Unglücke in Spanien

Begonnen von scheurin, 28 10, 2026, 10:35

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510-015

Was würdest du dir von diesem Gespräch erwarten?

Wenn die Situation, wie von User LS64 beschrieben, zutreffen sollte, sind die Aussagen des Iryo Lokführers deutlich relevanter.

Die Kommunikation mit und Fahrtfreigabe an den AVE Lokführer wird in den Datenspeichern aufgezeichnet sein. Mehr Informationen kann man sich von einem persönlichem Gespräch auch nicht erwarten.

Interessant könnten Informationen des Iryo Lokführers zu der Störung und seiner Reaktion inkl. Behebungsversuchen sein. Sein Gedankenverlauf, wieso er welchen Schritt gesetzt hat, wird nicht lückenlos erfasst sein.
Im alten Forum als "Bus 15 O530 Citaro L" unterwegs gewesen - jetzt mit kürzerem Usernamen ;D
Aber "15" ist im Namen erhalten geblieben zum leichteren Wiedererkennen ;)

scheurin

Denke ich auch, so ein "Neustart" eines Zuges scheint zu dauern ... habe ich in Barcelona erlebt und auch das früher notwendige Umschalten des Pendolinos aus Zürich nach München dauerte ebenso ziemlich lange.

Die Frage ist weswegen der AVE das Okay für 200 km/h bekommen hat? Natürlich kann man auf Sicht fahren ... ist erstaunlicher Weise im Flugverkehr nicht unüblich und wird in Ausnahmefällen sogar bei Düsenflugzeugen trotz der enormen Geschwindigkeit gemacht ... aber das bedeutet nicht nur semantisch "auf Sicht". Bei 200 km/h ist das bei einem Zug sicher nicht der Fall - es sei denn es gibt gar keine Kurven wie z.T. in Australien. "Auf gut Glück" ist jedenfalls keine mir bekannte Vorgangsweise und egal ob Fahrzeug, Zug oder was auch immer benötigt man eine Bremsreserve; sogar bei Wasserrutschen. Im Fahrzeug auf der Autobahn fahre ich ja nicht 130 im Nebel weil die vor mir ja auch 130 fahren werden, oder?

Klarer Weise ist davon auszugehen, dass hier nicht vorsätzlich gehandelt wurde und dass die LZB anscheinend sehr unzuverlässig funktionierte - somit ist das auch wieder für sich ein prinzipielles Problem. Bei häuffigen Ausfällen gehört dann eben eine Vorgangsweise installiert die doppelt abgesichert ist. Dies scheint es nicht gegeben zu haben (also beispielsweise die Rückfrage ob der Iryo das Teilstück verlassen hat bzw. wo er wie schnell fährt).

In den deutschsprachigen Medien steht übrigens, dass so etwas bei uns nicht passieren kann. Ich würde da nicht so grossmundig agieren wollen.

Was auch immer die Untersuchung feststellen mag, das spanische Eisenbahnsystem erscheint mir eher fragwürdig und wenig vertrauensvoll. Es deutet viel auf eine systematische Krise hin à la Boeing.

Eilzug

Ich finde diese Spekulationen ziemlich unseriös.
Einfach auf den  offiziellen Abschluss Bericht warten.

Und das soetwas bei uns nicht passieren kann, so weit würde ich mich nicht aus dem Fenster lehnen.


LS64

#19
Zitat von: Ch. Wagner am  30 10, 2026, 16:20Es gibt noch keine Nachricht, ob der Lokführer der AVE den Unfall überlebt hat. Angesichts der Bilder ist wohl nicht davon auszugehen. Seine Darstellung der Umstände und seiner Überlegungen zur Weiterfahrt wären allerdings sehr wichtig gewesen. Bis zur weiteren Abklärung sind also Spekulationen Tür und Tor geöffnet. Sintemalen in Spanien auch Parlamentswahlen anstehen.

Der Lokführer des AVE überlebt? Das ist fast zu 100% auszuschließen.
Man schaue sich mal die Bilder des Unglücks an.*
Und dann mache man sich bewusst, dass der AVE (Baureihe 103) ein achtteiliger Zug ist und zähle mal die Wagen durch, die erkennbar sind. Und ja, manche Medien haben teils in ihren Animationen 7 Wagen eingebaut - das ist aber einfach falsch. Ich glaube, die haben das selbst nicht verstanden.

Erst dann wird einem bewusst, was hier wirklich passiert ist.

:'(

Hier für Hartgesottene eine Fotostrecke: https://elpais.com/espana/2026-10-28/el-accidente-de-dos-trenes-de-alta-velocidad-en-toledo-en-imagenes.html#?rel=mas
 (Bilder 31 und 34 meine ich)


Zitat von: 510-015 am Gestern um 12:18Interessant könnten Informationen des Iryo Lokführers zu der Störung und seiner Reaktion inkl. Behebungsversuchen sein. Sein Gedankenverlauf, wieso er welchen Schritt gesetzt hat, wird nicht lückenlos erfasst sein.

Die Protokolle sind, wie bereits gepostet wurde, einsehbar - hier hilft der Fahrdienstleiter (nennen wir ihn mal so) der Lokführerin bei der Behebung des Problems. Aber ehrlich gesagt finde ich das gar nicht so interessant - niemals darf ein Zug auf einen anderen auffahren, egal was im Führerstand des Iryo passiert ist. Meinst Du nicht auch, dass das hier eigentlich unwichtig sein müsste?

scheurin

Abgesehen von der Aufarbeitung dieses Unfalls gab es nun 3 schwere Zug-Katastrophen im Hochgeschwindigkeitsverkehr in Spanien. Es muss sicherlich untersucht werden wo die grundlegenden Probleme im System liegen, damit es nicht Nummer 4, 5 oder 6 gibt. Natürlich kann man nie zu 100 % ausschliessen, dass es einfach jedes Mal ein "Unglück" war wie zum Beispiel bei Malaysian Airways; die hatten zweimal wirklich Pech.

Dass der Verkehrsminister noch im Amt ist erscheint etwas seltsam - redet sich ja zum Teil heraus, dass es auch in anderen Ländern Schwierigkeiten im Zugbeeinflussungsystem gibt (wenngleich da ohne Kastastrophen). Na ja bei uns hat die MAK-Chefin auch behauptet das Sicherheitskonzept hat wie geplant funktioniert und ich befürchte die Frau ist noch nicht gekündigt worden.

Es bleibt zu hoffen, dass diese schlimme(n) Katastrophe(n) so wie in England - Ladbroke & Hatfield - zu einer generellen Verbesserung führen können. Hier bei uns habe ich ein gutes Gefühl die Bahn zu nehmen auch wenn klarer Weise wie überall immer ein Restrisiko da ist.

LS64