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Thema: InterRail Aug' 12 | Tag 2, 3, 4, 5 Dublin | 51 B. (1622-mal gelesen) Vorheriges Thema - Nächstes Thema

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InterRail Aug' 12 | Tag 2, 3, 4, 5 Dublin | 51 B.
Am nächsten Vormittag mache ich mich auf den Weg in die Stadt, um in Ruhe ein paar Fotos zu machen. Von der O'Connell Street aus sind es nur wenige hundert Meter zur Connolly Station, von wo aus der Bahnverkehr Richtung Norden, nach Sligo und Belfast abgewickelt wird. Hier befindet sich auch ein Endpunkt der Red Line der Luas, der Straßenbahn von Dublin. Unmittelbar vor dieser Station zweigt seit 2009 eine erste Erweiterung Richtung Osten ab, die das Finanzviertel und die Docklands erschließt. Viele Kurse umfahren nun die Endstation bei der Connolly Station, um direkt in die Docklands zu verkehren. Unmittelbar vor der Abzweigung befindet sich auch der Busbahnhof Dublins, Busaras, wo die in Irland zahlreichen Überlandbusse ankommen und abfahren, die auch in Konkurrenz zu den Zügen von Iarnród Éireann stehen.



Ursrpünglich wurde die dreiteilige 3000 class für die Red Line, die fünfteilige 4000 class für die Green Line beschafft. In 2007 und 2008 wurden die Garnituren um zwei Segmente erweitert und weisen somit nun die gleiche Kapazität wie die 4000 class auf. Mittlerweile sind einige Garnituren der 4000 class auch auf der Red Line im Einsatz, die durch die Ablieferung einer Nachserie, der 5000 class, für die Green Line frei wurden. 3012 ist unterwegs zur Connolly Station am Beresford Place. Im Hintergrund auf der Loopline Bridge ist der IC von Pearse Station nach Sligo zu sehen.



4009 Richtung Tallaght vor dem Eingang von Busaras in der Store Street.



3012 in der Wendeanlage vor der Connolly Station.

In Connolly Station möchte ich ein wenig fotografieren, was ich bei meinem ersten und bislang auch einzigen Aufenthalt in Dublin anno 2009 verabsäumt habe. Ob ich ohne Ticket durch die Bahnsteigsperren kommen werde? Das anwesende Personal hat kein Problem mit meinem Anliegen und so komme ich durch und kann ohne weitere Störungen schauen, was da noch so kommen mag. Der Bahnhof besteht aus zwei Teilen, dem Kopfbahnhof mit vier Bahnsteigkanten, von wo aus der Fernverkehr nach Sligo und Belfast sowie Vorortzüge abfahren, und drei Durchgangsbahnsteigen, die zur Verbindungsbahn Richtung Pearse Station gehören und neben einzelnen Fernverkehrszügen Richtung Rosslare hauptsächlich von DART genutzt werden. Ich komme gerade rechtzeitig für den 11.00-Enterprise Dublin - Belfast, leider habe ich allerdings mein Kursbuch nicht dabei, sodass ich den nur fünf Minuten später abfahrenden IC nach Sligo, der von der Pearse Station kommt und deshalb von den Durchgangsgleisen fährt, nur mehr von hinten zu sehen bekomme. Nachdem ich von allem, was sich sonst noch so im Bahnhof herumtreibt, Fotos gemacht habe, mache ich entlang der Straßenbahn auf den Weg durch die Docklands. Wirklich wohl fühle ich mich in so einem aus dem Boden gestampften Hochglanzviertel allerdings nicht. Am späten Vormittag sind in den weitgehend autofreien Häuserschluchten auch kaum Menschen unterwegs, die Anzugträger dürften wohl gerade am Schreibtisch sitzen und die Touristen irgendwo in der Innenstadt sein.



228, eine der neun Maschinen, die die Enterprise-Züge bespannen, mit dem 11.00 Enterprise Dublin - Belfast.



Und ein Nachschuss auf den Steuerwagen der Garnitur bei der Abfahrt. Der Konfiguration nach dem Railjet nicht unähnlich...



