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Thema: Wegen Gwand im Auto gibt’s kane Extrawürscht! (1023-mal gelesen) Vorheriges Thema - Nächstes Thema

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  • Torx
Wegen Gwand im Auto gibt’s kane Extrawürscht!
Kuriose Meldung - also merken: beim FKK-Baden nicht falschparken!

Gefunden in der Wiener Zeitung:
http://www.wienerzeitung.at/meinungen/glossen/471768_Wegen-Gwand-im-Auto-gibts-kane-Extrawuerscht.html

Zitat
Es war eine der kuriosesten Meldungen der letzten Zeit, ich glaube, "Der Standard" hat sie exklusiv gehabt. Vor dem Gasthaus "Oase" auf der Donauinsel hat ein Abschleppdienst der MA 48 zahlreiche illegal geparkte Pkw entfernt. Die Autos hatten den Haltestellenbereich des Linienbusses 91A blockiert.

Nun muss man wissen, dass es sich um ein Revier der Nacktbadenden handelt. Einige von ihnen dürften ihre Kleidung im Auto deponiert haben. Angeblich haben "aufgeregte, teilweise unbekleidete Badegäste" mit den Beamten wild diskutiert. Es müssen sich Szenen abgespielt haben wie in der ORF-Fernsehserie "Kaisermühlenblues".

Ich stelle mir vor, dass ein Nackerter gerade zu seinem Auto kommt, als es hochgezogen wird. Er ruft mit entsetzter Stimme: "Halt! Lassts eam owe! Da is mei Gwand drin!"

Dieses Ansinnen wird abgewiesen. Ein Auto, das einmal hochgezogen ist, muss abgeschleppt werden.

Wie sind die Nackten nach Hause gekommen? Sind sie im Adams- und Evaskostüm in den 91er gestiegen und dann mit der U-Bahn weitergefahren? Wir haben am Abend beim Heurigen darüber diskutiert.

Willy hat gemeint: "Da wäre goa nix dabei. Flitzer hat es schon immer gegeben." Melita sah den Sachverhalt realistischer. "Es wird ja jeder ein Badetuch mitgehabt haben. Ohne Badetuch geht man nicht baden." -"Aber wenn jemand nur auf einen Hupfer ins kühle Nass wollte?", wandte ich ein. Micky, der Anarchist in unserer Runde, meinte: "Wenn mich die Staatsgewalt meiner Bekleidung beraubt, dann bin ich ein Opfer. Dann darf ich auch öffentlich nackt fahren." Reinhilde schlug vor, ein Aktionskunstwerk daraus zu machen: "Ich würde in der U-Bahn mit einem Smartphone alles filmen. Wenn wir wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses angezeigt werden, sagen wir, es war ein künstlerischer Akt. Die Freiheit der Kunst ist das höchste Gut." Stefan bezweifelt, dass man damit durchkäme: "Da müsstet ihr es schon beim Abstellen des Autos darauf angelegt haben."

Ein netter Fehler hat sich in die Berichterstattung des "Standard" eingeschlichen: Demnach machten die Beamten vom Abschleppdienst der MA 48, "unbeeindruckt ,Dienst nach Vorschrift' und entfernten jene Autos, welche im Haltestellenbereich standen. Ausnahmen gab es für niemanden, auch nicht für die Badegäste, deren Kleidung im Auto deponiert war."

Der Journalist weiß also nicht, was "Dienst nach Vorschrift" ist. Darunter versteht man eine Protestaktion von Arbeitnehmern. Sie arbeiten peinlich genau nach den Dienstvorschriften, um Verzögerungen bei der Arbeit zu verursachen. Das ärgert den Arbeitgeber. "Dienst nach Vorschrift" ist oft eine Vorstufe zu einem Streik.

Oscar Bronner wird sich freuen, dass seine Redakteure nicht wissen, was "Dienst nach Vorschrift" ist. Ich vermute, das Prinzip "Vurschrift is Vurschrift" war gemeint. Wie sagte ein Beamter laut "Standard": "Nur bei Hunden machen wir eine Ausnahme - wegen Gwand im Auto gibt's kane Extrawürscht."