Dritte Röhre für Plabutschtunnel

Begonnen von Wien, 16.Bezirk, 30 03, 2026, 17:47

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PeterWitt

Zitat von: Sanfte Mobilität am  04 04, 2026, 09:33Die Frage ist, wie kann man verhindern, dass bei Tunnelsperren der Durchzugsverkehr nicht durch Graz fließt?
Wie gesagt, mit einer Ost-Spange könnte man den Transit umleiten, er wäre vermutlich dennoch schneller als durch das Stadtgebiet, insbesondere, wenn man mit dynamischen Anzeigen den Verkehr entsprechend umleitend ausschildert.
Ohne einer Alternativroute wird's schwer, da geht es immer nur durch Graz, oder man verwandetl die Autobahn zwischen Graz Nord und Übelbach in einen Parkplatz und hält dort alle LKW bis zur Freigabe zurück, was aber wohl auch kaum funktioniert.
 Alternativ wäre noch eine neue Transitumfahrung von Gratkorn nach Gaisfeld möglich, diese wäre etwa gleich lange wie die von mir angesprochene Ostspange und würde den Anschluss von Voitsberg/Köflach aus dem Norden deutlich verbesser - diese würde aber auch den umstrittenen Ausbau der B70 bis Mooskirchen zwingend erfordern und hätte insgesamt vermutlich weniger Nutzen als eine Ostumfahrung.

riggnix

Ich sehe das halt eher grundsätzlich so, dass mehr Straßen auch mehr Verkehr bedeuten. Für den Transit mag die Umfahrung der Stadt sogar helfen, ja. Aber sie würde es auch noch deutlich attraktiver machen, von Osten mit dem Auto in die Stadt zu fahren. Und da kann ich mir einfach nicht vorstellen, dass in Graz dadurch weniger Verkehr wird. Im Gegenteil: Ich glaube, dass ein paar Einfahrtsstraßen dadurch noch schlimmer im Verkehr ersticken würden.

Ich würde eher bei strengen Regeln für Transitverkehr ansetzen, und die Durchfahrt durchs Stadtgebiet damit reduzieren. Das ist für PKW wahrscheinlich schwierig, aber LKW kann man schon gut auf der Autobahn halten.

Und ich sehe ehrlich gesagt kein Problem, wenn es auf der Autobahn staut, solange man den Stau aus der Stadt draußen halten kann.

Wenn man im Osten schon ausbaut und so große Projekte andenkt, können das meiner Meinung nach nur Bahnprojekte sein. Wie z.B. die Regionalbahn durch die Ragnitz nach Laßnitzhöhe, die in einer S-Bahn-Studie vorgeschlagen wurde.

PeterWitt

Ohne Begleitmaßnahmen würde es den Verkehr in die Stadt hinen vermutlich verstärken, ja  aber wenn man in der Stadt, v.a. im Zentrum, jetzige Transitstrecken sperrt oder rückbaut, dann könnte das schon was bringen.
Wenn man zB in Andritz wohnt und bei Knapp, Magna oder anderswo im Süden arbeitet, dann gibt's aktuell nichts als quer durch die Stadt. Um 5:30 mag das problemlos funktionieren, bedeutet aber auch, dass man dann nach Schichtende den dichten Verkehr noch verstärkt.
Wenn es attraktiver ist, die Radegunder Straße stadtauswärts zu fahren und dann über die Spange, dann hat man in der Stadt schon was gewonnen.
Selbiges zB mit dem LKH, wenn man nicht aus dem Osten über die Ries kommt, dann bleibt aktuell ein Weg durch die Stadt alternativlos.

riggnix

Ich glaub halt, dass man mit guten Begleitmaßnahmen den Verkehr im besten Fall nicht verschlimmert, aber bei Verbesserungen bin ich da sehr skeptisch. Da sehe ich einfach viel mehr Potential in einem massiven ÖV-Ausbau. Natürlich nicht nur Infrastruktur, sondern auch Angebot.
Um bei deinem Beispiel zu bleiben: Wenn die Optionen entweder "mit dem Auto quer durch die Stadt" oder "mit max. 1x umsteigen, und schneller als mit dem Auto öffentlich dorthin" sind, dann bringt das viel mehr. Angenommen dass der ÖV stabil (also nicht im Stau), gut getaktet und bequem ist.