29002 abfahrbereit als Commuter nach M3 Parkway.



22045 als 11.05 Intercity Dublin - Sligo.



29014 bildet den 09.55 Commuter Dundalk - Dublin und erreicht pünktlich den Endbahnhof.



Über die Loopline Bridge erreicht 8111 mit einem DART aus Richtung Bray Connolly Station.



Manche Commuter services aus dem Norden enden nicht in Connolly Station sondern werden über Tara Street bis Pearse Station durchgebunden, wie hier 29001.



8127 an der Spitze einer DART-Garnitur unterwegs Richtung Bray.



Überbleibsel alter Betriebsanlagen auf der Westseite von Connolly Station.



Die moderne Halle von Connolly Station mitsamt Bahnsteigsperren.



3018 biegt von der Innenstadt kommend in die Endstation vor dem Bahnhof ein.



4010 Richtung The Point auf dem neuen Streckenabschnitt durch die Docklands am George's Dock.



3004 in der Gegenrichtung nach Tallaght in der Mayor Street Lower.



Der Mayor Square im Herzen der "neuen" Docklands.



Die Samuel Beckett Bridge ist mit Eröffnung im Jahr 2009 die aktuell jüngste Brücke über den Liffey und verbindet die Docklands auf beiden Seiten des Flusses.



Blick über den auf beiden Seiten von modernen Gebäuden gesäumten Liffey nach Osten zum Hafen.



Das Famine Memorial am Custom House Quay erinnert an die Große Hungersnot Mitte des 19. Jahrhunderts.



Ein DART quert die Loopline Bridge.

Nach einem Blick auf die Uhr drehe ich dann etwa auf halben Weg um und gehe am Ufer des Liffey zurück in die Stadt um mit dem Bus wieder zur DCU zu fahren, denn es steht das Halbfinale unserer U17-Mädls an. Gegen Deutschland. Wir gewinnen. Abends wird der Finaleinzug dann gebührend gefeiert und am folgenden Samstag zieht der österreichische Tross mit Pauken und Trompeten im Tolka Park für das Finalspiel gegen Großbritannien ein. Und lautstark angefeuert vom österreichischen Block schaffen unsere Mädls tatsächlich die Sensation und holen sich nach einem dramatischen Match den Europameisterinnentitel! Die danach noch folgenden Finali der "Großen" sind so natürlich nur mehr Nebensache für uns, den Rest des Tages wird gefeiert.



Europameisterinnen!

Am folgenden Sonntag ist dann große Verabschiedung angesagt, für die allermeisten steht heute der Heimflug am Programm. Nachdem ich mich von allen verabschiedet habe, die am Nachmittag den Flieger nach Wien nehmen, mache ich mich mit ein paar weiteren Dableibern auf den Weg zur Heuston Station, von wo aus das kleine Grüppchen nach Cork fahren will. Während mein Mitbewohner zusammen mit seiner Freundin so wie ich mit InterRail unterwegs ist, wollen die anderen vier Jungs mit regulären Tickets den Trip nach Cork wagen. Es soll da richtig günstige Tickets um 19€ geben! Leider hat aber niemand von ihnen daran gedacht, dass für dieses Lockangebot natürlich eine Buchungsfrist besteht und nun soll ein Normalpreisticket um die 70€ kosten... Am Ende bekommen sie dann aber doch noch ein Student Ticket für nur 30€, ein wirklich guter Preis für H+R. Dann ist es auch schon höchste Zeit, sich voneinander zu verabschieden, der Intercity nach Cork soll in wenigen Minuten wieder abfahren. Nach knapp vier Tagen bin ich nun also wieder allein unterwegs. In aller Ruhe kann ich jetzt Heuston Station erkunden, nur: Viel Abwechslung gibt es hier nicht, es gibt nur die 201 class mit Mark 4-Garnituren nach Cork und die diversen Varianten der 22000 class (Drei- oder Sechsteiler) zu sehen. Viel Betrieb ist an diesem trüben Sonntagnachmittag auch nicht, sodass ich mich mit ein paar wenigen Fotos von dem, was gerade so im Bahnhof heurmsteht, begnüge.



