Erhalt und Betrieb der steirischen Eisenbahnstrecken

Begonnen von Ch. Wagner, 06 03, 2026, 14:45

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FlipsP

Zitat von: Immanuel Cunt am  08 03, 2026, 12:44
Zitat von: FlipsP am  08 03, 2026, 10:39
Zitat von: Immanuel Cunt am  08 03, 2026, 10:20Das MIP ist für Privatbahnen, bei einer Übernahme durch die ÖBB ist das hinfällig.
Nochmal: Die ÖBB hat diverse Pimperlstrecken (Schmalspurbahnen) abgegeben – warum sollten die sich jetzt eine Murtalbahn, Übelbacherbahn oder Gleichenbergerbahn an die Backe heften wollen?

Du hast behauptet, dass der Bund kein Interesse an diesen Bahnen hätte und nur das Land diese finanziert.

Nein, ich habe behauptet, dass die ÖBB-Infra das nicht machen wird.

Siehe

Zitat von: Immanuel Cunt am  07 03, 2026, 09:18Dann kannst die Strecken gleich einstellen, der Bund wird sicher keine Murtalbahn oder Übelbacherbahn betreiben, von Gleichenberg gar nicht zu reden. Bestenfalls die Weizer Bahn.

Überraschung: Genau das macht der Bund schon mit dem MIP.

s_gelb

Zitat von: FlipsP am  08 03, 2026, 14:41Zur Info: Das was du mit IVU vermutlich meinst, heißt offiziell EIU - EisenbahnInfrastrukturUnternehmen


Ja genau, Danke, natürlich EIU - hatte eh im Bauchgefühl, dass da was nicht gepasst hat.

s_gelb

Zitat von: StlB Kh. 101 am  08 03, 2026, 14:30Buslinien der GKB

Es gibt keine Buslinie der gkb mehr - alle Linien, auf denen die gkb fährt, fahren sie als Bietergemeinschaft gemeinsam mit Dr. Richard im Auftrag vom Verkehrsverbund Steiermark.

Sanfte Mobilität

Zitat von: s_gelb am  08 03, 2026, 13:30Das behaupte ich auch nicht, dass die Aussage von dir stammt, aber in #85 schriebtest du noch, es würde "keiner" davon reden...

Ja, das ist eine Floskel, ich hätte auch schreiben können "Ich rede nicht davon". Außerdem: im Grunde ging es um die Radkersburger Bahn und die Hintergründe habe ich erklärt.

Aber du darfst natürlich gerne Recht behalten ...

Zitat von: s_gelb am  08 03, 2026, 16:30Es gibt keine Buslinie der gkb mehr - alle Linien, auf denen die gkb fährt, fahren sie als Bietergemeinschaft gemeinsam mit Dr. Richard im Auftrag vom Verkehrsverbund Steiermark.

Die Konzessionsdatenbank des Landes spricht aber noch von der GKB: www.verkehr.steiermark.at/cms/dokumente/11615521_71345845/6e996b9f/Anhang%201%20Vers.%202.5%20%281%29.pdf

Dass das teilweise Gemeinschaftsverkehr ist und man gemeinsam beim Verbund auftritt ("Bietergemeinschaft"), steht außer Frage (wird eh gesondert angegeben).

Hat man nicht letztes Jahr 90 Jahre GKB-Busbetrieb gefeiert?

s_gelb

Zitat von: StlB Kh. 101 am  08 03, 2026, 14:45Könnte man eh auch machen, vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt.

Das lauft ja langsam darauf raus, dass der Verkehrsverbund Steiermark eigentlich eh gleich als Verkehrsunternehmen auftreten könnte und alles gleich selber fährt.
Also eine Zentralisierungstendenz. Und dafür bräuchte man dann wiederum keine neue Struktur schaffen - ÖBB PV-AG und ÖBB-Postbus gäbe es bereits als einen solchen großen Bus- und Bahnanbieter.

s_gelb

Zitat von: Sanfte Mobilität am  08 03, 2026, 16:33Die Konzessionsdatenbank des Landes spricht aber noch von der GKB: www.verkehr.steiermark.at/cms/dokumente/11615521_71345845/6e996b9f/Anhang%201%20Vers.%202.5%20%281%29.pdf



Da hat sich seit Stand, 19.01.2022 aber sehr viel verändert, diese Datenbank ist alles andere als aktuell.

Beispielsweise, dass die gkb überall, wo die gkb mit RegioBussen unterwegs ist, nur noch als Bietergemeinschaft mit Dr. Richard fährt.