PeterWitt

Zitat von: riggnix am  04 04, 2026, 12:22Um bei deinem Beispiel zu bleiben: Wenn die Optionen entweder "mit dem Auto quer durch die Stadt" oder "mit max. 1x umsteigen, und schneller als mit dem Auto öffentlich dorthin" sind, dann bringt das viel mehr. Angenommen dass der ÖV stabil (also nicht im Stau), gut getaktet und bequem ist.
Natürlich, aber hilft halt primär nur bei innerstädtischen Fahrten bzw. zumindest bei Fahrten, wo Start/Ziel in der Stadt liegen. Jemand aus Eggersdorf, der z.B. nach Gratkorn oder Frohnleiten muss, dem hilft das wenig, ebenso diversem Berufskraftverkehr (Handwerker, div. Transporte etc.). Und zahlreiche Leute haben auch einen Firmenwagen (ganz egal ob sie ihn brauchen oder nicht - ist einfach Standard in den Dienstverträgen - die werden den Wagen eher aich nicht stehen lassen und auf eigene Kosten fahren, leider.

riggnix

Zitat von: PeterWitt am  04 04, 2026, 13:42Natürlich, aber hilft halt primär nur bei innerstädtischen Fahrten bzw. zumindest bei Fahrten, wo Start/Ziel in der Stadt liegen. Jemand aus Eggersdorf, der z.B. nach Gratkorn oder Frohnleiten muss, dem hilft das wenig

Die Argumentation verstehe ich nicht ganz. Ich meine natürlich nicht nur ÖV in Stadtgebiet. Was spricht gegen eine gute Kombination aus S-Bahn und Bussen? Es muss schnell, häufig und bequem sein, dann nutzen das Leute auch. Wenn man Regionalbusse z.B. alle 15 Minuten hat, und vielleicht einmal umsteigen muss, und für die Gesamtstrecke eine ähnliche Zeit braucht wie mit dem Auto (ohne Stau), dann wird das auch benutzt. Das bringt nicht nur für die Stadt was. Die Stadt bietet sich für Umsteigeknoten an, aber man muss ja nicht von dort losfahren bzw. dorthin fahren. Wäre gleich zu sagen, dass die Straßenbahn in Graz nur für den Jakominiplatz was bringt, nur weil dort die meisten Verbindungen sind.

riggnix

Zitat von: PeterWitt am  04 04, 2026, 13:42... ebenso diversem Berufskraftverkehr (Handwerker, div. Transporte etc.). Und zahlreiche Leute haben auch einen Firmenwagen (ganz egal ob sie ihn brauchen oder nicht - ist einfach Standard in den Dienstverträgen - die werden den Wagen eher aich nicht stehen lassen und auf eigene Kosten fahren, leider.

Die Masse an Leuten nimmt das, was für sie am praktischen ist. Mit mehr ÖV-Angebot nutzen mehr Leute ÖV und es sind weniger Autos unterwegs. Damit ist mehr Platz für die Fahrzeuge, die nötig sind: Berufskraftverkehr und Autos von Leuten, für die die ÖV-Anbindung nicht (gut genug) funktioniert. Und für diesen MIV muss sehrwohl Platz sein! Dafür ist aber auch genug Platz. Sonst wäre in Graz immer Stau, nicht nur im Berufsverkehr.

Und für die paar zusätzlichen Leute, die auf ihr Dienstauto bestehen: Können sie eh benutzen, aber die Allgemeinheit muss dafür keine Infrastruktur bauen. Wenn sie mit dem Auto fahren wollen, obwohl es bessere Alternativen gibt, müssens halt mit den Nachteilen leben.

Sanfte Mobilität

Wir sprechen hier von einem Zeithorizont nach 2040.

Bis dahin sind dann hoffentlich der viergleisige Südbahn-Ausbau und der S-Bahn-Tunnel in Graz konkret. Die Frage wird sein, wie sich die Entwicklung der Südbahn nach der SBT-Eröffnung entwickelt, nicht nur im Personen-, sondern auch im Güterverkehr. Möglicherweise könnte dann Graz Hbf. ein zusätzliches Nadelöhr werden, dass man irgendwie umfahren müsste (siehe St. Pölten). Daraus ergeben sich dann vielleicht weitere Optionen oder sogar Synergien.

