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Thema: InterRail Feb' 12 | Tag 5a Lisboa | 33 B. (1623-mal gelesen) Vorheriges Thema - Nächstes Thema

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InterRail Feb' 12 | Tag 5a Lisboa | 33 B.
Eine Spezialität des Rossio (also des Hostels, nicht des Platzes, dessen offizieller Name eigentlich Praça Dom Pedro IV ist) stellt das für jeden Gast frisch gekochte Frühstück dar. Zur Auswahl stehen Eier mit Toast oder Schoko-Crêpes, dazu gibt es noch Kaffee, Säfte, Cornflakes. Für ein schnödes Hostel also ein durchaus gutes Angebot, vor allem ist es im Preis inbegriffen. Auch inklusive ist eine Unterhaltung mit der Dame des Hauses, die sich über meine Tagespläne (,,Taking pictures of trams...") köstlich amüsiert. Zusätzlich kann ich dabei meine paar portugiesischen Floskeln üben.

Erstes Tagesziel ist die Mouraria und der Miradouro da Nossa Senhora da Monte. Am etwas trostlosen Martim Moniz vorbei geht es in das ehemalige Maurenviertel, das heute nicht zu den feinsten Adressen zählt. Nur ein paar Schritte vom Trubel am Martim Moniz entfernt sind die schmalen Gassen teilweise schon gespenstisch ruhig. Ich drehe eine Runde mehr oder weniger so wie es der Reiseführer empfiehlt, dann will ich mich auf den steilen Anstieg zum Miradouro machen. Am Largo do Terreirinho bleibe ich eine Zeitlang stehen, eine Straßenbahn ist eingegangen und wird dadurch zur Hauptattraktion des halben Viertels. Die anwesende Polizei muss ein paar Mal laut werden, um allzu ungeduldige Autofahrer zurechtzuweisen, die sich irgendwie durch das Gedränge durchschummeln wollen. Nach einiger Zeit schließlich scheinen sich die Techniker vor Carris geeinigt zu haben, dass man rückwärts nach Martim Moniz zurücksetzt, um die Strecke wieder freigeben zu können. Die verbliebenen Schaulustigen verstreuen sich, so auch ich, um meinen Weg fortzusetzen. Oben angekommen, gibt es statt des erwarteten schönen Ausblicks erstmal eine Baustelle zu bewundern, anscheinend renoviert man gerade die Aussichtsterrasse. Zum Glück entdecke ich dann noch ein offenes Platzerl, von wo aus man doch über fast die ganze Stadt einen herrlichen Blick genießen kann. Von hoch oben geht es dann wieder steil bergab, um zur Strecke der 28E in der Avenida Almirante Reis zu gelangen, der ich im Anschluss auf ihrer Rundfahrt durch Graça und die Alfama folgen will.



Bom dia, Lisboa! Am Rossio, im Hintergrund der Elvador Santa Justa, der die Baixa mit dem Chiado verbindet.



Großer Trubel am Largo do Terreirinho. TW 581 hat irgendein gröberes Problem und wird seinen Rundkurs auf der Linie 12E nicht fortsetzen können.



Largo das Olarias.



Panoramablick vom Miradouro da Nossa Senhora da Monte.



Im Vordergrund das wuchtige Hospital São José, dahinter die Terrassen des Miradouro São Pedro de Alcântara.

Unten angekommen, kommt auch schon bald die erste Straßenbahn vorbei. Ein guter Start, aber ich bin gespannt, wie ich im weiteren Verlauf mit den üblichen Unzulänglichkeiten wie Autos, Passanten und schlechtem Licht zurecht kommen werde. Von Martim Moniz kommend verläuft die Strecke einen knappen Kilometer auf der Avenida Almirante Reis und biegt dann rechts ab Richtung Graça. Gleich nach diesem Abzweig teilt sich die Strecke kurz auf, um im Einrichtungsverkehr einen Hausblock zu umrunden. Fast logisch, dass ich mir die falsche Strecke aussuche, und mir derweil auf der anderen ein Triebwagen fröhlich bimmelnd davonfährt. Jetzt heißt es warten. Während die Minuten vergehen und keine Straßenbahn kommt, staune ich über die manch betagtes Auto, die hier unter teils bemerkenswerter Abgasentwicklung den Hügel hinauf getrieben werden. Während man dann so wartet, dass was passiert, überlegt man sich, wie man die kommende Bim am Besten erwischt. Tele? Normalobjektiv? Fahren die Autos nach einem bestimmten, ampelgesteuerten Muster? Wo sind die Chancen am Höchsten, dass mir das Motiv nicht zugefahren wird? Nach knapp 20 Minuten tut sich dann endlich wieder was, jetzt helfen alle Überlegungen wenig, Kamera hochreißen, fokussieren - passt! Motiv abgehakt, weiter geht's.  