StlB Kh. 101

Zitat von: s_gelb am  08 03, 2026, 16:35Das lauft ja langsam darauf raus, dass der Verkehrsverbund Steiermark eigentlich eh gleich als Verkehrsunternehmen auftreten könnte und alles gleich selber fährt.
Also eine Zentralisierungstendenz. Und dafür bräuchte man dann wiederum keine neue Struktur schaffen - ÖBB PV-AG und ÖBB-Postbus gäbe es bereits als einen solchen großen Bus- und Bahnanbieter.

Eben nicht, weil die ÖBB sich um die Regionalbahnen häufig nur mittelmäßig kümmern und schon gar keine Schmalspurbahn betreiben wollen werden. Man kann Synergien schaffen, ohne alles gleich den ÖBB zu überlassen.

Sanfte Mobilität

Zitat von: s_gelb am  08 03, 2026, 16:35Das lauft ja langsam darauf raus, dass der Verkehrsverbund Steiermark eigentlich eh gleich als Verkehrsunternehmen auftreten könnte und alles gleich selber fährt.

Kann er aber eben nicht, weil er Aufgabenträger und kein Verkehrsunternehmen ist.

ZitatAlso eine Zentralisierungstendenz.Und dafür bräuchte man dann wiederum keine neue Struktur schaffen - ÖBB PV-AG und ÖBB-Postbus gäbe es bereits als einen solchen großen Bus- und Bahnanbieter.

Es ist aber schon ein Unterschied, ob es eine Zentralisierung in Wien gäbe oder eben eine Struktur in der Steiermark. Und, wie gesagt, das Thema GKB/StB ist ja nicht soweit hergeholt. Die Frage mit den städtischen Unternehmen ist ein bisserl komplizierter, weil es am Ende auch um die finanzielle Beteiligung der einzelnen Gemeinden geht.

Zitat von: s_gelb am  08 03, 2026, 16:46Da hat sich seit Stand, 19.01.2022 aber sehr viel verändert, diese Datenbank ist alles andere als aktuell.
Beispielsweise, dass die gkb überall, wo die gkb mit RegioBussen unterwegs ist, nur noch als Bietergemeinschaft mit Dr. Richard fährt.

Gut, ist der aktuelle Stand, der reicht lt. Papier bis 2029 (und das ist bekanntlich erst in drei Jahren). Und die Bietergemeinschaft mit Dr. Richard ist da auch angeführt. Es sind aber immer noch zwei Unternehmen (und nicht eines - wie lange für Watzke/Dr. Richard schon für die GKB?).


s_gelb

Zitat von: StlB Kh. 101 am  08 03, 2026, 18:48Eben nicht, weil die ÖBB sich um die Regionalbahnen häufig nur mittelmäßig kümmern und schon gar keine Schmalspurbahn betreiben wollen werden. Man kann Synergien schaffen, ohne alles gleich den ÖBB zu überlassen.

Was für ein "mittelmäßiges Kümmern" meinst du? Und ein anderes zentralisiertes EVU macht es weshalb besser?

Wenn Land/Bund es möchten, werden Leistungen bestellt und ÖBB PV bzw. Postbus fährt, wird nicht bestellt fährt ÖBB PV bzw. Postbus nicht. Ein anderes Unternehmen würde in dem Fall dann auch nicht fahren.

Wenn Land/Bund dahinter stehen, wird auch die Infrastruktur erhalten. Wenn Land/Bund kein Interesse an einer bestimmten Infrastruktur haben, wird die ÖBB Infra diese Strecke auch nicht erhalten. Jemand anders jedoch auch nicht.

Und dass die ÖBB keine Schmalspurbahnen betreiben möchten verstehe ich - mangelt es diesen doch an Interoparabilität. Hierfür können dann die Länder bzw. Gemeinden einspringen. Zillertalbahn, Mariazellerbahn und Pinzgauer Lokalbahn sind gute Beispiele - auch die Murtalbahn könnte besser laufen, wenn das Land entsprechend dahinter stünde.

s_gelb

Zitat von: Sanfte Mobilität am  08 03, 2026, 18:58Es ist aber schon ein Unterschied, ob es eine Zentralisierung in Wien gäbe oder eben eine Struktur in der Steiermark.


Das lässt sich mit entsprechenden Direktionen in den jeweiligen Bundesländern lösen. Davon abgesehen - welche Unterschiede meinst du?
Außerdem - wird nicht regelmäßig gerade beim ÖV der Föderalismus als ungünstig dargestellt? Stichwort 7 Verkehrsverbünde mit 7 unterschiedlichen Tarifregularien etc. und "Schwierigkeiten" an den jeweiligen Verbundgrenzen.
Und jetzt doch auf einmal doch künstlich Strukturen schaffen, die genau einen solchen Föderalismus weiter fördern?