Irgendwelche Probleme gibt es mit 218 und dem 13.00 Intercity Dublin - Cork, schon über fünfzehn Minuten sind seit der Planabfahrt vergangen.



Mit +20 geht es dann doch los, ein Nachschuss auf den eigentümlich gestalteten Steuer- und Generatorwagen muss sein.



22050 steht zusammen mit einem weiteren Dreiteiler am Bahnsteig und ist "Out of Service", während daneben wartet der Sechsteiler 22038 auf die Abfahrt als 13.25 Intercity Dublin - Luimneach, also Limerick.



Innenansicht 2. Klasse eines der neuen Mark 4-Wagen.



In der Haupthalle von Heuston Station.



Heuston Station, davor quert die Red Line von Luas den Platz.

Unmittelbar gegenüber dem Haupteingang der Heuston Station beginnt das weitläufige Areal der St. James's Gate Brewery, auch bekannt als Guinness Brewery. Entlang der westlichen Einfassung verläuft hier die Red Line von Luas, die an der Heuston Station eine dreigleisige Haltestelle besitzt (eines der Gleise ist ein Stumpfgleis für Verstärker Richtung Innenstadt und Connolly Station). Das Gelände der Brauerei ist äußerst weitläufig und erstreckt sich zu beiden Seiten der Thomas Street. Südlich davon kann man durch ein Netzwerk von Gässchen mit alten Backsteinlagerhäusern auf beiden Seiten schlendern, um dann auf das riesige Storehouse zur treffen, eine Art Guinness Museum. Mir ist der Eintritt von über 10€ dann doch zu teuer, so marschiere ich die Thomas Street weiter stadteinwärts bis zur Christ Church Cathedral. Irgendwo hier müsste ja diese legendäre Fish & Chips Bude sein! Und tatsächlich finde ich nur ein paar Meter weiter in der Werburgh Street Leo Burdock, "Dublins Oldest Chipper", stilecht mit einer Wall of Fame der berühmten Gäste, ähnlich wie beispielsweise bei L'As du Fallafel in der Rue des Rosiers in Paris. Mahlzeit!



3025 nimmt die Steigung der Steeven's Lane von Heuston Station hinauf zur James's Street in Angriff. Hinter den Mauern im Hintergrund verbergen sich die weitläufigen Anlagen der Guinness Brewery.



Die Thomas Street durchquert das Areal der Brauerei von Ost nach West.



Im Kopfsteinplaster der Gässchen im Bereich der Brauerei finden sich noch zahlreiche Spuren der ehemaligen Guinness Brewery Tramway mit 560mm Spurweite.



Das Guinness Storehouse.



Christ Church Cathedral.



Fish & Chips natürlich bei Leo Burdock, gleich ums Eck der Kathedrale.

Weiter geht es dann Schlag auf Schlag, an der City Hall vorbei schaue ich einen Sprung im Dublin Castle vorbei, lande dann wieder auf der Dame Street, von wo es wieder nur ein paar Meter zur George's Street Arcade sind. Ich wuzle mich durchs Gedränge der Grafton Street, ihres Zeichens zentrale Shoppingmeile, um dann das weitläufige, ruhige Gelände des Trinity College zu erkunden. Auf der Ostseite befindet sich die Pearse Street Station, entstanden 1834 als Endpunkt der Dublin & Kingstown Railway, der ersten "commuter line", also mehr oder weniger Pendlereisenbahn, der Welt. Seit 1891 ist die Station mit dem von Connolly Station Richtung Norden führenden Netz verbunden und wird neben den Zügen von DART auch von Commuter und Intercity bedient. Auch hier ist es kein Problem, ohne Ticket auf den Bahnsteig zu gelangen, wenn man freundlich um die Möglichkeit zu fotografieren fragt. Zielgenau verpasse ich natürlich den Intercity aus Rosslare, aber immerhin kann ich neben den DARTs auch einige Commuter erwischen. Mittlerweile schaut auch die Sonne wieder mal hinter den Wolken hervor, ich verlasse den Bahnhof und marschiere die Pearse Street entlang zu den Docklands.



