar, nur leider fahren diese alle erst gegen zehn, elf Uhr abends ab und um so lange zu warten ist die Temperatur zu knapp und also die Motivation zu gering. Also begnüge ich mich damit, neidische Blicke auf den Talgo zu werfen und alles, was sonst noch so herumsteht, abzulichten. Es ist so kalt, dass anscheinend auch die Toiletten der Züge versagen und daher das ,,Reseau de Toilettes" am Bahnhof allen Reisenden zum Nulltarif offen steht. Mir wird es dann schlussendlich auch zu kalt, sodass ich mich in die Métro flüchte und mich zu einer abendlichen Stadtrundfahrt mit der 6 entschließe.



BB 8562 hat eine ex-TEOZ-Garnitur bereitgestellt. Seit Jänner diesen Jahres firmieren die ehemaligen TEOZ ja nun als ,,Intercités".



BB 7293 mit dem EN 409 Elipsos Francisco de Goya nach Madrid Chamartin. Die planmäßige Abfahrtszeit ist erreicht, aufgrund undefinierten Problemen wird sich tatsächliche Abfahrt allerdings um knapp zehn Minuten verzögern.



BB 7278 ist mit Nahverkehrsaufgaben beschäftigt und bringt TER 60521 nach Orléans.



BB 26048, eine von nur vier Sybic in der Livrée Multiservices, hat den Intercités/ex-TEOZ 3652 aus Toulouse Matabiau gebracht.



BB 26008 wartet auf neue Aufgaben, auch die Livrée En voyage hat es nicht auf viele Sybics geschafft, immerhin sechs Stück fahren noch dergestalt durchs Hexagon.



BB 22331 mit dem sonntäglich langen Intercités 14071 nach Orléans. Nonstop geht es bis Les Aubrais, der vorausgefahrene TER 60521 wird wohl bald überholt werden. Die Bahnhofsbediensteten haben es indes gut und können mit Segways die doch großen Distanzen am Bahnhofsgelände schnell zurücklegen.



Die zu 88500 umnummerierten Maschinen der Reihe BB 8500 übernehmen Rangieraufgaben und das Bereitstellen von Garnituren im Pariser Raum. Die BB 88534, noch mit altem SNCF-Logo, ist gerade mit der Garnitur des EN 477 Elipsos Joan Miró in die Bahnhofshalle eingefahren.

Die Linie 6 ist das Gegenstück zur Linie 2 auf der Rive Gauche und verläuft zu großen Teilen oberirdisch. Besonders schön gelegen ist die Station Passy, wo ich mich als erstes hin begebe. Dann geht es wieder zurück ans andere Ufer der Seine, von wo ich dann zu den Champs fahre. Die Station Franklin D. Roosevelt der Linie 1 wurde im Zuge der Umstellung auf automatischen Betrieb sehr elegant umgestaltet, nur die Bahnsteigtüren trüben den Gesamteindruck ein wenig. Darum kann ich mich im Moment auch zu keinem Foto aufraffen. Stattdessen wage ich noch einen letzten Ausflug an die Oberfläche und marschiere vorbei am Petit und Grand Palais zum Pont Alexandre III. Dort entschließe ich mich, nach Hause ins Hostel zu fahren. Entlang der Seine, vorbei an der Assemblée nationale, geht es zur Place de la Concorde, wo ich wieder die Métro nehme. Ich fahre bis zur Station Bastille, wo sich der Bogen mit dem engsten Radius, 40 Meter, des Pariser Netztes befindet. Von hier aus geht es mit einem noch nicht renovierten MF 73 der Linie 5 bis zur Gare de l'Est. Herrlich sind die alten braunen Kunstledersessel. An der Gare de l'Est funktioniert der bahnsteiggleiche Umstieg perfekt und nur wenige Minuten später bin ich nach einem langen, anstrengenden Tag zurück im Hostel. Die Superbowlparty in der Bar des Hostels lasse ich sausen, stattdessen gehe ich bald schlafen, morgen steht ein langer Tag bevor.



MP 73 n° 6503 in Richtung Nation kommt beim Umsteigen an der Place d'Italie vorbei.



MP 73 n° 6545 hat den Untergrund verlassen und fährt in die zwischen zwei Häusern eingezwickte Station Passy ein, um im Anschluss über den Pont Bir-Hakeim die Seine zu überqueren.



Die Station Bir-Hakeim am gegenüberliegenden Ufer. Die Hochbahnstationen der Linie 6 zeichnen sich durch die massiven Ziegelwände und durchgehende Überdachung aus. Speziell an dieser Station ist die bunt gefärbte Giebelverglasung, hier auf der Westseite in blau...



...und hier auf der Ostseite in orange. Einfahrt MP 73 n° 6524 in Richtung Charles de Gaulle Etoile. Station und Brücke haben übrigens einen kurzen Auftritt in ,,Ronin".



Öffnen der Metrotüren a la parisienne: Legen Sie den Hebel bei der Einfahrt in die Station bis zum Anschlag um, warten Sie auf die Türfreigabe kurz vor dem Halt und die Türen werden sanft zur Seite gleiten. Noch bevor der Zug komplett zum Stillstand gekommen ist, können Sie bereits einen Fuß auf den Bahnsteig setzen.



Innenansicht einer MP 73.



Eingang zur Station Franklin D. Roosevelt, rechts geht's zur Avenue Montaigne, wo sich prall gefüllte Geldbörsel zu Hause fühlen dürften. Im Hintergrund die blau erleuchtete Spitze des Grand Palais.



Das zur Weltausstellung 1900 errichtete Petit Palais. Es ist gerade einmal neun Uhr abends aber die Straßen sind hier wie ausgestorben.



Der massive klassizistische Portikus des Grand Palais gegenüber lässt die geparkten Autos wie Spielzeug wirken.



Der Pont Alexandre III, ,,die schönste Brücke von Paris". Geschmackssache natürlich, aber irgendwas Wahres ist da schon dran...

Danke für die Aufmerksamkeit, im nächsten Teil geht es dann weiter unter anderem mit Fotos von der Gare Saint-Lazare und der Gare de Bercy.
Morteratsch - fermeda sün dumanda

  • 4010
Re: InterRail Feb' 12 | Tag 1 Paris | 47 B.
Antwort #1
Wenn Neid und Fernweh aufeinandertreffen... ;D Tolle Fotos! :one:

  • Ch. Wagner
  • Member*
Re: InterRail Feb' 12 | Tag 1 Paris | 47 B.
Antwort #2
Sehr schön, flow!
LG! Christian
Weil ich angeblich unhöflich bin:
"Denkt daran, das Schwein von heute ist der Schinken von morgen"
(Mathias Beltz)

"pungitius pungitius"

  • flow
Re: InterRail Feb' 12 | Tag 1 Paris | 47 B.
Antwort #3
Danke!
Morteratsch - fermeda sün dumanda