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Thema: Großraum Graz bockt bei Fusionsplänen (4929-mal gelesen) Vorheriges Thema - Nächstes Thema

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  • Martin
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Großraum Graz bockt bei Fusionsplänen
Großraum Graz bockt bei Fusionsplänen

Reich, stark, stur: Nur wenige Gemeinden im Großraum Graz wollen das, was die Karte möglicher Zusammenlegungen zeigt, auch umsetzen.

Ende Jänner sollen die Würfel fallen. Graz, Graz-Umgebung und zwei Gemeinden benachbarter Bezirke addiert, führt das Land die stolze Zahl von 47 Fusionskandidaten. Aber: Über ein "Neu-Graz" hat man noch gar nicht verhandelt, Gemeinden wie Höf-Präbach wollen Mehrzweckverbände und Freiwillige wie Attendorf sind selten. Beispiele:

Brennpunkt 1:
Erst wenn die neue Stadtregierung steht, bittet das Land Graz und Nachbarn zu Fusionsgesprächen. Für eine Eingemeindung sprechen jährlich 12 Millionen Euro mehr an Steuern, hohe Infrastrukturkosten dagegen. Vor 2018 ist "Neu-Graz" aber ohnehin nicht angedacht; der "Speckgürtel" ist strikt dagegen.

Brenpunkt 2
: Erste zarte Fusionsgespräche, aber "Pirka hat abgebrochen", berichtet Werner Baumann. Der Seiersberger Ortschef würde drei Ortsteile Attendorfs übernehmen, wie es die Bürger dort wünschen. Attendorf, sagt Ortschef Josef Aichinger, hat freiwillig und rechtzeitig der Fusion mit Hitzendorf zugestimmt.

Brennpunkt 3:
Eisbach-Rein und Gschnaidt wollen fusionieren. Gschnaidts Ortschef Max Höfer hat aber für 16. Dezember eine Volksbefragung angesetzt. Eisbachs Wolfgang Lagger will den Landeskoordinator beiziehen. Großstübings Franz Stampler will eigenständig bleiben.

Brennpunkt 4: Frohnleiten und Röthelstein haben Grundsatzbeschlüsse für die Fusion gefasst, Schrems will damit noch folgen. Das Trio dürfte also zusammengehen. Röthelsteins Ortschef Harald Reiter strebt den Ortsteilbürgermeister an.

Brennpunkt 5:
Tyrnau, Tulwitz und Fladnitz werden in den nächsten Tagen Grundsatzbeschlüsse für eine Fusion fassen. Damit wechseln Tyrnau und Tulwitz zu Fladnitz und damit in den Bezirk Weiz über.

Brennpunkt 6:
Brodingberg, Hart-Purgstall, Höf-Präbach und Kainbach haben als Erste im Bezirk einen Mehrzweckverband gegründet; das Land dachte eher an eine Fusion (mit Eggersdorf).

Brennpunkt 7:
Von Nestelbach und Nachbarn gibt es die Absicht, zur neuen Gemeinde Schemerlhöhe zusammenzuwachsen. Für Streit sorgte zuletzt der Standort des neuen Gemeindeamts.

Brennpunkt 8: Raaba und Grambach sollen, wollen aber nicht fusionieren. Peter Gspaltl & Co. setzen sich für enge Kooperationen im GU-Süd-Verband ein.

Brennpunkt 9: "Ohne Abwehrhaltung", so Ernst Gödl, analysieren Zwaring-Pöls und Dobl eine Fusion. Ergebnis? Frühjahr 2013.
HELMUT BAST, THOMAS ROSSACHER


Harter Brocken


Stimmt schon, Gemeindereform ist vielerorts sinnvoll. Richtig ist auch, dass die Prämie des Landes - zusätzlich zu jener vom Bund - für Bewegung in etlichen Amtsstuben gesorgt hat.

Doch in Graz und Graz- Umgebung gehen die Uhren anders: Raaba & Co. sind auf Prämien nicht angewiesen. Probleme wie sinkende Einwohnerzahlen und Unternehmensschließungen kennt man bloß von Erzählungen aus der Ober- und Oststeiermark. Obendrein passt die Infrastruktur: nicht zuletzt deshalb, weil die Landeshauptstadt einen großen Teil bezahlt. Kurz: "Der Großraum Graz wird ein ganz harter Brocken", formuliert es ein Mitglied aus dem Reformteam treffend.

Die harten Brocken zu bearbeiten, macht Sinn: Auch die stärksten GU-Gemeinden haben erkannt, dass sie gemeinsam mehr erreichen. Und günstiger.

Sie erreichen den Autor unter

thomas.rossacher@kleinezeitung.at
THOMAS ROSSACHER

Quelle: http://www.kleinezeitung.at/steiermark/3183719/grossraum-graz-bockt-bei-fusionsplaenen.story
GLG
Martin

Re: Großraum Graz bockt bei Fusionsplänen
Antwort #1
Harte Brocken? Dann mögen mal die beiden Gemeindereferenten der Landesregierung einschreiten und notfalls Fusionen verordnen. Es kann ja nicht sein, dass der "Speckgürtel" sich nur die Maden im Speck heraussucht und sonst zu nichts zu haben ist!