Der Upper Yard von Dublin Castle, links der Eingang zu den State Apartments.



So schön bunt! Wie bei Janosch.



Shopping in der Grafton Street auch am Sonntag, wenngleich nicht alle Geschäfte geöffnet haben.



Am Parliament Square von Trinity College, im Hintergrund das Regent House.



Statue von George Salmon am Library Square.



29010 als Commuter nach Drogheda in Pearse Station.



Einfahrt 8514 als DART nach Bray.



Von dort erreicht 8539 als DART nach Malahide den Bahnhof.



Für 29028, als Commuter aus nördlicher Richtung kommend, ist hier Endstation.

In den südlich des Liffey gelegenen Docklands gefällt es mir heute doch deutlich besser als vor zwei Tagen im Bereich nördlich davon, das mag aber auch daran liegen, dass es heute sonnig ist und am Sonntagnachmittag einige Menschen mehr unterwegs sind. Sobald man aber die großzügige Esplanade am alten Hafenbecken verlässt und in die Häuserschluchten ringsum eintaucht, ähnelt das Bild wieder sehr dem, das ich vor zwei Tagen hatte: Trist und ohne viel Leben...zumindest kommt es mir als Kurzbesucher so vor. Vielleicht lebt es sich ja innerhalb der hochmodernen Bauten angenehmer, ich weiß es nicht. Entlang des Liffey geht es dann wieder zurück in die Stadt, am Kai sind teilweise noch Gleisanlagen einer alten Hafenbahn zu entdecken. Nach einer letzten Runde durch das Beislviertl von Temple Bar besorge ich mir Proviant für die Überfahrt, hole mein Gepäck (Empfehlung: Global Internet Cafe in der O'Connell Street!) und warte an der Haltestelle in der Westmoreland Street auf meinen Shuttlebus zum Terminal von Stena Line.



Der Hanover Quay am Grand Canal in den Docklands am Südufer des Liffey.



Alte Lagerhäuser, einer neuen Nutzung zugeführt?



Am dortigen Bootsanleger, im Hintergrund ist die Grand Canal Dock Station von DART zu sehen.



Das Bord Gáis Energy Theatre am Grand Canal Square.



Reger Betrieb...



...in Temple Bar.



Schon auf der Fähre. Es wird Zeit, Irland auf Wiedersehen zu sagen.



Letzer Blick auf die weitläufigen Hafenanlagen.

Am Schalter von Stena Line hole ich mir dann mein Ticket für die Überfahrt und nach kurzer Wartezeit werden wir dann auch schon mit dem Bus auf die Fähre gebracht. Abfahrt ist um 21.15, das heißt wir werden planmäßig gegen Mitternacht in Holyhead sein. Ich versuche die Zeit zum Vorschlafen zu nutzen, die See ist heute ruhig.

Das war es auch schon, ich hoffe, der kleine Ausflug in die irische Hauptstadt hat gefallen, "morgen" bin ich dann auch schon wieder im UK.
Morteratsch - fermeda sün dumanda

  • Martin
  • Global Moderator
  • Styria Mobile Team
Re: InterRail Aug' 12 | Tag 2, 3, 4, 5 Dublin | 51 B.
Antwort #1
Weltklasse! ;) :one:
GLG
Martin

Re: InterRail Aug' 12 | Tag 2, 3, 4, 5 Dublin | 51 B.
Antwort #2
Sehr schöne Reportage, toll wie immer!

Wie man sieht, hat diese moderne altmodische Straßenbahn eine harmonisch in das Stadtbild passende Einfachfahrleitung noch gar keine Hochkettenfahrleitung mit extra Massiv-Abspannmasten, es geht also auch ohne! wie rückständig  8)

  • Ch. Wagner
  • Member*
Re: InterRail Aug' 12 | Tag 2, 3, 4, 5 Dublin | 51 B.
Antwort #3
Sehr informativ mit schönen Bildern! Danke!
LG! Christian
Weil ich angeblich unhöflich bin:
"Denkt daran, das Schwein von heute ist der Schinken von morgen"
(Mathias Beltz)

"pungitius pungitius"