Dritte Röhre für Plabutschtunnel

Begonnen von Wien, 16.Bezirk, 30 03, 2026, 17:47

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Ragnitztal

Zitat von: derVerkehrsdenker am  03 04, 2026, 11:27Ich dachte zuerst an einen Aprilscherz, aber die meinten das wirklich ernst mit der 3. Tunnelröhre im Plabutsch, unglaublich.
Abgesehen davon, dass sich so ein Bauvorhaben nie im Leben bis zur geplanten Plabutschtunnelsanierung ausgeht, finde ich hier überhaupt keinen langfristigen Nutzen für den Großraum Graz. 600 Millionen für einen 10km langen Tunnel der nur bei Sanierungen, Störfällen oder Unfällen in einer der beiden anderen Tunnelröhren benötigt werde würde!
Um dieses Geld - das eh nicht vorhanden ist - könnte man im Großraum Graz viel, viel sinnvollere Projekte realisieren (U-Bahn oder S-Bahntunnel Graz, Ausbau Straßenbahn Graz, Neu- und Ausbau der Park & Ride Anlagen, ÖV-Taktverdichtung, etc.)

Ich finde es auch befremdlich, dass die Grazer Politik das befürwortet, da sieht man (leider) wieder, dass jeder nur bis zur (Stadt)Gemeindegrenze blickt. Es bräuchte ein vorausschauendes Generalverkehrskonzept für den Großraum Graz, das alle Verkehrsmittel umfasst und sinnvolle langfristige Maßnahmen vorschlägt.

Klassisches Wahlkampfgetöse und Ablenkmanöver! Ich warte noch, bis der Ostgürtel wieder in der Diskussion aufersteht.  ::)
Man kann jedenfalls wunderbar von der Tatsache ablenken, dass die NW- und SW-Linie Ewigkeiten dauern, bis sie realisiert werden (wenn überhaupt). Schade, dass sich da von den abgebildeten Politikern keiner so richtig ins Zeug legt, wie bei dieser Debatte!

FlipsP

Zitat von: Martin am  03 04, 2026, 11:48Wie willst Du den Ausbauen? Reiß ma die halben Häuser in der Kärntnerstr., am Eggenberger- und Bahnhofgtl. und in der Wienerstraße weg?

Man kann auf diesen Straßenzügen noch einiges machen, um den Verkehr flüssiger zu machen.


Da redet keiner von irgendwelchen Abrissen.

TMG


Sanfte Mobilität

Wie gesagt, diese "Idee" hat für die anstehenden Sanierungen keinerlei Relevanz.

Im größeren Zusammenhang (viergleisiger Ausbau Südbahn nördlich von Graz, S-Bahn-Bypass, Problematik der Durchleitung von Umleitungsverkehr durch das Stadtgebiet etc pp.) wird man da sicher potentielle Varianten prüfen müssen. Sicher nicht als Einzelmaßnahme, was auch der geplante dreispurige Ausbau der A9 südlich von Graz ist.

Klar ist, dass infrastrukturelle Maßnahmen innerhalb von Graz im Falle von Tunnelsperren vollkommen unmöglich sind und nur zu einer zusätzlichen Belastung der Stadt führen würden (siehe auch Ostgürtel). Wir liegen nun einmal in einem Talkessel und sind von Bergen umgeben ... Das gälte im Übrigen für IV und Bahn!

PeterWitt

Zitat von: Martin am  03 04, 2026, 11:48Wie willst Du den Ausbauen? Reiß ma die halben Häuser in der Kärntnerstr., am Eggenberger- und Bahnhofgtl. und in der Wienerstraße weg?
Man könnte schon die eine oder andere Kreuzung beschleunigen, um den Durchzugsverkehr schneller durch zu bringen - man sehe z.B. den Wiedner Gürtel in Wien, oder die Tivoli-Kreuzung in Innsbruck.
Wenn man will, ginge das schon, indem man die jeweils mittige Fahrspur im Kreuzungsbereich absenkt und damit die Kreuzung ohne Anhalten unterfährt. Bei entsprechender Länge ließen sich an der Oberfläche sogar noch bessere getrennte Abbiegespuren schaffen.
Perfekt dafür wären wohl die Kreuzung Peter-Tunner-Gasse, Josef-Huber-Gasse (speziell, wenn es den Tunnel aus Reininghaus dann gibt), Kärntnerstraße sowie Karlauergürtel.
Am HBF hingegen wird's echt schwierig, da müsste man wohl vor der Keplerstraße (bzw. vor der Ghega- oder Zollgasse) schon abtauchen und erst nach der Annenstraße (oder besser erst nach der Josef-Huber-Gasse) wieder auftauchen. Aufgrund der Strabunterführung und Anna-Passage bzw. Zufahrt Garage Hotel Europa müsste man dort aber ziemlich tief abtauchen - es würde aber komplett neue Möglichkeiten in der Oberflächengestaltung geben, wenn man einen großen Anteil des Verkehrs (2/3 sollten möglich sein) unter die Erde bringt, von der besseren Aufenthaltsqualität erst gar nicht zu reden.

