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Thema: Vorstellung NVD Graz Hauptbahnhof (5381-mal gelesen) Vorheriges Thema - Nächstes Thema

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  • Martin
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Vorstellung NVD Graz Hauptbahnhof
Am 23.11 wurde die neue Straßenbahnunterführung am Grazer Hauptbahnhof der Presse vorgestellt.

Dort werden künftig täglich bis zu 40 000 Fahrgäste von der Bahn zum innerstädtischen ÖV umsteigen.

Das Bauwerk setzt ein wichtiges Zeichen für die Attraktivität und den unvermeidlichen dringend notwendigen Ausbau des ÖV-Netzes in unserer Stadt bzw. unserem Bundesland.
LR Gerhard Kurzmann (FPÖ), BM Siegfried Nagl (VP), VizeBürgermeisterin Lisa Rücker (Grün) sowie die Holding Graz Vorstände Barbara Muhr und Wolfgang Malik, ÖBB Projektleiter Klaus Schneider, sowie Stadtbaudirektor Bertram Werle haben heute die neue Unterführung der Presse vorgestellt.
Am Sonntag, 25.11.2012 ist auf allen Linien der HGL Freifahrt.
Am Montag kurz nach 04:30 wird die erste Straßenbahn die Unterführung im Linienverkehr befahren.

Am Abend des 23.11.2012 überquerte Cityrunner 652 als allerletzte Straßenbahn den Gürtel. (Foto: PatSpeesz)


Im Vergleich zum Zustand vor dem Baubeginn als lediglich zwei Linien direkt den Hauptbahnhof angefahren sind, bedienen nun insgesamt vier Straßenbahnlinien die neue unterirdische Haltestelle. Dadurch sowie durch die überdachten Zugänge zu allen Stationen wird der Komfort für die Fahrgäste wesentlich verbessert.
Neben 14 Monitoren mit Fahrgastinformation verfügt die Haltestelle auch über insgesamt sechs stationäre Fahrscheinautomaten.

Ein paar Eckdaten des Bauwerks:
Kosten: rund 90 Mio €
Aushub: ca. 94.500m³
Beton: ca. 41.300 m³
Stahl: ca. 3.800 Tonnen
Bohrpfähle: ca. 500 Stk bis 18m
Gleisbau: inklusive Umkehrschleife Laudongasse: ca. 4km Einfachgleis

Dr. Klaus Schneider erklärt weiters die Bedeutung des Projekts für die Baltisch Adriatische Achse.

Wir wünschen den Fahrgästen und der HGL sowie ÖBB einen störungsfreien und reibungslosen Betrieb der neuen Einrichtung.


Ein paar abschließende Gedanken von mir zum Thema Straßenbahn in Graz:

Klare Entscheidung PRO Straßenbahn erforderlich
Die Freude über die neue Straßenbahnunterführung ist aber leider etwas getrübt durch eine Bürgerinitiative, die gegen die Straßenbahn mobil macht und versucht den Lärm als besonders gesundheitsschädlich darzustellen.
Auch Autobusse und Schwerverkehr erzeugen gesundheitsschädlichen Lärm, diese Tatsache wird dort allerdings offenbar vergessen.
Gerade in Zeiten wie diesen ist aber von der Politik eine klare Entscheidung PRO Straßenbahn unbedingt erforderlich.
Die Straßenbahn ist DAS urbane Verkehrsmittel, das derzeit in ganz Europa mit einer Vielzahl an Neubaustrecken einen enormen Aufschwung erlebt. Ein Blick nach Wien oder Linz genügt.
Die Inbetriebnahme und Zulassung  aller 45 neuen Variobahnen sollte daher entsprechend schnell über die Bühne gebracht werden, wobei ich meine, dass aufgrund des starken Fahrgastzuwachses auch eine Verlängerung der Variobahnen schnellstens erörtert werden müsste.
Auch der Bau der Neubaustrecken in den Südwesten und Nordwesten sollte bestmöglich forciert werden.
Die Förderung der  Attraktivität des ÖV muss ein primäres Anliegen der Grazer Politik in der neuen Legeslaturperiode sein, damit wir einerseits nicht in der Verkehrshölle ersticken und andererseits auch das Feinstaubproblem lösen können.
Dazu gehören eine  kompromisslose Bevorrangung des ÖV bei den Ampeln sowie die Einrichtung eigener Trassen für Tram und Bus.
Solche Maßnahmen sind zwar auf den ersten Blick nicht sonderlich populär, würden sich aber in einigen Jahren als sehr sinnvoll erweisen. Jemand muss sich nur trauen!
Die Fehler (Einstellung von Straßenbahnlinien) die man am Beginn der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts gemacht hat, sollte man aber bitte keinesfalls wiederholen.