TW 557 auf der Linie 28E unterwegs in der Avenida Almirante Reis Richtung Martim Moniz.



Wieder TW 557, diesmal in der Gegenrichtung, knapp 25 Minuten später in der Rua Angelina Vidal.

Dann weiter hinauf ins Arbeiterviertel Graça. Hier gefällt es mir, während sich der touristische Trubel woanders abspielt, kann man hier ungestört ins Alltagsleben der Lisboetas eintauchen. Entlang der Straßenbahn ergeben sich einige schöne Motive, am Hauptplatz des Viertels, Largo da Graça werden die Geschäfte gerade mit frischen Waren beliefert während ich für eine kurze Kaffeepause einkehre. Dann gehe ich weiter zur Igreja da Graça, von deren Vorlatz man ebenfalls einen schönen Überblick über die Stadt hat. Die Rua da Voz do Opérario hinunter komme ich dann in die Alfama. Am Ende der Straße wird die Strecke der Straßenbahn eingleisig, um durch die engsten Gasserl durchzupassen. Der Streckenabschnitt ist ampelgesichert, was fast unweigerlich bedeutet, dass sich im unpassendsten Moment ein Auto genau vor das Motiv stellt. Zwar ist die Lichtsituation ohnehin nicht so prickelnd, aber nachdem ich mir genau an dieser Stelle ein Foto in dem Kopf gesetzt habe, warte ich wieder solange, bis es passt. Vielleicht ist es ja am Wochenende ruhiger? Nach einer Weile kann ich aber schließlich mit dem gewünschten Foto im Kasten halbwegs zufrieden von dannen ziehen. Weiter geht es durch die Alfama Richtung Largo das Portas da Sol.



Schönes Motiv, aber vor lauter Angst, dass es mir ein Auto zufahren könnte, vergesse ich, rechtzeitig auszulösen. Naja. TW 578, Linie 28E nach Prazeres, Rua da Graça.



Am Largo da Graça wenden die kurzgeführten Kurse der 28E, die bis Estrela fahren. TW 552 hat die Wendeschleife gerade verlassen und wird im Anschluss runter in die Alfama köpfeln.



TW 548, Linie 28E Richtung Prazeres, erreicht den Largo da Graça, Zentrum des gleichnamigen Arbeiterbezirkes.



Diese Historie belegt unter anderem die nach dem gleichnamigen Arbeiterverein benannte Rua da Voz do Opérario, die TW 567 herauf gefahren kommt.



Nach einer kurzen Pause fährt der Wagen dann wieder zurück Richtung Estrela.



Einmal mehr dörfliche Atmosphäre am Jardim, dem ,,Kirchplatz" der gleichnamigen Kirche.



Ausblick vom Vorplatz der Igreja da Graça rüber zum Miradouro da Nossa Senhora da Monte.



Zurück in der Rua da Voz do Opérario, TW 568 auf der 28E unterwegs zum Martim Moniz. Im Hintergrund der Tejo.



In der Gegenrichtung kommt TW 562 vom Largo da Graça herunter.



Ab der Calçada de São Vicente verläuft die Strecke auf knapp 150 Meter durch die engsten Abschnitte der Alfama eingleisig.



TW 564, Linie 28E nach Estrela an der Haltestelle São Vicente.



Knapp 15 Minuten später TW 575 an der gleichen Haltestelle.



Endlich ein halbwegs gescheites Foto in der Gegenrichtung. TW 578 zum Martim Moniz kommt im Konvoi mit einem weiteren Wagen aus der Alfama. Der hintere Wagen wird mir natürlich, wie es schon einige Minuten vorher passiert ist, von einem nervösen Autofahrer zugefahren.