Ja, das wären massive Baustellen, aber da man an jeder Unterführung extra arbeiten könnte würde sich das eventuell noch ausgehen, und preislich sollte man es auch um unter dem Tunnel bekommen.

Sanfte Mobilität

Zitat von: PeterWitt am  03 04, 2026, 14:45Man könnte schon die eine oder andere Kreuzung beschleunigen, um den Durchzugsverkehr schneller durch zu bringen - man sehe z.B. den Wiedner Gürtel in Wien, oder die Tivoli-Kreuzung in Innsbruck.
Wenn man will, ginge das schon, indem man die jeweils mittige Fahrspur im Kreuzungsbereich absenkt und damit die Kreuzung ohne Anhalten unterfährt. Bei entsprechender Länge ließen sich an der Oberfläche sogar noch bessere getrennte Abbiegespuren schaffen.
Perfekt dafür wären wohl die Kreuzung Peter-Tunner-Gasse, Josef-Huber-Gasse (speziell, wenn es den Tunnel aus Reininghaus dann gibt), Kärntnerstraße sowie Karlauergürtel.
Am HBF hingegen wird's echt schwierig, da müsste man wohl vor der Keplerstraße (bzw. vor der Ghega- oder Zollgasse) schon abtauchen und erst nach der Annenstraße (oder besser erst nach der Josef-Huber-Gasse) wieder auftauchen. Aufgrund der Strabunterführung und Anna-Passage bzw. Zufahrt Garage Hotel Europa müsste man dort aber ziemlich tief abtauchen - es würde aber komplett neue Möglichkeiten in der Oberflächengestaltung geben, wenn man einen großen Anteil des Verkehrs (2/3 sollten möglich sein) unter die Erde bringt, von der besseren Aufenthaltsqualität erst gar nicht zu reden.

Ja, das wären massive Baustellen, aber da man an jeder Unterführung extra arbeiten könnte würde sich das eventuell noch ausgehen, und preislich sollte man es auch um unter dem Tunnel bekommen.

Solche Ausbauten wären die Rückkehr zur autogerechten Stadt.

Ich denke, man muss unterscheiden zwischen Durchzugsverkehr (der soll auf der Autobahn bleiben und eben nicht durch die Stadt umgeleitet werden) sowie dem Ziel- und Quellverkehr (von dem es möglichst wenig geben soll). Deshalb Ausbau ÖV und Rückbau von IV-Infrastruktur in den Städten zugunsten Umweltverbund.

FlipsP

Zitat von: Sanfte Mobilität am  03 04, 2026, 14:50Solche Ausbauten wären die Rückkehr zur autogerechten Stadt.

Ich denke, man muss unterscheiden zwischen Durchzugsverkehr (der soll auf der Autobahn bleiben und eben nicht durch die Stadt umgeleitet werden) sowie dem Ziel- und Quellverkehr (von dem es möglichst wenig geben soll). Deshalb Ausbau ÖV und Rückbau von IV-Infrastruktur in den Städten zugunsten Umweltverbund.