W.
"Es gehört nicht zum Begriff der Demokratie, dass sie selbst die Voraussetzungen für ihre Beseitigung schafft. Man muss auch den Mut zur Intoleranz denen gegenüber aufbringen, die die Demokratie gebrauchen wollen, um sie umzubringen"
(Carlo Schmid, SPD, 1948)

  • Bim
Re: Großraum Graz bockt bei Fusionsplänen
Antwort #2
Großraum Graz: Streit und Skepsis

Umlandgemeinden starten reserviert in die Kooperations-Verhandlungen mit Graz. Bürgermeister Nagl bittet um "Neugier".

Die Stadt müsse zu viel für Infrastruktur zahlen, es gebe zu wenig Synergieeffekte und die Umlandgemeinden sollten deshalb enger mit Graz kooperieren: Was am Mittwoch mit einer Gesprächsrunde begann (wir berichteten), wird jetzt kontroversiell diskutiert.

Seiersbergs Bürgermeister Werner Baumann befürchtet: "Wenn wir bis 2018 die Rahmenbedingungen für eine große Verkehrsplanung abstecken, sind die Flächen für Lösungen längst weg." Dass der Speckgürtel von der Grazer Infrastruktur zehre und nichts gebe, sieht er nicht so. "Die Kärntner Straße ist eine Landesstraße, und für die Autobahnauf- und -abfahrten zahlen die Gemeinden sowieso. Leistet Graz auch einen Beitrag für das Verkehrsaufkommen in unserer Shopping City?" Und: "Bekommen wir Kommunalsteuer für Seiersberger, die in Graz arbeiten?" Ohne Rechtsbeistand werde er sich jedenfalls auf nichts einlassen, "denn was als Kooperation beginnt, endet womöglich noch in einer Fusion".

Gössendorfs Ortschef Franz Macher sieht es ähnlich: "Für den Verkehr in Graz können wir nichts, den haben wir selbst aus den Umlandbezirken. Nur vier Prozent der Autos werden von Gössendorfern gefahren, wieso soll ich da an Graz eine Infrastrukturabgabe zahlen?" Und Raabas Josef Gangl kann sich bestenfalls einen "Arbeitsring rund um Graz" vorstellen. Die Bürgermeister sind sich einig: Kooperation ja, finanzielle Hilfe ohne Gegenleistung nein.
Indes bittet Bürgermeister Siegfried Nagl um "Neugier beim Prozessbeginn". Denn: "Wer die Hand zu knapp vor die Augen hält, sieht die Finger nicht."

ROBERT PREIS


Quelle: Kleine Zeitung
Link: http://www.kleinezeitung.at/steiermark/graz/graz/3318467/grossraum-graz-streit-skepsis.story


  • Bim
Re: Großraum Graz bockt bei Fusionsplänen
Antwort #3
Bitte wo ist da das Land Steiermark!

Auch hier sollte das Land ZWANGSWEISE aus Graz und allen angrenzenden Umlandgemeinden + weiterer Gemeinden starker Besiedelung (2. und 3. Gemeinde nach Graz) ein Groß-Graz machen!

Dann hätte Graz alles im Griff und man müsste nicht jahrelang, oder jahrzehntelang wieder über die Thematik "Verkehrsübereinkommen" diskutieren!


So lange die Umlandgemeinden ihre Verpflichtungen nicht sehen, dass sie einen Beitrag leisten müssen - und das werden sie NIE sehen (wollen), wird das auf freiwilliger Basis nie und nimmer passieren und funktionieren! Daher führt kein einziger Weg an einer Zwangsfusion vorbei, wozu jetzt die Möglichkeit wäre bzw. jetzt die Weichen gestellt werden könnten!

Sollte hierzu die Initiative Pro Bim Graz gegenüber dem Land auch aktiv werden?! Solange nicht alles Graz ist und sich so viele Bürgermeister an einen Tisch setzen müssen, wird das außer jahrelanger Diskussion gar nichts werden! Daher sollte alles in der Hand eines Bürgermeisters (des Grazer Bürgermeisters) sein, sonst kommt man auf dieser Ebene NIE weiter und man verschläft weiter alles, so wie bis jetzt - denn eigentlich sollte schon jetzt die Straßenbahn (Stadtbahn) bis in die Umlandgemeinden fahren!!!

Und wie man an den Kommentaren der Bürgermeister aus den Umlandgemeinden sieht, wird es hier nie eine Einigung geben!  :boese:


Re: Großraum Graz bockt bei Fusionsplänen
Antwort #4
Sollte hierzu die Initiative Pro Bim Graz gegenüber dem Land auch aktiv werden?!
Meine Meinung: Schuster bleib bei deinen Leisten!