Variobahnen auch auf andere Linien
Gesetzliche Bestimmungen erfordern für den Einsatz der neuen Variobahnen umfangreiche Begleitmaßnahmen, um diese Fahrzeuge auf allen Linien einsetzen zu können. Derzeit sind die Variobahnen nur auf den Linien 4 und 5 sowie auf dem Streckenabschnitt Hauptplatz - Remise Alte Poststraße zugelassen. Die zunächst für diesen Herbst vorgesehene Zulassung auf der Straßenbahnlinie 6 nach St. Peter wurde verschoben.
Vor der GR-Wahl, die ja übermorgen stattfindet, wollte man den Bewohnern Entlang der SL 6 offenbar keine Parkplätze wegnehmen.
Diese Maßnahme sowie die Adaptierung der Strecke der SL 7 wird aber ehebaldigst in Angriff genommen werden müssen, damit man die Variobahnen künftig freizügiger einsetzen kann.


Für die Autofahrer werden die nächsten Monate zu einer Geduldsprobe, da die Unterführung Eggenbergerstraße ab Montag elf Monate lang für den Verkehr gesperrt wird, was wiederum sicher einige Leute aus den betroffenen Bezirken bewegen wird auf den ÖV umzusteigen.
Ausweichen ist nur großräumig über Don Bosco (Kärntnerstraße) oder die Peter Tunnergasse möglich. Dort ist vor allem in den ersten Wochen mit massiven Stauungen zu rechnen.

Alle Bilder © HGL - oder Styriamobile.

Antwort in diesem Thread möglich.
GLG
Martin

Re: Vorstellung NVD Graz Hauptbahnhof
Antwort #1
Artikel in der Kleinen Zeitung zur Eröffnung der NVD mit einer Plus-Minus-Liste!

http://www.kleinezeitung.at/steiermark/3172793/neue-nahverkehrsdrehscheibe-graz-praesentiert.story
FAHRGAST Graz/Steiermark -- Die Lobby der Fahrgäste
Treffpunkt: Jeden zweiten und vierten Montag im Monat ab ca. 19 Uhr, Alte Technik (TU), Rechbauerstraße 12
office@fahrgast-steiermark.at
www.fahrgast-steiermark.at
+43 650 245 34 20

  • Martin
  • Global Moderator
  • Styria Mobile Team
Re: Vorstellung NVD Graz Hauptbahnhof
Antwort #2
Der ganze Artikel:

"Eine neue Epoche bricht in Graz an"
Nächsten Montag um 4.37 Uhr fährt die erste Straßenbahn im neuen Tunnel unter dem Gürtel durch zum Grazer Hauptbahnhof.

Als letztes Wahlzuckerl für die Grazerinnen und Grazer vor dem morgigen Urnengang war es ja nicht gedacht. Der Termin für die Inbetriebnahme der 90 Millionen Euro teuren Nahverkehrsdrehscheibe Hauptbahnhof inklusive Gürteluntertunnelung stand praktisch seit Jahren fest. So wird - plangemäß - am kommenden Montag um 4.37 die erste Straßenbahn mit Fahrgästen durch den neuen Tunnel fahren.