Natürlich wären das auf dieser Relation dann Ausbauten zu einer ,,autogerechten Stadt". Nix anderes wäre auch eine dritte Röhre. Nur wäre letztere immer noch teurer.

riggnix

Zitat von: PeterWitt am  03 04, 2026, 14:45Man könnte schon die eine oder andere Kreuzung beschleunigen, um den Durchzugsverkehr schneller durch zu bringen - man sehe z.B. den Wiedner Gürtel in Wien, oder die Tivoli-Kreuzung in Innsbruck.
Wenn man will, ginge das schon, indem man die jeweils mittige Fahrspur im Kreuzungsbereich absenkt und damit die Kreuzung ohne Anhalten unterfährt. Bei entsprechender Länge ließen sich an der Oberfläche sogar noch bessere getrennte Abbiegespuren schaffen.
Perfekt dafür wären wohl die Kreuzung Peter-Tunner-Gasse, Josef-Huber-Gasse (speziell, wenn es den Tunnel aus Reininghaus dann gibt), Kärntnerstraße sowie Karlauergürtel.
Am HBF hingegen wird's echt schwierig, da müsste man wohl vor der Keplerstraße (bzw. vor der Ghega- oder Zollgasse) schon abtauchen und erst nach der Annenstraße (oder besser erst nach der Josef-Huber-Gasse) wieder auftauchen. Aufgrund der Strabunterführung und Anna-Passage bzw. Zufahrt Garage Hotel Europa müsste man dort aber ziemlich tief abtauchen - es würde aber komplett neue Möglichkeiten in der Oberflächengestaltung geben, wenn man einen großen Anteil des Verkehrs (2/3 sollten möglich sein) unter die Erde bringt, von der besseren Aufenthaltsqualität erst gar nicht zu reden.

Ja, das wären massive Baustellen, aber da man an jeder Unterführung extra arbeiten könnte würde sich das eventuell noch ausgehen, und preislich sollte man es auch um unter dem Tunnel bekommen.

Man könnte, aber Gott sei Dank will man nicht. Durchzugsverkehr in einer Stadt zu beschleunigen war noch selten eine gute Idee. Ich versteh das Problem ehrlich gesagt nicht. Man kann Fernverkehr blockabfertigen und teilweise großräumig umleiten.
Damit kann man sehr wohl die Belastung für die Stadt reduzieren. Und genau das sollte das Ziel sein: Der Umleitungsverkehr soll die Stadt möglichst wenig belasten, stattdessen arbeitet man verkehrt, damit die Stadt den Verkehrsfluss möglichst wenig belastet.

PeterWitt

Zitat von: Sanfte Mobilität am  03 04, 2026, 14:50Solche Ausbauten wären die Rückkehr zur autogerechten Stadt.

Ich denke, man muss unterscheiden zwischen Durchzugsverkehr (der soll auf der Autobahn bleiben und eben nicht durch die Stadt umgeleitet werden) sowie dem Ziel- und Quellverkehr (von dem es möglichst wenig geben soll). Deshalb Ausbau ÖV und Rückbau von IV-Infrastruktur in den Städten zugunsten Umweltverbund.
Natürlich sollte der Durchzugsverkehr möglichst der Stadt fern bleiben, aber wenn eben eine Röhre zu ist (und da rede ich weniger von der kommenden geplanten Sperre, wo man die andere Röhre im Gegenverkehr benutzen kann, sondern vor allem bei spontanen Störungen, wo jetzt schon das Chaos in eine Richtung ausbricht), dann würde das helfen, den Verkehrskollaps entlang der Umleitungsroute zu verhindern.
Sollte man, wie in der "Jahrhundertchance" vorgeschlagen, den Durchzug über Keplerstraße, Ring bzw Grazbachgasse unterbinden, so würde das ebenso helfen, den dann nötigen Verkehr Kalvariengürtel/Bahnhof-/Eggenberger-/Karlauergürtel besser zu bewältigen, denn sonst wäre zB die Linie 52 quasi unfahrbar.

Martin

Ich habe vor fast zwanzig Jahren schon gesagt, dass es damals besser gewesen wäre, die B 67 am Hauptbahnhof in Ebene -1 oder -1,5 zu bringen und die Straßenbahn oben zu lassen, aber das wäre theoretisch noch immer möglich und aus meiner Sicht für die Straßenbahn auch besser. (Anbindung Linie 2)
Man müsste halt gewisse Dinge zurückbauen. Der Autotunnel hätte vor der Zollgasse runter und nach der Josef-Huber-Gasse wieder hinauf können.
Das wäre immer noch toll.
Liebe Grüße
Martin

FlipsP

Zitat von: riggnix am  03 04, 2026, 17:12Man könnte, aber Gott sei Dank will man nicht. Durchzugsverkehr in einer Stadt zu beschleunigen war noch selten eine gute Idee. Ich versteh das Problem ehrlich gesagt nicht. Man kann Fernverkehr blockabfertigen und teilweise großräumig umleiten.
Damit kann man sehr wohl die Belastung für die Stadt reduzieren. Und genau das sollte das Ziel sein: Der Umleitungsverkehr soll die Stadt möglichst wenig belasten, stattdessen arbeitet man verkehrt, damit die Stadt den Verkehrsfluss möglichst wenig belastet.