An die anschließende Engstelle kommt im Februar kein wirklich gutes Licht, und zum Warten bin ich auch nicht mehr aufgelegt. Hinter den kleinen Häuschen der Alfama das mächtige Mosteiro de São Vicente de Fora.



Murphy's Law... Zwei Minuten hätte ich warten müssen, stattdessen gibt es halt ein sonniges Foto vom TW 552 Richtung Estrela in der Rua das Escolas Gerais, wo die Strecke wieder zweigleisig wird.



In der Travessa de São Tomé kommt mir TW 548 entgegen, unterwegs Richtung Martim Moniz.

Dort angekommen, ist es Zeit für ein paar Tourifotos vom Häusermeer der Alfama. Dann entscheide ich mich, die Strecke der 12E zurück zum Martim Moniz abzugehen, vielleicht kommt mir ja ein Wagen an der schönen Engstelle am Largo Rodrigues de Freitas oder in der Calçada de Santo André entgegen? Nope. Von der Terrasse eine aufgegebenen China-Restaurants gleich hinter Martim Moniz hat man eine schöne Aussicht über den Platz und die Burg. Anschließend werde ich weiter durch das Santana-Viertel Richtung Ascensor do Lavra spazieren, davon aber mehr im nächsten Teil.



Von der Aussichtsterasse am Largo das Portas da Sol hat man einen schönen Überblick über die verschachtelte Alfama. Im Vergleich zu meinem letzten Besuch vor zwei Jahren hat sich offenbar wenig verändert, auch das eingerüstete Haus links der Bildmitte steht noch immer gleich da.



Schnell rüber zur Straßenbahn, um TW 581 auf der Ringlinie 12E zu erwischen...



...dann wieder zurück für ein Gruppenbild mit Mosteiro de São Vicente de Fora, Panteão Nacional und Igreja de Santo Estêvão.



Blick über die Alfama hinüber zur Kuppel des Panteão Nacional, die erst im 20. Jahrhundert fertig gestellt wurde.



Und die Aussicht über den Tejo hinüber Richtung Seixal.



Zum Glück habe ich das Tele drauf, so erwische ich TW 577 auf der Ringlinie.



Zurück an der Verzweigung kommt als erstes TW 564 auf der Linie 28E Richtung Graça aus dem Gegenlicht...



...und gleich im Anschluss auf der 12E TW 581, dem es mittlerweile offensichtlich wieder besser geht.



TW 562 erreicht von der Rua da Palma kommend die große Praça Martim Moniz.



Die kahle Praça Martim Moniz Ergebnis einer fehlgeschlagenen Stadtplanung unter Salazar. Im Hintergrund die Häuser der Mouraria, die sich an die Nordwestflanke des Burgbergs schmiegen.

Ich hoffe, der Teil hat gefallen und ich habe die richtige Mischung aus Straßenbahn und Sightseeing gefunden. Über Kommentare, Anmerkungen und Kritik würde ich mich freuen. Danke für die Aufmerksamkeit.
Morteratsch - fermeda sün dumanda

  • Martin
  • Global Moderator
  • Styria Mobile Team
Re: InterRail Feb' 12 | Tag 5a Lisboa | 33 B.
Antwort #1
Einfach nur geil!!!  :one: :one: :one:

Zitat
TW 581 hat irgendein gröberes Problem und wird seinen Rundkurs auf der Linie 12E nicht fortsetzen können.

Unser TW 581 macht auch schon sehr komische Geräusche.  ::)  ;)
GLG
Martin

  • Ch. Wagner
  • Member*
Re: InterRail Feb' 12 | Tag 5a Lisboa | 33 B.
Antwort #2
Eh kloa: Danke.
Di p.t. Forumschauer werden gebeten, auf den zweiten Stromabnehmer zu achten. Ich glaube nicht, daß es eine solche Dachlandschaft wo anders gibt.
LG! Christian
Weil ich angeblich unhöflich bin:
"Denkt daran, das Schwein von heute ist der Schinken von morgen"
(Mathias Beltz)

"pungitius pungitius"