Da so manchem Grazer Stadtpolitiker nach dem Wahlabend vielleicht der Kopf brummen wird, lud man schon gestern zur offiziellen Präsentation des Projektes. Während im Tunnel und auf dem Bahnhofsvorplatz noch letzte Handgriffe erledigt wurden. Die Weichen vom Ersatzgleis müssen noch auf das neue Tunnelgleis umgestellt werden, ehe am Samstagvormittag die behördliche Abnahme erfolgt.
"Der Grazer Hauptbahnhof präsentiert sich jetzt ja in weltstädtischer Form", freute sich Bürgermeister Siegfried Nagl. Und auch die Verkehrsreferentin Vizebürgermeisterin Lisa Rücker sprach von einem "schönen Gefühl", der Bahnhof sei ja das wichtigste Tor zu einer Stadt. "Diese Drehscheibe wird in Zukunft zum zentralen Angelpunkt für den öffentlichen Verkehr im Großraum Graz", gratulierte Verkehrslandesrat Gerhard Kurzmann zu diesem Projekt. Und Projektleiter Klaus Schneider von der ÖBB-Infrastruktur AG sprach gar von einer "neuen Epoche, die für Graz anbricht". Graz sei eine wichtige Station an der künftigen Baltisch-Adriatischen Achse. Holding Graz-Vorstand Wolfgang Malik freute sich, "dass wir bei diesem größten Bauprojekt in der Landeshauptstadt sowohl bei Bauzeit als auch Kosten im Plan geblieben sind."
Die Baukosten von rund 90 Millionen Euro teilen sich die ÖBB, die Holding Graz, das Land Steiermark und die Stadt Graz. Dazu werden 8,3 Millionen Euro in die Neugestaltung der Annenstraße investiert, die im Herbst nächsten Jahres fertiggestellt sein wird. Rund 150 Millionen haben die ÖBB für weitere schon erledigte und künftige Bau- und Infrastrukturmaßnahmen in die Hand genommen. Dazu gehört etwa die nächste Woche beginnende Erneuerung der Bahnbrücke in der Eggenberger Straße.

Verkehrsknoten im Test: Jakob Holzer und Martin Mödlinger vom Verein "Fahrgast" verteilten für uns Plus und Minus.
PLUS
Vier Tramlinien fahren den Hauptbahnhof jetzt direkt an. Hauptbahnhof ist nun auch von Westen kommend optimal angebunden. Gute Verknüpfung von Bahn, Tram und Bus mit kurzen Fußwegen. Die Bim lässt den Straßenverkehr über sich und kann den Gürtel rascher queren. Ausführliche Vorinformation der Fahrgäste und Passanten vor der Eröffnung. Ansprechende architektonische Gestaltung. Fahrgastinfosysteme für Bahn, Bus und Tramanschlüsse im Bereich der Tramhaltestelle. Gut auch die Infos bei den Abgängen. Grünraum und Bepflanzung sind nicht zu kurz gekommen. Überdachter Weg von der Straßenbahn zur Bahn. Haltestelle des Intercity-Busses direkt beim Eingangsbereich zum Bahnhofsgebäude. Trennung von ÖV und IV am Bahnhofsvorplatz ermöglicht staufreie Zufahrt der Stadtbusse.

MINUS
Kein direkter Zugang von der Straßenbahnhaltestelle zum Personentunnel unter Bahnsteigen. Der nördliche Bereich des Bahnhofsvorplatzes wurde nicht in die Neugestaltung miteinbezogen. Die Bahnsteige der Tramhaltestelle sind mit 11 cm zu niedrig für einen stufenlosen Einstieg. Die Stadtbushaltestellen sind nicht optimal angeordnet. Schräg angeordnete Haltestellen wären fahrgastfreundlicher. Taxis vor dem Eingangsbereich behindern Busse. Beim Haltestellenbereich der Linien 58 und 63 ist es sehr eng. Die Bahnhofsuhr ist bei den Bushaltestellen verdeckt, weitere Uhren wären angebracht. Bahnsteigsbezeichnungen der Haltestellenbereiche der Stadtbusse, wie sie bei den anderen Nahverkehrsknoten bereits selbstverständlich sind, fehlen. Abfahrtsmonitore für die Züge der Bahn im Bereich der Bushaltestellen fehlen ebenso.
GLG
Martin