Es geht - zumindest mir - nicht darum den Durchzugsverkehr zu beschleunigen und eine Alternative zum Plabutschtunnel zu schaffen, sondern eher darum dass die Stadt nicht regelmäßig bei Sperrungen des Tunnel regelrecht ,,dicht" ist.

Da muss man halt die Grenze gut ausloten, wo Ausbauten zur Entlastung der Stadt beitragen und welche Ausbauten rein dem Durchzugsverkehr helfen und damit nicht förderlich für die Stadt sind.

Zitat von: Martin am  03 04, 2026, 17:37Ich habe vor fast zwanzig Jahren schon gesagt, dass es damals besser gewesen wäre, die B 67 am Hauptbahnhof in Ebene -1 oder -1,5 zu bringen und die Straßenbahn oben zu lassen, aber das wäre theoretisch noch immer möglich und aus meiner Sicht für die Straßenbahn auch besser. (Anbindung Linie 2)
Man müsste halt gewisse Dinge zurückbauen. Der Autotunnel hätte vor der Zollgasse runter und nach der Josef-Huber-Gasse wieder hinauf können.
Das wäre immer noch toll.

Jetzt weiß ich nicht, ob das noch so toll wäre, aber statt der Tieferlegung der Straßenbahn wäre das sicher eine gute Idee gewesen.

riggnix

Zitat von: Martin am  03 04, 2026, 17:37Ich habe vor fast zwanzig Jahren schon gesagt, dass es damals besser gewesen wäre, die B 67 am Hauptbahnhof in Ebene -1 oder -1,5 zu bringen und die Straßenbahn oben zu lassen, aber das wäre theoretisch noch immer möglich und aus meiner Sicht für die Straßenbahn auch besser. (Anbindung Linie 2)
Man müsste halt gewisse Dinge zurückbauen. Der Autotunnel hätte vor der Zollgasse runter und nach der Josef-Huber-Gasse wieder hinauf können.
Das wäre immer noch toll.

Das wäre auch für den Europaplatz (speziell für die Gastronomie dort) viel besser gewesen. Da wäre statt einer Autobahn dann jetzt ein Park oder Platz mit Straßenbahn.

PeterWitt

Sinnvoller als eine 3. Röhre wäre mMn auch, wenn man stattdessen eine Ostspange bauen würde -  bei Raach eine Vollanschlussstelle und einen Tunnel unter dem Kanzelkogel durch, mit Anschlussstelle irgendwo auf Höhe Dürrgrabenweg, dann Anschluss Föllig, Ragnitz irgendwo auf Höhe Sportplatz Kainbach und Vollanschluss an die A2 im Bereich Autal.
Die Anschlussstellen sollte man dann mit guter P&R-Infrastruktur sowie brauchbarer ÖV-Anbindung versehen und man hätte mehrere Themen auf einmal gelöst:
1.) der Plabutschtunnel wäre grundsätzlich entlastet und es gäbe bei Sperren eine durchgehende Umfahrung im hochrangigen Straßennetz
2.) die Spange würde den Verkehr im Osten neu verteilen und könnte ihn zentrumsnah (Merangasse, Glacis, Bergmanngasse, Grabenstraße) deutlich reduzieren
3.) durch die Möglichkeit das Zentrum zu umfahren könnte man dort weitere Beruhigungsmaßnahmen wie z.B.Transitsperren setzen.

Problem ist halt, dass 5 Jahre niemals ausreichen und dieses Projekt v.a. auch mit den Begleitmaßnahmen deutlich teurer wird.

Sanfte Mobilität

Die Frage ist, wie kann man verhindern, dass bei Tunnelsperren der Durchzugsverkehr nicht durch Graz fließt?

FlipsP

Zitat von: Sanfte Mobilität am  04 04, 2026, 09:33Die Frage ist, wie kann man verhindern, dass bei Tunnelsperren der Durchzugsverkehr nicht durch Graz fließt?

Im Prinzip gar nicht