Thema wird auch die Entlastung der Stadt sein, WENN man hoffentlich konsequent den Umweltverbund fördert und ausbaut, von unnötigem Durchzugsverkehr.

scheurin

#53
Eine Güterzugumfahrung wäre denke ich eher sehr teuer für die überschaubare Nutzung. Besser und billiger ein Tunnel (auch eingleisig) von Eggenberg nur unter dem Bahnhof hindurch, vielleicht bis nach Don Bosco. Ausserdem ginge der Verkehr durch einen S-Bahn-Tunnel je nach Ausführung am Hauptbahnhof auch eher zurück.

Wenn man jedoch größer denken möchte wäre es vielleicht sinnvoll, den S-Bahn-Tunnel gleich 4-gleisig zu errichten. Sicher billiger als zusätzlich ein eigener Tunnel unter dem Plabutsch. Dann bekäme man die Möglichkeit in ferner Zukunft neben Güterzügen durchfahren auch Fernzüge im Zentrum halten zu lassen.

FlipsP

Zitat von: riggnix am  04 04, 2026, 11:56Ich sehe das halt eher grundsätzlich so, dass mehr Straßen auch mehr Verkehr bedeuten. Für den Transit mag die Umfahrung der Stadt sogar helfen, ja. Aber sie würde es auch noch deutlich attraktiver machen, von Osten mit dem Auto in die Stadt zu fahren. Und da kann ich mir einfach nicht vorstellen, dass in Graz dadurch weniger Verkehr wird. Im Gegenteil: Ich glaube, dass ein paar Einfahrtsstraßen dadurch noch schlimmer im Verkehr ersticken würden.

Ich würde eher bei strengen Regeln für Transitverkehr ansetzen, und die Durchfahrt durchs Stadtgebiet damit reduzieren. Das ist für PKW wahrscheinlich schwierig, aber LKW kann man schon gut auf der Autobahn halten.

Und ich sehe ehrlich gesagt kein Problem, wenn es auf der Autobahn staut, solange man den Stau aus der Stadt draußen halten kann.

Wenn man im Osten schon ausbaut und so große Projekte andenkt, können das meiner Meinung nach nur Bahnprojekte sein. Wie z.B. die Regionalbahn durch die Ragnitz nach Laßnitzhöhe, die in einer S-Bahn-Studie vorgeschlagen wurde.

Stimme dir grundsätzlich zu!
Nur: Es geht ja nicht um Stau im Tunnel, sondern Tunnelsperren.


Und bitte vergesst den S-Bahn Tunnel in Graz. Der kommt mal fix nicht. Da gebe ich wirklich einer Ostspange mehr Chancen (dort würde ich mir dann aber eine S-Bahn Röhre auch wünschen).




PeterWitt

Zitat von: scheurin am  04 04, 2026, 20:41Eine Güterzugumfahrung wäre denke ich eher sehr teuer für die überschaubare Nutzung. Besser und billiger ein Tunnel (auch eingleisig) von Eggenberg nur unter dem Bahnhof hindurch, vielleicht bis nach Don Bosco.
Also, da müsste man mindestens bei der Bulme beginnen, um unter der Peter-Tunner-Gasse durch zu kommen, sowie wegen dem Tunnel Josef-Huber-Gasse und der Kärntnerstraße sowie der Feldgasse erst danach auftauchen. Ob man das aber dann bis zur Kapellenstraße schafft kann ich nicht sagen, sonst wird's wohl noch weiter südlich.
Neben der wohl recht engen Ein/Ausfädelung stelle ich mir insbesondere die Bauarbeiten hier sehr komplex vor.


Ragnitztal

Würden sich die Sozialpartner bloß auch für den ÖV-Ausbau derart ins Zeug legen.  ::)

Stipe

Wie? Das war doch kein Aprilscherz?

Ich freue mich ja schon auf die Nachmacheffekt. In Kürze wird für jeden zweispurigen Tunnel in Österreich eine dritte Röhre gefordert werden, irgendwann muss ja jeder Tunnel saniert werden.

stef610_neu

Und es ginge doch schneller, wenn man gleich 2 Röhren dazubauen würde.  ;D