Sanfte Mobilität

Zitat von: s_gelb am  08 03, 2026, 19:07Das lässt sich mit entsprechenden Direktionen in den jeweiligen Bundesländern lösen. Davon abgesehen - welche Unterschiede meinst du?

Ja, früher gab es auch die ÖBB-Direktionen in den Bundesländern, ein zusätzlicher Wasserkopf ohne Kompetenz. Ich denke, dass es sinnvoll ist, dass der regionale Verkehr überwiegend in den Bundesländern geregelt wird und der übergeordnete bundesweit.

ZitatAußerdem - wird nicht regelmäßig gerade beim ÖV der Föderalismus als ungünstig dargestellt? Stichwort 7 Verkehrsverbünde mit 7 unterschiedlichen Tarifregularien etc. und "Schwierigkeiten" an den jeweiligen Verbundgrenzen.
Und jetzt doch auf einmal doch künstlich Strukturen schaffen, die genau einen solchen Föderalismus weiter fördern?

Ist das so? Oder liegt es eher daran, dass sich die Politik bei ihren eigenen, geschaffenen Strukturen nicht mehr auskennnt? Wenn es um die Anerkennung der Tickets auf der Koralmbahn geht, hat das auch nix mit der Verbundstruktur zu tun, sondern schlicht mit den zuständigen Gebietskörperschaften bezüglich Finanzierung. Man soll da also nicht alles in einem Topf werfen.

Was die Verbundstruktur betrifft, kann man da sicher nachbessern, v. a. wenn es um die Abbildung von Verkehrsströmen geht.

Ich weiß aber nicht, wo bei einer betrieblichen Zusammenlegung von GKB/StB künstliche Strukturen geschaffen werden, ganz im Gegenteil, man könnte eine bestehende Struktur abschaffen, Doppelgleisigkeiten beheben und Synergien schaffen. Das ist ja dann wohl das Gegenteil.

Die Förderalismusdiskussion haben wir ja auch auf ganz anderer Ebene mit ganz anderen Geldströmen (siehe Gesundheitsversorgung), braucht man 9 Bundesländer - kein will Macht hergeben, auch nicht im Bereich ÖV.


danihak

#71
Zitat von: s_gelb am  08 03, 2026, 19:07Und jetzt doch auf einmal doch künstlich Strukturen schaffen, die genau einen solchen Föderalismus weiter fördern?

Die es aber scheinbar braucht, weil es ja ,,verständlich" ist, dass die heilige Infra keine Schmalspurbahnen mag, weil sie nur nervig sind. Ohne diese künstlichen Strukturen würde im Pinzgau halt nur noch der Postbus fahren. Aber halt, der ist ja auch heilig. Auch die Mariazellerbahn hat sich unter der NÖVOG zu einem Schmuckkästchen verwandelt. Natürlich hatte dies einen gewaltigen Preis, keine Frage. Irgendwie liest sich das alles schon wie eine Werbeeinschaltung für die Infra.

Sanfte Mobilität

Das Problem ist, die Infra ist durch die Bahnreform der Dreh- und Angelpunkt. Wurde früher alles eher integral betrachtet, fängt man jetzt bei der Infrastruktur an und danach kommt lange nichts. Das ist bei Projekten wie der KAB oder dem SBT hilfreich, andersherum weniger bzw. eigentlich kontraproduktiv.

Immanuel Cunt

Zitat von: FlipsP am  08 03, 2026, 15:07Du hast behauptet, dass der Bund kein Interesse an diesen Bahnen hätte und nur das Land diese finanziert.

Nein, ich habe behauptet, dass die ÖBB-Infra das nicht machen wird.

Siehe
Überraschung: Genau das macht der Bund schon mit dem MIP.
Auf Bundesebene macht die ÖBB-Infra den Betrieb der Strecken. Das macht sie nicht für "Pimperlstrecken". Dass der Bund sich an Investitionen bei Privatbahnen beteiligt, ist etwas anderes. Da gehts um Geld, das für Ausbauten/Erneuerungen zugeschossen wird, nicht um den laufenden Betrieb und Erhalt.

StlB Kh. 101

Vielleicht beantwortet dieser Artikel in der Wiener Zeitung ein paar Fragen zum Diskussionspunkt, dass sich die ÖBB (die Infra) um Nebenbahnen nur unzureichend kümmern.